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Welt-Index: Anlagechancen in 2015

Wie kann ich mein Vermögen im Niedrigzinsumfeld schützen? Das ist auch 2015 die drängendste Frage der Anleger. Vermögenverwalter Dr. Markus C. Zschaber durchsucht den Markt nach Anlagemöglichkeiten und rät: "Keine Angst vor Volatilität."

2014 war ein Jahr an den Finanzmärkten mit vielerlei Herausforderungen. Vor allem die geopolitischen Risiken rund um Russland hatten eine ganz neue Dimension angenommen, die so wirklich niemand erwartet hätte. Die Finanzmärkte gerieten daraufhin immer wieder ins Schwanken, wobei es auch mit und in dieser Volatilität Chancen gab. Für 2015 erwartet Markus Zschaber, Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung, ähnlich wie in 2014, dass die Geldpolitik wichtiger sein wird als die fundamentale Verfassung der Volkswirtschaften. "Wir haben in den letzten Monaten immer wieder erleben dürfen, dass trotz einer sehr unterschiedlichen konjunkturellen Entwicklung weltweit, geldpolitische Maßnahmen die Kapitalmärkte stützen und sogar positiv stimulierten. Dies ist in der heutigen Zeit ein überlagernder Effekt, welchen jeder Anleger berücksichtigen sollte bei den Anlageentscheidungen", führt Markus Zschaber aus.

Dr Markus C. Zschaber
Dr Markus C. Zschaber(Foto: V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber mbH)

Der Vermögensverwalter geht sogar noch einen Schritt weiter - solange die Notenbanken die Märkte in positiver Art und Weise die Märkte unterstützen, wird der Fokus der Märkte durch die geldpolitischen Determinanten gesteuert. Die Schwankungen an den Finanzmärkten im Tagesgeschehen werden aber bleiben. Daran muss sich der Anleger gewöhnen bzw. diese akzeptieren. Aktien bleiben somit für Markus Zschaber wichtigster Bestandteil in einem Portfolio: "In jedem Jahr erleben wir erfahrungsgemäß zwei oder drei Phasen mit Kurskorrekturen. Entscheidend ist dann, ob sich dadurch die fundamentale Aussicht für die Weltwirtschaft und für Bondrenditen ändert. Diese Frage ist wichtiger als jene, ob Aktien hoch bewertet seien. Entscheidend ist, ob Aktien im Vergleich zu Anleihen teuer sind. Das absolute Gegenteil ist der Fall, denn Aktien sind im Vergleich zu Anleihen sogar außerordentlich günstig", konstatiert Markus Zschaber.

Zu den wichtigsten Aussagen für 2015 gehört nach eigenen Angaben des Kölner Vermögensverwalters, dass die USA die Führungsrolle in der Weltwirtschaft übernehmen wird. "In den USA wurden seit der Krise 2008, sehr schnell und sehr flexibel Maßnahmen getroffen, die das Land wieder zurück auf die Spur des Wachstums zurückgebracht haben. Wir haben selten derartige dezidierte Maßnahmen durch die Notenbank und die Regierung gesehen, die heute zu einem gesamtwirtschaftlichen Erfolg geführt haben. Das Momentum des US – Wachstums ist eindeutig auf der positiven Seite wiederzufinden. Die Dynamik der konjunkturellen Industriekonjunktur als auch des ganz entscheidenden privaten Verbrauchs zieht deutlich an. Dies veranlasst die US-Notenbank dazu, erste Zinserhöhungsschritte im aktuellen Jahr einzuleiten, was sich auch in einem stärker werdenden US-Dollar reflektiert", konstatiert Markus Zschaber. Zusätzlich wirkt ein Effekt ebenfalls sehr unterstützend für die USA und das sind die stark gesunkenen Energie- und Rohstoffpreise. In den USA wirkt dieser Effekt viel erheblicher aus, als z.B. in Europa, da die Steuern in den USA auf Heizöl oder Benzin niedriger sind, so dass eine Reduzierung der Preise sich im Portemonnaie der Amerikaner direkt bemerkbar machen. Dies wirkt wie ein riesiges Konjunkturprogramm auf den Konsumenten. Daraus resultiert, dass auch für 2015 US-amerikanische Aktien eine gewichtete Rolle im Musterportfolio des Welt-Index einnehmen werden. Auch für US-amerikanische Unternehmensanleihen und die ein oder andere Staatsanleihe im Laufzeitspektrum von fünf bis zehn Jahren, bleibt der Vermögensverwalter positiv gestimmt.

