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Donnerstag, 26. August 2010

Zuversicht von Verbraucherseite

Dax-Future im Plus

Nach dem Abwärtstrend der vergangenen Tage steht Händlern und Anlegern am deutschen Aktienmarkt ein freundlichen Start in den Donnerstag bevor. Nach den starken Daten zum Ifo-Geschäftsklima erweist sich auch das deutsche Konsumklima als unerwartet stabil.

Nach dem Ifo-Index belegt nun auch das GfK-Konsumklima: Der Aufschwung hat die Herzen und Geldbeutel der Deutschen erreicht.

Nach dem Ifo-Index belegt nun auch das GfK-Konsumklima: Der Aufschwung hat die Herzen und Geldbeutel der Deutschen erreicht.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Dax-Future hat am Donnerstag mit Kursgewinnen in den Handel eingesetzt. Der Terminkontrakt stieg im frühen Geschäft um 21,50 Punkte auf 5932,5 Zähler. Banken und Broker sagten für den Dax nun einen Anstieg um 0,5 Prozent auf 5929 Zähler voraus. Der Bund-Future rutschte um 32 Ticks auf 133,87 Punkte ab. Der Euro notierte mit 1,2715 Dollar rund einen halben US-Cent höher als am Vorabend in New York. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 72,75 Dollar 0,3 Prozent mehr.

Die überraschend rasante Erholung der deutschen Wirtschaft lässt die Stimmung der Verbraucher immer besser werden. Das Konsumklima hellt sich weiter auf, wie aus der monatlichen Studie zum Konsumklima der Nürnberer Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervorgeht. Der Konsumklimaindex legte im August auf revidiert 4,0 Punkte zu, leicht stärker als im Juli prognostiziert. Für September rechnen die GfK-Forscher mit einem Anstieg auf 4,1 Punkte. Die Stimmung wurde demnach vor allem von den jüngsten Zahlen zur Wirtschaftsleistung befeuert: Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen, und damit so schnell wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Abgesehen von den Konjunkturdaten standen am Aktienmarkt weitere Unternehmensberichte im Mittelpunkt. Der Ausblick von Fielmann auf einen steigenden Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr decke sich mit den Erwartungen, sagte ein Händler. "Die Prognosen der Analysten für den Umsatz und das Vorsteuerergebnis liegen ganz überwiegend über den Zahlen für 2009." Damit habe Fielmann "zumindest nicht enttäuscht", allerdings die Ziele auch nicht quantifiziert. Vermutlich werde erst auf der Analystenkonferenz am 27. August Näheres zu erfahren sein. Die Aktie sei jüngst gegen den schwachen Markt vorgelaufen, hieß es.

Die Fielmann-Aktien profitierten vorbörslich von der Vorlage der Quartalszahlen. Bei Lang & Schwarz lagen die Titel mit 1,5 Prozent im Plus und zählten damit zu den größten Gewinnern im MDax. "Die Zahlen sind ganz positiv aufgenommen worden", sagte ein Händler.

Insgesamt rechneten Händler nach dem jüngsten Ausverkauf mit einer Erholung am deutschen Aktienmarkt. Nach dem Aufstieg an der Wall Street im späten Geschäft seien vor allem terminmarktorientierte Käufe zu erwarten, hieß es. "Die robuste Kursreaktion an Wall Street auf die erneut miserablen Konjunkturdaten hin dürfte zur Folge haben, dass man mit terminmarktorientierten Käufen Positionen auf fallende Kurse glatt stellt", führte ein Händler aus. Auch in Asien ziehen die Kurse am Morgen überwiegend an.

Aus technischer Sicht sei der Dax nach dem Fall um 300 Punkte in den vergangenen Tagen in einer überverkauften Lage, hieß es aus dem Lager der charttechnisch orientierten Beobachter. Außerdem habe der Dax den Unterstützungsbereich um 5900 getestet, ohne dass er nachhaltig darunter gefallen sei. Erste Widerstände werden nun um 6060 Punkte erwartet.

Vermutlich müssten die am Nachmittag anstehenden wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe "schon in ungeahnte Höhen schießen, um die Kurse noch einmal zu drücken", sagte ein Händler. Angesichts des überverkauften Marktes dürfte sich bei wider Erwarten robusten Erstanträgen die Erholung ausweiten.

Gefragt waren vorbörslich vor allem die zuletzt besonders stark gefallenen Werte. So steigen Infineon um 1,7 Prozent auf 4,50 Euro und Deutsche Bank um 1,3 Prozent  auf 50,41 Euro. ThyssenKrupp lagen 1,3 Prozent im Plus. Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) zogen um 0,9 Prozent an auf 45,80 Euro, nachdem die Analysten der Royal Bank of Scotland (RBS) die Aktie auf die Kaufliste genommen haben. Kaum Kurseinfluss maßen Händler dagegen der Übernahme des PD-Geschäfts von Gambro durch FMC zu. "Gambro hat in diesem Bereich die kritische Masse bislang nicht erreicht und sich konsequenterweise davon verabschiedet", meinte ein Händler. FMC sei dagegen weitaus stärker in der PD-Behandlung engagiert als Gambro und baue das Geschäft mit der Übernahme noch etwas aus.

Bereits am frühen Morgen hatten sich Banken und Broker angesichts etwas freundlicherer Vorgaben aus Asien und den USA auf festere Kurse zur Eröffnung eingestellt. Am Vorabend hatten schwache US-Konjunkturdaten den Leitindex um 0,6 Prozent auf 5899 Punkte gedrückt. Trotz weiterer Unsicherheit über die US-Konjunktur sorgten Deckungskäufe in Tokio am Morgen aber für eine etwas bessere Stimmung. Der Nikkei-Index notierte kurz vor Schluss 0,5 Prozent höher.

Nach Handelsschluss in Europa hatten Schnäppchenjäger in New York die Kurse in die Höhe getrieben. Der Dow-Jones-Index und der S&P500-Index schlossen am Mittwoch 0,2 beziehungsweise 0,3 Prozent höher. Zuvor hatten beide Indizes noch leicht im Minus notiert. Der Nasdaq-Composite weitete seien Gewinne auf 0,8 Prozent von zuvor 0,1 Prozent etwas deutlicher aus.

Im Fokus dürften am Donnerstag neben den wöchentlichen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt die Konferenz der Fed von Kansas City in Jackson Hole stehen, an der unter anderem Fed-Chef Ben Bernanke und EZB-Chef Jean-Claude Trichet teilnehmen.

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DJ/dpa/rts

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