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Montag, 08. Februar 2010

Die Busch-Trommel

Die bessere Alternative

von Friedhelm Busch

Natürlich eignet sich ein Land, das so offenkundig wie Griechenland jahrelang seine Partner hintergangen hat, hervorragend für die Rolle des größten europäischen Schmuddelkindes. Aber die gegenwärtigen Kurseinbrüche an den Finanzmärkten sind nun wirklich nicht allein diesem wirtschaftlich eher unbedeutenden Staat an der europäischen Peripherie anzulasten.

Friedhelm Busch

Friedhelm Busch

Selbst die Haushaltsschwächen der Portugiesen, Spanier oder Italiener, die jetzt die Schlagzeilen füllen, können im Grunde keinen international erfahrenen Investor so überrascht haben, dass er sich nun plötzlich genötigt sieht, Hals über Kopf aus seinen Euroanlagen zurück in den US-Dollar zu flüchten. Zumal auch die amerikanische Währung angesichts des billionenschweren US-Haushaltsdefizits vor heftigen Turbulenzen steht.

Ich bin mir sicher, der Zug der Währungsspekulanten, die im Stundentakt rund um die Welt handeln, wird bald auch wieder in der Gegenrichtung unterwegs sein. Dann dürften die anstehenden Refinanzierungsrunden der angeschlagenen Mittelmeerländer wieder auf ausreichendes Interesse der Investoren mit ihren randvollen Taschen stoßen. Vorausgesetzt, die angebotenen Zinsen stimmen. Ist der Preis hoch genug, wird jedes Risiko akzeptiert.

Bürger am Tropf

Nein, über den Tag hinaus sollte uns etwas völlig anderes, Grundlegendes umtreiben. Die aktuellen Sorgen über die Haushaltslage einiger Mittelmeerstaaten stehen nämlich nicht für das eigentliche Problem, vielmehr haben sie den Scheinwerfer auf einen Tatbestand gerichtet, der in den nächsten Jahren überall in der Welt die Bürger immer häufiger auf die Straßen treiben wird; auch wenn die Demonstrationen nicht gerade griechische oder französische Ausmaße annehmen müssen.

Über Jahrzehnte haben sich die Bürger der demokratischen Staaten an den fürsorgenden Staat gewöhnt, haben ihn mehr oder weniger vehement sogar gefordert. Ohne viel darüber nachzudenken, woher das Geld für all die Wohltaten kommt. Und über Jahrzehnte haben die Regierungen auch bereitwillig diese Aufgaben übernommen, haben sie ihre Bürger im Namen einer scheinbaren sozialen Gerechtigkeit sogar bewusst zu Abhängigen gemacht und durch Transferleistungen ruhig gestellt.

Jetzt fällt es allen wie Schuppen von den Augen: Der Staat versinkt in einer Last von Schulden, die nahezu jedes staatliche Gestalten verhindern. Die versprochene goldene Zukunft war gestern. Neues Geld zur Bezahlung alter Schulden gibt es nur gegen noch höhere Zinsen, die wiederum zu noch mehr Schulden führen und an anderer Stelle eingespart werden müssen. Nicht nur Liebgewonnenes wird gestrichen, auch das unbedingt Notwendige. Der Staat ist in Wirklichkeit handlungsunfähig. Die Antwort der sich geprellt fühlenden Bürger erschreckt die Politiker und füllt zunehmend unsere Nachrichtensendungen. Aber nach jahrelanger Drogensucht ist halt der kalte Entzug eine schmerzhafte Erfahrung.

Nun sollen also die Griechen in den nächsten drei Jahren ihr Haushaltsdefizit jährlich um drei Prozentpunkte verringern, verordnet die EU-Kommission, sonst werden gehörige Strafen fällig! Und brav verspricht die griechische Regierung, dieser Aufforderung zu folgen. Alle wissen, dass dies barer Unsinn ist. Das ist gegen das griechische Volk überhaupt nicht durchsetzbar. Aber was tut man nicht alles, um dem angeschlagenen Euro eine Atempause zu verschaffen. Notfalls nimmt man die gute Absicht für die Tat, setzt in einigen Monaten die Strafe zur Bewährung aus und macht weiter wie bisher.

