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Raimund Brichta: Das Leiden der Griechen

Totalausstieg, Rückkehr auf Zeit oder Therapie ohne Eingriff? Die Drachme liegt verlockend nahe.
(Foto: dpa)

Montag, 09. Mai 2011

Raimund Brichta

Das Leiden der Griechen

von Raimund Brichta

Der Euro durchlebt schwere Zeiten. Tief in der griechischen Staatskasse pocht ein Schmerz, der Zweifel am Zusammenhalt der Währungsunion weckt. Telebörse-Moderator Raimund Brichta spricht offen aus, was viele denken: Eine Rückkehr zur Drachme könnte Abhilfe schaffen.

Raimund Brichta.

Raimund Brichta.

Wer schon einmal Weisheitszähne gezogen bekommen hat, kennt die damit verbundenen Qualen. Je nachdem, wie schwer die Operation war, kann man noch Tage danach mit dicker Backe und höllischen Schmerzen darniederliegen. Die meisten Leute unterziehen sich dieser Tortur trotzdem, weil sie wissen, dass die Pein auf Dauer viel größer wäre, wenn die Weisheitszähne im Kiefer blieben.

Genauso wäre es, wenn Griechenland aus dem Euro austräte, die Drachme wieder zum Leben erweckte und seine Schulden - zumindest zum Teil - erlassen bekäme. Auch diese Operation könnte teuflische Schmerzen für die Griechen und andere beteiligte Länder zur Folge haben. Dafür könnte sie ein späteres großes Leiden verhindern. Zumal der Euro eines Tages ohnehin auseinander brechen dürfte, wie ich bereits unter der Überschrift "Kalinikta Euro" erläutert habe.

Die Qualen, die dann drohen, werden vermutlich nicht geringer sein als diejenigen, die nach einem sofortigen Eingriff zu erwarten sind. Aber sie haben den Vorteil, dass sie noch in ferner Zukunft liegen.

Warum also schon heute operieren? Nach dieser Devise werden es die Regierenden wahrscheinlich vorziehen, die Schmerzen nach wie vor mit allerlei Mittelchen zu bekämpfen, statt das Übel an der Wurzel zu packen und zu entfernen.

Unter der Oberfläche faulen die Zähne damit aber weiter. Nur ein beherzt verordnetes "Kalimera Drachme" könnte hier Abhilfe schaffen, meint Ihr Raimund Brichta.

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Kommentare
André sagt:
09.05.2011 09:23

Es ist nicht lange her, da wetterte PIMCO gegen US-Staatsanleihen, die Leute amüsierten sich über die USA und ich deutete auf die Eurokrise hin, wofür ich Spot erntete. Nun ist die Eurokrise wieder in den Mittelpunkt getreten. Doch immer noch weigern sich die Menschen die Krise als solche zu verstehen. Noch mehr weigern sie sich ihr Erspartes zu retten. Wenn die EU öffentlich die Umschuldung des insolventen Landes ebenso kategorisch ausschließt wie den Austritt aus dem Euro – Griechenland also nicht pleitegehen darf, selbst wenn es nicht mehr zahlen kann –, dann müssen neue Kredite gegeben werden, um alte Schulden zu bedienen. Warum machen die das? Weil viele Lebensversicherungen, Anleihen oder z.B. Schuldscheine auf Eurobasis im Grunde wertloser sind als ihr denkt. Der Euro ist auch nicht unsere nationale Währung, es ist ein Warenkorb aus vielen nationalen Währungen. Doch nun wird das halbtote Pferd noch zu Tode gequält mit der Beigesterung des Mobs, was mich an den Todeskampf von Jesus Christus erinnert, als er sein Kreuz zu seiner eigenen Ermordung schleppen musste. Jetzt werden den Anlegereurobillionen, die alle versenkt wurden, noch Milliarden, vielleicht sogar bald Billionen an Staatsschulden hinterher geworfen, ganz so als wolle man daran glauben das sich Münchhausen doch selber am eigenen Zopfe, durch die eigene Hand, aus den Sumpf ziehen kann. Nichts anders ist der Versuch mit neue Staatsschulden die spekulativen Finanzlöcher zu stopfen, in denen z.B. einige Lebensversicherer die Kundengelder angelegt hatten. Die Europarty ist vorbei.


S. Schierling sagt:
09.05.2011 09:34

Also ehrlich, ich halte das für keine gute Idee. Ein Austritt wäre spektakulär, brächte aber m.E. abgesehen vom Abwertungsspielraum keine weiteren Vorteile. Damit wären die strukturellen Probleme der griechischen Wirtschaft aber noch nicht einmal ansatzweise berührt. Wozu also eine solche Welle veranstalten?


André sagt:
09.05.2011 09:50

S.Scherling: ,,Also ehrlich, ich halte das für keine gute Idee. Ein Austritt wäre spektakulär, brächte aber m.E. abgesehen vom Abwertungsspielraum keine weiteren Vorteile. Damit wären die strukturellen Probleme der griechischen Wirtschaft aber noch nicht einmal ansatzweise berührt. Wozu also eine solche Welle veranstalten? Sind die Probleme in Spanien, Italien und Portugal z.B. anderer Natur? Meinst du man kann das Spiel ewig weiter betreiben ohne das am Ende Jemand dafür zahlt? Wenn dein Vermögen dir geraubt wird, dann schlägst Du keine Welle oder wie? Gib mir einfach dein Geld und mach keine Welle, wenn du meinst.


