Mittwoch, 07. Oktober 2009
Kutzers Corner
Langfristiger denken und handeln
Kapitalmarkt-Kommentator Hermann Kutzer
Ändert sich die Mehrheit der Anleger nie, schwankt sie also nach wie vor zwischen Gier und Angst? Diskussionen in den vergangenen Tagen bestätigen diesen Eindruck. Viele Anleger ärgern sich jetzt, dass sie aus Aktien ausgestiegen sind und die fulminante Erholung seit Frühjahr nicht mitgemacht haben. Da kommt der neue Höhenflug des Goldes gerade recht. Nichts gegen kurzfristige Spekulation und Trading - doch sollte solches Taktieren keinesfalls die langfristige, auf Geduld und Risikostreuung basierende Strategie ersetzen. Ich verweise nur auf die jüngste Postbank-Studie, die ein erschreckend steigendes Desinteresse der Bundesbürger an der langfristigen privaten Vorsorge als Folge der Finanzkrise zu Tage gefördert hat.
Operative Hektik hängt oft mit allzu kurzfristigen Gewinnerwartungen zusammen (Stichwort Gier). Deshalb plädiere ich gerade jetzt für die Rückkehr der Langfristigkeit, denn: Bei allem Optimismus für die Börse könnte der weitere Anstieg holprig werden und länger dauern als es vielen Anlegern lieb ist. Ähnlich die Aussichten fürs gelbe Metall: Zahlreiche Analysten malen neue, spektakuläre Rekordmarken an die Wand. Doch gilt das zunächst einmal auf Dollarbasis, ist die Schwäche der amerikanischen Währung doch das wichtigste aktuelle Argument für einen nachhaltigen Anstieg. In heimischer Währung, also auf Euro-Basis, dauert es viel länger, bis man mit Gold einen entsprechenden Gewinn erzielt, wie ein Blick auf die langfristigen Charts beweist! Streuen Sie also Ihre Anlagen und geben Sie ihnen mehr als nur ein paar Monate Zeit!