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Welt-Handelsindex: Welthandel trotzt dem Gegenwind

Vermögensverwalter Markus C. Zschaber blickt zuversichtlich in die Zukunft. Daran können auch die Krise in der Ukraine und das Dauerthema Griechenland nichts ändern. Das zeigt auch sein "Welt-Handelsindex".

Der Welthandel gilt als Schwungrad der Weltwirtschaft und lässt damit einen Ausblick auf die globale Wertschöpfung und deren Leistungen zu. Aufgrund der sehr expansiven Geldpolitik in allen relevanten Volkswirtschaften sollten sich in den kommenden Monaten zusätzliche Nachfrageimpulse durch die Investitionsgüternachfrage ergeben. Hintergrund ist, dass sich mehr Zuversicht in der Realwirtschaft breit macht, blickt man auf das Stimmungsbild vieler Einkäufer internationaler Unternehmen.

Dr. Markus C. Zschaber
Dr. Markus C. Zschaber(Foto: V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber mbH)

Die systemischen Fesseln, welche durch die Ukrainekrise und die Sorgen um die Neuwahlen in Griechenland hervorgerufen wurden, beginnen sich sukzessive weiter zu lösen. Insgesamt zeigt sich das Welthandelsklima in einem soliden Kontext, auch in Bezug auf die Weltwirtschaft insgesamt. Der Kölner Vermögensverwalter, Markus Zschaber stellt klar, dass die Politik nachhaltig verstehen muss, dass Konjunkturbewegungen Schwankungen der Auslastung des allgemeinen Produktionspotenzials darstellen, welche durch Verschiebungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage entstehen. Verschreckt die Politik die Nachfrage, hat dies Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. "Es geht darum, gerade im Hinblick auf Griechenland und den Ukrainekonflikt, Chancen und Risiken klug abzuwägen und optimal zu kombinieren. Das klingt zwar nicht ganz so märchenhaft einfach, sollte aber eine verantwortungsvolle Politik immer auszeichnen", plädiert Markus Zschaber. Politische Einflüsse haben wir in den letzten Jahren leider immer wieder zu spüren bekommen, dies führte zu gewaltigen Untersättigungseffekten in einigen Volkswirtschaften, vor allem in Europa.

Die aktuellen nachfrageorientierten Impulse kommen in erster Linie aus Asien, den USA und Deutschland, während in Lateinamerika und Russland weiterhin Flaute angesagt ist. Afrika dagegen hält sich konstant auf moderatem Niveau. Es bestehen sicherlich hohe Qualitätsunterschiede im Wachstum. "Dennoch bleibe ich positiv hinsichtlich der Leistungsfähigkeit im Welthandel, dass bestätigen nicht zuletzt die jüngst erneut dynamisch gestiegenen Exporte in Asien, vor allem aus China", so Markus Zschaber. Auch für Deutschland erwartet der Vermögensverwalter, trotz der jüngst für Januar vermeldeten eher schwächeren Exportzahlen, bereits eine aussichtsreiche Erholung im Februar und März: "Ich sehe eine solide Ausgangslage für Steigerungen auf der Nachfragekurve und damit der Handelsströme weltweit. Davon profitiert nicht zuletzt auch die deutsche Exportindustrie. Besonders sollte die Automobilindustrie, die Chemieindustrie, die Elektronikindustrie und in Teilen auch der Maschinenbau partizipieren", fasst Zschaber zusammen.

Zwar besteht in einzelnen Teilbereichen der Weltwirtschaft aktuell auch etwas zyklischer Gegenwind, was insbesondere in den USA zu erkennen, aber auch dem kalten Winterwetter dort geschuldet ist.

