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Der erste Rückgang bei Umsatz und Gewinn seit 14 Jahren: Am Tag nach der Zahlenvorlage wird Apple an der New Yorker Börse abgestraft.
Der erste Rückgang bei Umsatz und Gewinn seit 14 Jahren: Am Tag nach der Zahlenvorlage wird Apple an der New Yorker Börse abgestraft.(Foto: imago/UPI Photo)

Kauflust an Wall Street gedämpft: Dax schließt knapp über 10.700

Herbstlich-trübe Stimmung an der Börse: Eine Flut an Quartalsberichten versetzt Anleger in Bewegung. Nach dem Handelsstart an der Wall Street erreichen unerwartet starke Signale den Markt. In New York dreht der Dow ins Plus.

Schwacher Tag am deutschen Aktienmarkt: Zur Wochenmitte können Börsianer nicht an ihre Erfolge des Vortages anknüpfen. Der Leitindex Dax geht mit einem Minus von gut 47 Zählern oder 0,44 Prozent bei 10.709 Punkten aus dem Handel. Am Vortag hatte er noch ein neues Jahreshoch bei 10.827,72 Punkten markiert. Das Tagestief liegt bei 10.632,29 Punkten. Der Nebenwerteindex MDax beendet den Tag 0,23 Prozent im Minus bei 21.222 Punkten. Der Technologiewerteindex TecDax schließt 0,40 Prozent im Minus bei 1751 Punkten. Der Eurostoxx50 verabschiedet sich 0,21 Prozent leichter bei 3080,98 Punkten in den Feierabend.

Nach den jüngsten Kurshochs hätten Anleger kalte Füße bekommen, heißt es aus dem Handel. Der Dax schaffte es nicht, einen erneuten Angriff auf die seit Tagen umkämpfte Marke von 10.800 Punkten zu wagen. Daten zum deutschen Konsumklima sorgten besonders im frühen Handel für Ernüchterung. Die Kauflaune hatte überraschend einen Dämpfer erhalten, wie aus Daten des Marktforschungsunternehmen GfK hervorging. Marktbeobachter Jens Klatt sprach von einer Korrektur, bevor der Dax einen neuen Anlauf auf das erst am Vortag erreichte Jahreshoch bei 10.827 Punkten starten könne.

Nach dem Handelsstart an der New Yorker Wall Street erreichten dann neue Konjunktursignale den Markt: Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich zuletzt überraschend verringert. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 0,553 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Analysten hatten dagegen einen Anstieg um 2,1 Millionen erwartet. Ein unerwarteter Rückgang bei den Lagerdaten lässt sich nach gängiger Lesart als Hinweis auf eine deutlich gestiegene Nachfrage werten: Die US-Wirtschaft steht damit offenbar besser da als gedacht.

Stützend dürfte am Markt auch gewirkt haben, dass die Zahl der US-Neubauverkäufe im September stärker als erwartet gestiegen ist. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, kletterte die Zahl der verkauften Neubauten gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent auf einen saisonbereinigten Jahreswert von 593.000. Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet. Eine Aufhellung am US-Immobilienmarkt zieht in der Regel auch steigende Konsumausgaben und damit verbesserte Ertragsaussichten vieler US-Unternehmen nach sich.

Am deutschen Aktienmarkt zählen zur Wochenmitte vor allem die Stahlwerte zu den Verlierern. Die Ratingagentur Moody's rechnet damit, dass die Firmen noch längere Zeit mit einem hohen Wettbewerbsdruck aus China und Russland zu kämpfen haben. Die Aktien von Thyssenkrupp geben 2,6 Prozent nach und bleiben damit größter Tagesverlierer im Dax. Im MDax verlieren die Aktien von Salzgitter 2,3 Prozent. An der Börse in Amsterdam geben ArcelorMittal um 1,6 Prozent nach.

Schwaches Schwergewicht Bayer

Enttäuscht reagierten Anleger auf den Quartalsbericht des Dax-Konzerns Bayer. Die Reaktionen auf die Geschäftszahlen des Index-Schwergewichts lasteten am Berichtstag schwer auf dem Leitindex. Ein überraschend hoher Betriebsgewinn und ein brummendes Pharmageschäft konnten Anleger bei Bayer nicht überzeugen. Die Aktien schließen nach der Vorlage der Quartalsbilanz 1,5 Prozent im Minus bei 90,17 Euro.

