Dienstag, 06. Dezember 2011
Die Busch-Trommel
Die bessere Alternative
von Friedhelm Busch
Der Kurs der Europäischen Zentralbank verstärkt die Inflationsgefahr in Deutschland, meint Friedhelm Busch. Früher oder später werde die Geldentwertung Realität. Anleger sollten sich darauf einstellen und über den langfristigen Kauf von Aktien nachdenken.
Wer bislang geglaubt hat, zumindest die EZB werde doch noch, unbeeindruckt von politischen Forderungen, mit einer verantwortungsvollen Geldpolitik gegen inflationsfördernde Spekulationsblasen und für die Stabilität des Euro zu Felde ziehen, der kann diese Hoffnung nun endgültig begraben. Mit ihrer massiven Aktion, den Banken weltweit mit zinsgünstigen US-Dollar-Krediten unter die Arme zu greifen, haben die internationalen Notenbanken deutlich gemacht, dass sie mit aller Macht, unter tatkräftiger Mitwirkung der EZB, eine globale Wirtschaftskrise verhindern wollen, selbst wenn dabei die Stabilität der Währungen unter die Räder geraten sollte.
Dass diese neue Geldschwemme zu niedrigen Zinsen den großen Finanzinvestoren in Amerika, Asien und nicht zuletzt auch im krisengeplagten Europa gefällt und prompt zu kräftigen Kursgewinnen an den internationalen Aktienmärkten geführt hat , ist verständlich, doch kann diese Euphorie an den Aktienmärkten auch über Nacht wieder verfliegen.
Bequemes Regieren mit geliehenem Geld
Langfristig geht nämlich von dieser unerwarteten Geldspritze der Notenbanken ein fatales Signal aus: Vorrang hat für sie offenkundig die Rettung der Konjunktur und nicht die Rückkehr der überschuldeten Staaten zu einer soliden Haushaltspolitik. Widerwillig versprochene Sparmaßnahmen und erzwungene Reformen könnten jetzt auf die lange Bank geschoben und das bequeme Regieren mit geliehenem Geld fortgesetzt werden, denn notfalls wird ja die EZB mit wohlfeilen Krediten einspringen. Und die Bundesregierung gibt dazu auch noch ihren Segen.
Zwar fordert die Bundeskanzlerin für die ganze EU, zumindest aber für die Eurozone, eine verfassungsrechtlich abgesicherte Schuldenbremse à la Bundesrepublik, begleitet von einem europäischen Durchgriffsrecht und automatischen Strafmaßnahmen, wenn ein uneinsichtiges Euro-Mitglied künftig gegen vereinbarte Stabilitätsverpflichtungen verstoßen sollte. Doch selbst wenn Frau Merkel nun auch von den Franzosen für diese Vision einer europäischen Stabilitätsunion Unterstützung erfährt, ohne langwierige, ergebnisoffene Verhandlungen mit den bekannten Stabilitätssündern wird das nicht laufen.
EZB ohne Glaubwürdigkeit
Wer stimmt schließlich schon gern für seine eigene öffentliche Hinrichtung! Das hehre Ziel liegt also noch in ganz weiter Ferne. Weil aber allen die Zeit auf den Nägeln brennt, ist Frau Merkel offenbar damit einverstanden, als konkrete Gegenleistung für vage Hoffnungen die EZB schon jetzt in das Euro-Rettungsprogramm einzubinden und diese mit dem zinsgünstigen Kauf von Anleihen überschuldeter Euro-Staaten zu beauftragen. Wie soll man auch sonst auf die Schnelle hochverschuldete Euro-Länder vor der bevorstehenden Pleite retten, wenn selbst ein weit aufgespannter Rettungsschirm keinen ausreichenden Schutz garantieren kann und Eurobonds vor der Installation einer stringenten Stabilitätskontrolle den deutschen Wählern nicht zugemutet werden sollen? Also muss es jetzt die EZB im Auftrag der Politik richten. Die Unabhängigkeit der europäischen Notenbank geht damit endgültig den Bach runter. Aber Mitleid mit ihr ist fehl am Platze, hat sie doch schon längst durch eigenes Verschulden ihre Glaubwürdigkeit verloren.