EineNachdenklichLauteStimme sagt:
09.05.2011 10:59

Bei solchen Artikeln fällt es mir schwer noch ruhig bleiben zu können und heute bricht es einfach mal aus mir heraus. Sie dürfen gerne Ihre Meinung äußern, aber dann schließe ich mich dem an und biete Ihnen meine! Erstens würde mich interessieren, welche Qualifikation Herr Brichta auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre mitbringt. Da ich den Artikel bis zum Schluss gelesen habe, befürchte ich, dass er genauso - und jetzt möchte ich höflich und fair bleiben - wenig Ahnung hat wie viele andere, die das Wort in Politshows erheben und ich mich jedesmal fragen muss, warum eigentlich kaum Wirtschaftsprofessoren eingeladen werden und wir uns ständig diese Stimmungsmache gegen Griechenland und generell gegen den Euro antun müssen.Es werden nicht die späten Entscheidungen kritisiert, die fehlende Transparenz in der Europolitik oder die Freiheiten der Spekulanten, die wir gewähren lassen. Nein, es ist die Mentalität unseres Landes noch einmal bei dem nachzutreten, der schon am Boden liegt, anstatt mal mit ökonomischen Sachverstand! realistische Hilfestellung zu leisten. Sie haben in Ihrem Bericht den Zahnarzt erwähnt. Ich mach es Ihnen ganz leicht: Der Euroraum ist nichts anderes als ein Bündnis. Lassen Sie so Freunde hängen, wenn sie Hilfe brauchen? Man kann sich nicht immer nur die Vorteile sichern. Fakt ist, wenn Griechenland aus dem Euroraum tritt, dann wird es definitiv Nachfolger geben wie Portugal, Irland und diese Kettenreaktion befürchtet man in Brüssel. Das wiederum lässt den Spekulanten wieder noch mehr Freiraum und all diejenigen, die eh schon seit der Geburtstunde gegen den Euro gewittert haben, was selbst für Deutschland schädlich wäre! Und für Griechenland wäre es auch nicht die Rettung, denn auch wenn sie die Drachme wieder einführen würden, die Verbindlichkeiten bleiben ja in Euro und das könnte das Land noch weniger verkraften mit einer schwächeren Währung. Das ist nicht zu stemmen. Wobei ich mir langsam als Griechenlandliebhaber wünsche, dass sie es täten, um nicht immer diese Stimmungsmache mitzubekommen und auch um zu sehen, welches Land als nächstes zur Zielscheibe geraten wird. Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich mich irre, aber die Töne zur Bankenkrise waren in den Artikeln hier auf n-tv leiser. Ob es an der guten Akustik der griechischen Amphitheater liegt? Höflichst, EineNachdenklichLauteStimme


S. Schierling sagt:
09.05.2011 11:08

An André: Wer sagt denn, dass hier irgend jemand etwas raubt? Vielleicht verstehen wir uns falsch: Es geht um Hilfskredite. Griechenland muss das alles zurückzahlen, zzgl. Kreditzinsen. Das klingt für mich sinnvoller und letztlich billiger, wenn Sie so wollen als ein europäisches Nachbarland einfach so zum Teufel gehen zu lassen. Das der griechische Staatshaushalt künftig anders verwaltet werden muss, versteht sich dabei von selbst, vielleicht übernimmt das ja Schäubles Wirtschaftsregierung. Aber wenn Sie glauben, dass es etwas nutzt und ihr Vermögen rettet, dann machen Sie ruhig weiter Wellen, ich will Ihnen da gar nicht reinreden.


Stefan Wehmeier sagt:
09.05.2011 12:39

Wer seine Existenz der sinnfreien Aufgabe widmet, etwas regeln zu wollen, das nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Kräfte von Angebot und Nachfrage nicht selbst regelt, wird nie das Übel an der Wurzel packen. Die Kenntnis höherer Mathematik ist nicht erforderlich, um die Mutter aller Zivilisationsprobleme zu verstehen.


hejo sagt:
09.05.2011 12:41

Wieder so ein selbsternannter Börsenguru. Warum nicht wieder einen offenen Brief an die Kanzlerin ? Die sachlichen Finanzexperten sehen die Probleme zur Lösung sicher nicht auf diesem Wege. Selbst Herr Sinn weist auf die wesentlich größeren Probleme beim Ausscheiden aus dem € hin. Meiner Meinung nach werden mit solchen Kommentaren die Unruhen auf dem Finanzmarkt weiter geschürt und das man damit auch noch Geld verdient ist, ist unverständlich. Herr Brichta sollte sich einer anderen Aufgabe mit mehr Sachverstand widmen


Axel C. Baumgart sagt:
09.05.2011 12:42

Liebe Griechenland- und EURO-Freunde, wir können es drehen und wenden wie wir wollen, unser Wirtschaftssystem, welches ein gravierendes, fehlerbehaftetes Geldsystem zur Grundlage hat, hat auf einer langen Zeitachse keine Chance zu überleben und ist deshalb geradezu auf schmerzhafte Korrekturen bis hin zu kriegerischen Ereignisssen angewiesen! Diese Tatsache ist seit über 100 Jahren bekannt und leider wurde bis heute aus reiner Geld- und Machtgier eine nachhaltige, marktwirtschaftliche Lösung verhindert. Wenn man also wiederum nicht bereit ist, den Konstruktionsfehler in unserem Geldsystem zum Wohle der schaffenden Bevölkerung zu elmiminieren, werden wir zwangsläufig sehr unruhigen Zeiten entgegengehen!!! Mehr hierzu können Sie u.a. in den Büchern DAS GELDSYSNDROM - Wege zu einer krisenfreien Marktwirtschaft von Helmut Creutz oder CRASHKURS von Mr. DAX, alias Dirk Müller oder der sehr lesenswerten Zeitschrift HUMANE WIRTSCHAFT entnehmen, in deren neuester Ausgabe ist der Beitrag Von Pandorra bis Ali Baba - Risiken unserer Finanzordnung von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger besonders interessant!


