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Zwischen Parlament, Partei und Weltöffentlichkeit: Angela Merkel.

Zwischen Parlament, Partei und Weltöffentlichkeit: Angela Merkel.(Foto: REUTERS)

Montag, 30. Januar 2012

Raimund Brichta: Euro-Angstmacherin

von Raimund Brichta

In den Wirren der Schuldenkrise erweist sich Deutschland als Stabilitätsanker der Eurozone. Doch was passiert, wenn Griechenland scheitert? In einem offenen Brief an die Kanzlerin schreibt Telebörse-Moderator Raimund Brichta, was Europa wirklich blüht, wenn die Währungsunion zusammenbricht.
Raimund Brichta, n-tv Telebörse

Raimund Brichta, n-tv Telebörse (Foto: n-tv)

Liebe Angela Merkel! "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa." Mit dieser Parole haben Sie in den vergangenen zwei Jahren im Bundestag viel Geld für Euro-Schuldensünder - pardon, für Europas Rettung - locker gemacht. Die Abgeordneten fanden das offenbar überzeugend. Ich fand es, ehrlich gesagt, nicht. Denn ich fragte mich, was Sie damit wohl meinen? Meinen Sie, ohne Euro würde die gesamte Europäische Union zerfallen, würden alle ihre Einrichtungen aufgelöst und zigtausend EU-Beamte entlassen? Bei aller Phantasie, liebe Frau Merkel, aber das können vermutlich selbst Sie sich nicht vorstellen, oder?

Vielleicht wollten Sie aber auch nur Angst schüren, um möglichst viele Leute davon zu überzeugen, dass die Milliardenhilfen alternativlos sind, wie Sie es gerne nennen? Diese Vermutung drängt sich umso mehr auf, als Sie nicht einmal ansatzweise erläutert haben, wie denn ein Scheitern Europas aussehen würde. Und für diejenigen, denen bei der Vorstellung eines solchen Scheiterns nicht schaurig genug wurde, legten Sie später noch eine Schippe drauf, als Sie behaupteten: "Die Geschichte sagt uns: Länder, die eine gemeinsame Währung haben, führen nie Krieg gegeneinander. Deshalb ist der Euro viel, viel mehr als nur eine Währung.“

Euro / US-Dollar 1,28

Der Euro also als eine Art Friedensgarant? Und müssten wir uns im Umkehrschluss wieder vor Krieg fürchten, wenn der Euro stürbe? Welchem Menschen könnte es angesichts einer solchen Gefahr schon auf ein paar Milliarden zur Eurorettung ankommen? War es diese Gefühlsregung, die Sie damit erwecken wollten? Wenn ja, hätten Sie sich zumindest eine Nominierung für den Europäischen Märchenpreis verdient. Denn schon Ihre Ausgangsbehauptung lässt sich durch Ereignisse der jüngeren Vergangenheit widerlegen: So prallten etwa  im Sommer 1991 Jugoslawien und Slowenien im so genannten 10-Tage-Krieg aufeinander, obwohl sie in dieser Zeit noch eine gemeinsame Währung hatten. Eine solche Blöße sollten Sie sich als Kanzlerin eigentlich nicht geben.

Wäre es nicht besser, wenn Sie erst gar nicht so viel Angst vor einem möglichen Aus des Euro schürten? Dann müssten Sie nämlich später keinen Rückzieher machen, wenn es tatsächlich einmal so weit käme. Denn warum sollten wir ohne Euro nicht weiterhin so erquicklich mit unseren EU-Partnern zusammenarbeiten wie in den Jahren vor seiner Einführung? So, wie wir es im Übrigen auch jetzt noch mit denjenigen Partnern tun, die den Euro nicht eingeführt haben, oder mit Nachbarn, die gar nicht zur EU gehören, wie die Schweiz oder Norwegen. Mit anderen Worten: Je mehr Sie heute dramatisieren, liebe Frau Merkel, desto stärker könnten Sie später in Erklärungsnot geraten.