Mit diesem Freifahrtschein für andauernde Anleihekäufe durch die EZB schleift die Politik in der Euro-Zone unter der Federführung Deutschlands die letzte Brandmauer, die Europa vor neuen Spekulationsblasen und deren Folgen schützen könnte. Selbst wenn sich die künftige Liquiditätsflut nicht sofort negativ auf die Verbraucherpreise auswirken sollte, die Finanzinvestoren werden mit dem zinsgünstigen Geld der EZB und der anderen Notenbanken wie bisher nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen und dabei die weltweiten Inflationsgefahren Schritt für Schritt verschärfen: Vor allem auf den Rohstoffmärkten und in den Schwellenländern, die sich mit hohen Zinsen gegen die heimische Inflation wehren und gerade dadurch die Schnäppchenjäger anlocken, wie der Honig die Bären.
Die Inflation kommt
Finden wir uns also damit ab: Früher oder später wird die Inflation auch bei uns Realität. Höchste Zeit also, sich als privater Anleger darauf einzustellen. Die bisherige Devise: "Sicherheit vor Rendite", also Anleihen statt Aktien, könnte sich sehr schnell als Trugschluss erweisen. Wer aus Angst vor Kursverlusten bei Aktien auf sichere Anleihen scheinbar stabiler Staaten, wie beispielsweise Deutschland, setzen möchte, sollte bedenken, dass schon viele kapitalkräftige Finanzinvestoren vor ihm auf diese Idee gekommen sind, die Kurse dementsprechend deutlich gestiegen, die Renditen folglich äußerst mager sind. So gleichen zurzeit die Renditen deutscher Staatsanleihen nicht einmal die aktuelle Inflationsrate aus. Und ob sie wirklich so sicher sind, darf angesichts unserer steigenden Euro-Garantien und bei der wachsenden Neuverschuldung des Bundes bezweifelt werden. Die nächste Spekulationsblase droht also am deutschen Anleihemarkt. Und sie könnte über Nacht platzen.
Anders sieht es dagegen bei deutschen Aktien aus. Auf dem gegenwärtigen Kursniveau sind sie, verglichen mit ihren aktuellen Gewinnen grundsätzlich nicht zu teuer. Ob diese Einschätzung allerdings noch Bestand haben wird, wenn es in den nächsten Monaten zur befürchteten Konjunkturdelle kommt, ist sehr fraglich. Kurzfristig werden vermutlich heftige Kursschwankungen die Kleinanleger weiterhin verschrecken. Als langfristige Sachanlage aber schützen Aktien gleichwohl vor den Folgen der Inflation und beteiligen den Aktionär über die Dividende am Unternehmensgewinn.
Soweit die reine Lehre, die leider nicht in allen Unternehmen der Realität entsprechen muss. So, wie die vermietete Immobilie als Sachanlage in den Zeiten der Inflation den Eigentümer nur dann vor Wertverlust schützt, wenn seine Mieter in der Lage und bereit sind, die an die Inflation angepassten Mieterhöhungen zu akzeptieren und nicht kündigen, so wird ein Unternehmen auf Dauer nur existieren und Gewinne erzielen können, wenn die Preise den betrieblichen Kostensteigerungen und den allgemeinen Preiserhöhungen entsprechend erhöht werden können, ohne dass die Käufer ausbleiben; wenn die Kapitalbasis des Unternehmens so solide ist, dass keine unbezahlbaren Anschlussfinanzierungen anfallen, falls alte Kredite zu niedrigen Zinsen auslaufen und durch neue höherverzinsliche ersetzt werden müssen. Übrigens eine der Ursachen der gegenwärtigen Staatsschuldenkrise. Mit anderen Worten: Die Aktienanlage ist kein Selbstläufer und bedarf einer eingehenden und fachkundigen Beratung, verglichen mit der Anleihe ist sie aber die bessere Alternative.
