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Marktberichte

Donnerstag, 14. Januar 2010

Intel-Effekte im Tech-Sektor

Asien rundum im Plus

An den fernöstlichen Aktienmärkte geht es durch die Bank nach oben. Die Anleger schütteln ihren jüngsten Schrecken über eine mögliche Straffung der chinesischen Geldpolitik allmählich ab.

Sauber aufstellen und dann die Kurse einfach laufen lassen: In Tokio verfolgt ein Händler die Erfolge seiner Bemühungen.

Sauber aufstellen und dann die Kurse einfach laufen lassen: In Tokio verfolgt ein Händler die Erfolge seiner Bemühungen.
(Foto: REUTERS)

Die wichtigsten Indizes der asiatischen Aktienmärkte haben im Plus geschlossen. Die Sorge vor einem frühen Kurswechsel in der chinesischen Zinpolitik flauten ab. Auftrieb gaben zudem die Gewinne an der Wall Street und positive Arbeitsmarktdaten aus Australien.

Zu den größten Gewinnern gehörten Titel aus der Tech- und Rohstoffbranche, die am Vortag wegen der Sorgen über eine nachlassende Nachfrage aus China noch kräftige Verluste erlitten hatten. In Tokio trieben die Tech-Papiere den Nikkei auf den höchsten Schlusstand seit eineinviertel Jahren. Die Investoren hofften darauf, dass die Berichtssaison in den USA eine Erholung auf einem der Kernmärkte der Tech-Branche erkennen lasse.

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte legte in Tokio 1,6 Prozent zu auf 10.907 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 1,6 Prozent auf 959 Zähler. Auch die Märkte in Shanghai, Taiwan, Singapur und Südkorea kletterten nach oben.

"Die Hoffnungen auf eine Erholung der Konjunktur und der Bilanzzahlen sind dank des stabilen Zustands der US-Wirtschaft und der Währungsmärkte zurückgekehrt", sagte der Stratege Masaru Hamasaki von Toyota Asset Management. Die Anleger seien aber möglicherweise ein wenig zu euphorisch über das Tempo des Aufschwungs bei den Unternehmen.

Wie schon in den USA herrschte in Tokio eine starke Nachfrage nach Aktien aus dem Technologiesektor. Die Investoren griffen in Erwartung positiver Quartalszahlen des US-Chipgiganten Intel zu. TDK-Papiere verteuerten sich um 2,5 Prozent, Kyocera um 2,4 Prozent. Sony-Anteilsscheine legten 2,6 Prozent zu.

Die Aktien der zweitgrößten japanischen Bank Mizuho Financial Group kletterten 5,7 Prozent. Das Geldhaus erwägt einem Bloomberg-Bericht zufolge, sich über eine Bezugsrechtsemission frisches Geld an den Kapitalmärkten zu besorgen. Ein solcher Schritt verwässert die Anteile der Aktionäre weniger stark als die Ausgabe neuer Aktien, auf die sich der Markt bei Mizuho eingestellt hat.

Der Dollar zog gegenüber dem Yen an und lag bei 91,74 Yen nach 91,40 Yen in New York. Zum Euro notierte die US-Währung vor der EZB-Zinsentscheidung bei 1,4539 Dollar nach 1,4510 Dollar in den USA.

Gewinne in Seoul

Die Börse in Seoul schloss fester. Händler sagten, ausländische Investoren seien recht aggressiv in große koreanische Technologietitel eingestiegen, wohl in der Erwartung eines guten Quartalsberichtes von Intel später am Berichtstag. Der Kospi stieg bei moderaten Umsätzen um 0,9 Prozent auf 1686 Punkte.

Ein Analyst von Hyundai Securities sagte, dass viele Anleger darauf setzten, dass gute Geschäftszahlen und ein guter Ausblick von Intel den Kospi nachhaltig aus der jüngsten Handelspanne ausbrechen lassen könnten. Er geht davon aus, dass der Kospi die Marke von 1700 Punkte testen werde, falls die Ergebnisse von Intel und J.P. Morgan die Annahme einer Erholung der Konjunktur und der Unternehmensgewinne rechtfertigen sollten.

Unter den stark gesuchten Technologiewerten kletterten Samsung Electronics um 3,8 Prozent, Hynix um 5,8 Prozent und LG Display um 5,3 Prozent. Auch Schiffbau- und Transporttitel zogen recht deutlich an: Hyundai Heavy etwa gewannen 6 Prozent. Unter den Autotiteln schlossen Hyundai Motor mit einem Plus von 1,5 Prozent. Posco fielen dagegen vor den nach Handelsschluss anstehenden Quartalszahlen um 0,7 Prozent.

Shanghai im Plus

Mit einer festen Tendenz ging die Börse in Shanghai aus dem Handel. Der Shanghai-Composite gewann 1,4 Prozent auf 3216 Punkte. In Hongkong fiel der HSI nach einem späten Kursrutsch um 0,2 Prozent auf 21.717 Zähler. Die Sorgen der Anleger hinsichtlich einer strafferen Geldpolitik der chinesischen Zentralbank hätten etwas nachgelassen, hieß es in Shanghai. Der Grund dafür sei die Entscheidung der Zentralbank gewesen, am Berichtstag in ihrem regulären Offenmarktgeschäft die Rendite für die Benchmark-Drei-Monats-Anleihe unverändert zur Vorwoche zu lassen. Dies signalisiere, dass Peking auf vorsichtige Weise die Inflation in den Griff bekommen und gleichzeitig das Wachstum fördern möchte, sagte ein Beobachter.

"Die Anhebung der Mindestreserveanforderungen kam zwar überraschend früh, aber die Wahrscheinlichkeit einer aggressiveren Geldpolitik ist kurzfristig gering, solange die Lebensmittelpreise nicht kräftig anziehen", kommentierte ein Analyst von Shenyin Wanguo Securities.

In Shanghai zogen vor allem Telekomtitel an, nachdem die Regierung in Peking am Vorabend einen Fünfjahresplan vorgestellt hat, wie das Telefonnetz, Fernsehen und Internet in ein Netzwerk zusammenfließen sollen. Guangdong China Sunshine Media haussierten um das maximale Limit von 10 Prozent. Shaanxi Broadcast & TV Network Intermediary verteuerten sich ebenfalls um 10 Prozent.

Aktien von Fluggesellschaften profitierten vom gesunkenen Ölpreis: Air China kletterten um 7,2 Prozent und China Southern Airlines um 5,1 Prozent. Selbst Bankentitel erholten sich im Verlauf etwas und schlossen zumeist knapp im Plus. Bank of China gewannen 0,5 Prozent, China Merchants Bank legten 1,1 Prozent zu.

rts/DJ

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