Dienstag, 25. Oktober 2011
Die Busch-Trommel
Neues aus Absurdistan
von Friedhelm Busch
Das Haus brennt lichterloh, doch statt sofort die Feuerwehr zu alarmieren, legen die bedrohten Hausbewohner den Feuermelder lahm und drehen den Feuerwehrleuten das Löschwasser ab. Eine absurde Vorstellung? Sicher, aber Ähnliches geht zurzeit in Europa über die Bühne.
Nach den jüngsten Erkenntnissen der Troika von IWF, EZB und EU-Kommission sprengt die für das Überleben Griechenlands notwendige Finanzhilfe den Rahmen aller aktuellen und geplanten Rettungsprogramme. Damit müsste nun auch dem letzten Politiker in Europa klar sein: Griechenland ist pleite, und seine Gläubiger werden wohl auf mindestens 60 Prozent ihrer Forderungen verzichten müssen.
Abgesehen von den griechischen Instituten, die diesen Verlust mit Sicherheit nicht ohne ihre Verstaatlichung überleben würden, wären in Europa an vorderster Front die großen französischen Banken von diesem drastischen Schuldenschnitt betroffen. Und ohne die Hilfe der französischen Regierung würden sie die fälligen Abschreibungsverluste kaum verkraften. Das wiederum brächte den französischen Staat, dessen internationale Bonität auch ohne diese zusätzlichen Belastungen gefährdet ist, in gewaltige Schwierigkeiten.
Die ersten Ratingagenturen denken bereits laut über eine Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit nach. Noch erfreut sich das Land, wie u.a. auch Deutschland, der höchsten internationalen Wertschätzung, sollte aber die gute französische Bonität schwinden, wäre das der endgültige K.o. für jedes europäische Rettungsprogramm. Nach Griechenland, Portugal, Irland und eventuell Spanien und Italien auch noch Frankreich helfen zu müssen, das würde selbst einen erweiterten Rettungsschirms hoffnungslos überfordern. Mit anderen Worten: Wenn die Ratingagenturen auch für Frankreich den Daumen senken, bleibt von der ganzen Euro-Zone nur noch die Asche.
Brandmelder abschalten
Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, kommt aus Brüssel ein besonders gelungener Vorschlag: Wenn verantwortungslose Ratingagenturen mit negativen Bewertungen Europa ins Unglück stürzen können, dann muss man ihnen halt verbieten, derartige Tatarenmeldungen zu veröffentlichen. Wenn's also brennt, ganz einfach den Brandmelder abschalten, und schon ist die Gefahr beseitigt! Klingt wie eine Meldung aus Absurdistan, ist aber tatsächlich ein Vorschlag aus der EU-Kommission.
Auch ohne Urteil der Ratingagenturen wird sich aber am gigantischen Rettungsbedarf in der Euro-Zone nichts ändern. Daher plant die Bundesregierung , den Rettungsschirm, soweit er noch nicht für den Kauf von Anleihen und für direkte Kredite verplant ist, möglichst effektiv wie eine "Versicherung" einzusetzen. Nicht der Fonds selber, sondern Banken oder andere private Investoren sollen künftig neue Staatsanleihen kaufen. Käme es nun während der Laufzeit einer Anleihe zu einer Staatspleite, übernähme der Rettungsfonds wie bei einer Teilkaskoversicherung einen vorher vereinbarten Teil der Verluste, den großen Rest trügen aber die Investoren. (Und wer rettet dann notfalls die Investoren?). Mit dieser Konstruktion erweitert die Politik den möglichen Wirkungsgrad des Fonds; zudem hofft man offenbar , mit der staatlichen Risikobeteiligung private Investoren leichter zum Kauf auch hochriskanter Staatsanleihen bewegen zu können. Das erinnert fatal an die schön verpackten, aber leider minderwertigen Hypothekendarlehen der US-Immobilienkrise, die manchen naiven Investor ruiniert und letztlich die große Finanzkrise verursacht haben.