Eigentlich eine Schande! Jawohl, eigentlich ist es eine Schande, wie die gesamte Politik den Bürger an der Nase herumführt. Darf doch die EZB keine Staatsanleihen aufkaufen, tut sie aber! Und wer versucht dies zu unterbinden? Klar doch, keiner. Im Gegenteil, die EZB erfährt hier rege Unterstützung, ist sie doch angeblich der letzte Rettungsanker, eine Schande. Immer drauf, auf den kleinen Mann. Ach, die kommende Inflation ist ja gar nicht so schlimm. Inzwischen haben wir ja erst eine Inflation von 3 Prozent, ist ja gar nicht schlimm!! Hallo, wo sind wir denn! Was ist denn mit dem Kleinverdiener und dem Rentner mit geringem Einkommen? Mein Gott, stellt Euch doch nicht so an, geben wir denen, die ja nur ein sechsstelliges Gehalt haben, noch ein wenig mehr. Was solls, im Moment ist doch noch alles in Ordnung, meckert doch nicht immer auf hohem Niveau. Der Euro hat doch nur Gutes gebracht, immerhin 3 Prozent Realeinkommenssteigerung in den letzten 11 Jahren, das sollte Euch doch reichen, Ihr Gieraffen! Wenns knapp wird, hebt doch einfach etwas von Euren immensen Reserven ab und kurbelt die langsam schwächelnde Wirtschaft an! Ach Ihr habt keine Reserven, na dann habt Ihr in der Vergangenheit halt schlecht gewirtschaftet! Nehmt Euch mal ein Beispiel an der Regierung, die kann es besser!! Oder habt Ihr schon einmal erlebt, dass die Regierung Geld verschwendet? Nein, eben!! Die Regierung handelt eben verantwortungsvoll. Danke
Also, Herr Busch: - Die Notenbanken haben große Summen Dollar zur Verfügung gestellt, um reibungslosen Zahlungsverlauf bei Geschäften zu gewährleisten, die durchgängig in Dollar gewährt werden. Teilweise wurden dort nämlich die Dollars knapp, weil amerikanische Banken den europäischen kein Geld, also keine Dollars, mehr leihen wollten - und irgendwo müssen die Dollars herkommen. Die Aktion ist also vernünftig und hat nichts mit Blasenbildung zu tun. Und das die Aktienkurse steigen, wenn eine Krise abgewendet wurde, dürfte auch nicht überraschen. - Spekulationsblasen werden nicht von den Staaten angeheizt, sondern von Privatpersonen und Banken mit viel freiem Kapital. Das will nämlich renditeträchtig angelegt werden, und hohe Renditen bei gleichzeitiger scheinbarer Sicherheit findet man vor allem bei einer sich bildenden Blase. Privatleute können Spekultionen mit Krediten hebeln, die sie von Banken bekommen können - eine Bank hat schließlich 14 Tage Zeit, sich das nötige Geld bei der Zentralbank zu holen. Umgekehrt nehmen die Banken nur das Geld, das sie gebrauchen können: In den USA bietet die Notenbank zwar fleißig Geld an, aber die Banken zeigen wenig Interesse. Nur die Hälfte der von der Notenbank gedruckten Summe hat es in den Finanzkreislauf geschafft, obwohl die Banken das Zehnfache der Summe hätten zusätzlich verleihen können. - Nicht die Verschuldung per se macht einen Staat pleite, sondern hohe Zinsen. Der japanische Staat hat in Relation zum BIP mehr als dreimal so viel Schulden wie Spanien und etwa doppelt so viel wie Italien, ist von einer Staatspleite aber weit entfernt. Hohe Zinsen kommen von hoher vermuteter Ausfallwahrscheinlichkeit die wiederum mit höheren Zinsen deutlich steigt, und Ausfallwahrscheinlichkeit ist dann gegeben, wenn es keinen Lender of last resort gibt. Sobald die EZB erklärt, Staatsverschulden zu einem vernünftigen Prozentsatz am Primärmarkt zu kaufen also Geld zu drucken, fällt die Ausfallwahrscheinlichkeit, damit die Zinsen, und damit können die heute bedrohten Staaten sich refinanzieren, ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Und dann muss auch nicht durch Austeritätsmaßnahmen