Deutschlands geheimer Trick

Und wir, die vorgeblichen Musterkinder Europas? Auch Deutschland verstößt gegen die Stabilitätskriterien des Maastrichtvertrages und macht dennoch unverdrossen neue Schulden. Zur Ruhigstellung der EU präsentiert die Bundesregierung ein verblüffend einfaches Rezept, wie sogar die im Grundgesetz vorgeschriebene Schuldenbremse ab 2012 trotz steigender Ausgaben wirken kann: Die Staatseinnahmen werden in den nächsten Jahren durch einen drastischen und vor allem nachhaltigen Anstieg des Wirtschaftswachstums erhöht.

Woher dieser plötzliche Aufschwung in diesem wirtschaftlichen Umfeld kommen soll, bleibt aber das Geheimnis unserer Regierung. Und über natürlich unbedingt notwendige Ausgabenkürzungen wird man auch leider erst später reden können. Nach den nächsten Wahlen.

Fazit: Die Staatsschulden werden weiter wachsen und halt - wie bisher auch-  am Kapitalmarkt refinanziert. Zu steigenden Zinsen, versteht sich. Was wiederum steigende Preise und Löhne, also eine sich beschleunigende Inflation zur Folge haben dürfte. Und damit haben wir die Lösung aller staatlichen Verschuldungsprobleme, in Europa wie in den USA oder in Asien: Die Schulden werden ganz einfach durch Inflation entwertet. Dass daran nicht nur die Wirtschaft zugrunde gehen kann, haben wir anscheinend längst vergessen. Wir könnten es aber in den Geschichtsbüchern über die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts nachlesen. Wahrscheinlich ist der kalte Entzug doch die bessere Alternative.

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Kommentare
Glückskeks sagt:
08.02.10 10:08

Ich sehe das genauso: die Schulden "werden ganz einfach durch Inflation entwertet" werden. Was ich allerdings kaum noch nachvollziehen kann ist, warum zehnjährige deutsche Staatsanleihen seit Wochen im Kurs steigen. Fliehen Anleger vom Regen in die Traufe? Werden die deutschen Anleger, deren Gelder im Rahmen der gesetzlichen Altervorsorge in Staatsanleihen investiert werden, die Hauptleidtragenden der Geldentwertung sein? Wann wird die Blase am langfirstigen Anleihemarkt platzen? Wie ist es langfristig um die Bonität einiger stark verschuldeter europäischer Staaten bestellt, die nicht einfach wie die USA Geld nachdrucken können?


Harald Joseph sagt:
08.02.10 10:08

Hallo Herr Busch,Sie haben die Finanzkrise und die Schuld der Banken völlig außer Acht gelassen.War das beabsichtigt?Mit freundlichen GrüßenHarald Joseph.


Reiner Vogels sagt:
08.02.10 10:34

Sehr geehrter Herr Busch, in der Analyse haben Sie vollkommen recht. Auch in der Voraussage einer Schuldenentwertung durch Geldentwertung haben Sie vermutlich recht. Allerdings hätte ich gerne von Ihnen gewusst, wass Sie für normale Menschen, die ein paar Euro gespart haben, raten. Und was raten Sie jungen Menschen, die erwerbstätig sind, die aber natürlich an die staatlichen Alterssicherungsysteme nicht glauben und nicht glauben können? Wie sollen die für ihr Alter wenigstens einigermaßen vorsorgen? Wer langfristige Staatsanleihen kauft, der kann, so jedenfalls meine Meinung, sein Geld genauso gut in den Rhein werfen.


Gerhard Buschke sagt:
08.02.10 10:34

Vor kaltem Entzug haben Politiker zuviel Angst.Es läuft wohl auf Schuldenabbau durch Inflationhinaus.Stagnierende Volkswirtschaften werden inKauf genommen.M.f.G. G.B.