Christiane sagt:
09.05.2011 12:58

Hallo, ich lebe in griechenland und bekomme mit was hier so unter der bevoelkerung abgeht.Ich finde die deutschen sollten aufhoeren hilfe an griechenland zu senden.Natuerlich muss irgendwo ein weg gefunden werden zu helfen.Aber das Problem ist das man nicht jemanden helfen sollte der selbst nichts tut und vor allem nicht zu eigenem nutzen.Ich glaube wir Buerger wissen gar nicht so genau was da so alles lelabbert wird bei den politikern,und eigentlich moechte ich es auch gar nicht wissen.Man sollte einfach mal fragen was all die Buerger dazu sagen egal ob D oder G .Fakt ist nun mal das die griechen sich nicht aendern werden ob hilfe oder nicht,es ist nicht im Blut des Griechen.Er moechte mehr und mehr aber leider zur stunde null und das geht nicht.Die Deutschen sollen Zahlen wofuer ??????????? und warum die? Die griechen kommen nicht in die gaenge auch selbst mit zu zahlen und die koruption hier zu lande ist leider noch viel zu hoch.Es werden hier gehaelter gekuerzt und Preise in die Hoehe getrieben so das es schwer hier ist zu existieren als normal Buerger und es kann nicht sein das dafuer die D zahlen.Auch hier im Lande muessen wir was tun ,aber eben das passiert nicht und deswegen hoffe ich das die D aufhoeren zu zahlen oder eine andere geeignete Loesung finden werden um das wir alle in frieden leben.Vor allem das jeder leben kann so wie es sein geldbeutel erlaubt und auch vor allem ohne Streik streik und auch um Tadesfaelle zu verhindern .Man erinnere sich daran das es einen jungen toten Studenten gab und auch eine schwangere frau.Hat man das alles eingeplant in dem ganzen scheiss euro spektakel.Und das sind nett die ersten und letzten gewesen und vor allem leiden auch jede menge unschulldiger Kinder und auch alte Leute drunter.Hat das alles mal einer gedacht oder zaehlt das nicht.Die grossen auf ihren Cheffsesseln sitzen eh nur und bekommen geld fuers nichts tun.Der Euro war an allem schuld und ist es ,aber man muss eine Loesungfinden die allen hilft und nicht nur den Deutschen und vor allem nicht den Reichen die noch reicher werden und werden wollen. Nachbarschaftshilfe ja aber nicht bis zum ausbeuten.Jede Hilfe hat seine grenze und ist nicht immer die beste loesung. Ich lebe hier schon 15 jahren am Stueck und kam schoen lange vorher als tourist hier her.Was ich selbst erlebe ist DER GRIECHEN AENDERT SICH NICHT OB HILFE ODER NICHT .UND GUTES BZW.AENDERUNG FUER WAS GUTES HABE ICH NOCH NICHT ERLEBT IN ALL DEN JAHREN .EHER SCHLECHTER JEDER JAHR ALS BESSER GANZ EGAL IN WELCHE RICHTUNG. Der Staat hilft eh seinen Leuten nicht egal ob hlife aus D oder nicht.Und seien wir mal ehrlich, Hilfskredite muessen ja auch noch zurueck gezahlt werden. Aber wie geht das wenn nichts getan wird im eigenen Land ,wenn nur genommen wird ohne Planung????????????


Peter sagt:
09.05.2011 12:58

@EineNachdenklichLauteStimme - ich kann mich ihrer Meinung nur anschliessen - was hier an Stimmungsmache und wirtschaftlichem Schwachsinn geredet und geschrieben wird ist unfassbar. Wenn Griechenland die Drachme wieder einführt sind sie sofort wirtschaftlich tot. Hier hilft nur rigoros sparen, die steuerhinterziehung sowie die Korruption bekämpfen und die nächsten 10 Jahre durchhalten.


Christos Evdokiou sagt:
09.05.2011 13:28

Als Volkswirt und dipl. Kaufmann und gebürtiger Grieche kann ich dazu nur den kopf schütteln auf den einen Seite und auf der anderen gleichzeitig verständniss zeigen. Wieso beides? Erstens Ihr Vermögen wird nichts mehr wert sein, wenn die Inflation hier im Euroraum krasiert. D.h. in nahe zukunft wird Griechenland nicht mehr das grosse Thema sein. Ein auseinandertrifften des Euroraums hätte zufolge, auch wenn Sie ihr Vermögen retten könnten, eine weit aus höheren inflation zu folge. Griechenland kann gerettet werden und zwar weit aus günstiger als jeder vermutet und zwar folgederweise: DIE EZB KAUFT ALLE SCHULDEN GRIECHENLANDS, DAFÜR GIBT GRIECHENLAND SEINE STATTSAUTONOMIE AB UND WIRD ALLE REFOMEN 1 ZU 1 DURCHFÜHREN. Kostenpunkt dabei, Erhöhung der Geldmeng M3. folden für die EU: Null, Kosten Null. Wieso macht dies die EU nicht? ganz einfach Griechenland ist und war ein Versuchsobjekt und das wird es auch bleiben um somit das Vorgehen bei Portugal, irland und Spanien zu analysieren. Und letzten endes: die Autonomie wurde kein Staat gerne hergeben, aber leider ist das der Hauptgrund wieso in Griechenland über Jahrzehnte hinweg nichts funktioniert hat.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 14:11

Lieber André, Sie haben vollkommen recht. Den Regierungen bleibt im Prinzip gar nichts anderes übrig, als die Zähne weiter vor sich hinfaulen zu lassen. Denn wenn sie sie jetzt zögen, kämen nicht nur Banken, sondern natürlich auch Versicherungen in Bedrängnis. Gerade die in den Kapitalanlagen der Versicherer und Rückversicherer schlummernden immensen Risiken haben bis jetzt die wenigsten Anleger auf ihrem Radarschirm. Offenbar selbst Warren Buffett nicht. Deshalb halte ich es für wichtig, darauf besonders eindringlich hinzuweisen!!!


NurmalamRande sagt:
09.05.2011 14:24

@Herr Brichta - Sie sprechen mir aus der Seele. Auch wenn Sie hier vom ein oder anderen kritisiert werden, vieles als Schwachsinn abgestempelt wird, ich kann Ihre Gedanken voll und ganz nachvollziehen. Wer meint, dass Griechenland wirtschaftlich tot wäre, weil sie den Euro abschaffen würden @Peter, hat die volkswirtschaftlichen Grundlagen -sorry- nicht im Ansatz verstanden. Auch die Meinung @Axel, dass dieses Finanz- und Wirtschaftssystem zum Scheitern verurteilt wäre, dem kann ich nur in Teilen zustimmen. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Finanz- und Wirtschaftssystem. Das kapitalistische Wirtschaftssystem funktioniert schon seit nunmehr 250 Jahren, anders definiert, bereits weitaus länger. Das Finanzsystem ist noch viel älter und crasht nicht erst seit 100 Jahren, sondern im Grunde seit Caeser, alle 60 bis 100 Jahre. Und das ist auch gar nicht weiter schlimm! Danach geht es von vorne los, wir werden weiter konsumieren wollen, egal wie die Währung heißt. Alle Alternativen, von Gesell über B. Senf bis Wörgl, sind die Alternativen derer, die im Geld das Böse sehen - je weniger man hat, desto böser wird es-. Im Grunde ist das ganz einfach: Die Griechen mit eigener Währung, das hätte zur Folge, dass diese weitaus weicher wäre, was den Export und damit die eigene Produktion drstisch fördert und letztendlich über den Konsum des dann angekurbelten Arbeitsmarktes auch die Steuereinnahmen wieder steigen. Jetzt mal unabhängig von der Korruption im Land! Der Leittragende KÖNNTE dann auch Deutschland werden, je nach dem, wie hoch der Preis für den Ausstieg wäre - also der Erlass der Schulden-. Letztendlich würde es der EZB allerdings nur helfen, was die inflationären Gefahren betrift. Momentan hat sie die Wahl zwischen hoher Inflation mit einer Abwendung der Staatspleite der PIIGS. Oder aber einer gesichterten Geldwertstabilität, jedoch mit garantierten Pleiten einiger/aller PIIGS = Pech oder Schwefel! Langfristig müssen wir uns wohl aber alle nichts vormachen. Es ist nicht eine Frage ob, sondern wann eine Währungsreform vor der Tür steht. Anklopfen wird sie jedenfalls nicht. Und ob nun wir mit dem Euro, die Japaner mit dem Yen oder die Amis mit dem Dollar den Anfang machen, ... warten wir es ab. In der Geschichte waren die Gründe Krieg oder Hyperinflation, warum heute nicht mal die Staatspleite?! Kleiner Umschwung auf den Aktienmarkt: Wenn der auch kurzfrsitig auf Meldungen von Umschuldung, Pleite etc. abtaucht. Lanfgristig wird er dadurch nur profitieren. Grund: Alles volkswirtschaftliche Probleme, keine betriebswirtschaftlichen; ich für meinen Teil würde jedenfalls keinem Geld leihen, dem das Wasser bis zum Hals steht. Die Alternative kann da nur Substanz heißen, also auch bestimmte Aktien.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 14:25