die Realwirtschaft zerstört werden. Was denken Sie, wie lange Griechenland braucht, um die Einbrüche von 2010 und 2011 14 des BIP, 400.000 geschlossene Geschäfte, die wieder zum Laufen gebracht werden müssten wettzumachen - Einbrüche ohne realwirtschaftliche Notwendigkeit? - Inflation kommt nicht einfach von der Druckerpresse, sonst hätten die Japaner keine Probleme. Japan versucht seit zwei Jahrzehnten, wieder eine maßvolle Inflation zu erzeugen, um den Teufelskreis aus Deflation und Stagnation zu durchbrechen, und schafft es einfach nicht. Zu hohe Inflation entsteht durch vermehrtes Geldangebot bei gleichzeitigem Gütermangel, Europas Fabriken haben zur Zeit aber reichlich Produktionsreserve. Historisch und auch wirtschaftstheoretisch folgt auf eine Wirtschaftskrise eine Deflation, nicht eine Inflation. Deflation schadet der Wirtschaft weit mehr als Inflation. Aus diesen beiden Fakten folgt, dass es eine Deflation, nicht eine Inflation ist, die wir fürchten müssen. Um ein häufig gebrauchtes Zitat zu wiederholen: Eine Volkswirtschaft ist nun mal kein schwäbischer Haushalt.
Das süße Gift der Inflation war schon immer ein Kelch,an dem kein Politiker oder Machthaber der letzten 2000 Jahre vorrüberging, hat sie doch auch heute gigantische Vorteile: Ersten werden die Staaten entschuldet und unsere Staatschefs können mit ihren Pleiteideologien Feudalismus, Theokratie, Kommunismus, Fachistischer Ständestaat, Sozialstaat, etc. wieder von vorne beginnen. Zweitens steigen die Preise, die Löhne und somit die Steuereinnahmen ins Gigantische. Wenn man dann noch die richtigen Sündenböcke schlachtet Spekulanten, Brillenträger, Einwanderer, Moslime, Juden, etc., dann kann nichts mehr schief gehen. Ob diesem Theater noch eine Deflation vorangeschaltet wird oder der krönende Abschluss in einer Währungsreform besteht, ist m.E. unerheblich.Schade ist nur,daß das Ganze keinen Unterhaltungswert mehr besitzt.
Selbstverständlich hat Herr Busch in seiner Einschätzung der Notenbankenaktion recht. Was ist denn geschehen? Die Notenbanken stellen den Geschäftsbanken in praktisch unbegrenzter Höhe Liquidität zu einem sehr niedrigen Zinssatz zur Verfügung. Was werden die Geschäftsbanken machen? Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass sie einen erheblichen Teil des Geldes in den Ankauf von hochverzinslichen Schrottanleihen der PIIGS investieren werden. Von der Zinsdifferenz können sie ganz gut leben. Das Ergebnis aber ist, dass zwar die Notenbank nicht direkt die Staatshaushalte über den Ankauf von Staatsanleihen finanziert, aber indirekt. Wenn das nicht inflationstreibend ist, was dann?
@Moebius: Vielen Dank für Ihren hervorragenden Beitrag. Auch ich bin fest davon überzeugt, dass wir ab nächstes Jahr in eine langanhaltende Deflation abgleiten. Wenn die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung immer weniger Geld hat zum ausgeben, bedingt durch Lohndumping, Aufstocker, Minijobs, Leiharbeit usw.,dann kann es nur zur Deflation führen.Dieses derzeitige Finanzsysthem kann nur noch solange aufrecht erhalten werden, wie es dem Kapital noch gelingt die Mittel- und Unterschicht weiter auszupressen. Und ich meine das funktioniert schon jetzt nicht mehr. Die Schmerzgrenze ist bereits überschritten.
Wirklich schade finde ich, dass keine Partei hier echte Lösungen anbieten kann oder will. Vielmehr gelten weiter alte Stereotypen wie Neidschürung und Verteidigung des aufgeblasenen Sozialstaates. Deutschland hätte hier ein Zeichen setzten, und für 2012 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen müssen. Stattdessen neue Schulden...