Freiwillige Feuerwehr
Die Banken, wie auch andere private Investoren sollen also in diesem Konzept sozusagen als freiwillige Feuerwehr der Politik helfen, den Flächenbrand in der Eurozone zu löschen. Fragt sich allerdings, ob sie das überhaupt wollen und können. Warum sollen sie freiwillig ein hohes Verlustrisiko in ihre Bücher nehmen? Zumal ihnen gerade jetzt von den Politikern aller Couleur vorgeworfen wird, die gegenwärtige Staatsschuldenkrise mit verursacht zu haben. Die Staatsschulden seien doch erst nach der Lehman-Pleite so richtig explodiert, weil sich viele Banken mit zu geringen Eigenkapitalreserven in blinder Gier bei riskanten Immobilienkrediten verspekuliert hatten und am Ende auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden mussten. Und jetzt drohten schon wieder Bankenpleiten, weil die Finanzmärkte auf riskante Staatsanleihen gesetzt haben, die nun u.U., wie im Falle Griechenland, zu existenzbedrohenden Verlusten führen, weil der Eigenkapitalpuffer der Banken nicht ausreicht. Stimmt! Staatsanleihen müssen nämlich in den Bankbilanzen gar nicht durch Eigenkapital abgesichert werden, weil nach herrschender Meinung Staatsanleihen- auch griechische - sicher sind. Das war in der Vergangenheit ein Vorteil für beide, für die Bank und den Staat. Die Bank konnte ihr kostbares, weil knappes Eigenkapital beim Kauf von Staatsanleihen schonen und bei anderen riskanten Engagements zur Absicherung einsetzen; und die Staaten profitierten von dieser Vorschrift durch günstige Zinskonditionen für ihre Emissionen.
Löschwasser muss im Speicher bleiben
Jetzt soll das plötzlich aber alles falsch gewesen sein. Jetzt sollen die Banken auch Staatsanleihen mit Eigenkapital unterlegen. Wer, einem früheren Wunsch der Politik folgend, griechische Staatsanleihen in seiner Bilanz gehalten, also nicht schon längst verkauft hat, der muss nun schleunigst für zusätzliches Eigenkapital sorgen, um Verluste der bevorstehenden Griechenlandpleite auszugleichen. Wackeln demnächst die Staatsanleihen anderer Länder, müssen auch hierfür entsprechende Eigenkapitalpuffer aufgebaut werden. So entsteht bei den Banken ein gigantischer Bedarf an Eigenkapital. Wer das benötigte Eigenkapital nicht in Kürze beschaffen kann, muss halt Kapitalbeteiligungen des Staates akzeptieren. (Woher ein hoch verschuldeter Staat dann das Geld nimmt für derartige Beteiligungen, das bleibt ein Rätsel). Es bietet sich den Banken natürlich auch die Möglichkeit, die Kreditrisiken in der Bilanz so weit zu verringern, bis das vorhandene Eigenkapital die geforderten Normen erfüllt: Zum Beispiel die Kreditvergabe generell einschränken, das träfe allerdings die Wirtschaft allgemein, weil Investitionen künftig teurer finanziert werden müssten. Oder riskante Staatsanleihen aus dem Bestand verkaufen, was den betroffenen Ländern aber gar nicht gefallen dürfte, weil sich dann ihre Zinskonditionen schlagartig verschlechtern könnten.
Oder aber neue Staatsanleihen erst gar nicht kaufen, weil das entsprechende Eigenkapital nicht vorhanden ist. Damit wären dann alle Überlegungen zur Rettung der europäischen Schuldensünder Makulatur. Mit ihrer Forderung nach mehr Eigenkapital in den Bankbilanzen drehen die Politiker genau in diesem Moment den Banken das dringend benötigte Löschwasser ab. Auch das eine Meldung aus Absurdistan.
Ein Schuldenschnitt besser heute als morgen. Die EZB soll die Wirtschaft mit Geld versorgen und keine Staatsanleihen kaufen!
Nur wer sich verantwortungslos dem Volk gegenüber verhält, kauft Produkte Staatsanleihen, die keiner mehr haben möchte! Darüber hinaus bewegt sich die EZB in der Illegalität, was aber scheinbar keinen interessiert. Der kleine Mann wird´s schon richten. Mich verwundert nur, dass Realitäten ignoriert werden. Das Geld, das inzwischen in Griechenland gepumpt wurde, hätte eben so gut auch für die Liquiditätssteigerung einzelner Banken und Staaten eingesetzt werden können. Und nun auch noch die absolute Arroganz der Italiener. Gut, dann soll doch die Aussage: wir benötigen keinerlei Stützung und Bevormundung, hingenommen werden! Warum kauft dann die EZB Italienische Staatsanleihen? Mein Fazit: Europa ist in dieser Form nicht zu retten, sparen wir uns diese Unsummen und riskieren nicht auch noch den Ruin Deutschlands.