Christoph sagt:
08.02.10 10:34

Zitat.: "Über Jahrzehnte haben sich die Bürger der demokratischen Staaten an den fürsorgenden Staat gewöhnt, haben ihn mehr oder weniger vehement sogar gefordert. Ohne viel darüber nachzudenken, woher das Geld für all die Wohltaten kommt. Und über Jahrzehnte haben die Regierungen auch bereitwillig diese Aufgaben übernommen, haben sie ihre Bürger im Namen einer scheinbaren sozialen Gerechtigkeit sogar bewusst zu Abhängigen gemacht und durch Transferleistungen ruhig gestellt."Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines Staates sich um seine Bürger zu kümmern. Die scheinbare soziale Gerechtigkeit ist eine Schutzfunktion, damit die Leute nicht sofort verarmen bzw die Wirtschaft noch mehr Druck auf die Menschen ausübt. Natürlich sind sich die Menschen im Klaren wo das Geld herkommt, nämlich von ihnen selbst und den Unternehemen. Das ist auch in Ordnung, weil sich niemand zumindest in Deutschland Elendsviertel wünscht wie in den "Emerging Markets" und deshalb ein soziales Netz begrüßt. Die Einnahmen decken die Ausgaben nicht nur weil es zu viele Maßnahmen gibt, sondern weil die Unternehmenssteuern stetig gesenkt werden.Der Sozialstaat ist noch im Grundgesetz verankert und sollte nicht in Frage gestellt werden! Die Leute werden nicht ruhiggestellt sondern geschützt!


Juergen sagt:
08.02.10 15:11

Wieso wird von Inflation geredet. Inflation setzt voraus:"Grosse Nachfrage, kleines Angebot."Davon sind wir meilenweit entfernt, im Gegenteil wir bewegen uns mehr in der Deflation. Auch die Staatsverschuldung wird nicht mehr Zinsen dem Staat kosten, eher durch Ablösungen höherer z.B. Bundesschaftzbriefe mit noch hohem Zins, in Ausgabe von Bundesschatzbriefen mit niedrigem Zins, weniger. Also wo soll Inflation herkommen. Nur wenn die FED und die EZB die Zinsen erhöhen werden, können wir mit Inflation rechnen, muss aber nicht sein. Also wo soll Inflation herkommen?Gruss Jürgen


Meph sagt:
09.02.10 09:55

@Juergen: Die Inflation ist längst da, findet jedoch zunächst nur als Sachwerteinflation (Aktien, Gold etc.) statt. Falls das abenteuerliche Gelddoping nicht ausreicht, wird man eben noch ein paar Billionen in den Markt schießen. Wenn die Wirtschaft damit wieder auf die Beine gebracht wird und der Konsum auch wieder anzieht, werden wir eine allgemeine Inflation bekommen. Um die Börsen nicht zu stören und um den verschuldeten Unternehmen und Staaten eine Freude zu bereiten, werden die Zinsen nur minimal angehoben werden - und das heißt: noch mehr billiges Geld und somit Inflation. Eine Hyperinflation ist gar nicht erforderlich, um die Sparer zu enteignen. Wichtig sind nur dauerhaft negative Realzinsen. Bei 6 Prozent Inflation und 3 Prozent Zinsen lassen sich Schuldenberge recht gut ertragen (und man treibt Anleger wieder in Risikoanlagen, was die Börsenkurse befeuert). Außerdem leben wir längst nicht mehr in einer echten Marktwirtschaft, sondern einem Geldblasen-Stamokap-System. Ein plötzlicher harter Liquiditätsentzug würde zu einem heftigen Crash führen. Die Geldpumpe wird uns daher einen vorübergehenden Aufschwung und letztlich auch den nächsten Crash bescheren. Dem Staat wird wiederum die Aufgabe der Umverteilung der Krisenfolgen von den Verursachern auf die Bürger zukommen. Beschädigt wird hierdurch weniger das Wirtschaftssystem, sondern vielmehr die Demokratie. Und das sollte Grund zur Sorge sein!