Ebenso zeigt sich eine abnehmende Geschwindigkeit im chinesischen Wachstum, welches aber durch die Maßnahmen der Politik zum Teil ausgeglichen werden sollte. "Sorgen bereiten mir die USA aktuell nicht, auch wenn gewisse Dynamikverluste im Wachstum zu erkennen sind. Volkswirtschaften müssen atmen, dazu gehört auch die USA", so Zschaber weiter. Außerdem lässt sich deutlich vermerken, dass der Binnenmarkt in den USA in Takt ist und sich auf Wachstumskurs befindet.

Gestützt wird der Trend sicherlich durch die niedrigen Energiepreise, welche in den USA einen deutlichen Beitrag zur allgemeinen Kaufkraft bilden. Ein wichtiger Eckpfeiler im US-Aufschwung ist außerdem der US- Immobilienmarkt, die Hauspreise steigen in einem gesunden Ausmaß, was maßgeblich zur Gesundung der US-amerikanischen Haushalte beitragen wird. Vor allem die Güterimportnachfrage in die USA sollte in diesem Jahr getragen durch einen starken US-Dollar an Dynamik weiter zulegen können, was die Gesamtaktivität im Welthandel sehr positiv beeinflussen wird.

"Ein spannendes Thema wird sein: Wie reagiert die US-Notenbank auf das dadurch zunehmend größer werdende Handelsbilanzdefizit. Steigende Zinsen und damit ein ansteigender US-Dollar, wirken wie ein Beschleuniger auf die Importe und werden das Defizit weiter erhöhen. Das kann Janet Yellen nicht nachhaltig ignorieren. Ich glaube, wir sehen eher ein 'Zinswendchen' als eine wirkliche Zinswende in den USA", konstatiert Markus Zschaber.

Ein Blick auf Europa: Die Arbeitseinkommen der privaten Haushalte im Euroraum sollten in 2015 ansteigen, was natürlich auf die niedrige Basis, ausgelöst durch die Krisen der vergangenen Jahre, zurückzuführen ist. In realer Betrachtung sollte der Zuwachs in Richtung 2,6% verlaufen. Es besteht damit ein durchaus beachtlicher Raum für eine Ausweitung der Konsumnachfrage. Fakt ist, dass es sich hierbei um eine zyklische Aufwärtsbewegung handelt, die, natürlich aufgrund der Krisen noch auf wackligen Füßen steht. Die mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Euroraums, sind nach wie vor nur als mäßig zu bezeichnen, gerade in Bezug auf das Produktionspotential. Für eine wirkliche Belebung des Wirtschaftswachstums wären deutlich höhere Investitionen seitens der Privatwirtschaft und der Regierungen erforderlich. Allerdings sorgt der schwache Euro für höhere Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie gegenüber dem Rest der Welt.  

Der weltweite Industriezyklus dürfte damit im Laufe des Jahres, auch in Teilen der Eurozone zu einem positiven konjunkturellen Trend führen. Die aktuelle Geschäftslage im Handel verbesserte sich auch in den vergangenen vier Wochen, was die höhere Aktivität im Handel bestätigt. Vor allem die Umschlagsmengen von Produktionsgütern haben sich im internationalen Kontext positiv entwickelt. Eine steigende Dynamik konnte in Asien und in den USA, aber auch in Teilen Europas erkannt werden.

Markus Zschaber sieht hier auch einen wesentlichen Zusammenhang zur Geldpolitik. Treibender Katalysator für den Warenhandel in der Welt bleibt die Überschussliquidität, die durch die aggressive Geldpolitik der Notenbanken rund um den Globus im hohen Maße vorhanden ist. Dies führt bereits zu höheren Kapital- und Investitionsströmen rund um den Globus. Der Produktionsfaktor Kapital ist die Grundvoraussetzung für einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfragekurve und eine höhere Wirtschaftsaktivität. Der Ausblick des Welthandels bleibt somit positiv. "Gerade in den Wachstumsmärkten sollte die Überschussliquidität den Investitionsgüterzyklus deutlich beleben können", so Zschaber weiter.