Griechenland hat keine Industrie und ist ohne Kredite nicht lebensfähig. Nach dem Schuldenschnitt kann die Konsummaschine wieder durchstarten. Wo bleiben die versprochenen Konsequenzen und wo die neuen Regeln?
Die Brandmelder sind eben etwas parteiisch. Die müssten in Amerika pausenlos schrillen. Daher kann man die getrost in den Müll werfen.
Die Märkte, wer auch immer das sein mag, machen uns darauf aufmerksam: seit Jahren schon drücken wir uns vor der Entscheidung. Entweder wir behalten eine gemeinsame Währung und geben unsere Souverenität auf oder wir behalten unsere Souverenität und kehren zu nationalen Währungen zurück. Ich denke, die vereinigten Staaten Europas sind die zukunftsfähige Wahl - aber keinesfalls als undemokratisches Brüsseler Bürokratiemonster, sondern basierend auf eine gemeinsame und durch freie, gleiche und geheime Wahlen hervorgegangene Regierung.
A statt AAA in der Bonität ist kein Totengräber für den Euro. Und die Banken kaufen Staatsanleihen nicht mit dem Ziel ihr Eigenkapital damit zu mindern, sondern um sichere Wertpapiere zu besitzen, die sie für hohe Kredite bei den Notenbanken hinterlegen können. Die Bilanzsumme zu verkürzen sollte deshalb kein Problem sein. Herr Busch verfällt leider langsam der Polemik. Schade.
Sehr geehrter Herr Busch, haben Sie schon einmal über die Möglichkeit nachgedacht, dass die neue Forderung der EU an die Banken, auch Staatsanleihen mit Eigentkapital abzusichern und gleichzeitig die Eigenkapitalquote von 4 auf 9 Prozent zu erhöhen, keineswegs eine Aktion aus Absurdistan ist, sondern eine ganz gezielte Strategie? Es ist immer schon eine Forderung der Linken gewesen, Banken zu verstaatlichen. Die SED-Nachfolgepartei fordert das nur in Parteitagsbechlüssen, die ehemalige FDJ-Sekretärin im Kanzleramt jedoch betreibt das mit Hilfe einer absolut raffinierten Taktik: Erst den Banken Auflagen machen, die viele nicht erfüllen können, und dann mit staatlichem von der EZB willfährig aus dem Nichts geschaffenen Kapital die Banken in die Hand des Staates überführen. Auch Lenin hätte es nicht besser machen können.
Für alle die - wie Herr Busch - nicht wissen, wie sich die Kapitalbilanz ergibt: Wenn eine Bank eine Millarde Euro in Bar hat, hat sie eine Millarde Aktiva. Gehen wir davon aus, dass keine weiteren Aktiva bestehen und keine Verbindlichkeiten, hat die Bank also eine Millarde Eigenkapital. Kauft die Bank nun für 1 Millarde Euro Deutsche Staatsanleihen, vollzieht sie einen Aktiva-Tausch und hat immer noch 1 Millarde Eigenkapital! Geht sie damit nun zur EZB und leiht sich 100 Millarden Euro und hinterlegt dafür die 1 Millarde an Staatsanleihen, hat die Bank nun 101 Millarden Aktiva und auf der Kapitalseite: 1 Milliarde Eigenkapital und 100 Millarden Fremdkapital. Damit ist leicht zu erklären welchen Unsinn hier Herr Busch versucht zu verbreiten.
Die Union kann nur dann ihre Glaubwürdigkeit retten, wenn Wolfgang Bosbach zum neuen Kanzlerkandidaten erklärt wird.
Also ich bleib dabeiunten lesen entweder ein Ende mit Schrecken dann ist eben alles unser Erspartes weg, oder ein Schrecken ohne Ende dann eben Geld drucken, sind nur noch ein paar Tage bis dahin. Klaus Hermann sagt: 11.10.2011 10:43 irgendwann hat jeder mal recht, die Zeit wird knapp villeicht noch 3 wochen höchstens der Staudamm ist zu hoch gebaut kann man ja berrechnen wann die Fundamente nachgeben,
Jetzt mal Butter bei die Fische. Ständig höre ich von den Chefökognomen der Banken, dass Griechenland auf keinen Fall offiziell pleite gehen darf weil sonst sofort die Kredidtausfallversicherungen für Staatsanleihen sofort fällig werden. Dies würde die Banken und Finanzwirtschaft in den Abgrund reißen. Ja verdammt noch mal, genau dafür wurden doch Kredidtausfallversicherungen für viel Geld abgechlossen. Oder sind die nur eine Fata Morgana und dienen nur zum Zocken ??
