Dienstag, 25. August 2009
Annette Eimermacher
Und täglich grüßt das Opeltier...
Auch in dieser Woche gilt: "Und täglich grüßt das Opeltier?" Zur Abwechselung ist es aber nicht die Meldung, dass wir diese Woche tatsächlich/wahrscheinlich/nun endlich eine Entscheidung sehen werden. Nein, es ist die Meldung, dass es eben keine Entscheidung gibt. Und vor allem keine Entscheidung für Magna.
Vertan, vertan - könnte man auch sagen. Von wegen Zwischenfinanzierung! Ich könnte mir vorstellen, dass sich Angela Merkel Anfang der Woche kräftig die Augen gerieben hat, als solche und ähnliche Meldungen über die Ticker liefen: "GM scheut sich offenbar vor Opel-Verkauf"; "GM will Opel behalten". "Der stärkste Druck ist bei GM raus", erklärt Autoexperte Christoph Johann. Wir erinnern uns: Im Frühjahr hatte der Konzern noch händeringend Geld gebraucht. Und jetzt? Jetzt kann er sich, auch dank der staatlichen Brückenfinanzierung aus Berlin - 1,5 Milliarden Euro - und dank Abwrackprämie, offenbar gemütlich zurücklehnen und neu pokern.
Könnte es sein, dass es den Verantwortlichen bei GM jetzt, wo dem Konzern das Wasser nicht mehr bis zum Hals steht, plötzlich darum geht, die Perle Opel zu behalten? "Das Entwicklungszentrum, die gesamte Kompetenz für kleinere und mittlere Fahrzeuge liegt in Rüsselheim", so Christoph Johann. - Warum also darauf verzichten, wenn es nicht mehr nötig ist?
Den Opelanern reicht es endgültig. Angie fühlt sich - glaube ich zumindest - etwas über den Tisch gezogen. Der Steuerzahler hat wieder einmal gezahlt? Und trotzdem bleibt die Frage, die Autoexperte Jürgen Pieper offen stellt: Wer sagt eigentlich, dass die Zukunft von Opel bei einer gesunden GM nicht vielleicht sogar besser ist als bei Magna?