Lieber S. Schierling, da bin ich ganz entspannt. Mit dem Austritt würde man dem ohnehin irgendwann anstehenden Eurozerfall nur zuvorkommen. Nicht mehr und nicht weniger. Die den Märkten innewohnenden Mechanismen werden früher oder später dafür sorgen, freiwillig oder unfreiwillig. Ob damit strukturelle Probleme Griechenlands berührt würden oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Das gilt übrigens nicht nur für Griechenland, sondern für andere Länder auch. Auch sie werden irgendwann aus dem Euro hinausgeschossen werden.


Observer sagt:
09.05.2011 14:41

@EineNachdenklichLauteStimme Sie sprechen Herrn Brichta ökonomischen Sachverstand ab, weil er über eine Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone nachdenkt, den auch manch etablierte Ökonomen für richtig halten. Sie selbst bringen aber wenig ökonomische Argumente für eine Verbleib Griechenlands in der Eurozone, sondern versuchen das Ganze emotional zu lösen: - es fände Stimmungsmache gegen Griechenland statt - die Spekulanten sind zu kritisieren nicht etwa die Griechen mit ihrer ungeheuren Verschuldung - alles wäre lösbar, nur wir Deutschen mit unserer Nachtret-Mentalität verhindern das Konzepte, wie es den gut werden könnte, bringen Sie aber nicht - die Euro-Zone ist ein Bündnis mit Freunden, die man jetzt nicht hängen lassen dürfe Die Griechen haben 10 Jahre lang Statistiken gefälscht. Macht man das in einem Freundschaftsbündnis? Ich erkenne nur 2 ökonomische Argumente bei Ihnen: - die Gefahr einer Kettenraktion bei einem GR-Austritt ich bin inzwischen der Meinung, dass wir anderen Europäer das riskieren müssen, um endlich den faulen Zahn zu entfernen - die vergrößerte Schuldenlast für die Griechen bei einem Euro-Austritt hier muss natürlich über einen Schuldenschnitt geredet werden und das wird vor allem die Euro-Nordstaaten etwas kosten Kurz gesagt: Herr Brichta hat recht, wenn er über den Austritt nachdenkt.


Bumerang sagt:
09.05.2011 14:53

Nicht der Euro ist das Problem, sondern die Politik und die Finanzwelt. GR hat die Kriterien zum Eurobeitritt gefälscht! Bei Spanien Portugal und Irland weis ich nicht. Zweitens, die Banken haben lieber GR, E, Anleihen gekauft als den Firmen und dem Privatman Krediten zu vergeben, und so die Wirtschaft anzukurbeln. Der Grund ist klar Eurobonds haben Risiko Null, auch wenn aus GR. Und jetzt, wo das Risiko doch nicht mehr Null ist, soll die Allgemeinheit zuahlen! Ich würde die Banken und Versicherer pleite gehen lassen. Die, die übrig bleiben, haben bewiesen dass sie die Marktwirtschaft kennen! Es gibt sowieso zu viele Banken und Versicherungen.Die Kunden kann der Staat auch entschädigen. Aber bitte nicht die Pleitebänker!


Seibert sagt:
09.05.2011 14:54

Griechenland ist nur ein Fall,der Europa belastet. Weitere Staaten werden über Transfer am Leben gehalten werden. Europa hat sich negativ entwickelt und viele Menschen spüren dies instinktiv. Daneben gibt es auch Experten mit weltweiter Erfahrung in Finanz- u. Wirtschafts-fragen , die das Europa in dieser Form ablehnen. Es sind Klagen beim BVG anhängig gegen den Rettungs schirm. Eine Klausel im Maastricht Vertrag unter- sagte, dass die Gemeinschaft für die Schulden eines anderen Staates der Gemeinschaft gerade stehen müsse. Der Lissaboner Vertrag hat Europa zur Tranferunion gemacht; damit wird ein gesunder Wettbewerb ver- hindert.Die EZB wurde durch diesen Vertrag zum Organ der EU degradiert, das bedeutet, sie ist nicht mehr unabhängig. Athen hat bis 2008 44 Mrd: als Zuschuss erhalten, hat aber die Chancen leider nicht genutzt. Die EU hat 40000 Beschäftigte und die wollen nicht bemwerkt haben, dass einige Länder gar nicht hätten aufgenommen werden dürfen.? Das kann man schon als Blauäugigkeit bezeichnen.Heinrich Seibert,Ing.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 15:01