Immer auf die Regierung rumzuhacken, egal welche, ist auch nicht der richtige Weg. Das Volk ist selber daran schuld. Es hat meistens immer diejenigen gewählt, die die meisten Geschenke verteilt hat. Ich bin kein Fan von Lafontain, aber er hat im Gegensatz zu Kohl gesagt, wie teuer die Einheit wird und das ist nur ein Beispiel. Tatsache ist, dass wir unseren Wohlstand auf dem jetzigen Stand nicht erwirtschaftet haben, sondern zum Teil mit Schulden. Und man kann nicht gleichzeitig vom Staat fordern, alles zu finanzieren und gleichzeitig immer mehr Geschenke und Subventionen fordern. Wir werden nicht mehr anders können und von der sogenannten Oberschicht einen höheren Beitrag fordern. Sonst werden auch wir unsere Schuldenlast nicht mehr tragen können. Ich weiß der Aufschrei ist jetzt groß in dieser Gruppe der Gesellschaft zu der ich auch gehöre, wenn man davon redet. Aber diesen Beitrag müssen wir so oder so zahlen. Entweder wir zahlen mehr Steuern oder es bleibt so wie es ist. Dann werden wir irgendwann - und das ist nicht mehr so lange weg - eine Gesellschaft haben wie in Südafrika, wo sich die Reichen hinter meterhohen Mauern und Alarmanlagen verkriechen müssen. Und selbst dann kann man nicht sicher sein, ob das Kind wieder gesund von der Schule zurück kommt. Ich würde so nicht leben wollen. Das Geld müssen wir sowieso bezahlen. Wir haben die Wahl, entweder in Steuern oder in Sicherheit. Und wer wie manch anderer hier von einem aufgeblsenen Sozialstaat spricht, dem schlage ich vor, dass er mal 3 Monate lang mit dem Hartz 4 Regelsatz lebt. Dann wird er ja selbst sehen, wie luxuriös man davon leben kann.
Über die Ironie des Schicksals kann man viele lange Artikel und Kommentare schreiben, wenn man die als Mathematiker also als Gleichungen betrachtet betrachtet kann man diese kürzen, zusammenstreichen, dann kommt raus :,: EZB = Bad Bank mit Lizenz zum Geld drucken, dem Privatanleger in dieser Situation einen Rat zu geben da müsste man wohl Jesus oder Mohammed heißen, Geld ist intelligent aber Frauen sind unberechenbar ich hab ja von der Merkel nie wirklich was gehalten aber ich könnte meine Meinung ändern, wenn es wirklich so kommt.
Ich glaube, die reine Lehre hat schon mehr Aktionäre und andere Optimisten in die Irre geführt, als alle Krisen und Crashs zusammen. Ob ein Unternehmen in turbulenten Zeiten stabil und werthaltig bleibt, das wissen häufig nicht einmal die Insider. Es ist ein großes Ratespiel, und da können nicht alle gewinnen. Außer den Bauern hat eigentlich niemand ein wirklich krisenfestes Eigentum. Und falls die Pläne verschiedener Parteien zur verstärkten Vermögensbesteuerung demnächst Realität werden sollten, wird es auch den vielen Goldgläubigen an den Kragen gehen, dass es ihnen graust. Ich halte eine einmalige Umlage von jedermann an den Staat für viel effizienter als die komplizierte Einführung von Steuererhebungsprozeduren und Behörden, die Einstellung von tausenden zusätzlichen Beamten und deren Ausstattung mit entsprechend weit gehendenen Befugnissen, was widerum die Gerichte zusätzlich belastet. Wir hatten doch im Osten eine stasiartig arbeitende Vermögenssteuerfahndung. Wer so nicht vorgehen will, der bekommt auch keine nennenswerten Summen zusammen. Das muß doch jedem klar sein. Wenn ich heute einen Staatshaushalt bei Null neu anfangen müßte, würde ich die Defizite, sofern welche anfallen, an jedem Jahresende per Rundumschlag auf die Steuerzahler verteilen. Das ist effektiv und direkt und hätte die geringsten Nebenwirkungen für alle Beteiligten. Eine vernünftige Lösung von heute könnte sich daran orientieren. Billionenbeträge kann man so natürlich nicht mit einem Schlag verteilen. Aber bei den verschuldeten Ländern z.B., wenn ich mal Thüringen betrachte: Da sind 16,5 Mr Euro Schulden jährlich zu refinanzieren, denen 35 Mr. Euro Ersparnisse gegenüber stehen, davon sind mindestens 12 Mr im Besitz von Beamten und Staatsbediensteten, Ärzten usw., denen lebenslang ein sicheres Einkommen quasi vom lieben Gott garantiert ist. Da könnte man sofort die Hälfte der Staatsschuld als Umlage verteilen, ohne dass wirklich jemandem ernsthaft weh getan wird. Natürlich muß man einen geeigneten Schlüssel im Konsens finden. Und nach der so geschafften Konsolidierung der Länder würde es dem Bund viel leichter fallen, moderat und rücksichtsvoll an seinen eigenen Schulden zu arbeiten, die ja auch unsere sind.
