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Kein Abgabedruck spürbar: Dax steht vor weiterem Jahresgewinn

Nach Lage der Dinge wird der Dax das fünften Jahr in Folge einen Gewinn verbuchen. Die Händler erwarten für die letzte Woche des Jahres 2016 keine Kurseinbrüche und geben sich dementsprechend entspannt.

Nach den Kursturbulenzen der vergangenen Monate können sich Anleger zum Jahreswechsel entspannt zurücklehnen. "Es ist beeindruckend, wie gut sich der Markt hält", sagt ein Börsianer. "Derzeit ist keinerlei Abgabedruck zu spüren. Offenbar sind alle glücklich, dass es am Ende doch noch zu einem Plus gereicht hat."

Im Vergleich zu Anfang Januar hat der Dax 2016 knapp sieben Prozent zugelegt. Diesen Kursgewinn erarbeitete er sich allerdings erst in den letzten Wochen des ansonsten Börsenjahres. Damit steht der deutsche Leitindex vor dem fünften Jahresgewinn in Folge. Nur während des Internet-Booms Ende der 1990er Jahre und in den Jahren bis zum Ausbruch der Finanzkrise gab es so lange Serien mit Kurssteigerungen.

Allerdings sei nach dieser Jahresendrally eine Korrektur überfällig, fügt der Aktienhändler hinzu. So ein Rücksetzer könnte den Dax bis auf 10.800 Punkte drücken. Ein Ausverkauf wie Anfang 2016 sei aber nicht zu erwarten, betont Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Zum einen spekulierten Anleger weiterhin auf einen Wirtschaftsboom unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Außerdem könne mit starken Firmenbilanzen für das vierte Quartal 2016 gerechnet werden.

Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck, verweist zusätzlich auf die vor einigen Wochen angekündigte Verlängerung der Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) bis Ende 2017. Im kommenden Jahr pumpen die Währungshüter 540 Milliarden Euro zusätzlich in die Finanzmärkte, um die heimische Konjunktur anzukurbeln.

US-Arbeitsmarktdaten im Blick

Auf die Geschäftszahlen der Unternehmen müssen Anleger noch etwas warten. Hinweise auf die Aussichten für das Wachstum der Weltwirtschaft liefert aber in der ersten Woche des neuen Börsenjahres eine Flut von Konjunkturdaten. Das Hauptaugenmerk richten Anleger dabei auf die US-Beschäftigtenzahlen am 6. Januar. Von ihnen erhoffen sie sich Rückschlüsse darauf, ob die Notenbank Fed die Zinsen im kommenden Jahr wie angedeutet drei Mal anheben wird.

Einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten liefern die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP am Tag zuvor. Darüber hinaus werden Börsianer am 4. Januar die Worte in den Protokollen der Fed-Sitzung vom Dezember auf die Goldwaage legen, weil sie sich von ihnen Einsichten in die Entscheidungsfindung des Führungsgremiums der Zentralbank erhoffen.

Politische Risikofaktoren werden Börsen 2017 wohl bremsen

Für das Börsenjahr 2017 müssen sich Anleger nach Einschätzung von Experten allerdings auf magere Kursgewinne einstellen. Sie sehen die Börsen in zwölf Monaten auf dem aktuellen Niveau. Gegenwind drohe durch mögliche Wahlsiege populistischer und EU-kritischer Kandidaten bei den anstehenden Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Außerdem sei unklar, ob US-Präsident Trump den erhofften Wirtschaftsboom auslösen könne.

Ein weiterer Risikofaktor sei der Brexit. "Die Attraktivität Großbritanniens für ausländische Investoren lässt mit dem Wegfall des privilegierten Zugangs zum europäischen Binnenmarkt nach", betont Analyst David Kohl von der Bank Julius Bär. "Mit dem voraussichtlichen Einläuten der Brexit-Verhandlungen im März werden Anleger die Fakten nochmals neu bewerten."

Quelle: n-tv.de

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