Was Laien beeindruckt

Dabei ist unbestritten, dass ein Zerfall des Euro wirtschaftliche Spannungen mit sich brächte. Allerdings entlüde sich damit nur jener Druck, der vom Euro selbst stammt, da er das Ventil der Wechselkurse beseitigt hat, wie in meiner Kolumne Kalinikta Euro beschrieben. Diesen Druck, liebe Frau Merkel, spüren auch Sie derzeit täglich. Er beansprucht einen Großteil Ihrer Arbeitskraft. Und Sie haben ihn ausgerechnet jenem Konstrukt zu verdanken, das Sie unter allen Umständen erhalten wollen, weil es für Sie "viel, viel mehr als nur eine Währung“ ist.

Irrtum, liebe Frau Merkel, der Euro ist nur eine Währung. Aber warum eigentlich "nur"? Ist er nicht schon mit dieser Aufgabe maßlos überfordert? Muss er nicht für ein Gebiet dienen, das nachweislich nicht als Einheitswährungsgebiet taugt? Macht nichts, sagen Sie unverdrossen, dann machen wir daraus eben eines, und auch dafür haben Sie schon eine Losung parat: Einfach eine Fiskalunion basteln, die auch eine "Stabilitätsunion" sein soll. Beide Schlagworte mögen Laien beeindrucken, weil sie nach Einheit und Stabilität klingen, vielleicht sogar ein bisschen nach den Vereinigten Staaten von Europa, die sich manch einer wünscht. Dahinter steckt allerdings viel weniger, nämlich nur der Plan, neue Regeln zu schaffen, mit deren Hilfe die Staatsschulden im Euroraum nicht mehr ganz so schnell steigen sollen wie in der Vergangenheit.

Abgesehen davon, liebe Frau Merkel, dass Sie sich mit solchem Stabilitätsstreben schon jetzt bei unseren Nachbarn unbeliebt machen. "Hartherzigkeit, Dominanz und Besessenheit in Währungsfragen" sind dabei noch eher gemäßigte Vorhaltungen, die man Ihnen in ausländischen Zeitungen macht. Andere Kommentare fallen regelrecht kriegerisch aus und widersprechen damit Ihrer Legende vom friedensstiftenden Euro auf eine ganz andere Art und Weise. Sät der Euro nicht eher Zwietracht, als dass er Frieden zu stiftet? Der Politiker und Soziologe Ralf Dahrendorf hat dies jedenfalls bereits Mitte der neunziger Jahre so kommen sehen.

Aber selbst wenn wir von dieser spalterischen Wirkung einmal absehen, liebe Frau Merkel. Selbst wenn wir annehmen, dass die von Ihnen gewünschten Regeln im März tatsächlich vereinbart werden, wie man es sich im Dezember gegenseitig versprochen hat. Schon vor fast 15 Jahren machten sich die Euro-Länder im so genannten "Euro-Stabilitätspakt" ähnliche Versprechen - mit den gleichen Schlagworten wie heute. Sollen wir allen Ernstes annehmen, dass die neuen Regeln ein anderes Schicksal erfahren werden als die alten, die damals gefeiert und später in den gemeinschaftlichen Müll gefeuert wurden?

Nach allem, was wir wissen, hätte der Euro langfristig nur dann eine Überlebenschance, wenn die Vereinigten Staaten von Europa geschaffen würden - und das möglichst schnell. Aber Hand aufs Herz, liebe Frau Merkel, was halten Sie für wahrscheinlicher: Dass es in einigen Jahren die Bundesrepublik Deutschland nicht mehr gibt oder den Euro?