Liebe NachdenklichLauteStimme, da Sie mich und meinen Werdegang nicht zu kennen scheinen, kann ich Ihre Zweifel durchaus verstehen. Aber ich kann Sie beruhigen: Im Gegensatz zu vielen anderen, weiß ich sehr wohl, worüber ich schreibe. Ich schreibe sogar NUR über das, was ich auch durchblicke, und äußere mich hier deshalb auch nur zu ausgewählten Themen. Wenn Sie sich davon überzeugen wollen, googeln Sie doch einfach mal ein bisschen. Ihre Politshow-Aversion teile ich im übrigen voll und ganz: Ab und zu tauchen dort sogar Wirtschaftsprofessoren auf, aber dann sind es häufig solche, deren Einkommen in einem nicht unerheblichen Ausmaß von Geldern der Regierenden abhängen. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing! Auch Ihr Vorwurf vom Nachtreten gegen einen schon am Boden liegenden, läuft bei mir vollkommen ins Leere. Dass der Euro eine Fehlgeburt und deshalb zum Scheitern verurteilt ist, steht für mich schon seit seiner Entstehung fest. Auch hierzu hilft es vielleicht, wenn Sie mal ein wenig googeln. Ihr Argument, man darf doch keine Freunde hängen lassen, sehe ich ebenfalls sehr gelassen. Selbstverständlich werden wir Griechenland so lange helfen wie es geht. Das habe ich in der Kolumne auch deutlich gemacht. Die Hilfe besteht allerdings nur darin, dass wir Geld-Mittelchen verabreichen, die am Grundproblem nichts ändern. Eine Kettenreaktion befürchtet man außerdem zu recht! Sie wird kommen und auch andere Länder aus dem Euro katapultieren. Dabei möchte ich betonen: Ich FORDERE dies nicht, sondern ich prognostiziere dies einfach für die Zukunft. Ich sehe meine Aufgabe nämlich darin, nicht irgendetwas zu fordern, sondern meine Leser auf die aus meiner Sicht wahrscheinlichen Entwicklungen rechtzeitig hinzuweisen. Dem können Sie zustimmen oder nicht, das ist mir egal. Abgerechnet wird erst am Ende. Und auch Ihren Hinweis darauf, dass die Schulden in Euro lauten, habe ich im Kommentar längst berücksichtigt, indem ich den Schuldenschnitt als Bestandteil der gesamten Operation bezeichnete. Ohne einen gleichzeitigen Schuldenerlass käme der Eingriff einem ärztlichen Pfusch gleich. Das ist doch klar. Sehr witzig finde ich Ihre abschließende Bemerkung über die angeblich leisen Töne zur Bankenkrise hier. Folgen Sie einfach mal folgendem Link auf meine Facebook-Seite. Dort finden Sie an der Pinwand eine Auflistung meiner Kommentare hier bei n-tv, auch zur Bankenkrise. Sollten Ihnen diese Töne nicht laut genug sein, melden Sie sich danach noch mal bei mir. http://www.facebook.com/pages/Raimund-Brichta/189086924464151?sk=wall


fetaanonymos sagt:
09.05.2011 15:02

...die Griechen haben es gut, zurück zur alten Währung. Würde einigen Staaten in der EU auch gut tun, vor allem den Bürgern, denen durch den Euro die Hälfte des Geldes abgezockt wurde durch Preissteigerungen, etc..


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 15:09

Lieber Stefan Wehmeier, da sind wir genau derselben Meinung. Man hat versucht, mit dem Euro etwas zu regeln, das sich in unserem Finanzsystem nicht regeln lässt. Deswegen wird der Euro scheitern.


Rainer Klingler sagt:
09.05.2011 15:32

Der Reihe nach: 1. In der Finanzkrise wurden über die CDO-Vehikel hunderte von Milliarden Euros in den USA im Immo Markt versenkt! Weg das Geld! 2. Die Banken drohen jetzt Pleite zu gehen, da sie zuviel ihres Kapitals unserer ANlagen verzockt haben. 3. Unsere Politiker beschließen mit UNSEREM Geld über Steuern und Inflation die Banken zu retten und über Bürgschaften die alte Liquidität der banken wie vor dem Chrash wieder herzustellen. 4. Damit die üblen Banker nicht wieder alles verzocken - da sie ja jetzt mit weniger Risiko das zurückverdienen müssen, was sie vorher verzockt haben wer das an der Börse schon mal erlebt hat, weiß, dass das eigentlich nicht geht, nehmen unsere Politiker jetzt den ganzen Deal in die Hand: 4a: Wir geben den Banken billiges Geld über die EZB damit sie was zum verleihen haben. 4b: Wir besorgen den Banken neue gute Schuldner, die richtig viel Geld brauchen aber ohne Risiko: Die armen PleiteEU Staaten - richtig - über den Rettungsschirm abgesichert, verleihen jetzt die Banken das billige Geld teuer an die Griechen und Portugiesen. Obwohl risikofrei müssen die jetzt 6+ Zinsen zahlen! 5. Jetzt zahlen die Portugiesen & Griechen und die Steuerzahler die Risikokosten und Zinserträge im Staatsanleihen-Neugeschäft und bringen die sprudelnden Gewinne in UNSERE Banken, die damit die US CDO-Immo Verluste unserer Banken zurückverdienen. 6. Wer jetzt so richtig Kapital in den Banken hatte und viel Kohle in Anleihen etc. der muss heilfroh sein über diese Lösung! Der will die Griechen & Portugiesen hier behalten, damit sie schön weiter als stabile Schuldner uns erhalten bleiben - zur Not zahlt ja der EU Rettungsschirm. 7. Mittlerweile war ja für unsere Großbanken genug Zeit die alten RiskoAnleihen der Wackelkandidaten, die tatsächlich einem Haircut zum Opfer fallen können, in neue Rettungsschirmanleihen umzuschichten und das alte gefährlich Anleihenzeugs verpackt in irgendwelche Derivate was weiß ich wem anzudrehen. Aus kapitalistischer Sicht ist die Welt doch in Ordnung - rein gutmenschenmäßig ist es natürlich ein wenig unfair isländische, griechische und portugiesische Steuerzahler für unsere verzockte Kohle mit überteuerten Krediten zahlen zu lassen nur weil unsere cleveren Banken dort unreguliertes CDO-Zockertum in den AuslandsFilialen treiben konnten. Die Zinsen der Rettungsschirmanleihen sind ja zu hoch, da es risikofreie Papiere sind. Wir bürgen ja dafür! In der Finanzwelt nennt man einen solch geilen Deal a free lunch! So wie im übrigen auch in Deutschland ALLE, auch die Ärmsten jeder zahlt Mehrwertsteuer! und ist von der Inflation betroffen die verzockte Kohle des wohlhabenden Bevölkerungsteils zurückverdienen müssen. Echte Marktwirtschaft mit echten Verlusten, die die wirklichen Anleger tragen ist wohl doch nicht so richtig erwünscht in unserem Land. Mich ärgert am meisten, das kleine Unternehmer und kleine Selbständige in der Regel echte Marktwirtschaft leben müssen - mit allen Risiken und die großen Monopol-Spieler die Lobbymaschine in Gang setzen und in CDU und FDP immer wieder gute Freundee finden, um Verluste zu sozialisieren! Auf Kosten derr breiten Allgemeinheit!