"Es ist ein solides Quartal, aber keine starken Zahlen durch die Bank weg", urteilte Berenberg-Analyst Alistair Campbell. Vor allem im Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten sei weniger umgesetzt worden als gedacht. Es sehe so aus, als seien die Steigerungen bei Gewinn und Umsatz mehr durch Effekte wie Steuern als durch operative Stärke gelungen.

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Die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto wirke zusätzlich auf den Bayer-Kurs, hieß es. "Das bremst die Titel momentan aus", sagte ein Händler. Bayer hatte sich Mitte September nach monatelangem Ringen mit Monsanto geeinigt und will das US-Unternehmen für 66 Milliarden Dollar kaufen. Seit Jahresbeginn haben Bayer-Aktien rund 21 Prozent verloren.

"Es gibt nicht den einen großen Kritikpunkt, aber in der Summe wird nun doch die Qualität des Ergebnisses kritisiert", meinte ein Händler mit Blick auf die Kursverluste bei Bayer. Unter anderem würden Dinge wie Steuereffekte kritisiert, die den Ertrag getrieben hätten. Ein anderer Händler sieht in dem kräftigen Tagesminus allerdings reine Gewinnmitnahmen: "Nach dem Analystentreffen im September dürften einige auf eine deutlichere Prognoseerhöhung gesetzt haben, als sie jetzt bekommen haben".

Deutsche Post kauft mehr Aktien

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Der Logistikdienstleister Deutsche Post zieht am Abend mit einer Ankündigung Aufmerksamkeit auf sich: Der Bonner Konzern will das laufende Aktienrückkauf-Programm erweitern und weitere Anteilsscheine erwerben. Im Anschluss an das aktuelle Programm sollen bis zu 3 Millionen Aktien zurückgekauft werden, teilte die Post mit. Die zurückgekauften Aktien sollen ausschließlich für langfristige Vergütungsprogramme für Führungskräfte eingesetzt werden.

Aktienrückkäufe gelten auch als Instrument zur Kurspflege: Auf Basis des aktuellen Kurses würde das neue Programm ein Volumen von bis zu 85 Millionen Euro haben, heißt es bei der Post. Der Dax-Konzern hatte im März ein Aktienrückkaufprogramm im Gesamtvolumen von bis zu 1 Milliarde Euro beschlossen. Das Programm startete im April mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr.

VW-Aktie im Minus

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Die Aktien von Volkswagen tauchen am Tag nach dem juristischen "Meilenstein" in den USA ebenfalls nicht auf der Gewinnerliste auf. Der für Hunderte Zivilklagen zuständige Richter Charles Breyer gab seine endgültige Zustimmung zu einem Vergleich, der den Konzern bis zu 16,5 Milliarden Dollar (15,2 Milliarden Euro) kosten könnte. Der Kompromiss sei "fair, angemessen und adäquat", teilte Breyers Gericht mit.

VW-Konzernchef Matthias Müller begrüßte die Entscheidung. "Das ist für uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Aufarbeitung des Problems, das wir vor geraumer Zeit verursacht haben", sagte er. Mit Breyers Segen kann der Konzern zwar die größte rechtliche Baustelle in den USA schließen, doch die juristischen Konsequenzen der Dieselaffäre sind damit noch lange nicht ausgestanden. Die im Dax notierten Vorzugsaktien geben 0,7 Prozent ab auf 126,00 Euro.

Airbus: Beschränkte Aussichten

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Die Meinungen zum Zwischenbericht von Airbus gehen am Markt weit auseinander. Sie reichen von "einen Tick besser" bis hin zu "Gewinnwarnung". Grund sind die massiven Sondereffekte, die für deutliche Rückgänge beim Ergebnis gesorgt haben. Bereinigt um diese fiel das Vorsteuerergebnis (Ebit) mit 731 Millionen Euro besser aus als erwartet. Der freie Cashflow sei eher schwach, meinte ein Analyst. Hier seien die Erwartungen aber ohnehin gering gewesen. "Da gleichzeitig die Jahresprognose aber bestätigt wurde, kann heute jeder daraus machen, was er will", sagte ein Händler. Im Xetra-Handel notieren Airbus-Aktien 3,7 Prozent im Plus.