Thomas sagt:
09.02.10 16:00

Ich kann diese Inflations-Diskussion langsam nicht mehr hören! Wie lautet nochmal das oberste Ziel der EZB? Richtig, Preisniveaustabilität! Erst wenn dieses Ziel nicht beeinträchtigt wird, werden Ziele wie Wirtschaftswachstum etc. verfolgt. Der AEUV stellt somit eine deutliche Rangfolge der Ziele für das Eurosystem auf. Dabei weist er der Preisstabilität eine herausragende Rolle zu und behandelt Wachstum und Beschäftigung lediglich als nachrangige Ziele. Der EZB-Rat stellte nach einer Überprüfung seiner geldpolitischen Strategie im Jahr 2003 klar, dass er im Rahmen der Definition darauf abziele, mittelfristig eine Preissteigerungsrate unter, aber nahe der 2%-Marke beizubehalten. Das Konzept der mittelfristigen Ausrichtung beinhaltet absichtlich eine gewisse Flexibilität in Bezug auf den genauen zeitlichen Rahmen. Darin spiegelt sich die Tatsache wider, dass es nicht ratsam ist, im Voraus einen genauen Zeithorizont für die Durchführung der Geldpolitik festzulegen, da sich der Transmissionsmechanismus über einen variablen, ungewissen Zeitraum erstreckt. Zudem handelt es sich bei der EZB um eine unabhängige Institution, d.h. sie ist frei von politischen Einflüssen. Man darf nicht den Fehler begehen und Euroland mit den USA vergleichen. Dort sind die Zielsetzungen ein wenig anders. Die Dominanz des Ziels der Preisstabilität des Eurosystems steht im Kontrast zu den Prinzipien des FED. Im Federal Reserve Act heisst es in Abschnitt 2A: ?The Board of Governors of the Federal Reserve System and the Federal Open Market Committee shall maintain long run growth of the monetary and credit aggregates commensurate with the country?s long run potential to increase production, so as to promote effectively the goals of maximum employment, stable prices and moderate long-term interest rates.? Innerhalb dieser multiplen Ziele herrscht Gleichberechtigung, insofern erfährt die Preisstabilität keine höhere Gewichtung als die anderen Ziele. Damit fehlt es an einer klaren Ausrichtung auf das Ziel der Preisstabilität. Zudem ist die rechtliche Stellung des FED deutlich schwächer ausgeprägt. Das FED betrachtet sich selbst als unabhängig, da seine geldpolitischen Entscheidungen weder der Zustimmung des US-Präsidenten noch irgendeiner anderen Regierungsinstanz bedürfen. Dennoch unterliegt das FED der Aufsicht des Kongresses, der seine Aktivitäten periodisch überprüft und durch eine Änderung der Statuten die Verantwortlichkeiten des FED im Prinzip jederzeit ändern kann.


Glückskeks sagt:
09.02.10 16:00

@Meph, ich denke, wir befinden uns bereits in einer Lobbykratie. Politiker und Parteien, die nicht fleissig Schulden machen, würden wahrscheinlich gar nicht mehr gewählt. Schliesslich können nach der Wahl ja nicht alle (in der Gänze eigentlich nicht bezahlbaren) Wahlversprechen gebrochen werden. Und auch die Grosskonzerne wollen ja für die Aufsichtsratsposten und Beraterverträge, die sie unseren Abgeordneten anbieten, letztlich etwas haben. Die Frage ist in Europa eigentlich nur noch, wie die Staaten halbwegs legal Geld drucken sollen, um sich zu entschulden. Vielleicht erstmal "einmalig" im Rahmen eines europäischen Krisen-Solidaritäts-Fonds? Das praktische an der Inflation wird ja sein, dass der Verursacher nicht klar zu erkennen bzw zu benennen ist. Eines steht für mich aber langfristig fest: zumindest der einfache Wähler wird das Geld, dass er über kleine Vergünstigungen erhalten hat, aufgrund der Inflation wieder hergeben müssen und wahrscheinlich sogar deutlich mehr. Falls dann auch noch publik würde, wie hoch die Nebeneinkünfte vieler Politiker in dieser Schuldenwirtschaft sind, dürfte das allerdings zu erheblichem Demokratieverdruss führen.Wahrscheinlich erschwert unser System mit vierjähriger Wiederwahl erheblich eine langfristig vernünftige, aufrichtige und faire Politik.