Nun also kommt er endlich der große Schuldenschnitt. Er ist alternativlos wie so vieles in dieser Zeit und wird vermutlich von den Märkten gefeiert, als wäre die Krise damit endgültig gelöst. Der naive Glaube das das Gute immer über das Böse siegt wird hier ad absurdum geführt. Mit Lug und Trug haben sich die Griechen in die Eurozone gemogelt und sich dort über die Jahre an den prall gefüllten Fleischtöpfen bedient. Da die Mittel schier unerschöpflich waren, hat man einen gewaltigen Beamtenapparat aufgebaut mit Grundgehältern, die nicht selten 300 über den vergleichbaren Gehältern im privaten Sektor lagen. Daneben noch kleinere Extras wie 17 Monatsgehälter und vieles mehr. Da das zahlen von Steuern in Griechenland tunlichst vermieden wird, wurden all diese Wohltaten auf Pump finanziert. So wurde über die Jahre ein immer gewaltigerer Schuldenberg aufgetürmt. Während die griechische Oberschicht ihre Milliarden bereits im Ausland in Sicherheit gebracht hat, ist es nun an den europäischen Steuerzahlern den Schaden zu beheben. Doch selbst damit ist das Problem nicht gelöst. Trotz Schuldenschnitt wird Griechenland auch in Zukunft am Tropf der EU hängen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Schuldenberg wieder auf 400 Milliarden angewachsen ist und das Land erneut gerettet werden muss. Vetternwirtschaft und Korruption lassen sich nicht auf Befehl abstellen. Um die Kosten für den völlig aus dem Ruder gelaufenen Staatsapperat in erträglichere Dimensionen zu lenken, müssten mindestens 500.000 Beamte entlassen werden. Das ist aber politisch nicht durchsetzbar. Der Schuldenschnitt sendet auch ein verheerendes Signal an die anderen PIGS-Länder, die sich ernsthaft bemühen ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Wie sollen sie ihren Bürgern schmerzhafte Einschnitte erklären, wenn man sich doch so einfach auf griechische Weise entschulden kann. Auch den Rettern wird es an den Kragen gehen. Die Hedgefondmanager reiben sich jetzt schon die Hände. Italien wird der nächste Kandidat sein, den man sich trotz Rettungsschirm vornehmen wird. Im Verbund mit den Ratingagenturen wird man das Land sturmreif schießen und den Politikern zeigen wer die wahren Herrscher dieser Welt sind.
Die Ratingagenturen als Brandmelder zu bezeichnen finde ich persöhnlich als Verschönigung dieser privaten Institute. Für mich sind sie mehr ein Branbeschleuniger, den ohne die schlechten Ratings hätte Griechenland eine weitaus geringere Zinslast. Dann müsste man die Vereinigten Staaten auch als Pleite bezeichnen, denn falls es mit der Rettung der Eurozone nicht klappt, wäre das Risiko für die USAmit ihren 15 Billionen Dollar Schulden ihre Schuldenbzw Zinsen nicht zu tilgen weitaus höher. Ergo müssten die Ratingagenturen die USA weiter abstufen und somit würden auch die Zinsen höher fallen. Was sie ja im Falle der USA nicht machen. Ein Spiel der Finanzinstitute, was unbedingt reguliert werden muss, Weltweit. Meiner Meinung nach besteht noch Hoffnung, solange die Menschen dieser Welt der Tatsache in die Augen schauen, friedlich auf die Straße gehen und der Politik Druck machen.
Scheitert der Euro, scheitert Europa - so die Kanzlerin. Wenn ein gemeinsames Europa nicht mehr zu bieten hat als den Euro,sollte man ernsthaft nachdenken, den derzeitigen Europagedanken aufzugeben. Im übrigen ist die Argumentation von Herrn Busch schlüssig.- Überschuldete Staaten mit weiteren Schulden zu retten gleicht der Quadratur des Kreises. Heinrich Seibert, Ing. Worms
Wie denn? Die Banken kaufen mit etlichem Zentralbankgeld ca 90 Staatspapiere von Euroländern die mit diesem Geld dann Rettungsschirme begeben und die dienen dazu die Banken zu retten ? Kapiert überhaupt noch einer was? Können die Banken denn nicht, -so wie die Commerzbank rezent- sich Eigenkapital von ihren Aktionären besorgen ? Dann wäre die M3 doch kleiner. Also warum dann nicht das EZB-Geld als Rechtfertigung einer Verstaatlichung nehmen?
absurdistan, wie schon gesagt. wenn aber der Inhaber der Macht sagt, das 2*2 = 5 ist, dann ist solange 2 2= 5, wie der entsprechende Inhaber der Macht an der Tete ist. Aber es kommen auch wieder Zeiten, in denen 2*2 = 4 ist. Bis dahin gibt es Verlierer und Profiteure, eigentlich wie zu allen Zeiten... Absurdistan eben... Kompliment an einen der wenigen hellen und noch nicht vernebelten Köpfe im Deutschen Fernsehen, Herrn F. Busch. aber er muss sicher nicht mehr von seinen Honoraren leben...
