Schnäppchenjäger schlagen zu: Aktiengewinne in Asien
Die Stimmung an den asiatischen Börsen steigt. Marktteilnehmer hoffen auf neue Maßnahmen zur Eindämmung der europäischen Schuldenkrise, nachdem das Thema Bankenlizenz für den ESM wiederbelebt wurde. Daneben kursieren Spekulationen über neue Anleihekäufe der Zentralbanken.
Nach den herben Verlusten der vergangenen Tage haben sich dieasiatischen Aktienmärkte eine Verschnaufpause gegönnt. Die Kurse stiegen zumTeil um mehr als ein Prozent. Händler begründeten dies vor allem mit Käufen vonSchnäppchenjägern und neuen Hoffnungen, die US-Notenbank (Fed) könnte weitereMaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft auflegen. Am Vortag hatten schwacheUS-Daten zu Hausverkäufen diese Erwartungen unterstrichen.
Die Gewinne an denMärkten dürften aber nicht nachhaltig sein, solange die Schuldenkrise in Europaihr Unwesen treibt, sagen Händler. Vor allem die Angst, Spanien als viertgrößteVolkswirtschaft der Euro-Zone könnte womöglich doch ganz unter denEU-Rettungsschirm schlüpfen, hat die Finanzmärkte weltweit zuletzt deutlichbelastet - auch den Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte inFernost bei rund 1,2140 Dollar nach 1,2150 Dollar im späten US-Geschäft.
Steilvorlagen ausUSA
Unterstützung kommt zudemvon guten Quartalsbilanzen aus Übersee: Der US-Flugzeugbauer Boeing hat am Vortagdie Schätzungen von Analysten deutlich übertroffen und die Jahresprognosen erhöht.Auch der Baumaschinenhersteller Caterpillar und Pharmariese Eli Lilly stellen für2012 bessere Ergebnisse in Aussicht als bisher. Unter den heimischen Unternehmenwerden unter anderem der Computerspielehersteller Nintendo und RoboterproduzentFanuc für besser als erwartet ausgefallene Zahlen gefeiert.
In Tokio schloss der225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,9 Prozent fester bei 8433 Zählern. SeitMonatsbeginn hat der Index rund sieben Prozent verloren. Der breiter gefassteTopix-Index beendete den Handel 1,2 Prozent höher bei 714 Punkten.
"Die Berichtssaisonläuft gar nicht so schlecht. Allerdings hängt die düstere Lage Europas über allem,so dass die Kurse nicht stärker vom Fleck kommen und sich die Anleger bei Aktienweiter zurückhalten", sagt Tom Kann von Louis Capital Markets in Hongkong.
In Tokio ziehen die Anteilsscheine von Nintendo um mehr als zwei Prozent an. DerErfinder des Game Boys" hat für das abgelaufene Quartal einen kleineren Verlustverbucht als von Analysten befürchtet.
In Tokio brachen Canon-Aktien gegen den Trend um fast acht Prozent ein. Der japanischeKamerahersteller hatte wegen der weggebrochenen Nachfrage aus Europa inmittender Schuldenkrise seine Jahresprognose für den Gewinn gekappt.
Mit einem Kursplus von 4,7Prozent reagieren die Anleger auf überraschend gute Ergebnisse des RoboterbauersFanuc.
Der breit gefassteMSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte knapp 0,7 Prozent zu.Auch die leichte Entspannung bei den Renditen für europäische Anleihen sorgtefür Erleichterung, sagten Händler. "Das hat die Investoren veranlasst,billige Aktien in Asien zu kaufen", sagte Hirokazu Yuihama von DaiwaSecurities.
Landunter bei Sands China
In Hongkong sacken die Papierevon Sands China um 5,4 Prozent ab, nachdem der Casinobetreiber für das zweite Quartaleinen Ergebniseinbruch von 40 Prozent ausgewiesen hat. Zur Begründung verwies dasUnternehmen auf Abschreibungen für zwei Grundstücke in Macau. Im Sog geht es fürdie Aktien der ebenfalls in der chinesischen Sonderverwaltungszone tätigen CasinobetreiberGalaxy Entertainment Group und Wynn Macau um fünf und zwei Prozent abwärts.
Am südkoreanischen Marktspringen die Papiere von LG Electronics um sechs Prozent nach oben. Der Elektronikkonzernhat seinen Nettogewinn im zweiten Quartal fast verdoppelt. Dank guter Geschäftemit LCD-Fernsehern und Haushaltsgeräten wurde ein zweistelliger Millionenverlustder Mobilfunk-Sparte ausgebügelt.
Quelle: n-tv.de