Freitag, 05. März 2010
Frische Töne aus Übersee
Dax mit kräftigem Plus
Nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten beendet der Dax die Handelswoche mit einem ordentlichen Plus. An der Dax-Spitze standen die Aktien der Commerzbank.
Der Dax kletterte um 1,4 Prozent auf 5.876,86 Punkten. Der MDax stieg um 1,4 Prozent auf 7.846,07 Punkte. Der TecDax zog um ein Prozent auf 823,38 Zähler an und der SDax gewann 0,8 Prozent auf 3.746,86 Punkte. An der Wall Street notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,9 Prozent höher bei 10.537 Stellen. Der technologielastige Nasdaq gewann 1,1 Prozent auf 2.318 Zähler und der breiter gefasste S&P500 zog um ein Prozent auf 1.135 Punkte an.
"Vor allem die Entwicklung bei der Zeitarbeit ist positiv zu werten", kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf die US-Daten. "Da gab es einen deutlichen Zuwachs." Dies nähre Hoffnungen, dass demnächst auch wieder am gesamten US-Arbeitsmarkt Stellen geschaffen würden. Im Februar wurden in den USA 36.000 Stellen gestrichen. Analysten hatten allerdings mit einem Minus von 50.000 gerechnet.
Neben den US-Daten sorgten die Sparpläne der griechischen Regierung sowie das rege Interesse an den Staatsanleihen des Mittelmeer-Anrainers für weitere Beruhigung am Aktienmarkt. Griechenland hatte am Vortag einen dreifach überzeichneten Bond im Volumen von fünf Mrd. Euro platziert und damit sowohl sich selbst als auch dem Euro Luft verschafft. "Die Schlacht ist gewonnen, der Krieg allerdings noch nicht", brachte ein Händler die Stimmung auf den Punkt. Derzeit sei der Markt aber optimistisch, dass Griechenland einen Weg aus der Krise finden werde.
An der Dax-Spitze standen die Aktien der Commerzbank, die sich um 3,4 Prozent auf 5,86 Euro verteuerte. Börsianer machten dafür charttechnische Kaufsignale verantwortlich. Außerdem waren die Titel in den vergangenen vier Wochen überdurchschnittlich stark gefallen.
Gelassen reagierten Investoren auf die Herabstufung der Bonität der Deutschen Bank. Die Aktie notierte 2,5 Prozent im Plus bei 50,95 Euro. "Anscheinend war die Herabstufung durch Moody's schon eingepreist", sagte ein Börsianer. Die Ratingagentur hatte die Deutsche Bank am Vorabend um zwei Stufen auf "Aa3/C+" von "Aa1/B" heruntergestuft. "Das ist im Vergleich zu den Wettbewerbern immer noch ein gutes Rating", betonte ein anderer Börsianer.
Weit oben auf der Einkaufsliste der Anleger standen auch K+S. Die US-Tochter Morton Salt hatte in einem internen Mitarbeiterbrief ein Gesamtjahresergebnis über den eigenen Zielen in Aussicht gestellt. "Die Übernahme von Morton Salt erweist sich früher als erwartet positiv für K+S", stellte DZ-Bank-Analyst Heinz Müller fest. K+S zogen um 2,8 Prozent auf 47,33 Euro an.
Nach der neunprozentigen Kursrally vom Vortag machten zahlreiche Anleger bei Celesio Kasse. Die Papiere des Pharmagroßhändlers verloren 5,4 Prozent auf 23,07 Euro und waren damit Schlusslicht im MDax, nachdem sie am Vortag nach erneuten Übernahmespekulationen zeitweise auf ein 16-Monats-Hoch gestiegen waren. Cheuvreux-Analyst Oliver Reinberg bezweifelte, dass die Aktie noch viel Luft nach oben habe, selbst wenn sich ein Interessent melden würde.
Marktspekulationen auf ein Kaufinteresse von Solvay haben Händlern zufolge den Symrise-Aktien Auftrieb gegeben. Details nannten die Börsianer allerdings nicht. Symrise wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern. Die Papiere des Duft- und Aromen-Herstellers, der vor zwei Tagen Geschäftszahlen vorgelegt hatte, stiegen um 4,1 Prozent auf 16,75 Euro.
Roth & Rau haben mit ihrem Zahlenwerk und Aussagen zu den Geschäftsperspektiven die Anleger offenbar nicht überzeugt. Die Titel fielen um 2,9 Prozent auf 25,38 Euro und waren damit größter Verlierer im TecDax. Zwar trafen die vorläufigen Zahlen für 2009 die Erwartungen, kommentierte die DZ Bank in einer Kurzstudie. Die Aktien seien aber schon hoch bewertet. Von daher werde an der Anlageempfehlung "Verkaufen" festgehalten.
sla/rts/dpa-AFX
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