Unsicher sei die Kursreaktion auch, weil die wichtigen Zahlen des Konkurrenten Boeing erst am Mittag vorgelegt würden. Derweil überraschte der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin am Vorabend mit einer Prognoseerhöhung positiv. Davor hatte sich der Markt mit den Daten von Safran und Rockwell unzufrieden gezeigt. "Per Saldo ist nicht klar, was die Anleger mit dem ganzen Aerospace-Sektor machen sollen", meinte ein Marktbeobachter. "Deutlich wird aber, dass die Outperformance von Rüstung gegen Zivilluftfahrt weitergehen dürfte".

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Spätestens mit der Vorlage der Zahlen von Northrop Grumman und Raytheon im weiteren Wochenverlauf seien dann alle relevanten Zahlen des Sektors bekannt. "Dann dürften Fonds ihre endgültige Entscheidung über die Anlagestrategie im Sektor für das gesamte Schlussquartal treffen", meinte ein Händler. "Die Karten könnten dann für die nächsten drei Monate neu gemischt werden".

Bewegung bei den Nebenwerten

Im MDax sorgt Krones für Furore: Die Aktien des bayerischen Abfüllanlagenbauers schnellen um zwölf Prozent nach oben, nachdem er die Messlatte für die kommenden Jahre höher setzte. Gefallen fanden Börsianer auch an der neuen Strategie von Hugo Boss, der Kurs steigt um 4,8 Prozent. Der Modekonzern will sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft mit Herrenmode fokussieren und nicht in den Luxusmarkt vorstoßen.

Schockiert reagierten dagegen Anleger des Chip-Herstellers Aixtron auf einen Bericht des "Handelsblatt", wonach der US-Geheimdienst die geplante Übernahme durch den Investor FGC aus China stoppte. Es werde befürchtet, dass China Chips von Aixtron in seinem Nuklearprogramm einsetzt. Die Aixtron-Aktien, die in den vergangenen Wochen stark von den Übernahmeplänen proftiert hatten, brechen um 10 Prozent ein.

USA: Apple-Sorgen an der Wall Street

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Enttäuschende Quartalsbilanzen haben die US-Börsen zum Handelsstart überschatten. Vor allem die erneut rückläufigen iPhone-Geschäfte bei Apple stimmten die Anleger skeptisch, heißt es. Aber auch ein Rückgang der Ölpreise wegen neuer Spekulationen auf ein anhaltendes Überangebot drückten auf die Stimmung und schürten Konjunktursorgen.

Wenig überzeugende Zahlen und ein schwacher Ausblick von Apple haben zur Wochenmitte die Stimmung an der Wall Street gedämpft. Der iPhone-Hersteller hat erstmals seit 14 Jahren weniger umgesetzt und weniger verdient, die Prognosen der Analysten jedoch leicht übertroffen. Insgesamt dürften die Umsätze bei Apple im Weihnachtsquartal in etwa konstant bleiben. Zugleich bleibt die Produktion des iPhone 7 auf relativ niedrigem Niveau, da der Technologie-Konzern erneut hohe Lagerbestände vermeiden möchte. Die Apple-Aktie gab um 2,2 Prozent nach und war damit größter Verlierer im Dow. Allerdings hatte der Kurs seit Anfang September um fast 15 Prozent zugelegt.

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Der Dow Jones stieg um 0,2 Prozent auf 18.199 Punkte. Der S&P-500 sank um 0,2 Prozent, und der Nasdaq verlor 0,6 Prozent. Dass sich der Dow besser hielt als die anderen Indizes, war vor allem der Boeing-Aktie zu verdanken. Mit einem Plus von 4,7 Prozent führte sie den Index an, nachdem der Flugzeugbauer nicht nur ein überraschend gutes Quartalsergebnis vermeldet, sondern auch seinen Ausblick angehoben hatte.

Die Berichtssaison behielt unterdessen das hohe Tempo bei. Der Getränkekonzern Coca-Cola hat im dritten Quartal wegen der Neuorganisation seiner Abfüll-Geschäfte einen starken Gewinnrückgang zu verkraften gehabt. Allerdings lief das operative Geschäft etwas besser als erwartet und das Unternehmen bestätigte seinen Ausblick. Die Aktie verlor 0,2 Prozent.

Überzeugen konnten auch der Netzwerkausrüster Juniper und Akamai, ein Anbieter von Cloud-Lösungen, mit ihren Quartalszahlen. Juniper gewannen 10,2 Prozent, Akamai machten einen Sprung von 14,6 Prozent. Für die Twitter-Aktie ging es 0,2 Prozent nach oben. Es gibt Spekulationen, dass Walt Disney doch ein Auge auf den Kurznachrichtendienst wirft und ein Gebot abgibt.

