22.05.2012 12:30 Uhr Frankfurt 11:30 Uhr London 06:30 Uhr New York 19:30 Uhr Tokio
Suche
Marktberichte
  • Artikel versenden
  • Druckversion
Doch bald Einigung in Athen?: Dax legt was drauf

(Foto: REUTERS)

Donnerstag, 02. Februar 2012

Doch bald Einigung in Athen?: Dax legt was drauf

Ungeachtet enttäuschender Quartalszahlen der Deutschen Bank setzt der Dax seinen Aufwärtstrend fort. Rückenwind kommt aus den USA, doch auch die Hoffnung auf eine Einigung in Athen auf einen Schuldenschnitt haben Anleger nicht aufgegeben.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seine Kursrally weiter fortgesetzt und dabei ein neues Jahreshoch im Leitindex Dax erklommen. Kurstreiber waren dabei neben erneuten Anzeichen auf eine bald bevorstehende Einigung auf einen Schuldenschnitt in Griechenland auch positive Konjunktursignale aus den USA.

Dax 6.368,98

Für den Dax ging es um 0,6 Prozent auf 6655,63 Punkte nach oben. Der MDax stieg um 0,8 Prozent auf 10 212,17 Punkte, und der TecDax gewann 0,7 Prozent auf 761,10 Punkte.

Derzeit sieht es danach aus, dass sich die Parteien in Athen darauf verständigen können, die Staatsschulden Griechenlands umzuschulden. Auch EU-Wirtschafts- und Währungskommissar, Olli Rehn, rechnet mit einer Einigung bis Ende dieser Woche.

In den USA waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker gesunken als erwartet. Zudem sieht US-Notenbankchef Ben Bernanke Zeichen für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten. Er wolle "alle verfügbaren Schritte" ergreifen, umd ie US-Wirtschaft und das Finanzsystem vor den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise zu schützen, so der Fed-Chef. Durchwachsene US-Unternehmenszahlen aber verhinderten größere Gewinne im Dax.

Neben Bernanke schenkten die Anleger am deutschen Markt auch den Worten des chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao Aufmerksamkeit. Der Regierungschef sagte nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Peking, die Volksrepublik prüfe, sich über die Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM stärker an der Lösung der europäischen Schuldenkrise zu beteiligen.

Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank betrachtet die hohe Liquidität als derzeit großen Treiber: "Viele Teilnehmer sind unterinvestiert. Sie wurden auf dem falschen Fuß erwischt und laufen jetzt dem Markt hinterher."

Blaues Auge für Deutsche Bank

Analysten zeigten sich von der Bilanz der Deutschen Bank enttäuscht, deren Gewinn für 2011 mit 5,4 Milliarden Euro weit unter den selbst gesteckten Zielen lag. "Das Ergebnis ist eine Katastrophe", sagte Dirk Becker von Kepler. "Es hat operative Abschwächungen gegeben im Investmentbanking. Aber wenn man die unerwarteten Faktoren rausrechnet, liegt das Ergebnis ungefähr auf dem Niveau der Analystenschätzungen." Die Anteilsscheine der Deutschen Bank, die mit einem Minus von bis zu 3,1 Prozent lange Zeit die rote Laterne im Dax gehalten hatten, gingen mit einem Abschlag von 0,4 Prozent bei 33,89 Euro aus dem Handel.

Auf der Gewinnerseite im Dax standen die Aktien der Deutschen Börse. Sie legten nach Analystenkommentaren um vier Prozent zu. Auch für die Papiere der Munich Re ging es nach einem zunächst richtungslosen Handel am Ende um zwei Prozent auf 103,60 Euro nach oben. Der weltgrößte Rückversicherer peilt nach einem Gewinnrückgang 2011 für das laufende Jahr wieder Milliardenüberschüsse an. Die Dividende soll mit 6,25 Euro pro Aktie genauso hoch bleiben wie im Vorjahr.

Sky ohne Limit

Im MDax kletterten die Papiere von Sky Deutschland um 19,3 Prozent. Der Bezahlfernsehsender schreibt weiter rote Zahlen, hat aber im vorigen Jahr 359.000 Kunden gewonnen. Konzernchef Sullivan wagt sich nun wieder an eine Gewinnprognose. 2013 will er zumindest operativ endlich den langersehnten Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen.

Der Verkauf des Bogendruckgeschäfts von Manroland an den britischen Mischkonzern Langley hat HeidelbergerDruck-Aktien belastet. Sie veroren 3,9 Prozent und waren damit schwächster Wert im MDax. Nach der Pleite des Druckmaschinenbauers Manroland sei die HeidelbergerDruck-Aktie vor allem aufgrund der Hoffnung gestiegen, dass ein Spieler den Markt verlassen werde. "Dies ist nicht geschehen. Das Marktumfeld bleibt unseres Erachtens schwierig", schrieb Jasko Terzic, Analyst bei der DZ Bank. Die Papiere von HeidelbergerDruck sind seit Januar um gut 35 Prozent in die Höhe geschossen.

nne/dpa/rts

  • Artikel versenden
  • Druckversion