Herr Busch hat zum Teil Recht. Natürlich läßt sich mit geliehenem Geld leicht regieren. Aber schauen wir doch mal wenigstens teilweise richtig hin. Die Zentralbanken leihen den Banken billiges Geld, damit diese dann mit diesem Geld Staatsanleihen kaufen - natürlich zu höheren Zinsen als man bezahlt. Darum ist es vom Prinzip her garnicht so unvernünftig, dass die EZB die Anleihen direkt kauft. Da kann man sogar noch sparen. Den Blödsinn mit den ausgeglichenen Haushalten glaubt kein Mensch mehr, dass wird nie hinhauen, dazu sind die Löcher einfach zu gross und die Politiker zu unfähig. Dazu kommen noch und das sehen wir gerade heute sehr gut ein paar wahnsinnige Ratinagenturen, die wie wild hin und her stufen früher sagte man glaube heißt nichts wissen - die Ratingagenturen glauben immer und stufen dann herum und somit nicht nur die Eurorettung in Frage stellen sondern ohne Sinn und Verstand Existenzen vernichten. Warum setzen sich die großen Denker nicht mal hin und kontrollieren, wieviele Ratings dieser Institute in den letzten Jahren daneben gelegen haben - wäre ja interessant. Vieleicht sollten mehr Leute mal das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler lesen oder im Internet mal auf die Seiten des Bundesrechnungshofes gehen. Dann wir einem sofort klar, warum wir so in der Sch..... stecken. Meine Forderung: könnte für ganz Europa gelten Jeder Staat gibt nur soviel Geld aus wie an Steuern herein kommen. Keine Verteilung mehr von unsinnigen Wohltaten. Schaffung eines Straftatbestandes der Steuerverschwendung. Schluss mit Lobbyismus - der Durchschnittsbürger muss auch sehen wie erklar kommt. Ich glaube, dass mit etwas Disziplin und viel Einsicht zu schaffen wäre.
@Moebius: Sie sprechen ir aus der Seele. Aber Herr Busch wird das nie verstehen wollen. Er gehört zu den paranoiden Deutschen, die immer noch nicht die Inflationshistorie des letzten Jahrhunderts verkraftet haben. Damals gab es kriegsbedingt keine Waren. Mit der heutigen Situation hat das aber auch rein gar nichts zu tun. Tatsächlich droht genau das Gegenteil. Und was die EZB angeht: Wenn das Haus brennt, muss man löschen und nicht über Brandschutz nachdenken.
Herr Busch ist wie so oft auch hier wie die meisten anderen auf dem Holzweg. Die größte Gefahr droht mittelfristig in einer Deflation allein wegen der drohenden Kreditklemme. Die Kredite werden von den Geschäftsbanken vergeben und da ist die EZB machtlos und kann die Zinsen auf 0 senken und sich auf den Kopf stellen es nutzt nichts. Im übrigen gab es noch nie eine nennenswerte Infaltion bei niedrigen Zinsen. Die Blasen muss man nicht beachten. Platzt die eine, wird eine andere erzeugt. Möglichkeiten gibt es viele und niemand wird heutzutage in Größenordnungen Tulpen oder Kochtöpfe kaufen. Also, die Hyperinflation fällt aus.