kert sagt:
09.02.10 16:40

Ich gebe Juergen recht , eine Inflation ist schon deshalb kein Thema , weil jeder sie erwartet. Auch die Sachwertinflation von meph sehe ich nicht , Tatsache ist das man sich für die gleiche Menge Gold mehr Waren kaufen kann als vor 5 Jahren.Ich fürchte das ein Blick auf Japan zeigt daß soviel Geld gedruckt werden kann wie man will , wenn die Pferde nicht saufen wollen kann man sie nicht zwingen.Ich glaube an steigende Aktienkurse weil viele Menschen sich mit diesen Sachwerten vor der erwarteten Inflation schützen wollen. Mit Unternehmenskennzahlen haben diese Kurssteigerungen nichts zu tun.Die ach so unabhängigen Notenbanken der Welt werden bei der aktuellen Verschuldung der Staaten keine Zinssteigerungen zulassen , die höheren Zinsbelastungen würden den Euro sonst noch früher beerdigen , sterben wird er aber trotzdem.


JUERGEN sagt:
10.02.10 12:43

ein Kommentar zu Meph Inflationsrate 2009 0,8% ,hauptsächlich durch Strom Gas, Benzin, Heizöl.Geldanlage in 2009 war mit 3% gut möglich, also hier keine Vermögensverlust durch Inflation.DAX 1.1.09 4450 1.1.10 5500 + 1050 = 23,6%Dow 1.1.09 9000 1.1.10 10500 + 1500 = 16,66%also hier auch keine Vermögensverluste durch Inflation.Grund und Boden sind im Wert 2009 nicht gefallen, hier gelten 3 Kritereien 1. Lage, 2.Lage, 3.Lage,wer eine gute Lage hat konnte auch Wertsteigerungen verzeichnen, also hier auch keine Vermögensverluste durch Inflation.Wo also ist die gefürchtete und genannte Inflation, ich sehe zumindest bis zur kommenden Zinserhöhung durch FED und EZB keine.Gruss Jürgen


Eberhard sagt:
10.02.10 12:43

Inflation baut Schulden leider nicht ab, weil dann die Zinsen steigen und der Staat dadurch die Schulden nominal weiter erhöht. Gegen Staatsschulden gibt es letztlich nur ein Rezept: Währungsreform!Eberhard


Joe sagt:
10.02.10 12:43

hallo Herr Busch, wenn ich so die letzten Jahrhunderte anschaue,dann stelle ich fest,daß alle Wirtschaftssysteme,Finanzsysteme,Gesellschaftssysteme, politische Systeme usw. gescheitert sind.Kommunismus,Sozialismus, Kapitalismus und jetzt die soziale freie Marktwirtschaft.Vom letzteren bin ich am meisten enttäuscht.Und trotzdem bin ich der Meinung, daß die freie Marktwirtschaft das Beste ist.Aber die Regeln dazu sind zum Teil falsch und nicht richtig.Ich bin frei und kann mir jedes Auto kaufen welches ich will. Ich kann dann wann ich will, und wohin ich will, fahren. Aber ich muß mich eben an die Verkehrregeln halten. Bei rot nicht über die Ampel, oder wenn 70 kmh gilt, dann nicht 120 usw.Und nun müßten die Gesetze ganz einfach lauten : z.B.bei rot über die Ampel 1 Monat Gefängnis ohn. Bewährung Führerschein weg und 1000,00 Euro Strafe. Bei Steuerhinterziehung z.B. mind. 6 Monate bis 2 Jahre Gefängnis ohne Bewährung.Und das muß einfach durchgezogen und angewendet werden. Und wenn Sie jetzt sagen,diese Gesetze gibt es schon, dann werden Sie wahrscheinlich selber lächeln müssen.Ich will eigentlich nur damit sagen : knallhart die Gesetze anwenden und knallhart durchziehen.Vielleicht können wir dann unsere freie Marktwirtschaft erhalten, und es ufert nichts mehr aus.mfg.