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Auch Japan könnte in 2015 interessant für die Anlage bleiben. "Fakt ist, die Reformbestrebungen in Japan sind so aussichtsreich wie sehr lange nicht mehr. Der japanische Premier hat ein dreistufiges Reformkonzept auf die Beine gestellt, dessen ersten beiden Stufen – konjunkturelle und geldpolitische Maßnahmen – sich aktuell entfalten. Die dritte Stufe, die Unternehmensstrukturen auf neue fortschrittliche Bahnen zu bewegen, steht jetzt noch an. Dies ist sicherlich der schwierigste Schritt, allerdings erhält er, wenn man auf das Wahlergebnis schaut den absoluten Rückhalt aus der Gesellschaft", so Zschaber weiter. Mittelfristig sollten durch die besagten Reformen die Chancen deutlich steigen, dass Japan das erste Mal aus der Deflationsspirale der vergangenen zwanzig Jahre nachhaltig ausbrechen könnte. Die positive Performance japanischer Aktien auch im letzten Jahr, war hinsichtlich der Maßnahmen die noch bevorstehen sicherlich nicht das Ende. "Die Gewinnentwicklung japanischer Unternehmen hat weiteres Potenzial und wird weiterhin geldpolitisch sowie wirtschaftspolitisch stimuliert. Eine untergewichtete Beimischung japanischer Aktien macht unserer Ansicht nach auch in 2015 Sinn", stellt der Vermögensverwalter fest.

Mit Blick auf Europa hat eindeutig die Schlüsselfunktion für den weiteren Verlauf in der Eurozone die Europäische Zentralbank eingenommen. "Fakt ist, die Verantwortlichen in der EZB sind mit ihrem Latein noch lange nicht am Ende, welches auf die Instrumentarien der geldpolitischen Stimulation und die Ausweitung der Notenbankbilanzsumme bezogen ist. Die Neuausrichtung der Zins- und Geldpolitik der EZB muss als aggressiv und am Rande des Mandats der EZB eingeordnet werden", konstatiert Markus Zschaber. Diese Politik wird seitens der EZB mit den jüngst gesunkenen Inflationserwartungen begründet. Der EZB-Rat ist darauf fokussiert das Preisinflationsziel bei 2% nicht aus den Augen zu verlieren.

Grundsätzlich wirkt die Niedrigzinspolitik der EZB mit dem derzeitigen Leitzins bei 0,05% ebenfalls unterstützend bezüglich der Konjunkturlage. "Mit aller Macht und Kraft wird die EZB den Kurs der finanziellen Stabilisation Europas aufrechterhalten, was bedeutet, dass sehr tiefe Zinsen fest und auf lange Zeit im Weltbild der EZB verankert sind. Die Ziele der EZB für 2015 sind eindeutig, zum einen die Belebung des europäischen Kreditmarktes und zum anderen das Schwächen des eigenen Wechselkurses-Euro", so Zschaber weiter. Davon sollten insbesondere Qualitätsaktien mit global ausgerichteten Geschäftsmodellen aus der Eurozone profitieren. Dies gilt für die Aktienseite und für erstklassige Unternehmensanleihen. Von europäischen Staatsanleihen hält der Vermögensverwalter aufgrund politischer Instabilitäten weiterhin nichts.

Der V.M.Z.-Kommentar zum aktuellen Stand

Zuletzt hat die Konjunkturdynamik der Weltwirtschaft etwas an Tempo verloren, allerdings waren die Erwartungen noch deutlich pessimistischer. "Dies ist ein gutes Zeichen, die Weltkonjunktur zeigt sich insgesamt stabil, aber mit markanten Unterschieden", so Zschaber. Aus China und Europa konnten jüngst schwächere Signale verzeichnet werden, welche aber durch zyklische Einflüsse zusätzlich negativ beeinflusst wurden. "Die Welt bleibt gespalten hinsichtlich des regionalen Wachstums. Während in den USA und in einigen Schwellenländern echtes Wachstum erzeugt wird, in Deutschland und Großbritannien der Wachstumspfad auch im Großen und Ganzen robust aussieht, verlangsamt sich das Wachstum in China und in Südeuropa stehen die Zeichen auf Stagnation", resümiert Markus Zschaber. Exakt diese Entwicklung spiegelt der "Index der Konjunkturdaten" wider. Mit einem aktuellen Niveau von 66% verdeutlich das Konjunkturbarometer zwar eine positive Grundtendenz für die Weltwirtschaft, allerdings etwas schwächer als im Vormonat. Damals lag das Niveau noch bei 68%.