Dies bestätigt auch das aktuelle Ergebnis von 70,5 des Welt-Handelsindex, welches besagt, dass das Tempo der Zuwächse im vergangenen Berichtszeitraum, gemessen an den handelsspezifischen Konditionalitäten wie Bestellmenge, Lagerbestände, Produktionsvolumen, Warenumschlagshäufigkeit und Handelsaktivität einer sehr solide Verfassung entspricht.

Die Perspektive des Welthandels und der Weltwirtschaft gilt somit als positiv. "Die Weltwirtschaft ist meiner Ansicht nach auf dem besten Wege, in den nächsten beiden Jahren über drei Prozent Wachstum zu erzielen. Es bestehen sogar gute Chancen, dass es etwas mehr werden könnte, sofern keine Verunfallung durch die Notenbanken oder Politik Realität wird", so Zschaber weiter.

Nicht zuletzt wird die positive Aussicht des Kölner Vermögensverwalters, gerade auf den Konsummärkten innerhalb des Welthandels, auch durch die aktuellen Zahlen des US-Paketdienstgiganten Fedex jüngst bestätigt. Fedxx konnte in allen Sparten zulegen – auch im Frachtgeschäft stiegen die Gewinne.

Wie geht es weiter:  "Die produzierte Liquidität der Notenbanken spielt sicherlich eine gewichtete Rolle, allerdings zeigen die konjunkturellen Faktoren an, dass sich die Weltwirtschaft belebt. Dies sollte zu positiven Skaleneffekten in der Realwirtschaft führen. Dies wiederum sorgt für eine selbstverstärkende Konjunkturdynamik in der Weltwirtschaft und vor allem im Welthandel. Dies ist ganz entscheidend, denn eine in Fahrt kommende Weltkonjunktur ist positiv für die Gewinnentwicklung der meisten Unternehmen", fasst Markus Zschaber zusammen.

Was bedeutet das für den Anleger:

Der Anleger sollte sich trotz der Kurssprünge der letzten Monate nicht beirren lassen. Anleger benötigen in der heutigen Zeit erstklassige Unternehmen mit einem globalen Geschäftsmodell. Ein besonderes Merkmal bei der Unternehmensauswahl sollte sein, Unternehmen zu finden, die aktuell vom niedrigen Euro-Kurs auf der Exportseite profitieren sowie von den niedrigen Energiepreisen. Hier ist auf jeden Fall die Chance, dass die Gewinndynamik der Unternehmen mit den Kursgewinnen der Aktien am stärksten mithalten sollte, was dazu führt, dass die Bewertungen flacher ansteigen werden, am größten. Der Kölner Vermögensverwalter präferiert hier vor allem Industrieunternehmen aus den Bereichen Chemie, Automobil, Zulieferindustrie und Konsumhersteller.

Dadurch, dass der Welt-Handelsindex ein dynamisches Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst bietet und detailorientierte Analysen auch hinsichtlich der Konjunkturlage ermöglicht, können schnelle und aktive Reaktionen auch im "Welthandelsportfolio", welches geführt wird, erfolgen.

Funktionsweise Welt-Handelsindex:

Der Welt-Handelsindex fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index. Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandelszusammengefasst in einer Zahl, erfasst damit unter anderem auch die Auswirkungen der Globalisierung und überwindet funktionale und regionale Beschränkungen, der zum Beispiel nur regional ausgerichteten Indikatoren. Indexstände oberhalb eines Niveaus von 50 Punkten deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft.

Unterhalb des Niveaus von 50 lässt sich dagegen aussagen, dass die Welthandelsaktivität schrumpft, wobei ab einem Niveau von unter 45 sogar eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten ist.

Quelle: Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH stellt den Index monatlich exklusiv dem "Handelsblatt" und dem "Nachrichtensender n-tv" zur Verfügung. Informationen zum Index unter www.zschaber.de oder www.kapitalmarktanalyse.com

Quelle: n-tv.de

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