Kolumnen

Kolumne von Raimund Brichta: Beim Geld geht es um die Wurst

Die wenigsten Leute haben schon einmal dabei zugesehen, wie Wurst gemacht wird. Und das ist auch gut so. Denn wer es einmal beobachtet hat, kann leicht den Appetit verlieren. Beim Geld ist es ähnlich: Jeder hat es im Portmonee und auf dem Konto, aber im Prinzip weiß kaum jemand, wie es gemacht wird oder wo es herkommt. Und auch das ist gut so. Denn je mehr man übers Geld erfährt, desto eher kann man das Vertrauen in es verlieren. Dabei ist Vertrauen beim Geld mindestens so wichtig wie Appetit bei der Wurst. Im Prinzip ist Vertrauen sogar das Einzige, aus dem Geld besteht.

Wie bitte? Geld soll nur aus Vertrauen bestehen? Aus sonst nichts? Gibt es denn keinen materiellen Wert, der es wertvoll macht? Schließlich kann man sich doch fast alles dafür kaufen, was man will! Das stimmt zwar, und deswegen glauben viele auch, hinter Geld stecke eine Art Garantie. Zum Beispiel, dass man es notfalls in etwas wahrhaft Werthaltiges eintauschen kann, etwa in Gold. Mitnichten. Wer diesen Traum weiter träumen will, sollte jetzt lieber aufhören zu lesen ...

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Wie wird Geld gemacht?

Bei Vorträgen frage ich manchmal ins Publikum: "Wer weiß eigentlich, wie Geld gemacht wird?" Als Antwort kommen dann häufig Sätze wie "es wird gedruckt" oder "die Zentralbank macht es." Aber wie es tatsächlich auf die Welt kommt, können sich die wenigsten vorstellen. Also bringen wir es hier auf den Punkt: Geld wird in der Regel nur aus einem erschaffen, und zwar aus Kredit - und das nicht nur von der Zentralbank. ALLE Banken machen Geld.

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie gehen zur Bank Ihres Vertrauens und leihen sich dort 10.000 Euro. Dann entstehen 10.000 Euro, die es vorher noch nicht gegeben hat. Die Bank produziert das Geld extra für Sie, und zwar im Handumdrehen per Knopfdruck - aus dem Nichts! Sie glauben das nicht? Sie meinen, die Bank könne Ihnen doch nur etwas „leihen, das sie schon "besitzt", das es also schon gibt? Weit gefehlt. Banken verleihen Geld, das es noch nicht gibt. Sie erschaffen es erst, und zwar genau mit dem Akt der Kreditvergabe. Geld kommt also quasi aus dem Nichts. Es bleibt so lange, wie der Kredit besteht. Und es verschwindet wieder im Nichts, wenn Sie den Kredit tilgen.

Mit diesem Sachverhalt muss man sich erst einmal vertraut machen: Normalerweise verleiht man schließlich nur etwas, das man schon hat. Normale Leute wie Sie und ich können auch tatsächlich nur solches Geld als Kredit hergeben, das wir schon besitzen. Das gilt auch für normale Unternehmen, die keine Banken sind. Bei solchen Kreditgebern entsteht kein Geld. Nur Banken machen das Geld, das sie verleihen, erst selbst. Gäbe es die Banken und ihre Kredite nicht, gäbe es auch kein Geld! Nur durch sie kommt Geld auf diese Welt.

Schauen wir uns das jetzt einmal aus der Nähe an. Sie brauchen auch keine Bedenken zu haben: Das Geldproduzieren ist lange nicht so unappetitlich wie die Herstellung von Würsten!

Aus null werden zehntausend!

Was passiert also, wenn Sie Ihren Kredit aufnehmen? Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Auf Ihrem Konto schreibt Ihnen die Bank 10.000 Euro gut. Das ist alles. Die 10.000 kommen allerdings nirgendwo her, sondern die Bank hat einfach aus "null" die Zahl "10.000" gemacht. Damit ist das neue Geld geboren.

