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Montag, 09. Januar 2017

Dow Jones schließt im Minus: Dax scheitert am Jahreshoch

Während sich an der Wall Street der Dow Jones die psychologisch wichtige 20.000er Marke noch immer nicht knacken kann, entfernt sich der Dax hierzulande vom bisherigen Jahreshoch. Der Grund: zwei Werte mit deutlichen Kurseinbußen.

Nach den jüngsten Aufwärtsbewegungen sowohl an der Wall Street als auch am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger zum Wochenstart zurückgehalten. Nachdem in der ersten Tageshälfte der Anlegerfokus hierzulande auf dem Dax gelegen hatte, rückten ab dem Nachmittag die US-Börsen in den Vordergrund - und damit das Ringen des Dow-Jones-Index' um die psychologisch wichtige und noch nie erreichte 20.000-Punkte-Marke. Deren Überwinden könne weiteres Kurspotenzial freisetzen und für Anschlusskäufe sorgen, hieß es im Handel. Allerdings entfernte sich der Dow Jones zu Wochenbeginn weiter von dieser historischen Marke. Dementsprechend musste der Frankfurter Leitindex auf diesen Impuls aber verzichten.

Der Dax schloss 0,3 Prozent schwächer bei 11.564 Punkten. Der MDax gab 0,3 Prozent auf 22.194 Zähler ab. Der TecDax verabschiedete sich dagegen 0,4 Prozent fester mit 1847 Stellen aus dem Handel.

"Der Dax ist etwas müde unterwegs", kommentierte n-tv-Börsenexpertin Corinna Wohlfeil die Situation zum Wochenstart. "Es sieht so aus, dass er sich etwas zurückfallen lässt, um neuen Schwung zu gewinnen." Das Jahreshoch von 11.637 Punkten – erreicht am vergangenen Dienstag - blieb unangetastet. Das Tageshoch markierte der deutsche Börsenleitindex  bei 11.607 Zählern. "Die Stimmung ist grundsätzlich gut", sagte n-tv-Börsenexpertin Katja Dofel.

Autosektor im Blick

In der zweiten Handelswoche des Jahres stehen erste Quartals- und Jahresergebnisse von Unternehmen auf der Agenda. Eckdaten von Continental für 2016 rückten in den Fokus. Dabei scheine die zurückhaltende Margenprognose der negative Impulsgeber für die Aktien zu sein, sagte ein Händler. Die Umsatzprognose von mehr als 43 Milliarden Euro sei aber "solide". Conti gaben etwa 1 Prozent nach.

Dagegen mauserten sich VW zum Topgewinner: Um rund 4 Prozent ging es für die Titel nach oben. Hinweise auf eine endgültige Einigung mit den Behörden in den USA im Abgasskandal halfen dabei, ebenso solide Absatzzahlen. Gleichzeitig wurde allerdings ein US-Manager des Konzerns vom FBI verhaftet, so ein Zeitungsbericht.

FMC warnte indes vor "erheblichen" Einbußen in den USA wegen neuer Vorschriften im US-Gesundheitswesen. Der Konzern erwirtschaftet einen Großteil der Erträge in Nordamerika. "Gemessen an der gesamten Patientenzahl ist das eigentlich zu vernachlässigen", sagte ein Analyst. Allerdings müsse bedacht werden, dass die Vorschriftsänderungen bereits unter der Ägide der Obama-Regierung vorgenommen worden sind. FMC sackten rund 6 Prozent ab.

Bei der Lufthansa ging es rund 5,5 Prozent nach unten. Den Grund sahen Händler in deutlich höheren Kerosinkosten des Konzerns. 400 Millionen Euro mehr wurden prognostiziert. Die ersten Analysten senkten daraufhin ihre Markterwartungen.

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Daimler büßten wiederum 0,7 Prozent ein. Konzernchef Dieter Zetsche stellte bei der Detroit Auto Show klar, dass man unangefochtener Marktführer im Premiumsegment sei und das auch bleiben werde. Zudem habe man eine "am Markt anerkannt führende Stellung" im Bereich des Autonomen Fahrens inne, sagte er zu n-tv. Er stellte aber klar: "Wir haben nicht vor, das Lenkrad in unseren Fahrzeugen wegzulassen."

USA: Und ewig lockt die 20.000

Die 20.000 vor Augen, am Freitag bis auf 0,37 Punkte bereits heran, hieß es für den Dow-Jones-Index zum Auftakt in die neue Handelswoche erst einmal: Rückwärtsgang. Er verlor 0,4 Prozent und schloss bei 19.887Punkten. Der S&P-500 gab 0,3 Prozent auf 2269 Stellen ab. Der Nasdaq Composite gewann dagegen 0,2 Prozent auf 5532 Stellen.

"Wir haben eine sehr bewegte Woche vor uns, angefangen mit dem Start in die Berichtssaison", kommentierte Börsenexperte Markus Koch. "Es herrscht Zurückhaltung, Gewinne werden erst einmal mitgenommen."