Gab es 1992 nicht einmal Maastrich Kriterien für die Europäische Union? Wo sind die geblieben? Leider wird am Schluss nichts anderes übrig bleiben, als diese wieder anzuwenden und die Sünder aus dem Euro zu kippen. Oder will Deutschland den ganzen Südgürtel finanzieren? Ein Ende mit Schrecken ist unausweichlich. Falls Frau Kanzlerin Merkel das nicht tut, wird ihre Nachfolgerin Wagenknecht durchgreifen müssen. Ich sage das als Schweizer nicht mit Häme, die Deutschen tun mir echt leid, wenn ich sie bluten sehe.
Ein wie immer vorzüglicher Kommentar Herr Busch. Besonders freut es mich, dass Sie auf die Narretei der deutschen Politiker hinweisen . Um Mißverständnissen vorzubeugen, Sie haben das nicht so gesagt. Als Bankaktionär verlange ich künftig von Bankvorständen keine Staatsanleihen mehr zu kaufen. Dann sollen Frau Merkel, Herr Schäuble und Konsorten zusehen woher sie Geld bekommen.
Endlich mal ein Kommentar im Klartext. Wo sind wir eigentlich hingekommen? Bevor die Griechen pleite gehen, wird irres Geld in das Land gepumt. Die reichen Griechen haben das Kapital längst in die Schweiz gebracht. Die Unternehmen in GR, die noch irgendwas auf die Reihe kriegen, haben ihre Geschäftssitze nach Bulgarien verlegt. Da gibt es noch mehr EU Förderung. Niemamand in GR hat versucht das zu verhindern. Die politische Union ist Lichtjahre weit entfernt. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Augenblick die europäische Götterdämmerung erleben. Gute Nacht, Deutschland.
Die Ratingagenturen sollten in dem Beispiel nicht mit Brandmeldern verglichen werden, sondern mit der Presse, die über den Brand berichtet. Wenn wir jetzt noch die Häuser gegen die brennenden Autos von Berlin usw. austauschen, wird die Wirkung der Ratingagenturen besser beschrieben.
Alles schön und gut - aber was ist die Lösung Herr Busch? In Anbetracht der desaströsen Haushalts- und Arbeitsmarktdaten in den sog. Piigs Staaten sind Sparprogramme dies wäre die einfachste und sauberste Lösung kaum noch durchsetzbar. In diesem Kontext werfe ich auch die Frage auf - gibt es nicht eigentlich zwei wesentliche Interessen in der EU. Die Gruppe der Vermögenden tendenziell ältere Generationen und die der verhältnismäßig ärmeren Bevölkerungsgruppen tendenziell jüngere Generationen - die eine Gruppe möchten eine Inflation möglichst verhindern - die anderen möchten Arbeiten und würden hierfür eine Inflation in Kauf nehmen. Mit Blick auf die anstehenden Lasten aus Pensionen/Renten und den demographischen Entwicklungen in D ist unser aktueller Generationenvertrag sowieso nicht tragbar. Meine Vorschlag zur Lösung des Problem: Wachstum Inflation braucht unser Land. Drastisch und überspitzt ausgedrückt. Schluss mit der aristrokratischen Klientelpolitik der EZB. Diese sollte den Staaten direkt gedrucktes Geld für Konjunkturprogramme wie die abwrackprämie oder. Infrastrukturprogramme schenken, um so dass Geld direkt in den wirtschaftskreislauf zu pumpen. Über höhere Steuereinahmen und Geldentwertung können sich dann die staaten entschulden.