Fränkle Thomas sagt:
09.05.2011 15:33

Hallo Herr Brichta! Bereits im Jahr 1993 haben wir mit dem Buch Anlagebetrug - die neue Dimension erschienen über den Verlag Fränkle & Partner die heutigen Staats-/Finanzkrisen vorhergesagt. Die Welt will betrogen werden, also werde sie betrogen. Leider!!! Liebe Grüße aus dem sonnigen Baden sendet Ihr Thomas Fränkle.


Schmauder, Hermann sagt:
09.05.2011 15:46

Getroffen.... Griechenland gehört als Garant des Geldwesens gerettet! Christos Evdokiou plus der Beitrag in der ZEIT vom Donnerstag letzter Woche, den Alt-Bundeskanzler Helumt Schmidt schrieb, und die Mischung stimmt! Fazit ist leider, dass diejenigen, die den Geist und die Einsichten besitzen zwar Eliten sind, - dazu zähle ich hier alle Kommentatoren und den Verfasser Brichta - jedoch bleiben deren Ideen ohne geldkapitalistischen Hebel wirkungslos. Das Problem lösen nur die EZB, die FED und finanziell autonom neben den zwei, drei Zentralbanken sowie wenigen freischaffenden Institutionen und in personam Leuten mit Weitblick und Hebelwirkung wie beispielsweise ein George Soros. Wichtig ist, dass diejenigen, die in Europa Leistung aus Leidenschaft predigen und diejenigen, die mitmischen und in god´s own land leben, dass diese ausgewählte Spezien von global playern erkennen sollten, dass nicht Spekulation und Geld mit Geld zu verdienen das Paradies bedeuten. Griechenland ist quasi deren verlorener Sohn in deren Familiengeld-Geschichte; mit der biblischen Fortsetzung jedoch, dass man den Sohn, gerne wieder in fremde Kost zum Bürger schicken will. Cui bono muss man fragen. Wenigen, sehr wenigen. Was einerseits realiter Lampedusaflüchtlinge sind, sind vergleichbar andererseits nominaliter die vagabundierenden großvolumigen Gelder. Die einen suchen Arbeit, die anderen suchen arbeitsfrei ihre Kursgewinne und Zinsen bei Kreditnehmern. Dankenswerterweise sind Griechenland, Portugal und Spanien bisher die buchhalterischen Melkkühe gewesen. Gewesen. So rotieren die interests verschieden verteilt auf dem Globus rum. ... Und die Antwort wird sein: Päng- Krach - BUMM BUMMM!


michael sagt:
09.05.2011 15:47

einzige Möglichkeit: Griechenland wird als neues, deutsches Bundesland übernommen. Dadurch übernehmen wir natürlich die Schulden gleich mit! Unser Soli Beitrag wird für die Schuldentilgung des neuen Bundesland umgeschichtet und zweckentfremdet, dafür werden natürlich unsere Verhältnisse übernommen: 40 Stunden Woche, Rente mit 67, usw... und wir haben endlich unser eigenes Mallorca!


Kalfaktor sagt:
09.05.2011 16:14

Man kann nur den Kopf schütteln. Die einfachsten Zusammenhänge werden mit pseudointellektuellem Begriffsaufwand vernebelt. Unbestreitbar ist der Sachverhalt, dass das Weltgeldvermögen immer den Wert Null hat: Denn den Forderungen aus Kassenhaltung, repräsentiert durch Geldbestände stehen immer und unabweisbar in gleicher Höhe Verbindlichkeiten also volkstümlich „Schulden“ gegenüber. Damit also lässt sich die Mehrung von Kassenhaltung durch Zins- und Spekulationsgewinne oder durch Schacher nicht in physische Leistungsmehrung/Wohlstandsmehrung zurück übersetzen. Das Geldsystem muß also über kurz oder lang wieder implodieren. In welchem Zeitintervall das geschieht, hängt nur davon ab, ob und wie es gelingt, dem ökonomisch schwächeren, eigentumslosen Teil der Menschheit durch „Sozialdumping“, Verluste durch Bankzusammenbrüche und steigende Nahrungsmittelpreise als Folge von Spekulationen, weitere „Opfer“ abzupressen um den realen Wohlstandstransfer nach „Oben“ aufrecht zu erhalten. Die Katastrophe wird kommen so sicher wie das Amen in der Kirche, allerdings am stärksten für die USA. Die gesamte Wirtschaft kann sich doch nur noch jeweils von Woche zu Woche schön reden. Ab spätestens Ende des Jahres gehts steil bergab. Der Tempel Wallstreet wird von den Geldverleihern,Spekulanten, Zinstreiber und Betrügern gereinigt werden. *mfg*