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Dagegen brach der Kurs von Chipotle Mexican Grill um 9,3 Prozent ein. Seitdem sich im vergangenen Jahr mehrere Kunden der Restaurantkette mit Kolibakterien infiziert hatten, bleiben die Gäste fern. Auch im dritten Quartal dieses Jahres gingen Umsatz und Gewinn stark zurück.

Devisen: Euro rechnet mit Clinton

Der Dollar fiel leicht zurück. Händlern begründeten dies damit, dass die für Dezember mehrheitlich erwartete Zinsanhebung in den USA mittlerweile gut eingepreist sei. "Wir hatten beim Dollar einen ziemlichen Schub nach oben, da kommt es nicht überraschend, wenn er jetzt ein wenig zurückkommt", sagte Simon Smith, Chefvolkswirt bei FXPro. Der Euro kletterte in der Folge wieder über 1,09 Dollar und ging im späten US-Handel knapp oberhalb dieser Marke um.

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Das britische Pfund erholte sich von seinen deutlichen Vortagsverlusten. Es sollte laut Praefcke jedoch weiter im Fokus der Devisenmärkte bleiben. Es gebe nach wie vor sehr viel Unsicherheit darüber, wie der Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union aussehen könnte. "Es sind zuletzt stärker die politischen Probleme mit Schottland und Nordirland in den Blick gerückt", sagte Praefcke. Es sei zudem unklar, ob Mark Carney Gouverneur der Bank of England bleibe.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89465 (0,88998) britische Pfund, 113,97 (113,65) japanische Yen und 1,0838 (1,0848) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1270,50 (1269,40) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete wie schon am Vortag 36.860,00 Euro.

Rohstoffe: Ölpreise im Rückwärtsgang

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Die Ölpreise setzten ihre Talfahrt fort. Erfreuliche Daten des US-Energieministeriums (DoE) milderten den Verkaufsdruck nur vorübergehend. Zwar meldete das DoE einen Rückgang seiner Rohölvorräte, dieser genügte aber nicht, um die Furcht vor einem hartnäckigen Überangebot zu zerstreuen. Der Ölmarkt werde beherrscht von Zweifeln, ob die Bemühungen der Opec zur Stabilisierung der Preise erfolgreich sein werden, sagten Analysten.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank zum Settlement um 1,6 Prozent auf 49,18 Dollar. Brent fiel erstmals seit Anfang Oktober wieder unter 50 Dollar und verbilligte sich ebenfalls um 1,6 Prozent auf 49,98 Dollar.

Die Rohöllagerbestände in den USA fielen in der Woche zum 21. Oktober überraschend schmaler aus als erwartet. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 0,553 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Analysten hatten einen Anstieg um 2,1 Millionen erwartet. In der Vorwoche hatten sie sich um 5,3 Millionen Barrel verringert.

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Bei den bereits am Vortag veröffentlichten Daten des privaten American Petroleum Institute (API) war mit 4,8 Millionen Barrel eine kräftige Zunahme registriert worden. Die Benzinbestände nahmen um 1,956 Millionen Barrel ab. Analysten hatten ein Minus von 0,6 Millionen Barrel erwartet, nachdem sie in der vorangegangenen Woche um 2,5 Millionen gestiegen waren. Bei den API-Erhebungen ergab sich ein Anstieg um 1,7 Millionen Barrel.

Asien: Nur Japan im Plus

Ein ganzes Bündel belastender Faktoren hat die asiatischen Aktienmärkte zur Wochenmitte ins Minus gedrückt. Die Vorgaben aus den USA waren schwach - nachbörslich informierte dann der Technologiegigant Apple über einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn.

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Im japanischen Aktienhandel konnten sich Anleger der schlechten Stimmung weitgehend entziehen: Der Nikkei-225 stieg um 0,2 Prozent auf 17.392 Punkte - und dies, obwohl der Yen seit dem japanischen Börsenschluss am Dienstag gegen den Dollar zugelegt hatte.

Einige Unternehmen hätten solide Zahlen vorgelegt, meinten Marktbeobachter. Die Aktien von NTT DoCoMo stiegen nach der Vorlage des Zwischenberichts zum Beispiel um 2,8 Prozent. Das Telekom-Unternehmen konnte im ersten Halbjahr ein Gewinnplus von 25 Prozent einfahren.

