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Marktberichte

Freitag, 23. Juli 2010

Spannung vor dem Stresstest

Dax-Future zittert zurück

Der letzte Tag der Woche steht am deutschen Aktienmarkt ganz im Zeichen der Belastungsprobe des europäischen Bankensektors. Nach den optimistischen Kursgewinnen vom Vortag rechnen die Beobachter mit einer abwartenden Haltung.

(Foto: Reuters)

Der Dax-Future ist am Freitag mit minimalen Abschlägen in den Handel gestartet. Er fiel in den ersten Handelsminuten um vier Zähler auf 6139 Punkte. Zur gleichen Zeit prognostizierten Analysten für den Dax ein Eröffnungsminus von 0,1 Prozent. Der Bund-Future legte im Gegenzug neun Ticks auf 128,78 Punkte zu. Der Euro gab leicht auf 1,2872 Dollar von 1,2885 Dollar zum New Yorker Donnerstagsschluss nach. Ein Barrel Rohöl der Sorte WTI kostete mit 78,94 Dollar 0,5 Prozent weniger als am Donnerstag.

Ein Gewinnsprung im ersten Halbjahr sorgte bei Adidas für vorbörslichen Auftrieb. Im Geschäft des Brokerhauses Lang & Schwarz lagen die Aktien des Sportartikel-Herstellers 2,3 Prozent über ihrem Vortagesschluss von 41,65 Euro. Das Unternehmen habe die Markterwartungen übertroffen, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Er rate allerdings zu Gewinnmitnahmen, da die Titel bereits relativ teuer seien. Die Papiere des Adidas-Erzrivalen Puma notierten vorbörslich 1,6 Prozent fester.

Der weltweit größte Mobilfunkausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal weniger verdient als erwartet. Die Kunden in einigen Märkten seien bei Investitionen noch immer vorsichtig, teilte das Unternehmen mit. Der Betriebsgewinn - ohne Gemeinschaftsunternehmen und Restrukturierungskosten - lag bei umgerechnet rund 563 Mio. Euro (5,3 Mrd. Kronen). Im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt mit 617 Mio. Euro gerechnet. Der Umsatz schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 5,1 Mrd. Euro und lag damit unter den Markterwartungen.

Dank angehobener Gewinnziele legten Leoni vorbörslich zu. Die Papiere des Autozulieferers verteuerten sich im frühen Geschäft um vier Prozent und waren damit größter MDax-Gewinner. Nach Einschätzung von Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research kommt die Prognoseanhebung nicht überraschend, nachdem sich in den vergangenen Tagen bereits Daimler und BMW höhere Ziele gesetzt hätten. Die DZ Bank wertete die vorläufigen Zahlen als gutes Zeichen für den gesamten Sektor. Leoni-Konkurrent Grammer, der am Donnerstag seine Prognosen ebenfalls angehoben hatte, baute sein 7,5-prozentiges Vortagesplus vorbörslich um zwei Prozent aus.

Vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der Stresstests für die europäische Bankenbranche hatten sich die Börsianer bereits am frühen Morgen auf einen wenig bewegten Handelstag einegstellt. Am Donnerstag hatte der Dax unter anderem aufgrund von Spekulationen auf positive Ergebnisse der Stresstests 2,5 Prozent höher bei 6142,15 Punkten geschlossen.

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland allerdings geringfügig nachgegeben. Der Dow Jones gab nach 17.30 Uhr rund 25 Stellen nach und beendete die Sitzung am Donnerstag zwei Prozent höher, während der Nasdaq 2,7 Prozent gewann. Der S&P500 stieg um 2,3 Prozent.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,3 Prozent im Plus bei 9430 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,9 Prozent auf 841 Punkte. Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur verbuchten ebenfalls Gewinne. Lediglich Shanghai notierte leicht im Minus.

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