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Raimund Brichta

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Kommentare
Nunmalnichtsopessimistisch schreibt:
24.02.2012 08:39

Hallo Herr Brichta, danke für diese Kolumne. Natürlich, die Börse ist nicht vorhersehbar! Aber ein noch tieferes Fallen, bei der extrem tiefen Bewertung im Sep. 11, das konnte ich mir damals schon nicht vorstellen. Viele liebe Grüße;-

Ulrich schreibt:
24.02.2012 11:27

Hallo Herr Brichta, Kursziele werden am Jahresanfang plaziert und nicht nachdem der DAX bereits 16 in 2012 gestiegen ist. MfG Ulrich

AktienstattZweitwagen schreibt:
24.02.2012 11:51

Der Rahmen aus gegenläufigen Fundamentaldaten bestimmt den Dax! Hier würde ich gerne mehr Meinungen hören: Ist der Ifo der Auslöser für die neue Einschätzung? Was ist mit den Absatzhalen der Autobauer in Europa? Undund China??

Toni schreibt:
24.02.2012 14:14

Optimismus? Oh, dann wirds wohl Zeit bald wieder raus zu gehen.

Raimund Brichta schreibt:
24.02.2012 16:32

Lieber Nunmalnichtsopessimistisch, bei einer solchen Verhaltensforschung geht es nicht darum, was man sich vorstellen kann und was nicht. Die Bewertungen zum Beispiel waren auch Anfang 2008 extrem tief, was den DAX aber nicht daran hinderte, später weiter abzutauchen. Damals übrigens ging die Erholung, die bis in den Frühsommer hinein dauerte, nicht über ein Bärenmarktrally-Niveau hinaus. Dies war ein verlässliches negatives Zeichen. Diesmal ist die Erholung aber deutlich darüber hinausgegangen, und für mich ist das ein verlässliches Signal der positiven Art. 

Lotse schreibt:
24.02.2012 16:33

Jetzt haben Sie es also doch wieder getan und Ihre Kritallkugel ausgegraben, Herr Brichta. Solche Vorhersagen sind doch bekanntlich reine Glückssache und tragen allenfalls etwas zur Unterhaltung bei, ohne einen wirklichen Nutzen zu haben. Was soll das also? Jetzt mit dieser optimistischen Prognose zu kommen, nach dem die EZB die Geldschleusen öffnete und es mit der Konjunktur in Deutschland gar nicht so schlecht aussieht, alle Ampeln somit auf Grün stehen, ist nicht gerade eine große Nummer. Das ist etwa so als wenn man den Sieg einer Fußballmannschaft vorhersagt, die 15 Minuten vor Schluss 3 : 0 führt. Trotzdem gibt es noch Unwägbarkeiten. Das Spiel kann noch Unentschieden oder sogar mit einer Niederlage enden. Und auch der DAX kann z. B. durch die Griechenlandfrage, die Iranproblematik etc. noch negativ beeinflusst werden, was Sie ja auch ansprechen. Für 2011 lagen Sie mit Ihrer Prognose völlig falsch und mussten sich korrigieren. Vorher Jan. 2010 hatten Sie es auch mal mit Plan A, Plan B und Plan C versucht, die mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten eintreten könnten. Damit haben Sie dann auf jeden Fall ein Szenario angesprochen, welches eintreten wird. Und wenn wieder etwas dazwischen kommt in Richtung 8000 , dann setzen Sie Ihre Prognose eben wieder aus. Wenn ich mich richtig erinnere, bezeichnete Ihr Kollege Frank Meyer solche Vorhersagen als Mumpitz und meinte, dass Sie mit der einen oder anderen richtigen Prognose nur eine große Kanne Glück gehabt hätten. Aus meiner Sicht sind diese Prognosen und Vorhersagen nicht seriös und völlig überflüssig. Das Horoskop in der Zeitung hat etwa eine ähnliche Qualität. Warum lassen Sie das ganze nicht einfach sein und präsentieren fundiertere Beiträge?

Raimund Brichta schreibt:
24.02.2012 16:42

Nein, lieber Ulrich, ich platziere Kursziele dann, wenn sie sich aus dem Marktverhalten ableiten lassen, und nicht nach Kalender. Die häufig zu beobachtende sture Prognostiziererei immer genau zum Jahresewechsel ist Mumpitz. Marktzyklen decken sich nicht mit Kalenderjahren. 