Die Titel des Zementkonzerns Taiheiyo Cement stiegen sogar um 10 Prozent; hier stützte ein geplanter Aktienrückkauf. Dagegen ging es mit Asahi Holdings um 2 Prozent nach unten, weil der Getränkekonzern aus seinem Ting-Hsin-Anteil einen 37 Milliarden Yen schweren Verlust zu verkraften hat.

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An den chinesischen Börsen ging es abwärts. Weder ein leicht gestiegenes Verbrauchervertrauen in China noch der etwas höher gefixte Yuan kamen gegen die Belastungsfaktoren an. In Hongkong drückte vor allem die Schwäche bei Finanz- und Energiewerten auf den Leitindex, der 0,7 Prozent nachgab. Belle International setzten ihre Abwärtsfahrt vom Vortag fort, die von schwachen Ergebniszahlen des Bekleidungsherstellers ausgelöst worden war.

Die Abwärtsbewegung wurde vom Aktienmarkt in Sydney angeführt, wo der Leitindex 1,5 Prozent nachgab und auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen fiel. Hintergrund war ein stark anziehender australischer Dollar, der wiederum von Inflationsdaten getrieben wurde. Der Verbraucherpreisindex des Landes ist im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent gestiegen, während Experten lediglich 0,5 Prozent anvisiert hatten. Auch im Jahresvergleich wurden die Erwartungen übertroffen. Die australische Währung rückte um 0,7 Prozent gegen den US-Dollar vor.

"Damit dürften Zinssenkungen vom Tisch sein", erklärte Chris Weston von IG Markets die Marktreaktionen. Unter Druck stand bei den Einzelwerten die Aktie des Mischkonzerns Wesfarmers, die nach sinkenden Umsatzzahlen bei den Kaufhäusern und bei der Supermarktkette Coles um 5,7 Prozent nachgab. Verkauft wurden daneben Finanz- und Rohstoffwerte, wobei letztere auch unter dem niedrigen Ölpreis litten.

Energiewerte quer durch die Börsenplätze zeigten sich leichter, so verbilligten sich in Australien die Aktien von Santos um 3 Prozent, Oil Search gaben 3,1 Prozent nach, und Woodside Petroleum verloren 1,9 Prozent. In Hongkong ging es mit der Aktie des Ölgiganten Cnooc um 2,2 Prozent abwärts, während der Raffineriewert Sinopec 2 Prozent nachgab. In Japan verloren Inpex 1,1 Prozent.

Die enttäuschenden Zahlen von Apple drückten einige taiwanische Aktien von Technologieunternehmen ins Minus, von denen viele als Zulieferer tätig sind. So verloren etwa Catcher 1,4 Prozent, während der Gesamtmarkt in Taiwan mit einem Minus von 0,3 Prozent recht stabil war. Hon Hai fielen 0,2 Prozent, Largan Precision lagen dagegen im Plus. Apple hatte das dritte Quartal in Folge über einen Ergebnisrückgang berichtet und auch beim Umsatz ging es zurück. Allerdings zeigte sich Apple in seinem Ausblick optimistisch.

Bereits im Handelsverlauf an der Wall Street hatten Konjunkturdaten aufschrecken lassen, so das Verbrauchervertrauen, das deutlich zurückgegangen war, was die Stimmung auch in Asien verdarb. Hinzu kamen enttäuschende Zahlen von einigen US-Unternehmen.

In Korea, wo der Kospi um 1,1 Prozent nachgab, ging es mit den Aktien von Kosmetikproduzenten und Hotelbetreibern steil abwärts. In Medien wurde berichtet, dass die chinesische Regierung die Reisen in das Land massiv begrenzen will. Analysten sehen darin eine Revanche für die im Juli beschlossene Stationierung eines Raketenabwehrsystems der USA in Südkorea. Der Kurs des schwer gewichteten Apple-Konkurrenten Samsung tendierte unverändert.

Hyundai Motor verloren nach Zahlen 0,4 Prozent. Der Autohersteller litt unter dem schwersten Streik seiner Geschichte, der Stärke des Won und den müden Verkäufen in den Schwellenländern. Der Nettogewinn war im dritten Quartal um 7 Prozent gefallen, der operative Gewinn sank sogar um fast ein Drittel.

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Quelle: n-tv.de

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