Auf den ersten Blick ist das fast unglaublich: Eine einfache Zahl, die eine Bank in ihre Bücher schreibt, wird zu Geld, mit dem man überall bezahlen kann! Wie funktioniert das? Denn schließlich sind die Bücher und die Bilanz einer Bank erst einmal nur ihre eigene Angelegenheit. Da kann sie doch hineinschreiben, was sie will. Wie kommt es aber dazu, dass jedermann die dort hineingeschriebenen Zahlen als Geld akzeptiert?

Der Grund liegt darin, dass jedermann darauf vertraut, für diese Zahlen etwas Werthaltiges zu bekommen, etwa Waren oder Dienstleistungen. Nur dieses Vertrauen macht Geld zu dem, was es ist.

Geld ist nicht gleich Geld

Aber worauf vertrauen wir konkret beim Geld unserer Banken? Zuerst einmal darauf, dass wir dafür jederzeit BARGELD bekommen. Das ist nämlich ein anderes Geld, ein ganz spezielles. Nicht nur, weil man es real in den Händen halten kann, sondern auch, weil es - im Gegensatz zum Geld auf dem Konto - nur von einer besonders angesehenen Bank ausgegeben wird: der Zentralbank. Hinter der steht normalerweise der Staat. Und allein das verspricht mehr Sicherheit. Deshalb wird das von der Zentralbank herausgegebene Geld als etwas angesehen, dem die Leute noch mehr Vertrauen entgegenbringen als dem Geld der Geschäftsbanken.

Aus diesem Grund ist Zentralbankgeld auch dasjenige Geld, das alle haben wollen, sofern sie einmal das Vertrauen in eine bestimmte Bank und ihr Geld verlieren. Dann rennen sie dieser Bank die Bude ein und wollen ihr Geld vom Konto abheben, sprich Zentralbankgeld dafür haben.

Eines sollte man aber unbedingt wissen: Zentralbankgeld entsteht auf die gleiche Weise wie das andere Geld auch - per Knopfdruck aus dem Nichts. Die Zentralbank schafft es, indem sie Kredite vergibt. Und auch mit einem Geldschein gibt Ihnen die Zentralbank keinerlei Anspruch auf etwas Anderes als auf ein Stückchen Papier - schon gar nicht etwa den Anspruch auf einen Umtausch in Gold.

Und trotzdem gilt Zentralbankgeld als etwas Besonderes. Das sieht man auch daran, dass es das einzige Geld ist, das die Geschäftsbanken UNTEREINANDER akzeptieren. Wenn also eine Bank an eine andere etwas zu zahlen hat, braucht sie es gar nicht erst mit ihrem selbst produzierten Geld zu versuchen. Die andere Bank will auf jeden Fall Zentralbankgeld haben.

Damit wird das von den Banken geschaffene Geld erst durch den Umweg über Zentralbankgeld universell einsetzbar. Um zu sehen, wie das funktioniert, kommen wir auf die 10.000 Euro zurück, die Ihre Bank für Sie frisch hergestellt hat. Nehmen wir an, mit dem Geld wollen Sie mir meinen Gebrauchtwagen abkaufen. Dann sagen Sie Ihrer Bank: Die Zehntausend bitte auf das Konto überweisen, das Brichta bei seiner Bank hat. Meine Bank sagt aber: Brichta bekommt das Geld erst, wenn wir den Betrag in Form von Zentralbankgeld kriegen.

Also muss jetzt erst mal Zentralbankgeld geschaffen werden. Von wem? Natürlich von der Zentralbank, denn nur das Geld, das sie herstellt, ist Zentralbankgeld. Und wie wird es erzeugt? Natürlich durch Kredit, den Ihre Bank dort aufnimmt. Mit dem Kredit schafft die Zentralbank also nun ihrerseits 10.000 Euro per Knopfdruck und schreibt sie dem Konto gut, das Ihre Bank dort hat. Meine Bank hat ebenfalls ein Konto bei der Zentralbank. Ihre Bank sagt dann zur Zentralbank: Die Zehntausend bitte aufs Konto von Brichtas Bank - mit dem Vermerk, dass sie für Brichta bestimmt sind. Und so wandert das Geld durch einfaches Umbuchen aufs Konto meiner Bank. (Übrigens: Genau dafür gibt es Bankleitzahlen. Die sind nämlich nichts anderes als die Konto-Nummern der Banken bei der Zentralbank.)

