Nach oben ging es für den Dax bereits am Vormittag - bis zum Handelsende blieb er dort.
Nach oben ging es für den Dax bereits am Vormittag - bis zum Handelsende blieb er dort.(Foto: REUTERS)

Kein Handel an der Wall Street: Dax legt starken Jahresauftakt hin

Mit Gewinnen begrüßt der deutsche Aktienmarkt das Börsenjahr 2017. Für den Dax geht es dank eines schwachen Euros und guter Wirtschaftsdaten nach oben. Die kleinen Geschwister MDax und SDax erreichen sogar Rekordstände.

Einen guten Start ins neue Jahr erwischte der deutsche Aktienmarkt. Treiber für die Kurse war der schwache Euro, der wieder unter die Marke von 1,05 Dollar fiel. Aber auch gute Wirtschaftsdaten aus Italien verliehen den deutschen Indizes bei insgesamt dünnem Handel Schwung.

Der Dax schloss am Ende 1,0 Prozent höher bei 11.598 Punkten. Im Jahr 2016 hatte der deutsche Leitindex dank eines Schlussspurts im Dezember um fast sieben Prozent zugelegt.

Richtig durchgestartet ist im jungen Börsenjahr der MDax, der auf ein Allzeithoch bei 22.476 kletterte und schließlich 1,0 Prozent höher auf 22.405 Punkten schloss. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,6 Prozent auf 1841 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 ging es 0,4 Prozent nach oben auf 3303 Punkte.

Neben dem MDax war auch der SDax auf ein neues Rekordhoch bei knapp 9645 Punkten gesprungen. Das alte Hoch vom 10. August vergangenen Jahres lag bei 9540 Punkten. Am Handelsende schloss der SDax 1,2 Prozent im Plus auf 9638 Punkten.

Unter internationalen Investoren hat der Index jüngst Freunde gefunden, da Marktkapitalisierung wie auch Handelbarkeit der im Index befindlichen Aktien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind. Unterstützung bekommt der Small-Cap-Index von einer Hapag Lloyd auf Allzeithoch sowie den Aktien von Puma, Hamburger Hafen wie auch Vossloh, die alle drei auf einem 52-Wochenhoch notieren.

Italiens Wirtschaft sorgt für gute Stimmung

In Italien war die Stimmung in der Industrie im Dezember besser als gedacht, wie der Einkaufsmanagerindex zeigte. Zunächst hatte die Nachricht, dass sich die Stimmung in der chinesischen Industrie im Dezember etwas stärker als von Experten erwartet eingetrübt hatte, für Belastung am Markt gesorgt.

Die Aktien der europäischen Banken setzen ihre Aufwärtsbewegung aus dem vierten Quartal 2016 fort und steigen im Mittel um 0,7 Prozent. Deutlich im Plus notieren die Banken in Italien. Dort wirkte die Nachricht nach, dass die EU-Kommission die Genehmigung für das Garantiesystem für Banken des Landes bis zum 30. Juni 2017 verlängert hat. Damit kann Italien seinen in Bedrängnis geratenen Banken unter bestimmten Bedingungen weiter zu Hilfe eilen.

Händler sprachen insgesamt aber von einem ruhigen Start in das Börsenjahr 2017. Viele Marktakteure seien noch die gesamte Woche im Urlaub, so dass erst ab der kommenden Woche mit dem echten Startschuss ins Jahr gerechnet wird. Zudem sind viele relevante Börsenplätze geschlossen. In Japan, China, der Schweiz, Großbritannien und den USA wird der Neujahrs-Feiertag nachgeholt.

Dax: Energieversorger an der Spitze

Weit oben im Dax landeten RWE und Eon, die zwischen 2,3 und 1,8 Prozent zulegten. Als positiv für die beiden Energieversorger werteten Händler die Aussagen des Eon-Chefs vom Wochenende, keine große Kapitalerhöhung mehr zu brauchen. Wie der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen gegenüber der "Rheinischen Post" sagte, könne die im Juli fällige Zahlung von 10 Milliarden Euro an den Atomfonds ohne sie geleistet werden. Die Finanzierung könne über Hybridanleihen, Wandelanleihen auf Uniper-Aktien oder neue Eon-Aktien erfolgen, dann aber nur im genehmigten Rahmen von 10 Prozent des Grundkapitals.

Auch in Deutschland profitierten die Bankenaktien vom Aufwärtstrend im Sektor: Commerzbank lagen mit plus 3,5 Prozent weit oben im Dax. Deutsche Bank konnten sich um 1,7 Prozent verbessern.

TecDax: Dialog wegen Problemen bei Apple unter Druck

Spekulationen auf eine Produktionskürzung beim iPhone setzten dem Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor zu. Die Titel verloren 0,9 Prozent. Einem Zeitungsbericht zufolge drosselt Apple die iPhone-Produktion im ersten Quartal 2017 um etwa zehn Prozent.

Im TecDax waren zudem Medigene zum Jahresstart wieder in den Fokus gerückt, die Aktien legten um 8,3 Prozent zu. Kurstreiber sei nach wie vor die sehr attraktive Bewertung: "Im Vergleich zu ähnlichen US-Vergleichsunternehmen ist die Bewertung weniger als halb so hoch", sagte ein Händler.

Asien: Handel nur in Südkorea und Indien

An den wenigen asiatischen Börsen, die zum Jahresbeginn geöffnet hatten, ging es vergleichsweise ruhig zu. Viele Plätze blieben noch geschlossen. Unter anderem in Japan, Schanghai, Hongkong, Singapur und Taiwan wurde der Neujahrsfeiertag nachgeholt, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel. Auch in Australien fand kein Handel statt.

Im südkoreanischen Seoul tendierte der Kospi kaum verändert. Der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Südkorea stieg im Dezember auf 49,4 von 48,0 im November. In Mumbai sank der BSE-Sensex um 0,5 Prozent, nachdem der von IHS Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Indien im Dezember erstmals seit einem Jahr gesunken war.

In Seoul stieg die Samsung-Aktie um 0,2 Prozent. Auf der Neujahrsveranstaltung des Konzerns berichtete Co-CEO Kwon Oh-hyun von einer sich verändernden Marktlage, zu der ein schwächeres Wachstum auf den wichtigsten Märkten ebenso gehöre wie politische und wirtschaftliche Unsicherheit aufgrund einer protektionistischen Politik. Hyundai-Aktien gewannen 2,7 Prozent. Nach Börsenschluss in Seoul meldete der Automobilkonzern dann für 2016 den ersten Absatzrückgang seit fast zwei Jahrzehnten.

Devisen: Euro rutscht unter 1,05 Dollar

Der Kurs des Euro ist zum Wochenbeginn gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,0468 US-Dollar gehandelt. Im frühen Geschäft hatte der Euro noch über der Marke von 1,05 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0465 (Freitag: 1,0541) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9556 (0,9487) Euro.

Dem Devisenhandel fehlte es an Impulsen. Wichtige Finanzplätze wie New York und London hatten feiertagsbedingt geschlossen. Starke Konjunkturdaten aus der Eurozone stützten in diesem Umfeld den Euro-Kurs nicht.

Quelle: n-tv.de

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