Raimund Brichta schreibt:
24.02.2012 16:52

Irrtum, lieber AktienstattZweitwagen, nicht die Fundamentaldaten bestimmen den DAX, sondern das, was die Masse der Anleger aus diesen Fundamentaldaten macht. Das ist ein großer Unterschied und hat eher mit Massenpsychlogie zu tun. Meine Einschätzung basiert deshalb nicht auf irgendwelchen monatlichen Ifo-, Auto- oder China-Statistiken. Sie basiert nur auf der mittel- bis langfristigen Analyse des Marktverhaltens.

Raimund Brichta schreibt:
24.02.2012 16:59

Lieber Toni, sehr gerne können Sie meine Einschätzungen als Kontraindikator verwenden. Ich warne Sie nur davor, dass dann die statistische Wahrscheinlichkeit gegen Sie spricht . Meine Trefferquote lag in den vergangenen Jahren bei 71 .

AktienstattZweitwagen schreibt:
24.02.2012 18:24

Sehr geehrter Herr Brichta, da ziehen Sie eine sehr feine Trennlinie zwischen Fundamentaldaten und den Interpretationen der Anleger. Erhellend erscheint mir das aber nicht. Denn was bitte bewegt denn den Anleger - wenn nicht die Fundamentaldaten? Einfach eine Zahl in den Raum zu stellen finde ich bestenfalls unterhaltsam. Belastbar ist es nicht. Vielleicht tun Sie mir den Gefallen und erläutern wie genau Sie bei ihrer mittel- bis langfristige Analyse des Marktverhaltens vorgehen. Erheben Sie Umfragen? Oder läuft das quantitativ? Oder kommt das aus dem Bauch? Schöne Grüße, M.-H.

Raimund Brichta schreibt:
24.02.2012 20:49

Lieber Lotse, Punkt 1: Dass ich keine Kristallkugel befrage, dürfte ich schon hinreichend klar gemacht haben. Punkt 2: Anders als z.B. das Roulettespiel, ist die Art von Verhaltensforschung, die ich betreibe keine reine Glücksache. Sie ist mehr, auch wenn natürlich Glück dazugehört. Meine Trefferquote von 71 in den letzten 7 Jahren zeigt dies auch. Punkt 3: Die Geldschleusen der Notenbanken sind schon seit Ende 2007 sperrangelweit auf, aber die Märkte gehen seitdem eben nicht nur nach oben. Es kommt vielmehr darauf an, WAS DIE BÖRSEN DARAUS MACHEN, dies ist meine Botschaft. Punkt 4: Ihr Vergleich mit der 3:0-Führung 15 Minuten vor Ende eines Fußballspiels ist unzutreffend. Denn erstens läuft das Spiel noch länger, wenn man es hier einmal auf dieses Jahr beschränkt. 5/6 der Spielzeit liegen noch vor uns. Zweitens führt der DAX nicht 3:0, sondern er hat sich gerade erst wieder von seinem Jahresverlust 2011 erholt. Er liegt damit noch 600 Punkte unter seinem Top-Level von Mitte 2011 und exakt auf dem Niveau vom Jahrebeginn 2011. Zurück auf Los könnte man also sagen und den Spielstand im besten Falle als unentschieden bezeichnen. Und drittens sage ich nicht nur einen Sieg voraus, sondern lege mich auf ein konkretes Ergebnis fest, nämlich 8.000 plus. Punkt 5: Ja, für 2011 lag ich falsch, ohne wenn und aber, es war das zweite Mal in den vergangenen 7 Jahren. Punkt 6: Anfang 2010 hatte ich zwar drei Szenarien vorgestellt, mich aber gleichzeitig eindeutig festgelegt, welches davon ich favorisiere. Bitte lesen Sie dort noch einmal nach. Genau dieses Szenario ist eingetreten, sogar exakt mit dem von mir darin beschriebenen Verlauf längeres Hängenbleiben im Widerstandsbereich, anschließender Ausbruch nach oben mit Zielkursen um die 7.000 Punkte. Szenario 2 ein schneller Durchbruch nach oben hatte ich damals explizit als weniger wahrscheinlich bezeichnet, wobei es im Ergebnis sogar in dieselbe Richtung gegangen wäre, nur eben schneller. Nur Szenario 3, ein Scheitern an der Widerstandszone, ging in die andere Richtung. Aber dies wurde von mir damals explizit als am wenigsten wahrscheinlich bezeichnet. Aus diesen Gründen ist das Jahr 2010 m.E. als Volltreffer zu bezeichnen. Im Übrigen lege ich nicht immer solche Szenarien vor, sondern nur, wenn ich sie zum betreffenden Zeitpunkt für erwähnenswert halte. Punkt 7: Kollege Meyer hatte solche Vorhersagen damals tatsächlich als Mumpitz bezeichnet, aber das muss ja nicht bedeuten, dass er auch recht hat, oder? Erst, wenn meine Trefferquote auf 50 oder darunter fallen sollte, würde ich meine Art der Verhaltensforschung überdenken oder auch vollständig aufgeben - obwohl ich dann erst auf dem Niveau der Mehrheit der Prognostiker-Gilde angelangt wäre, grins. Aber so weit ist es noch lange nicht. Im übrigen sind Prognosen genau das, was die Menschen interessiert. Überall, wo ich zu Vorträgen hinkomme, werde ich nach meiner DAX-Prognose gefragt. Und selbst Sie haben sich ja die Mühe gemacht, etliche Zeilen dazu zu schreiben. Verstehen Sie meine ausführliche Antwort darauf also auch als Dank dafür!