Meph sagt:
10.02.10 12:43

@ kert: Die Japaner konnten mit ihrer Liquidität ins Ausland ausweichen, haben eifrig ihr Geld in die USA getragen und so an der dortigen Blase mitgewirkt. Wohin aber soll die gewaltige Geldmenge, die derzeit GLOBAL produziert wird? Sie wird eines Tages die Preise treiben! (Übrigens: Eine Japanisierung der Weltwirtschaft, die allerdings m. E. sehr unwahrscheinlich ist, würde zu einem Absturz der Aktienkurse führen. Bekanntlich hat der Nikkei drei Viertel seines einstigen Wertes verloren.) Wenn Aktienkurse sich von Unternehmenskennzahlen entfernen, ist der nächste Crash schon absehbar. Das ist nicht anders, als wenn Immobilienpreise sich von der Realität verabschieden. Und genauso musste es am Ende zum Absturz am Neuen Markt kommen. Irgendwann führt immer wieder ein Knall zurück auf den Boden der Tatsachen.


Thomas sagt:
10.02.10 18:21

@Juergen: Durch ZinsERHÖHUNGEN wird die Inflation gedämpft und NICHT angekurbelt. Grund: Geld wird teurer, Geldmenge nimmt ab!Darum dreht sich doch aktuell die Diskussion auf der Welt. Die Kernfrage dabei lautet: Wie gestalten die Notenbanken ihren "Exit" aus der unkonventionellen Geldpolitik, wenn durch durch die "Politik des billigen Geldes" die Inflation beginnt auszuufern, ohne dabei gleichzeitig das Wirtschaftswachstum zu gefährden?


Meph sagt:
11.02.10 10:51

@ Jürgen: 1. Sie beschreiben in puncto Inflationsraten die Gegenwart. Ich hingegen prognostiziere die Zukunft. 2. Thomas hat selbstverständlich Recht: Mit Zinserhöhungen bekämft man die Inflation (kleines 1x1 der Volkswirtschaftslehre). 3. Mit Grund und Boden liegen Sie m. E. richtig. (Wir haben nicht zufällig im Jahre 2000 ein Grundstück in guter Lage gekauft und gebaut...) 4. Die Aktienkurse steigen nur deshalb, weil durch eine expansive Geldpolitik allgemein eine unnatürlich große Nachfrage geschaffen wird. @ Eberhard: Sie denken noch in den Kategorien der Vergangenheit. Früher trieben Staatsschulden die Zinsen in die Höhe. Derzeit erleben wir eine qualitative Veränderung unseres Wirtschafts- und Finanzsystems. Obwohl die Staatsverschuldung explodiert, steigen die Zinsen nicht. Warum? Weil die Geldmenge massiv vergrößert wird. Und im Gegensatz zu früheren Zeiten wird es keine wirkliche Exit-Strategie bzw. keine grundlegende Geldverknappung geben. Schon heute halten die Regierungen das Zinsniveau für Staatsanleihen niedrig, indem sie Liquidität in die Märkte pumpen. (Es ist so viel Geld im Markt, dass sich die Anleger sogar um Anleihen von Ländern, die noch vor wenigen Monaten nahezu pleite waren, reißen.) In den großen Industriestaaten ist kein Staatsbankrott zu erwarten - und erst recht nicht in den USA: Falls dort Greenbacks benötigt werden, gibt die Regierung der Fed Schuldscheine und erhält dafür nahezu zinslos frisch aus dem Nichts gezauberte Dollar. (Fast 1,5 Billionen Schwindel-Dollar werden bereits in ein paar Wochen so produziert worden sein.) Auch um die amerikanische Zentralbank muss man sich zumindest in dieser Beziehung keine Sorgen machen: Für die Liquidität Hausmacher Art muss sie schließlich selbst auch keine Zinsen zahlen. (Die Probleme dieser ökonomischen Schlangengrube bzw. Bad-Bank-XXL liegen ganz woanders.) Diese von Ben Shalom Bernanke bewirkte Dollar-Diarrhö (Uncle Ben's Sch...) ist zudem höchst ansteckend, d. h. dass sich das Gros der anderen Zentralbanken - wie bisher - dem US-Trend anpassen wird. So wie die Euro-Stabilitätskriterien sehr brüchig sind, werden auch die Fesseln der EZB bezüglich der Geldvermehrungsmöglichkeiten eines Tages zerbröseln. Wenn heute vielfach davon die Rede ist, dass der derzeitige Aufschwung nicht selbsttragen sei, dann kann man aus dieser Einschätzung schließen, dass das derzeitige Wachstum in sich zusammenfällt, sobald der Geldhahn zugedreht wird. Und so ist es!


