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Herman Kutzer

Montag, 23. November 2009

Kutzers Corner

Notenbanken am Drücker

Hermann Kutzer

Kapitalmarkt-Kommentator Hermann Kutzer

Kapitalmarkt-Kommentator Hermann Kutzer

Wissen Sie, was mir an der aktuellen Börsensituation am besten gefällt? Die Meinungsvielfalt. Es gibt weder eine Welle der Euphorie noch einen Chor der Kassandras. Wer in diesen Tagen unschlüssig ist und deshalb Orientierungshilfen für seine Anlagestrategie sucht, wird durch die Breite der Analysen und Prognosen gezwungen, sich selbst zu entscheiden.

Mit dem Trend schwimmen oder gegen ihn – es gibt keine gleichlautenden Empfehlungen: Der Optimismus für die endgültige Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich ausgebreitet, gewiss, bleibt aber durch Vorsichtsappelle eingeschränkt. Dazu kommen neue, offizielle Warnungen wegen der Deflation in Japan, vor den Folgen der Dollarschwäche in Amerika und vor erneutem Übermut der Banken in Deutschland. Alles in allem eine Mischung, mit der die Anleger gut leben können.

So bleiben Aktien trotz ihrer schier unglaublichen Erholung seit Frühjahr bis auf weiteres attraktiv – unabhängig davon, mit welchem Tempo sich die konjunkturelle Erholung fortsetzt. Die Frage, ob es jetzt oder erst später – vielleicht im Frühjahr 2010 – zu der allseits erwarteten Kurskorrektur-Phase kommen wird, ist wirklich schwer zu beantworten: Denn eine spürbare Verschnaufpause wäre längst fällig, andererseits sind November/Dezember meist gute Börsenmonate.

Als Alternativen oder zur Depotbeimischung eignen sich nach wie vor die Wandelanleihen, zum Teil auch Aktienanleihen und Gold als Versicherung. Aber noch einmal zur Meinungsbildung: Behalten Sie Inflation und Zinsen im Auge – die Geldpolitik der Notenbanken wird den Börsentrend entscheidend beeinflussen: Beginnen die Währungshüter die Hähne zuzudrehen, werden auch die Aktienmärkte gebremst!

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