Marktberichte

Fitch schießt London vor den Bug: Britische Bonds unter Druck

Nach der Drohung der Ratingagentur Fitch, die britische Bonität zu senken, sind Anleihen sowie das Pfund Sterling unter Druck geraten. In Italien und Spanien läuft es besser. Beim Euro tut sich nicht viel.

33mw3653.jpg1861005147376042483.jpgDass Großbritannien seineTop-Bonitätsnote verlieren könnte, hat am Renten- und Devisenmarkt Spuren hinterlassen.Die Kurse der zehnjährigen Papiere fielen, entsprechend zogen die Renditen an. Auchdas Pfund Sterling geriet leicht unter Druck. "Die Drohung von Fitch ist zwarkein Schock für die Märkte, aber eine schlechte Nachricht bleibt es trotzdem",sagte ein Händler.    

Nach Moody's senkte auchFitch den Ausblick auf negativ und begründete den Schritt mit Zweifeln an der Fähigkeitdes Landes, mit wirtschaftlichen Schocks umzugehen. Der britische FinanzstaatssekretärDanny Alexander sprach von einem Weckruf an jene, die vom Konsolidierungskurs abrückenwollten. Jede Hoffnung, dass der Finanzminister bei der Vorstellung des Haushaltsin der nächsten Woche hier und da doch noch etwas spendabler sein könnte, dürftesich nun zerschlagen haben, sagte Michael Hewson, Analyst bei CMC Markets.          

Related contentDie Renditen der britischenPapiere kletterten bis auf 2,461 Prozent und notierten damit so hoch wie seit Novembervergangenen Jahres nicht mehr. Das Pfund Sterling gab zeitweise bis auf 1,5632 US-Dollarnach (Vortagessschluss: 1,5665 US-Dollar), erholte sich bis zum Mittag aber wieder.Der Euro kletterte gegenüber dem Pfund in der Spitze auf 83,50 Pence von 83,16 Pence.       

Risiko statt Sicherheitgefragt

Related contentDas Nachsehen am Rentenmarkthatten auch die gern als sicherer Hafen gekauften Bundespapiere. DieAnleger ließen die Anleihen links liegen, da nach der vorläufigen Rettung Griechenlandsund der Flut billigen Geldes durch die EZB die Furcht vor einer Eskalation der Euro-Krisedeutlich zurückgegangen ist. Die Bund-Rendite kletterte auf bis zu 2,115 Prozentnach 1,957 Prozent im Vortagesgeschäft.         

Zugegriffen haben Investorenlieber bei italienischen Papieren, die inzwischen nur noch 4,849 Prozent abwerfen.Im November rentierten sie noch bei 7,5 Prozent.

Auch an der erfolgreichenAuktion spanischer Anleihen war die wieder bessere Stimmung zu spüren. Die Papieremit Laufzeiten bis 2015 und 2016 spülten insgesamt fast zwei Mrd. Euro in die Kassen.Die Renditen lagen mit 2,440 und 3,374 Prozent unter den zuletzt am Kapitalmarktgeforderten Sätzen.

"Gerade vor dem Hintergrund, dass Spanien wegen seinerDefizitprobleme erneut ins Blickfeld der Anleger geraten ist, war das eine ganzordentliche Auktion", urteilte Helaba-Analystin Viola Stork. Spanien hattezuletzt in Brüssel ein höheres Defizitziel für dieses Jahr durchgesetzt. Die EU-Finanzministererlaubten der Regierung in Madrid für 2012 ein Haushaltsloch von 5,3 Prozent - zuvorwar man von 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgegangen. Im Gegenzug für dashöhere Defizitziel muss Spanien seinen Sparkurs noch verschärfen.    

Kaum Bewegung beim Euro

Beim Euro tat sich nicht viel: Die Gemeinschaftswährungnotierte mit 1,3060 US-Dollar leicht höher als im New Yorker Schlussgeschäft mit1,3029 US-Dollar. "Das dürfte eine leichte Erholungsbewegung sein, schließlichist der Euro zuletzt unter die Räder gekommen", sagte Helaba-Analystin Stork.Vor allem die Fed-Politik hatte dem US-Dollar zuletzt Auftrieb gegeben. Die Notenbankhatte am Dienstagabend angesichts der einsetzenden Erholung am Arbeitsmarkt vorläufigauf weitere Geldspritzen für die US-Konjunktur verzichtet.

Quelle: n-tv.de