Sobald meine Bank das Zentralbankgeld auf dem Konto hat, schreibt sie mir zehntausend Euro auf meinem Konto gut. Bei mir ist es dann allerdings kein Zentralbankgeld mehr, sondern meine Bank hat daraus ihr eigenes Geld gemacht. Ihre Zehntausend auf dem Konto bei der Zentralbank kann meine Bank jetzt anderweitig verwenden - so lange, bis ich mit meinem Geld wieder etwas anfangen will. Dann geht das Spiel nämlich von Neuem los.

Wir halten also fest: Zentralbankgeld kann man nur auf einem Konto bei der Zentralbank haben (was wir als Normalsterbliche aber nicht eröffnen können). Die einzige Möglichkeit für uns, an Zentralbankgeld zu kommen, ist das Bargeld. Schauen wir uns deshalb noch an, wie es läuft, wenn wir unser Autogeschäft in bar abwickeln und nicht per Überweisung. Auch dann muss Ihre Bank erst einen Kredit bei der Zentralbank aufnehmen. In diesem Fall lässt Sie sich die 10.000 Euro allerdings nicht auf dem Konto gutschreiben, sondern in Form von Geldscheinen auszahlen. Danach können Sie sich die Scheine bei Ihrer Bank abholen, indem Sie das Geld vom Konto abheben. Sie sehen daran: Auch Bargeld kommt - genauso wie das Geld auf dem Konto - durch Kredit in Umlauf.

Im Prinzip entsteht sogar sämtliches Geld durch Kredite. Und Kredite sind es auch, die das Geld am Leben erhalten. Sobald nämlich ein Kredit getilgt wird, verschwindet der durch ihn erzeugte Geldbetrag wieder im Nichts. Das bedeutet: Jeder Euro auf Ihrem Konto und in Ihrem Portmonee - selbst der, den Sie zum Beispiel als Gehalt überwiesen bekommen - ist durch Kredit geschaffen worden. Und er lebt nur durch Kredit weiter, auch wenn er in der Zwischenzeit mehrmals den Besitzer wechselt. Gäbe es keinen Kredit mehr, gäbe es auch kein Geld. Wer das einmal verstanden hat, betrachtet seinen Kontoauszug vielleicht mit anderen Augen.

Mehr Schein als Sein

Bis hierhin sieht die ganze Geld-hin-und-her-Schieberei allerdings ziemlich umständlich aus. Denn zuerst machen die Banken jeweils ihr eigenes Geld, danach müssen sie es aber doch in Geld umtauschen, das die Zentralbank macht. Sollte man da nicht lieber gleich nur EIN Geld haben, nämlich das der Zentralbank? Im Prinzip ja - wenn es da nicht einen Clou gäbe: Die Banken können nämlich viel, viel mehr eigenes Geld produzieren, als sie sich auf der anderen Seite als Zentralbankgeld wieder beschaffen müssen.

Konkret funktioniert das so: Anders als in unserem Beispiel, in dem Ihre Bank für 10.000 Euro selbst produzierten Geldes zum Überweisen auch 10.000 Euro Zentralbankgeld beschaffen musste, reicht es normalerweise, wenn sie deutlich weniger als zehn Prozent des selbst geschaffenen Geldes mit Zentralbankgeld unterlegt. Weniger als zehn Prozent? Warum? Nun, es heben ja nie alle Kunden gleichzeitig sämtliches Geld von ihren Konten ab oder überweisen es zu anderen Banken. Im Gegenteil: Während die einen abheben, zahlen die anderen etwas ein, während die einen woanders hin überweisen, bekommen die anderen Geld überwiesen. Bei manchen Überweisungen bleibt das Geld auch in derselben Bank. Und bei einem großen Teil des Geldes tut sich gar nichts; er bleibt unberührt auf den Konten liegen. Für all diese Fälle braucht eine Bank keinen Cent Zentralbankgeld. Solches Geld braucht sie nur, um für den täglichen SALDO aus Zu- und Abflüssen gewappnet zu sein. Außerdem ist es in vielen Ländern vorgeschrieben, dass Banken aus Sicherheitsgründen bestimmte Mindestreserven bei der Zentralbank unterhalten. Diese Pflicht muss natürlich ebenfalls erfüllt sein.