Waiser sagt:
09.05.2011 16:17

@EineNachdenklichLauteStimme,@Peter Man muss sich wundern, wer heutzutage alles Diplom-Kaufmann oder Volkswirt werden kann. Wenn mein Erinnerungsvermögen noch intakt ist, dann haben doch gerade die meisten Wirtschaftsprofessoren das Ausscheiden Griechenlands aus dem EURO-Verbund als einzig vernünftigen Weg qualifiziert und sie haben auch oft zu dem Problem Stellung bezogen. Ich weiß nicht, wie der Verfasser der e-mail zu der Auffassung kommen konnte, die Wirtschaftsprofessoren würden nicht genügend gefragt worden sein. Die meisten der Professoren haben bereits bei Einführung des Euro gewarnt und das Debakel kommen gesehen. Die Griechen müssen halt erst noch lernen, nicht etwas ausgeben zu wollen, was sie sich nicht leisten können, weil sie es sich nicht erarbeitet haben. Da sie nicht von heute auf morgen so viel mehr erarbeiten können, wie es erforderlich wäre, um das, was sie ausgeben wollen, auch bezahlen zu können,andererseits aber auch nicht im erforderlichen Maße weniger ausgeben wollen, werden, wenn nichts anderes geschieht, in wenigen Monaten die zahlungsfähigen Euroländer erneut zur Kasse gebeten werden müssen. Wenn es leichter ist, an anderer Leute Geld zu gelangen als es sich selbst zu erarbeiten, würde das zugleich ein unheilverheißendes Signal für andere Länder mit ähnlicher Mentalität wie die der Griechen haben können. Nicht der Austritt Griechenlands aus dem Euro-Verbund würde sich negativ auf die anderen Länder auswirken, sondern die übertriebene, wirkungslose Hilfe der starken Euro-Länder würde bei den notleidenden Ländern den Ruf nach Weiter so, es geht doch, unsere Freunde zahlen immer begünstigen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Den bisher schon eingetretenen Vermögensverlust müssen die Bürger der starken Euro-Länder, auch wenn sie sich noch winden, so oder so als unwiederbringlich abschreiben, auch wenn Griechenland in der Euro-Zone bleiben würde. Es geht hier nur um den Vermögensverlust in der Zukunft, den es - so weit es noch möglich ist, zu vermeiden gilt. Euroländer erneut zur Kasse schreiten müssen, um den Griechen das fehlende Geld für ihre gewünschten Ausgaben auf Nimmerwiedersehen zu geben. Da mit Vernunft den Griechen nicht zu helfen ist, gibt es eine Alternative für eine wirkliche Hilfe nur, wenn die Griechen dadurch zwangsweise in die bittere Realität zurückversetzt werden. Das kann nur der Austritt aus der Euro-Zone sein, auch wenn dadurch endgültig feststeht, dass damit riesige Vermögensverluste verbunden sein werden. Diese Verluste sind bei realistischer Betrachtung auch heute schon sicher und könnten sich nur noch stetig vergrößern, wenn nicht bald dem Treiben ein Ende bereitet und das Schicksal der Griechen wieder nahezu allein in die Hand der Griechen gelegt wird. Freunden zu helfen, ist eine ehren- und anerkennungswerte Angelegenheit, aber wenn der Freund die Hilfe nicht annimmt, sondern sie im Gegenteil einseitig für sich ausnutzt und immer mehr fordert, dann ist das freundschaftstypische Prinzip des Gebens und Nehmens verletzt worden.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 17:17

Hi hejo, ich frage mich gerade, in welchem Film Sie sind? Es geht in dieser Kolumne nämlich weder um Börse, noch darum, sich als Guru zu verewigen. Es geht lediglich darum, die Hintergründe der Nachricht vom Wochenende zu beleuchten. Denn eines ist sicher: Von den Regierungen werden Sie in dieser Angelegenheit an der Nase herumgeführt. Die sagten ja noch am Freitag Abend, dass überhaupt kein Finanzministertreffen stattfindet! Hahaha … erinnern Sie sich noch an „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“? Aber Sie können Ihren Sachverstand gerne weiterhin von solchen Leuten lenken lassen, daran möchte ich Sie nicht hindern. Viel Spaß dabei. Auf Herrn Sinn brauche ich mich gar nicht zu berufen, weil ich meinen eigenen Sachverstand habe. Aber Sie haben offenbar selbst Herrn Sinn nicht richtig verstanden. Denn er rät den Griechen ganz eindeutig zum Austritt aus dem Euro als dem kleineren übel. Ich hingegen rate gar nichts, sondern ich kommentiere das Geschehen und versuche, meine Leser auf den wahrscheinlichen Ausgang vorzubereiten.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 17:31

Liebe Christiane, ob die Griechen etwas tun oder nicht, ist natürlich ihre Sache. Und es ist auch egal, solange es das Ventil Wechselkurs gibt. Dieses sorgt nämlich automatisch für einen Druckausgleich zwischen denen, die was tun, und denen, die nix tun.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 17:45

Lieber Peter, das Gegenteil ist der Fall: Erst durch die Einführung des Euro sind die Griechen dazu verleitet worden, noch mehr über die Stränge zu schlagen als vorher. Ganz einfach deshalb, weil das disziplinierende Element Wechselkurs wegfiel und weil sie plötzlich mit noch nie gesehenen Niedrigzinsen beschenkt wurden. Die Wiedereinführung der Drachme würde die Griechen zwar nicht zu den sparsamen Hausfrauen machen, die Sie gerne in ihnen sähen, aber die Drachme würde ihnen den Schlendrian zumindest zum Teil austreiben können. Kurzum: Es wäre nach einer Übergangsphase wieder so wie früher. Und tot wären die Griechen noch lange nicht.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 17:49

Lieber Christos Evdokiou, es ist sogar noch einfacher, als Sie denken. Lassen Sie Griechenland einfach in den Vereinigten Staaten von Europa aufgehen, und niemand mehr wird von einem Griechenlandproblem reden.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 17:54

Lieber NurmalamRande, auf wahre Werte setzen – das ist die Erfolgsstrategie der nächsten Jahre. Da haben Sie vollkommen recht.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 18:00

Lieber Observer, und trotzdem wird der Austritt noch nicht kommen, weil der Leidensdruck noch nicht groß genug ist. Sie müssen sich also noch einige Jahre gedulden.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 18:05

Lieber Bumerang, solange Politiker gewählt werden müssen, werden sie das Risiko von unzähligen Bank- und Versicherungspleiten nicht eingehen. Sie werden also immer versuchen, am Ende alle rauszuhauen. Bis sie dann selbst einmal jemand raushauen muss.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 18:10

Lieber Herr Seibert, Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: Die EU-Bürokratie und ihr Streben, unverzichtbar zu sein. Je mehr Mitglieder und je mehr Verordnungen es gibt, desto besser ist es. Diese Gleichung ist einfach.