Aus den Detailanalysen geht hervor, dass die Industriekonjunktur in Europa, ohne Deutschland und Großbritannien, weiterhin lahmt und keine vergleichbaren Wachstumsperspektiven anzeigt, als beispielsweise in den USA. Für US-amerikanische Unternehmen spricht neben dem soliden makroökonomischen Datenbild, dass die Ertragskraft der meisten Unternehmen in den USA höher als jemals zuvor ist. "Dies lässt keinen anderen Schluss zu, als dass die Unternehmen offensichtlich in der Lage sind, ihr Betriebsvermögen immer produktiver einzusetzen. Für mich ist dies ein echter Qualitätsanker, was dazu führen wird, dass die Unternehmen die ansteigende Nachfrage zunehmend antizipieren werden und investieren werden", so Zschaber weiter.

Das in Angriff genommene Investitionspaket der EU-Kommission mit einem Zielvolumen von 315 Milliarden Euro wird sich zukünftig konjunkturell auswirken. Sofern dies gelingt, kann dies eine Reihe öffentlich-privater Vorhaben anstoßen und auch gewisse strukturelle Verbesserung mit sich bringen. "Viel mehr erwarte ich aber in Europa nicht", so Zschaber weiter.

Für Deutschland bleibt der Vermögensverwalter dennoch optimistisch: "Es zeigt sich eindeutig, dass für deutsche Unternehmen, die USA und Asien die wichtigsten Absatzmärkte bleiben und diese florieren auch in 2015. Insofern, sehe ich in Deutschland durch die Außenwirtschaft und einen stabilen privaten Verbrauch aus dem Inland gute Chancen in ähnliche Wachstumsregionen vorzustoßen wie im letzten Jahr. Die Geschäftslage der Unternehmen zeigt sich trotz der schwachen Aussichten in der Eurozone und der problematischen Situation rund um Russland, recht ordentlich. Die niedrigen Fremdkapitalkosten sowie die niedrigen Energie- und Rohstoffpreise und ein sehr schwacher Euro sollten die Absatzchancen in Übersee deutlich steigern lassen. Das ist immerhin solide."

Die Konjunkturüberraschungen erreichten ein zuletzt sehr starkes Niveau. Dies bescheinigt auch der "Index der Markterwartungen" mit einem gestiegenen Niveau von 70% (Vormonat: 66%).

"Die Verunsicherung der Marktakteure hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft war jüngst ausgesprochen hoch. Wie gewohnt überraschte das Datenbild aus den USA sehr positiv, interessant waren aber die tiefen Erwartungen an Europa, speziell an Deutschland. In vielen Teilkomponenten der Wirtschaftsaktivität hat sich die gesamtwirtschaftliche Lage zwar eingetrübt, aber eben nicht so stark wie durch die Marktteilnehmer zuvor eingepreist. Dies lässt mich positiv stimmen, zu tiefe Erwartungen in der Regel Indikationen für eine Kursverbesserung, sehr hoher Optimismus dagegen häufig ein Warnzeichen für eine bevorstehende Kursschwäche sind. Hier passt die alte Börsenweisheit: Haussen werden im Pessimismus geboren, wachsen an der Skepsis, reifen im Optimismus und sterben in der Euphorie. Momentan seien Aktien noch immer ungeliebt", so der Kölner Vermögensverwalter.

Fazit & Ausblick für Anleger:

Wie kann ich mein Vermögen im Niedrigzinsumfeld schützen? Das ist die Frage, die in der heutigen Zeit alle Anleger beschäftigt. "Fakt ist, und das hören wir überall – die Sorge um das ersparte Vermögen ist groß." Die Angst der Anleger vor den vielen Einflussfaktoren ist noch viel größer als im Vorjahr und aus Unwissenheit fällt es sehr vielen wirklich schwer in dieser Zeit überhaupt eine Entscheidung für eine künftige Anlagestrategie umzusetzen. Auch beim beliebtesten Investment der Deutschen – die Immobilie, fallen heute die Kaufentscheidungen zunehmend schwerer, da die Immobilienpreise in den letzten Jahren sehr stark gestiegen sind.