@der Schweizer Ein interessanter Kommentar! Wie würde nun ein Vermögender auf ihren Vorschlag der Inflationierung adäquat reagieren? Nun, er würde fast all sein Geld von der Bank abziehen, Lebensversicherungen kündigen und in Sachwerte Gold, Immobilien, Aktien investieren, um sich so vor Verlust zu schützen. Ab einem Zeitpunkt würde diese unsachliche Geldvermehrung dann in der Realwirtschaft ankommen und besonders den kleinen Mann hart trefen. Letzlich würde ihre Strategie nur dann Früchte tragen, wäre sie von einem starken Wirtschaftswachstum begleitet. Ich dies aber nicht der Fall, würde eine Währungsreform unvermeidlich.
mal zu den Vorrednern: zu schweizer: steht doch in Ihrem Namen wo ein Teil her kommen soll .. viele Milliarden der Südländer liegen schwarz in der Schweiz , und die Krankenschwestern sollens ausbaden .. auch nicht fair obwohl dümmer als die griechischen gewerkschaften kann man sich nicht mehr verhalten zu volkswirt : bitte Name ändern,denn ein Volkswirt argumentiert sachlich und nicht herablassend ideologisch , ganz schlecht !
Mir ist das absolute worst case scenario immer noch nicht klar. Die Konsequenzen für Deutschland im schlimmsten möglichen Fall ?
Ist nicht das ganze System Makulatur? Die Banken sind zu Zockerbuden verkommen. Wenn Geld Geld vermehrt, ohne das Waren oder Leistungen als Gegenwert vorhanden sind, ist das absolut unmoralisch, weil nicht mehr der Mensch im Mittelpunkt der Handlungen steht. Wir müssen zu einem neuen System kommen. Weg vom quantitativen Wachstum, hin zu qualitativen Wachstum.
Das ganze Desaster ist nicht zuletzt sondern vor allen Dingen auf die schrankelose Deregulierung des Finanzbanksystems in den 1990er Jahren zurückzuführen. Und der Kommentator Busch war nun wirklich jemand, der mit Eifer dieser ungebremsten Derregulierung das Wort geredet hat. Und Ratingagenturen sind in nun wahrlich keine neutralen Beobachter sondern haben selber Karten im Spiel, und von daher eher Brandbeschleuniger; genaus so wie Banken nicht die Feuerwehr sondern die Brandstifter sind. Aber da sind im realen Leben die Grenzen ja auch manchmal fließend. Das Gezocke der Finanzbanker erfüllt keinerlei volkswirtschaftlichen Sinn außer dem individuellen immer mehr Geld anzuhäufen und für 99 der Menschen der Menschen gefährdet es auf unlautere Weise Einkommen und Altervorsorge. Das ist die nun mal die klassische Definition für Kriminalität, nur leider haben es die Lobbyisten der Finanzbanker geschafft, die kaum noch zu durchschauenden Finanzprodukte straffrei zu stellen. Wir müssen endlich anfangen, kriminelles Handeln wieder kriminell zu nennen und Krimininelle wieder als Kriminelle zu bezeichnen. Und die Politik muss endlich diese Zockerei beenden, die die Staaten erste in diese immense Verschuldung gestürzt hat. Gegen das Finanzbanksystem sind Mafia, Camorra, Triaden usw. nur ein lahmer Verein von Hütchenspielern
Das ist eine Verlustsubventionierung für Banken... um eine max. Staatsverschuldung zu stabilisieren... aber eben auch zu erhalten. Wo Politik deregulieren konnte, da muss sie auch re-regulieren können. Alle halb leere Fässer werden mit allen leeren Fässern durch staatliche Schläuche verbunden, ohne die Zapfhähne der Investment-Banken, Hedgefonds, Swops etc. zu entfernen. Das Spiel endet erst, wenn alle Fässer leer sind... für Systemwechseler läuft es perfekt innerhalb des Wunschszenarios.
Klartext in der Krise wäre, die Wahrheit zu sagen: Der Euro ist gescheitert. Welcher Politiker hat den Mut das zu sagen? Helmut Schmidt ist nach wie vor ein glaubwürdiger Mensch, der die Sprache des Volkes spricht. Die Aussage von Frau Merkel ist immer noch: Scheitert der Euro, scheitert Europa ist falsch. Der Euro hat Europa destabilisiert. Länder mit verschiedensten Strukturen können keine gemeinsame Währung haben. Zins- und Währungspolitik müssen auf Länderebene organisiert werden. Wer das anders sieht, hat den Sinn der Marktwirtschaft nicht verstanden. Die Lösung: Zurück zu den Nationalwährungen! Siegmar Unger Bad Königshofen Bürgerrechtler und Bürgerschutz im Auftrag des deutschen Volkes der Bundesrepublik Deutschland