Darüber sollte man einen Augenblick nachdenken: Nicht einmal zehn Prozent des Geldes, das die Banken produzieren, sind mit Zentralbankgeld unterlegt - mit dem Geld also, dem die Leute am meisten vertrauen. Im Notfall kann sich eine Bank zwar auch mal mehr beschaffen, aber sie wird unmöglich auf 50 Prozent kommen - oder gar 100 Prozent. Denn an Zentralbank-Kredite (und damit an Zentralbankgeld) kommt sie nur, wenn sie dafür bestimmte, erstklassige Sicherheiten hinterlegt. Und davon haben Banken nicht so viele, wie sie für den Fall der Fälle bräuchten. Warum machen sie das dann? Warum produzieren sie mehr Geld, als sie sich gleichzeitig bei der Zentralbank beschaffen können? Sie könnten sich doch beschränken! Klar könnten sie das. Aber der Clou ist: Banken verdienen gerade daran sehr gut, dass sie mehr produzieren.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten mir einen Kredit geben und an den Zinsen gut verdienen, das dafür nötige Geld aber ohne Aufwand mit einem Federstrich selbst machen? Klar: Sie würden versuchen, soviel wie möglich davon zu produzieren! Genauso machen es die Banken. Da sie auf der anderen Seite für Zentralbankgeld Zinsen zahlen müssen, besorgen sie sich davon nur das nötigste. Im Normalfall brauchen sie ja nicht mehr.

Allerdings darf es deshalb auch nicht passieren, dass plötzlich alle Bankkunden auf einmal an ihr Geld wollen. Und aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass die große Mehrheit der Leute ihr Vertrauen in eine Bank und ihr Geld behält. Sobald nämlich das Vertrauen schwindet, droht ein Geldhaus zahlungsunfähig zu werden, weil dann alle Kunden gleichzeitig ihr Geld in solches umtauschen wollen, das ihnen vertrauenswürdiger erscheint. Die in Ungnade gefallene Bank könnte sich niemals auf die Schnelle soviel Zentralbankgeld besorgen, wie sie in diesem Fall bräuchte. Dies gilt für JEDE Bank, auch für die Ihre, egal wie groß sie ist.

Wozu braucht man Rettungsboote?

Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Sie sind auf einem Schiff, auf dem der Kapitän für den Notfall jedem Passagier einen Platz in einem Rettungsboot verspricht. Beim Nachzählen stellen Sie aber fest, dass die vorhandenen Boote nicht einmal für die Hälfte aller Passagiere ausreichen. Im Normalfall, solange der Kahn also ruhig im Wasser liegt, ist das sicher kein Problem. So lange könnten Sie sich sogar in jedem der Boote richtig breit machen - mit Ihrem ganzen Gepäck. Aber was ist, wenn plötzlich alle gleichzeitig in so ein Boot wollen? Die Titanic lässt grüßen!

Ähnlich ist es mit Ihrem Geld. Im Normalfall können Sie davon abheben oder überweisen, soviel Sie wollen - sofern Ihr Konto gedeckt ist. Wenn aber alle anderen zur selben Zeit das Gleiche machen wie Sie, ist nicht genügend für alle da. Der Unterschied zum Schiff ist nur, dass beim Geld in der Regel sofort viele Helfer zur Stelle sind: andere Banken, die Regierung und die Notenbank. Die werfen dann schnell Rettungsboote und -ringe aus, um Sie und die anderen Kunden vor dem Absaufen zu bewahren. Genau das ist jüngst bei der Bausparkasse Nothern Rock in England passiert.

Jetzt denken Sie aber mal weiter: Grundsätzlich sind ALLE Banken in der gleichen Situation, haben also nur einen Bruchteil des selbst geschaffenen Geldes mit Zentralbankgeld abgesichert. Sie können sich sicher ausmalen, was passieren würde, wenn das Vertrauen in mehr als eine Bank und ihr Geld verloren ginge - oder gar in alle Banken! So etwas darf schlichtweg nicht geschehen.