"Nach unserer Einschätzung sind die Voraussetzungen für einen seriösen Performanceerfolg auch in Zukunft gegeben, zumal die Weltwirtschaft im kommenden Jahr um ordentliche 3,7 Prozent wachsen sollte. Das Thema finanzielle Repression bleibt uns erhalten, was immer mehr Anleger in die Assetklasse Aktien treiben wird. Außerdem werden die Notenbanken weiter viel Geld drucken. Steigende Leitzinsen, wie viele sie befürchten, sehen wir nicht, denn die Fed wird die Zinsen bestenfalls nur geringfügig erhöhen" so Zschaber weiter.

Aus diesem Grund bleibt im Musterdepot die Anlagepolitik, welche schon die letzten drei bis vier Jahre verfolgt wurde. Das wichtigste ist, investiert zu sein und zwar in qualitätsvolle Investments innerhalb eines diversifizierten Portfolios. Sach- und Realkapital wie Aktien ist hierbei ein wesentlicher Bestandteil, aber eben auch sicherheitsorientierte Bausteine, wie sehr gute Anleihen von erstklassigen Unternehmen oder sehr gesunden Staaten. "Entscheidend ist, dass die Ausrichtung des Portfolios global fokussiert ist, was wir trotz temporärer Schwerpunkte, welche wir aus der Analyse heraus bilden immer und zu jedem Zeitpunkt anstreben. Mit einem gut diversifizierten Portfolio sollte im kommenden Börsenzyklus über die kommenden 12 Monate eine attraktive Performance möglich sein", blickt Markus Zschaber auf 2015.

Veränderungen im Musterportfolio:

Asset-Allokation:

Erhöht werden: Aktien USA von 22% auf 25%; Aktien Schweiz von 8% auf 10%, Aktien Large Caps Japan von 3% auf 5%,

Beibehalten werden: Aktien Large-Caps Deutschland 18%, Aktien Large-Caps Europa 2%; Staatsanleihen USA 3%; Staatsanleihen Emerging Markets 7%, Unternehmensanleihen 5%, Edelmetalle 3%;

Reduziert werden: Wandelanleihen von 6% auf 5%; Aktien Nebenwerte Deutschland von 8% auf 5%, Aktien Emerging Markets von 15% auf 12%

Zur Methode: Die Grundlage des "Welt-Index" ist die Analyse von Wirtschaftsindikatoren aus der ganzen Welt, die eine hohe wirtschaftliche Relevanz und eine hohe Reaktion an den Finanzmärkten mit sich bringen. Diese werden weltweit von Statistikämtern und Forschungsinstituten sowie weiteren hochrangigen wissenschaftlichen Quellen veröffentlicht. In der Endform konzentriert sich der "Welt-Index", der aus zwei Komponenten besteht, dem "Index der Konjunkturdaten" und dem "Index der Markterwartungen", auf die monatlich 50 wichtigsten Konjunkturdaten, zugrunde liegen mehr als 1.000 internationale Indikatoren, die monatlich ermittelt und bewertet werden. Die Verknüpfung der Datenreihen in einer nach Dominanzfaktoren gegliederten Gewichtung gibt Aufschluss darüber, in welchem Zyklus und Stadium sich die Weltwirtschaft befindet. Aufgrund der Kombination von frühzyklischen, gleichzyklischen und nachzyklischen Indikatoren sowie der Integration einer Erwartungskomponente ermöglicht der "Welt-Index" eine sehr genaue Messung des aktuellen Status. Um dieses zu vereinfachen, werden dann zwei Trenddaten erstellt, die Aufschluss darüber geben, wie viele der ermittelten Daten in den vergangenen vier Wochen gefallen oder gestiegen sind. Nähere Informationen hierzu unter: www.weltindex.de und www.kapitalmarktanalyse.com

Das Musterportfolio zum "Welt-Index" ist nur als begleitende Information zu verstehen und dient nicht als konkreter Anlage-Ratschlag. Die Dr. Markus C. Zschaber Vermögensverwaltungsges. mbH erstellt den Index monatlich exklusiv für die "Welt am Sonntag" und den Nachrichtensender "n-tv". Informationen zum Index unter www.zschaber.de und www.kapitalmarktanalyse.com

QUELLE: Dr. MARKUS C. ZSCHABER VERMÖGENSVERWALTUNGSGESELLSCHAFT MBH

Quelle: n-tv.de

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