@Herr Busch Manchmal frage ich mich, warum Herr Busch derart tief verängstigt immer auf die Inflation schielt. Er hat die große Hyperinflationszeit doch nie miterlebt! Liquiditätsvorlieben der Anleger sind nicht per se inflationstreibend. Manche wollen es aber nie lernen, wie Herr Busch. Leider kann es sein, dass seine Vorhersage dennoch eintritt, da zumindest in Deutschland offenbar die Verbraucher zusehends versuchen ihre Liquidität abzubauen, indem sie ihr Geld in Beton invetieren - ins Eigenheim zum Beispiel. Allerdings würde eine höhere Inflation in Deutschland genau jene Unterbewertung ggü. anderen Euroländern verringern. Die künstiliche Abwertung der letzten jahre in Deutschland hat der gesamten Eurozone enorm geschadet. Auch eine Inflation, die einige Jahre über 3 Prozent liegt, wäre kein Drama. Vielleicht wäre es sogar das richtige Signal für Zinserhöhungen um die Billig-Geldversorgung zu reduzieren.
Zu Busch 06.12.11 Hoffnung auf Stabilität haben nüchterne Ökonomen schon längst aufgegeben. Merkels Kardinalfehler war, zuzulassen, dass im Lissabonner Vertag die EZB zum Organ der EU gemacht wurde. damit wurde die EZB politisiert und verlor ihre Unabhängigkeit. Es ist ein Unding Schulden „ weghebeln“ zu wollen. Bei der Einführung des Euro wollten die Politiker klüger als gestandene Ökonomen sein. Die Politik versuchte eine Garantie des Nichtgarantierbaren. „ Inflation „ ist ein vager Begriff , entscheidend ist der Kaufkraftschwund , z Zt. bei 3-4 . Der Bundestag 1997 : „ Wir werden uns jedem Versuch widersetzten , die Stabilitätskriterien aufzuweichen. Was sind also Politikerworte noch Wert ? Konservative werden selbst von Parteien mit einst konservativer Prägung nicht mehr respektiert, wenn man aber die Handlungsweise heutiger Politiker sieht, muss man doch fragen, ob es so modern ist, weitgehend konsumptive Schulden zuzulassen. Aktien: Wer Sicherheit in Aktien sucht, sollte sich nicht nur auf Beratung verlassen, sondern sich auch selbst mit der Materie beschäftigen und den „ Buchwert „ neben anderen Kriterien beachten. Heinrich Seibert, Ing.
deutschland steuert auf eine staatspleite hin es wir die npd verboten ich find wir sind im jahr 1928 vor dem schwarzen freitag
wem nützen die äußerst nützlichen kommentare eines herrn busch - wenn durch die verarmung der mittelschicht die spätere auf/aus-käuferschicht für die vermeintlichen aktiengewinne nicht mehr vorhanden ist. und wo werden die unternehmensgewinne herkommen,die in einer binnenwährung erzielt werden standen wir nicht letzten mittwoch kurz davor? - kein schwein gab mehr dollars gegen euro. was nicht heißen soll dass der dollar nun besonders erhaltenswert wäre. selbst der wert einer aktie oder eines unternehmens ist nicht spezifizierbar und kalkulierbar trotz aller analysten und börsen. es ist alles nur schein und regelmäßig auf pump gebaut - wie die staaten so auch die unternehmen. wirklich gesunde unternehmen brauchen keine börse und die damit verbundenen betrügereien. das müßte herr busch ja wissen. von inflation getriebene kurse sind keine gewinne auch wenn sich so manch einer daran erfreut. letztlich werden es aber nur einige wenige sein, die alles besitzen und dabei geht es nicht um geld, sondern einzig und allein um die macht über alles und jeden bestimmen zu können. dies wird jetzt vorbereitet und vollendet - wir sollten denen nicht in die hände spielen. aber hand aufs herz - die messen sind gesungen und einen weg zurück zur normalität gibt es nicht mehr - rette sich wer kann - in die sklaverei von tavistocks gnaden.