Stephan Caon sagt:
11.02.10 10:52

Wer die Griechen kennt, der weiß warum. Ich selbst verlebe seit einigen Jahren zwei bis drei Monate im Sommer in Griechenland. Die Griechen sind sehr herzliche und gastfreundliche Menschen. Aber jetzt kommt`s: Ich habe bisher kein Land erlebt, wo dermaßen viele Schwarz-Umsätze gemacht werden, insbesondere im Tourismus, und das ist immerhin Griechenlands größte Industrie. Steuern zahlen - Fehlanzeige. Vermieter von Ferienappartments und-häusern sowie private Inhaber von kleineren Hotels stehen da sicher an erster Stelle mit Schwarz-Einnahmen in Milliardenhöhe. Es folgen z.B. Bootsvermietungen und Ausflugsunternehmen, dazu gibt es noch eine Menge von Grundbesitzern, die ihre Wein- und Olivenprodukte steuerfrei unter die Leute bringen.Ach ja, und dann ist da natürlich noch die Sippen- und Amigo-Wirtschaft: Von den Angestellten in der Gastronomie und in den Dienstleistungen arbeiten gute 60% schwarz. Nun ist es so, daß diesen Zustand eigentlich jeder kennt, nicht zuletzt auch die griechischen Behörden. Da aber praktisch jeder von dieser Schattenwirtschaft profiiert, wird ergo nichts unternommen. Auf Deutschland übertragen, wäre es so, als ob der größte Teil unserer Industrien keinerlei Steuern zahlt. Das würde sicher nicht lange gut gehen. Also, was Griechenland angeht - nicht wundern sondern nur staunen !


Bemens sagt:
11.02.10 20:23

Ich kann schon nicht mehr hören. "Sozialstaat" - "Wohltaten" . Hier wird doch wieder nur das alte Lied gesungen, dass hier jemand (natürlich der Arme)einem anderen (dem Reichen) was wegnimmt. Es ist schlimm. Die Steuergeschenke der letzten Jahre trafen zwar meist alle Bürger, aber insbesondere hatten diejenigen was davon die überhaupt Steuern zahlten und am meisten hatten die, die besonders viel Steuern - trotz vertikaler Verlustverrechnung - zahlten. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer und weil die Reichen nicht soviel "normalen" Konsum betreiben wie die Armen, fehlt es eben an der Inlandskonjunktur - weltweit. Niedriglohnsektor und damit einhergehende verschärfte Ausbeutung der Menschen ollerorten werden die Situation nicht bessern. Ich frage Herrn Busch: Wer soll die ganzen Produkte kaufen??? Wenn wir so weitermachen gehen den Konzernen die Käufer aus - auch die in den letzten Jahren hervorgezauberten "Kreditfinanzierten" und die neuen "Briefgoldigen" halten auch nicht lange durch.