Große markttreibende Impulse gabt es nicht. Sowohl von Konjunktur- als auch Unternehmensseite blieb es eher ruhig. Auftritte zweier US-Notenbankvertreter könnten eventuell Aufschluss über die Geldpolitik der Fed in der nahen Zukunft geben. Die beiden Redner, die jeweiligen Präsidenten der regionalen Fed-Ableger von Boston und Atlanta, Eric Rosengren und Dennis Lockhart, sind derzeit aber nicht stimmberechtigt im Offenmarktausschuss der Notenbank.  Ölpreise auf Talfahrt - Gold gefragt

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Eine Verkaufsempfehlung der Analysten von Goldman Sachs drückte die Aktien von Procter & Gamble um 0,8 Prozent. Der Kurs von Lululemon stieg um 0,1 Prozent. Zwar hatte der Anbieter von Yoga-Bekleidung nach einem guten Weihnachtsgeschäft das untere Ende seiner Viertquartalsprognose erhöht, allerdings waren die Aktien in den vergangenen Monaten gut gelaufen. Fiat Chrysler gewannen 1,4 Prozent nach der Ankündigung, 1 Milliarde Dollar in zwei bestehende US-Werke zu investieren. Zudem teilte McDonald's mit, dass 80 Prozent seines Chinageschäfts an ein Konsortium verkauft würden. Der Preis dürfte bis zu 1,66 Milliarden Dollar betragen. Für die McDonald's-Aktien ging es um 0,2 Prozent nach unten.

Devisen: Euro, Pfund und Lira

Der Euro konnte nach einem Auf und Ab am Ende leichte Gewinne verbuchen. Zu US-Handelsschluss kostete die Gemeinschaftswährung 1,0568 Dollar. Das waren 0,3 Prozent mehr als noch am Freitagabend. Damit lag der Euro rund 2 US-Cent über dem 14-Jahrestief aus der Vorwoche von 1,0339 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0516 Dollar fest nach  1,0589 Dollar am Freitag.

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Robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone konnten den Euro zuletzt stützen. Die deutschen Exporte hatten sich im November überraschend stark entwickelt und damit einen weiteren Hinweis auf den Aufschwung in der größten Volkswirtschaft der Eurozone geliefert. Auch die deutsche Industrieproduktion hatte zugelegt, allerdings weniger kräftig als erwartet. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone verharrte im November auf dem tiefsten Stand seit über sieben Jahren.

Bewegung bei Lira und Pfund

Einen weiteren Kurssturz gab es hingegen bei der türkischen Lira. Die Währung verlor im Handel mit dem Dollar mehr als zwei Prozent und rutschte auf ein Rekordtief. Auslöser für die aktuelle Talfahrt waren Schwächesignale von der türkischen Industrie. Seit geraumer Zeit sind es aber vor allem Terroranschläge und die politische Unsicherheit, die Anleger ihr Geld aus der Türkei abziehen lassen und die Währung immer stärker belasten.

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Deutliche Bewegung gab es zum Wochenbeginn beim Britischen Pfund, das zwischenzeitlich um über ein Prozent nachgab. Am Wochenende hatte die britische Regierungschefin Theresa May dem Fernsehsender Sky News bekräftigt, dass sie bei den Verhandlungen um den Brexit daran festhalten werde, die Kontrolle über die Immigration und die nationale Gesetzgebung zu sichern. Eine harte Haltung gegenüber der EU macht einen künftigen Zugang Großbritanniens zum EU-Binnenmarkt unwahrscheinlicher, verschreckt dadurch Anleger und schwächt das Britische Pfund.

Rohstoffe: Ölpreise fallen, Gold teurer

Der Preis für die Feinunze Gold stieg 0,8 Prozent auf 1182 Dollar. Anleger suchten die Sicherheit des Goldes, weil sich die Politik der US-Notenbank derzeit wieder schwerer absehen lasse, hieß es dazu. Im Anschluss an ihre Zinssitzung im Dezember hatte die Fed für dieses Jahr drei Zinserhöhungen signalisiert.

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In den vergangenen Tagen waren aber Zweifel daran aufgekommen. Sollte das Konjunkturprogramm, das der designierte US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die Inflation anheizen, könnte die Notenbank gezwungen sein, die Zinsen rascher zu erhöhen, befürchteten einige Beobachter.

Die Ölpreise gaben deutlich nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am späten Abend 54,85 Dollar. Das waren 3,9 Prozent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 3,7 Prozent auf 52,82 Dollar.

Beobachter nannten einerseits Zweifel an den vereinbarten Förderdrosselungen von Opec-Mitgliedern und Nichtmitgliedern als Ursache. Dazu kam, dass in den USA wieder mehr Öl gefördert wird, wie Daten von Baker Hughes vom Freitagabend belegen. Die Zahl der in Betrieb befindlichen Bohrlöcher ist laut Baker Hughes nun zehn Wochen in Folge stetig gestiegen. Der Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Monaten macht die Förderung für viele Unternehmen wieder rentabel, weshalb vorübergehend stillgelegte Förderanlagen wieder in Betrieb genommen wurden.

Asien: Vorsicht bei Anlegern

Die Börsen in Fernost bewegten sich zu Wochenbeginn kaum. Anleger hielten sich vor der am Mittwoch erwarteten Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Trump zurück, sagten Händler. Insgesamt waren die Umsätze am Montag dünn, die Märkte in Tokio blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag 0,1 Prozent tiefer bei 437,19 Stellen. Der Leitindex in Taiwan tendierte mit 0,3 Prozent im Minus, auch die Börse in Südkorea verzeichnete minimale Verluste. Der Markt in Hongkong lag dagegen leicht im Plus. "Die wachsende Stärke des Dollar macht den Asien-Märkten immer mehr Sorgen", sagte der Portfolio-Manager Alex Wong von Ample Capital in Hongkong. "Die Investoren versprechen sich von Trumps Äußerungen Hinweise darauf, welche Schwerpunkte er setzen wird."

Quelle: n-tv.de

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