Raimund Brichta schreibt:
24.02.2012 21:33

Lieber AktienstattZweitwagen, die Sache ist gar nicht so schwer, wenn man sich darauf einlässt und über ein gesundes Maß an Börsenerfahrung verfügt. Ich beobachte die Börsenentwicklung nahezu täglich, hauptsächlich anhand des DAX, und habe dabei natürlich alle fundamentalen Nachrichten, die umherschwirren, im Hinterkopf. Aber dass es nicht auf diese Nachrichten alleine ankommt, erkennen Sie schon daran, dass zum Beispiel dieselbe absolute Gewinnhöhe ein und desselben Unternehmens mit ganz unterschiedlichen Kursniveaus seiner Aktie einhergehen kann - je nachdem, welches Kursgewinnverhältnis der Markt ihm zubilligt. Mein wichtigstes Werkzeug zur Einschätzung des mittel- bis langfristigen Marktverhaltens sind dabei die Charts. Ich sage dazu immer: Ein Chart sagt mir mehr als tausend Worte.

Raimund Brichta schreibt:
24.02.2012 21:37

An alle: Die Textverarbeitungssoftware frisst offenbar alle Prozentzeichen auf. Überall da, wo ich von einer Trefferquote von 71 spreche, gehört natürlich das Prozentzeichen dahinter!

bernie schreibt:
24.02.2012 21:52

DAX wird bis 7500 oder 8000 Punkte gehen und dann wie in 2008 abstürzen

Zockernase schreibt:
24.02.2012 22:03

Es ist einfach zu viel, nicht angebrachter Optimismus, vorhanden. Wie auch Sie jetzt, hört man von allen Seiten die schönsten Kursziele für den Dax. Dabei ist rein gar nichts gelöst. Weder Griechenland ist wirklich gerettet noch das Iranproblem wird thematisiert. Irgendwann wird der Dax wirklich bei 8000 Punkten stehen, das stelle ich nicht in Abrede, aber erst nach größeren Turbulenzen und Verwerfungen, als wir uns momentan vorstellen können.

Wissmann schreibt:
24.02.2012 23:17

Sehr geehrter Herr Brichta, ich lese und verfolge Ihre Berichte seit einigen Jahren mit großem Interesse und teile jetzt auch Ihre Prognose. Allerdings würde mich interessieren wie Sie die Lage in Nahost sehen. Angenommen, wir überwinden die ganzen Krisen und die Fundamentaldaten der Unternehmen bleiben sehr gut. Was passiert Ihrer Meinung nach mit den Aktienmärkten, wenn es zu einem Waffenkonflikt zwischen Israel und dem Iran kommt? Werden die Kurse wieder stark fallen? Danke für eine Antwort im Voraus! MfG. Wissmann

surferboy089 schreibt:
26.02.2012 01:04

...sagte der Mann der noch Anfang September 2011, in seinem Artikel – „der Würfel ist gefallen“, meinte: „Damit steht fest, dass mein Dax-Ziel 8000 plus für diesen Zyklus ad acta zu legen ist.“ Und weiter… „Im Nachhinein ist auch klar, warum es der Dax nicht bis dorthin geschafft hat, sondern in der Spitze nur bis 7500. Die Finanzwerte waren schuld vor allem Banken, aber auch Versicherungen und die atomgeschädigten Stromversorger.“ Das stimmt doch zuversichtlich :-

Raimund Brichta schreibt:
26.02.2012 13:50

Leber bernie, die Frage, was nach Erreichen meines DAX-Zieles passiert, ist zwar interessant, muss aber jetzt noch nicht beantwortet werden. Aus heutiger Sicht ist es allerdings wahrscheinlicher, dass es dann wieder nach unten geht, da stimme ich Ihnen zu.

Raimund Brichta schreibt:
26.02.2012 14:06

Liebe Zockernase, es ist nie alles gelöst, aber das ist auch gar nicht nötig, um das DAX-Ziel 8000 plus zu erreichen. Im Gegenteil: Dafür reicht es schon, wenn die Lage so bleibt, wie sie ist. Die ...größeren Turbulenzen und Verwerfungen..., die Sie ansprechen und die auch ich erwarte, können auch danach kommen. Das war übigens auch mein ursprünglicher Fahrplan, bei meinem ersten 8000er Ziel. In einem gebe ich Ihnen aber recht: Auch die Kommentare hier zeigen, dass es keinen größeren Widerspruch gegen die von mir prognostizierte Tendenz gibt. Das zeigt, dass im Moment kurzfristig zuviel Optimismus im Markt ist, der durch die von mir erwartete Korrektur in Richtung 6.400 wieder herausgepresst werden könnte.

Raimund Brichta schreibt:
26.02.2012 14:16

Lieber Wissmann, ein Irankrieg wäre natürlich geeignet, für einen größeren Kursverfall zu sorgen. Aber wie jetzt aus israelischen Geheimdienstkreisen kolportiert wurde, wollen die Israelis den US-Präsidentschaftswahlkampf NICHT mit einem Militärschlag stören. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass dieses Jahr und damit vor Erreichen meines Zieles nichts mehr passiert.

Raimund Brichta schreibt:
26.02.2012 14:36

Lieber surferboy089, Punkt 1: Dass ich mein DAX-Ziel ad acta gelegt hatte, ist ja hinreichend bekannt. Und ich habe oben ebenfalls geschrieben, dass ich auch nicht damit gerechet hatte, dass ein neuer Zyklus schon wieder so schnell beginnt. Dies ist nichts anderes als ein Beleg dafür, dass die Märkte eben zuweilen tatsächlich unberechenbar sind. Aber darüber lamentiere ich nicht, sondern ich akzeptiere es. Punkt 2: Diese Fomulierung bedeutete nichts anderes, als dass die 8.000 auch schon im letzten Sommer auf dem Tacho gestanden hätten, wenn Finanzwerte und Versorgeraktien auch nur einigermaßen mitgelaufen wären. Und so ist es auch diesmal wieder: Die 8.000 sind erreichbar, sofern diese Aktien nur einigermaßen hinterherlaufen. Mehr muss von ihnen nicht erwartet werden.