Unser Geldsystem basiert auch auf der Annahme, DASS dies nicht passiert. Jedem Einzelnen wird zwar "garantiert", dass er jederzeit über sein Geld frei verfügen kann. Er kann das aber nur, solange nicht alle gleichzeitig von diesem Recht Gebrauch machen wollen.

Die interessante Frage dabei ist: Ein Schiff kann untergehen, eine Bank auch - aber können auch viele oder gar alle Banken auf einmal sinken? Dann müssten ja alle Kunden bei allen Banken gleichzeitig an ihr Geld wollen. Dafür gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund - oder? Nun, im "Normalfall" sicherlich nicht. Aber im Normalfall braucht man auf Schiffen auch keine Rettungsboote.

Dazu kommt eine psychologische Seite: Wüssten auf einem Schiff alle Passagiere, dass die Boote im Notfall nicht einmal für die Hälfte der Leute an Bord ausreichen, die meisten von ihnen führen vermutlich trotzdem mit. Nach dem Motto: Es wird schon nichts passieren... Aber Sie können sich bestimmt ausmalen, dass schon bei den ersten Anzeichen eines Notfalls Panik ausbräche. Denn alle wüssten ja um den Mangel an Plätzen in den Booten. Eine solche Panik verstärkt sich leicht und verselbständigt sich sogar, so dass unter Umständen selbst dann der Notfall eintritt, wenn es ohne die Panik noch einmal gut gegangen wäre.

Wie hätte das in diesem Fall vermieden werden können? Entweder, indem man von vornherein genügend Rettungsboote an Bord gehabt hätte, oder, indem man den Mangel nicht auch noch dem letzten Passagier klar macht.

Beim Geld zählt Letzteres: Für viele Leute ist Geld einfach Geld. Punkt. Und das ist gut so. Denn wenn kaum jemand weiß, dass nicht genügend "Rettungsboote" vorhanden sind, kann auch kaum einer Panik kriegen. Solange die meisten Leuten also gar nicht wissen, dass ihr Geld auf dem Konto im Fall der Fälle nicht das hält, was es verspricht, so lange ist die Gefahr gering, dass schon bei ersten Anzeichen eines Notfalls Panik ausbricht, die das Unglück erst wahr werden lässt. Das bedeutet, zu einem gewissen Teil lebt unser Geldsystem auch von der unvollkommenen Information über seine Funktionsweise. Störend sind dabei natürlich Artikel, wie der, den Sie gerade lesen. Verzeihung, aber ich habe Sie gewarnt.

Bevor Sie nun aber Panik kriegen: Es gibt viele Möglichkeiten, den Untergang Ihres Geldes zu verhindern oder zumindest weit hinauszuzögern. Und das ist die gute Nachricht. Denn Staaten und ihre Notenbanken können schließlich genauso einfach Geld herzaubern, wie es die Geschäftsbanken tun - im Prinzip sogar noch einfacher. Geld, das auch noch als "besser" gilt, weil es ein besonders hohes Ansehen genießt. Wenn es bei einer Bank also brennt, richtet man nur den großen Schlauch auf sie und spritzt so lange Geld, bis das Feuer gelöscht ist. Genau dies machen Regierungen und Notenbanken in der aktuellen Finanzkrise. Und sie werden es in der nächsten Krise wieder tun. Damit verhindern sie vorerst, dass aus der Krise EINIGER eine Krise für ALLE wird.

Am Ende bleibt allerdings eine Frage: Ist es denkbar, dass die Leute das Vertrauen in jedwedes Geld verlieren, also auch in Zentralbankgeld? Erst dann nämlich wären auch Staaten und Notenbanken am Ende mit ihrem Latein. Und unser Geld wäre es auch. Die Rettungsspritzen würden wirkungslos verpuffen.

Mit dieser Frage werde ich mich aber nicht jetzt beschäftigen, sondern ein anderes Mal. Sie können ja schon einmal darüber nachdenken - herzlichst Ihr Raimund Brichta.

Quelle: n-tv.de

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