Samstag, 31. Juli 2010
Wall-Street-Vorschau
Bange Blicke auf den Arbeitsmarkt
Die Anleger an der Wall Street können sich keine allzu großen Hoffnungen auf einen Höhenflug in der kommenden Woche machen. Dafür müssten Experten zufolge schon die Unternehmenszahlen und Daten vom US-Arbeitsmarkt ein deutlich besseres Bild der heimischen Wirtschaft zeichnen, deren Wachstum sich zuletzt wieder verlangsamt hat.
Nach einer bislang gemischt ausgefallenen Berichtssaison blicken Anleger in den kommenden Tagen mit frischer Kraft auf Unternehmens- und Konjunkturdaten. Da sich die US-Quartalsbilanzsaison langsam dem Ende zuneigt, ist Klasse statt Masse gefragt.
Erwartet werden in den kommenden Tagen etwa die Ergebnisse des Konsumgüterriesen Procter & Gamble (Dienstag), die Rückschlüsse auf die Kauflust der US-Verbraucher nach der schwersten Rezession seit Jahrzehnten zulassen dürften. Am selben Tag präsentiert auch der Pharmakonzern Pfizer seine Ergebnisse zum 2. Quartal. Am Donnerstag warten Ergebnisse des Nahrungsmittelkonzerns Kraft auf die Anleger.
Neue Hinweise auf die Konjunkturlage erhoffen sich die Investoren vor allem vom Arbeitsmarktbericht am Freitag. Diesen haben die Anleger fest im Blick, weil die nur zähe Erholung des Arbeitsmarktes als die größte Hürde für einen Konjunkturaufschwung gilt. Dies treibt Anleger in die Defensive: "Wir haben den Aktienanteil in unserem Portfolio reduziert", sagte Stifel-Nicolaus-Marktstratege Joseph Battipaglia. "Wir fürchten, dass die Wirtschaftsschwäche noch bis Ende des Jahres anhält."
Optimistischer zeigte sich dagegen Michael Sheldon von RDM Financial: Der Markt habe Auftriebspotenzial, wenn der S&P-Index die wichtige Marke 1114 Punkten durchbrechen könne. Um diesen Wert schwankte das Börsenbarometer in den vergangenen 200 Tagen. Analysten zufolge wäre ein Überschreiten dieser Schwelle ein Signal für deutliche Kursgewinne.
In der vergangenen Woche hatte der Dow 0,4 Prozent hinzugewonnen. Der S&P verlor dagegen 0,1 Prozent, der Nasdaq-Index 0,7 Prozent. Wie schon in der vergangenen Woche dürften Technologie-Aktien den Börsen auch in den kommenden Tagen zu schaffen machen. Enttäuschende Prognosen von Branchengrößen wie Symantec hatten für Nervosität in dem Sektor geführt.
nne/rts
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