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Anleger bleiben am Rand: Dax schließt im Minus

Viele schauten heute lieber nur zu.
(Foto: dpa)

Montag, 30. August 2010

Anleger bleiben am Rand

Dax schließt im Minus

Die Pessimisten am deutschen Aktienmarkt gewinnen zu Wochenbeginn wieder die Oberhand. "Positive Impulse halten sich nicht lange im Markt, weil die Zweifel an der Erholung der weltweiten Wirtschaft einfach zu groß sind", sagt ein Händler. Auch die im Juli gestiegenen Konsumausgaben in den USA können die Sorgen vieler Anleger nicht vertreiben.

Der Dax schloss 0,65 Prozent leichter bei 5912 Zählern. Am Freitag hatte die Aussicht auf weitere Geldspritzen für die US-Wirtschaft durch die US-Notenbank den deutschen Leitindex noch ins Plus geschoben. Die gestiegenen US-Konsumausgaben konnten dagegen die Bullen nicht hervorlocken. "Das war kein Rückschlag, aber eben auch kein großer Schritt nach vorne", erklärte ein Analyst. Die Ausgaben legten um 0,4 Prozent zu und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. Die Finanzmärkte verfolgen die Entwicklung des Konsums in der weltgrößten Volkswirtschaft genau, da er gut zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmacht.

Am deutschen Aktienmarkt gehörten die Aktien von E.ON und RWE lange Zeit zu den großen Gewinnern, konnten die Pluszeichen im schwachen Umfeld jedoch nicht verteidigen. E.ON schlossen mit Plus 0,06 Prozent nahezu unverändert bei 22,34 Euro, RWE rutschten um 0,6 Prozent auf 52,07 Euro. Anleger hatten es zunächst mit Erleichterung aufgenommen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine Verlängerung der Kernkraftwerk-Laufzeiten um bis zu 15 Jahre ausgesprochen hatte. "Das scheint besser zu sein als das in den Kursen eingepreiste Wort-Case-Szenario höherer Steuern und geringer Laufzeitverlängerung", sagte ein Börsianer. Insgesamt blieben die Umsätze wegen eines Feiertags in Großbritannien allerdings recht dünn.

Größte Verlierer waren die Aktien von Infineon, nachdem der Chip-Hersteller am Morgen den Verkauf seiner Mobilfunk-Sparte für 1,4 Mrd. Dollar an Intel bekanntgegeben hatte. "Die positiven Effekte dieser Transaktion sind schon eingepreist", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Der Verkauf wurde ja schon seit Monaten kolportiert." Infineon notierten nach anfänglichen Gewinnen 3,7 Prozent schwächer bei 4,44 Euro.

Auf der Verkaufsliste standen zu Wochenbeginn auch die Autowerte: MAN, Volkswagen und BMW verloren zwischen 1,1 und 1,7 Prozent. "Vor allem zyklische Werte sind von der US-Konjunktur sehr abhängig und stehen unter Druck", sagte ein Händler. Daimler-Aktien notierte 0,7 Prozent im Minus. Börsianer machten hierfür auch einen Bericht im "Handelsblatt" verantwortlich, wonach Großaktionär Abu Dhabi vorerst auf einen Sitz im Aufsichtsrat verzichtet. Ein Daimler-Sprecher wollte das nicht kommentieren. "Die Anleger fragen sich natürlich, was dahinter steckt und sind verunsichert", sagte ein Händler.

Im Technologie-Index TecDax stürzten sich Anleger am Montag auf Smartrac, nachdem der Finanzinvestors One Equity Partner (OEP) im Zuge eines Übernahmeangebots 20 Euro je Smartrac-Papier geboten hatte. Die Aktien des Funkchip-Herstellers schossen daraufhin um 16,55 Prozent auf 19,92 Euro nach oben und waren damit so teuer wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. "Eine gute Nachricht für Aktionäre", erklärte DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer. "Der Übernahmepreis ist recht hoch und eine gute Gelegenheit die Aktie zu einem hohen Preis zu verkaufen."

Gefragt waren auch die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel von TUI, die sich um fünf Prozent auf rund 7,95 Euro verteuerten. Analysten begrüßten die Ankündigung, dass der russische Großaktionär Alexej Mordaschow seinen Anteil an dem Reisekonzern auf über 25 Prozent aufstocken will. Dies ging aus einer Mitteilung des österreichischen Kartellamts hervor, wo Mordaschow das Vorhaben am Freitag angemeldet hatte. An der Börse spekulieren viele Anleger nun auf ein Übernahmeangebot Mordaschows für den Konzern. Kreisen zufolge hat der Russe aber keine derartigen Pläne.

Die Aktien von Gagfah wurden an diesem Montag mit einem Dividendenabschlag von 0,10 Euro gehandelt. Zum Freitagsschluss von 5,654 Euro bedeutet dies einen Abschlag von knapp zwei Prozent. Die Aktie notierte 1,1 Prozent tiefer bei 5,59 Euro.

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sla/rts

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