Freitag, 16. Juli 2010
Roubini Global Economics
Asien bleibt Wachstumstreiber
Das Wirtschaftswachstum Asiens wird auf absehbare Zeit weltweit am stärksten bleiben, meint Sandra Navidi von Roubini Global Economics. Daran werden auch drohende Fallstricke nichts ändern.
Die Bedeutung Asiens in der Weltwirtschaft und im globalen Finanzsystem wird immer wichtiger. Das gilt nicht nur für einzelne Länder der Region wie China oder Indien, sondern auch für Asien insgesamt. Eine besondere Rolle kommt dabei nach Navidis Einschätzung dem Zusammenhalt und dem Handel der asiatischen Länder untereinander zu.
Gänzlich ungetrübt sind die Einschätzungen jedoch nicht. Auf dem IWF-Treffen in Südkorea beurteilten die Vertreter aus Politik und Finanzwelt die Aussichten gemischt, wenn auch mit positivem Unterton. Als besorgniserregend schätzen die Finanzexperten dabei vor allem die hohen Kapitalzuflüsse aus der ganzen Welt ein, die zu einer Überhitzung und Blasenbildung führen könnte. Auch weitere Schocks, insbesondere in Europa, könnten den Aufwärtstrend in Asien unterbrechen. Doch selbst im Falle einer Überhitzung, etwa in Form einer Immobilienblase in China, erwartet Navidi für Asien ein weiterhin die weltweit stärksten Wachstumsraten.
Nouriel Roubini ist Professor für Volkswirtschaft an der Stern School of Business der New York University und hat sich in der Vergangenheit mit seinen treffsicheren Prognosen einen Namen gemacht. Heute gilt er als Koryphäe unter den Wirtschaftspropheten.
In einer exklusiven Deutschland-Kooperation kommentieren die Experten aus Roubinis Team jeden Freitag um 8.15 Uhr und 12.30 Uhr die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen.