Freitag, 28. Mai 2010
Roubini Global Economics
Dollar oder Euro - Wer steht besser da?
Auch der amerikanische Haushalt ist hoch verschuldet. Warum geht es dem Dollar trotzdem besser als dem Euro? Ist die amerikanische Wirtschaft robuster? Sandra Navidi von Roubini Global Economics gibt Antworten.
n-tv Börsenkorrespondentin Katja Dofel begrüßte Sandra Navidi von Roubini Global Economics ausnahmsweise auf dem deutschen Parkett und befragte sie nach der momentane Stärke des US-Dollars. Dass es dem Dollar derzeit besser gehe als dem Euro, liege daran, dass er gemeinhin als stärkste Währung betrachtet werde und Anleger hier Zuflucht suchten, erklärte Sandra Navidi.
Die US-Gesamtverschuldung sei aktuell sehr dramatisch, bestätigte die Expertin. In den nächsten zehn Jahren werde sie bei jährlich 1 Billion Dollar liegen– ohne außerbilanzielle Verbindlichkeiten wie etwa die Krankenversicherungen und Sozialversicherungen. "Aber da es den führenden Industrienationen insgesamt relativ schlecht geht, geht es den USA noch vergleichsweise besser."
Gleichzeitig häuften sich die Anzeichen, dass in Europa eine erneute Rezession eintreten könnte. Überwältigende Verschuldungen in mehreren europäischen Ländern gleichzeitig würden dazu führen, dass die Steuern erhöht und die Kosten gesenkt werden müssten. "Das bremst das Wachstum und werde auch nicht ohne Auswirkungen auf die USA bleiben", betonte Navidi. Auch wenn es den USA momentan besser ginge, bedeute dies nicht, dass das so bleibe. "Wie es in Amerika weiter geht, hängt auch davon ab, wie sich die Situation in Europa entwickelt. Außerdem müssen die USA auch ihre Verschuldung bekämpfen."
Nouriel Roubini ist Professor für Volkswirtschaft an der Stern School of Business der New York University und hat sich in der Vergangenheit mit seinen treffsicheren Prognosen einen Namen gemacht. Heute gilt er als Koryphäe unter den Wirtschaftspropheten.
In einer exklusiven Deutschland-Kooperation kommentieren die Experten aus Roubinis Team jeden Freitag um 8.15 Uhr und 12.30 Uhr die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen.