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Dienstag, 07. September 2010

Infineon, Stahl und die Versorger

Dax-Future im Minus

Zum Auftakt am Dienstag zeichnen sich am deutschen Aktienmarkt leichet Abschläge ab. Im fernen Osten schimmern sanft leuchtende Minuszeichen. In den USA fließen neue Konjunkturmilliarden. Stahlwerte und die Versorger dürften den deutschen Leitindex stützen.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Dax-Future hat am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handel eingesetzt. Der Terminkontrakt verlor in den Anfangsminuten zwölf Punkte auf 6138 Zähler. Banken und Broker sagten für den Dax zur Börseneröffnung einen Rückgang um 0,3 Punkte auf 6136 Zähler voraus. Zu Wochenbeginn hatten die geplante Laufzeit-Verlängerung für Kernkraftwerke die Versorger angetrieben und den deutschen Leitindex damit 0,3 Prozent höher bei 6155 Punkten schließen lassen. Der Bund-Future stieg um 16 Ticks auf 132,32 Punkte. Der Euro notierte mit 1,2797 Dollar niedriger als am Montagabend mit 1,2871 Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 73,76 Dollar gut ein Prozent weniger als am Vorabend.

In Asien lagen die Börsen im Minus: Der Nikkei-Index tendierte 0,9 Prozent schwächer, was Händler auf Gewinnmitnahmen nach vier Gewinntagen in Folge zurückführten. Auch die anhaltende Stärke der Landeswährung Yen machte den Märkten zu schaffen. Der Shanghai-Composite in China gab 0,4 Prozent nach. An der Wall Street beginnt die Woche erst am Dienstag. Am Montag blieben die US-Börsen wegen eines Feiertags ("Labor Day") geschlossen.

Vor dem Hintergrund der China-Nachfrage und des neuen Infrastrukturprogramms in den USA rechneten Händler mit weiterhin relativ starken Stahlwerten. "Die Vorlagen aus Asien sollten die Kurse weiter nach oben treiben", sagte ein Händler. Nippon Steel oder Posco verteuerten sich um mehr als 4 Prozent. Gestützt wurde die Stimmung von der Energiepolitik in China mit der vorübergehenden Auszeit für 18 Werke und von Spekulationen auf weitere Preiserhöhungen. "Dazu kommt nun noch ein weiteres Konjunkturprogramm in den USA", erklärte ein anderer Händler. Wie am Vorabend bekannt wurde, will US-Präsident Barack Obama 50 Mrd. Dollar in die Verkehrsinfrastruktur investieren. "Da wird auch Stahl gebraucht", meinte ein Marktteilnehmer mit Blick auf ArcelorMittal, ThyssenKrupp und Salzgitter.

Neben Stahlaktien sollten auch ausgewählte Bauwerte von dem neuen US-Konjunkturprogramm profitieren, hieß es im Handel. "Profitieren sollte unter anderem Hochtief über seine US-Tochter", so ein Marktteilnehmer. Bei den Zement-Konzernen gebe es Rückenwind für Holcim, vor HeidelbergCement und Lafarge.

Aussagen von Infineon-Chef Peter Bauer zur Verwendung des Sondergewinns aus dem Verkauf der Mobilfunksparte wirkten sich vorbörslich belastend aus. Bei Lang & Schwarz rutschte der Kurs der Infineon-Aktie um 0,7 Prozent, womit die Titel das Schlusslicht im Dax übernahmen. "Das mindert die Hoffnung vieler auf eine Sonderdividende", sagte ein Händler. "Das wird den Kurs heute belasten", sagte ein anderer. Bauer hatte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt, die Aktionäre sollten nicht unmittelbar an den Erlösen aus dem Verkauf teilhaben.

Weiter aufwärts dürfte es nach der Laufzeiten-Entscheidung für die Versorger gehen. "Egal wieviel Hin und Her es jetzt bei den konkrekten Zahlungen gibt, das große Thema ist die neue Klarheit", sagte ein Händler. Immerhin habe das politische Gerangel rund ein halbes Jahr auf den Titeln gelastet. Die klare Entscheidung die Verlängerung der Laufzeiten dürfte noch länger für Kaufinteresse von Investoren und Dividendenjägern sorgen.
Bei der aktuellen Verteilung von Einnahmen und Steuern werde es hingegen immer wieder neue Entwicklungen geben. So hatten Versorger wie EnBW am Vortag eingeschränkt, dass über die Hälfte der Zusatzgewinne an den Staat gehen dürften. Umgekehrt berichtete die "Berliner Zeitung", die Regierung werde die Brennelementesteuer um ein Drittel kürzen. Statt mit 2,3 Mrd. Euro pro Jahr könne Finanzminister Schäuble demnach nur mit 1,5 Mrd. Euro rechnen.

Charttechnisch orientierte Beobachter sahen für den Aktienkurs von Eon bei 24 Euro einen Widerstand, für RWE liege diese Kursmarke bei 56,40 Euro.

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