Montag, 25. Januar 2010
Schwache Vorgaben
Dax in rot erwartet
Die deutschen Standardwerte dürften den schwächeren Wall Street nach unten folgen. Im Dax stehen VW im Fokus, im TecDax ruht der Blick auf Conergy.
(Foto: REUTERS)
Schwache Vorgaben dürften den Dax zum vierten Mal in Folge ins Minus drücken. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für die Entwicklung des Leitindex im Xetra-Handel sank bis kurz nach 8.00 Uhr auf 5.616 Punkte. Damit lag er um 1,40 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag, als der Leitindex 0,90 Prozent verloren hatte.
In den USA hatte sich die Wall Street am Freitag mit deutlichen Verlusten verabschiedet und der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) gab seit Xetra-Schluss weitere 1,36 Prozent nach. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index ebenfalls schwächer. "Der Fokus bleibt stark auf die Möglichkeit einer Korrektur gerichtet", sagte Ben Potter, Analyst bei IG Markets in London. In den USA geht derweil die Berichtssaison am Abend nach Handelsschluss mit Apple und Texas Instruments weiter.
Im TecDax sollten derweil die Papiere des angeschlagenen Solarunternehmens Conergy nach Händlereinschätzungen einen Kurssprung erleben. Der Konzern teilte mit, sich nach monatelangen Verhandlungen im Rechtsstreit mit seinem Zulieferer MEMC aus den USA geeinigt zu haben. "Zwar kam die Einigung nicht ganz unerwartet, aber dennoch dürfte die Aktie heute die Wette des Tages werden, da es schon als Befreiungsschlag zu werten ist", sagte ein Börsianer. Im vorbörslichen Handle beim Broker Lang & Schwarz (L&S) schnellten die Titel bereits um fast 40 Prozent in die Höhe.
Zudem rücken im Dax die Titel von Volkswagen (VW) in den Blick. Bei dem Autobauer wächst die Sorge vor einer sehr langen Autokrise. Der Vorstand um Konzernchef Martin Winterkorn fürchtet nach Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche", dass sich die Schwäche des Fahrzeuggeschäfts noch erheblich länger hinziehen werde als bisher erwartet. Ein Händler sagte: "Die Meldung klingt ein bisschen wie die typischen Äußerungen vor Gehaltsverhandlungen, obwohl dies nicht der Fall ist. Die aktuellen Arbeitsverträge laufen Ende Januar 2011 aus." Massenhersteller wie VW litten dieses Jahr am meisten, da sie 2009 von den Kaufanreizen durch die Abwrackprämie profitiert hätten.
Einige Unternehmen aus dem MDax stehen derweil mit Pressemeldungen und Quartalszahlen im Fokus. So sind die Zahlen zum ersten Quartal 2009/10 von Wincor Nixdorf laut einer ersten Händlereinschätzung besser als erwartet ausgefallen. Der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller bekam zwar die Investitionszurückhaltung der Banken und Handelsunternehmen zu spüren, schnitt aber auch besser als von Analysten erwartet ab. Der Umsatz übertraf die Analystenerwartungen beispielsweise recht klar. Für das Gesamtjahr bekräftige Vorstandschef Eckard Heidloff in Paderborn seine Prognose aus dem Dezember, nach der im Gesamtjahr Umsatz und Ergebnis nicht stärker als im Vorjahr zurückgehen werden. Bei L&S notierten die Aktien nur leicht im Minus.
Ferner berichtete das Anlegermagazin "Platow-Börse", dass Solvay an dem Duft- und Geschmacksstoff-Spezialisten Symrise interessiert sein. "Das wurde zwar bereits im späten Xetra-Handel am Freitag bekannt, dürfte sich aber keineswegs negativ auf den Kurs auswirken", sagte ein Börsianer.
Schließlich könnten die Papiere von IVG Immobilien nach einer ersten Händlereinschätzung etwas fester in den Handel starten. Zur Begründung verwies der Experte auf einen Bericht des "Handelsblatts", wonach der Großinvestor Clemens Vedder seine Beteiligung an dem Immobilienunternehmen von derzeit etwa fünf Prozent weiter anheben könnte. "Das ist immer das gleiche Gerede von Herrn Vedder über seinen IVG-Anteil und seine Pläne, diesen weiter anzuheben", sagte der Börsianer. Bislang sei dabei aber nichts rausgekommen. Daher dürfte die positive Kursreaktion auch nur von kurzer Dauer sein.
dpa
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