Peter sagt:
09.05.2011 18:11

@Waiser Ich habe zufälligerweise auch Betriebswirtschaft studiert - nur mal am Rande. Das was diese Genialitäten verbreiten sind meiner Meinung nach Lehrweisheiten - die haben es halt nicht anders gelernt und es gibt auch keine Erfahrungswerte für solche Situationen.. Das erinnert mich so an Keynes aus den 30er Jahren - an dem seinem Modell knabbern wir noch heute. Die Griechen haben wesentlich mehr Geld ausgegeben als sie eingenommen haben, sich den Euro durch manipulierte Zahlen erschlichen - und jetzt müssen sie zurückzahlen! Und zwar jeden Cent und egal was passiert. Denn wenn wir jetzt anfangen hier Ausnahmen zu machen oder Geld nachzuschiessen dann kommen als nächstes Portugal,Irland italien und Spanien und fordern mit dem gleichen Recht auch Geld. Sollten wir den Griechen oder den anderen Nationen hier entgegenkommen würden die genauso wieder Schulden machen bis zum abwinken - das muss aufhören! Hier muss man andere Wege gehen als die Herrn Fachleute vorschlagen. Und für die Euroskeptiker - der Euro lag irgendwann bei seiner Einführung bei 86 US-Cent - Weltuntergang!!. Dann ist der Euro auf 1,61 $ gestiegen - wieder Weltuntergang - nur von der anderen Fraktion geschrien. Egal wo der Euro steht oder wie er sich bewegt - Weltuntergang. Dem Euro haben wir das Wirtschaftswachstum der letzten 10 Jahre zu verdanken und gerade die Deutschen als Exportnation haben überproportional davon profitiert.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 18:13

Lieber fetaanonymos, warten wir mal ab. Ich schließe es nicht aus, dass wir eines Tages auch die D-Mark zurückbekommen werden.


Christos Evdokiou sagt:
09.05.2011 19:01

Lieber Herr Brichta, die einfaches Lösungen sind es meistens die zum Ziel führen. Das statistiken gefälscht werden und Politiker nicht immer im Sinne des allgemein Wohles handelt ist glaube ich kein Geheimnis. Ich teile die skeptische Einstellung bzgl. der Europäischen Union und gehe noch ein Schritt weiter und behaupte, das Griechenland zusätzlich unter den Folgen der Globalisierung und Generationskonfliktes zu kämpfen. D.h. eine Europäische Union ist nur im Geiste vereint, jedoch in der Wirklich nicht existent. Einzelheiten können Sie gerne von meiner Diplomarbeit bekommen Thema Griechenlands Beitritt in EU/EWG und deren Auswirkungen für die Osterweiterung geschrieben 2003 bei Prof. Weder Di Mauro.


NurmalamRande sagt:
09.05.2011 21:13

Ich höre immer, wir würden den Griechen helfen. Um das mal EIN WENIG zu relativieren, indirekt profitieren grade wir Deutschen von Ländern wie Griechenland. Ich möchte nicht wissen, wie viel Arbeitslose wir mehr hätten, wenn wir nicht diese PIIGS-Staaten um uns hätten?! Fakt ist, die PIIGS drücken den Euro, der im Grunde gegenüber dem Dollar nur stark aussieht, eben weil dieser aufgrund QE1+2 noch schwächer ist. Ein Blick auf andere Währungen, dem CHF als Bsp., macht dann aber den Sturzflug des Euro schon recht deutlich. Kaum auszumalen, wie viel weniger wir exportieren und produzieren würden, wenn der Euro/Dollar bei 1:2 liegen würde?! Insofern profitiert Deutschland also davon -bitte nicht ganz aus den Augen verlieren-. Die Frage ist nur zu welchem Preis?! Und da wären wir wieder bei der Umschuldung. Und da momentan noch nicht im Ansatz klar ist, wie viel wer an Schulden erlässt -das Ob erspare ich mir mal an dieser Stelle-, ist das alles nur rein spekulativ. Meine pers. Meinung: Ohne jetzt zynisch wirken zu wollen: Ein kleiner Junge, der monatlich einen Betrag X als Taschengeld bekommt, jedoch alle 2 Wochen einen Nachschlag fordert und ihn bekommt -ganz liebe Eltern-, wird nie lernen mit Geld umzugehen. Und solange der Grieche im Schnitt 5 an Einkommenssteuer zahlt und der Deutsche bis zu knapp 50, wir aber trotzdem immer noch einen Nachschlag geben, wird sich an dem Sodom und Gomorra auch nichts ändern.


Zockernase sagt:
09.05.2011 21:22

Es ist das Ende des Euro.Zumindest für die Griechen. Aber es wird sich ein langer Kampf. Es darf noch nicht zugegeben werden.Die Panik wäre zu groß. Aber wenn man sich die Schuldenberge der der Iren, Griechen und Portugiesen ansieht, muß man ganz klar sagen, das das keiner zurückzahlen kann. Und man hat bei den Griechen auch nicht unbedingt den Eindruck das der Wille dazu da ist. Jetzt wird wieder neues Geld gebraucht und wer weiß was dann wieder gebraucht wird. Auf jedenfall wird wieder frisches Geld gedruckt. Papiergeld ohne echten Wert.Wann werden die Menschen merken, das Papiergeld nur ein Versprechen ist, an das sie schon ganz lange wie selbstverständlich glauben.Aber was Ende des Tages seine Schwäche offenbart. Unbegrenzte Vermehrbarkeit ohne Substanz.Griechenland und die Schuldenberge bringen alles zu Fall.


Roland Hummel sagt:
09.05.2011 22:32

Sehr geehrte Kommentatoren, schon seit Jahren lese ich die Kolumnen und Kommentare des Herrn Brichta und seiner Kollegen. Dies ist eine Börsen- und Finanzseite und kein Wohlfahrtsverein. Dafür habe ich schon viel kritisches und hintergründiges gegenüber Finanzwelt und Regierung gelesen. Man muss nicht mit allem übereinstimmen. Alle Kommentare, auch die der Privatuser, helfen mir bei meiner Meinungsbildung. Danke dafür und weiter so. Gruß aus Berlin.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 22:33

Lieber Fränkle Thomas, ja so ist es. Die besagten Krisen sind tatsächlich ganz langfristig vorhersehbar. Man muss nur ein paar mathematische Grundkenntnisse anwenden.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 22:39

Das ist lustig: Gerade habe ich einen Börsenreporter im Öffentlich-rechlichen folgenden Satz sagen hören: Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion und ein Schuldenschnitt wäre nach Ansicht aller ERNST ZU NEHMENDEN EXPERTEN mit unkalkulierbaren Risiken behaftet. Ob diese Experten wohl die Risiken eines Verbleibs in der Währungsunion kalkulieren können?


Kommentator sagt:
09.05.2011 22:40

Zuerst einmal stimme ich mit dem o.g. Kommentar von Kalfaktor generell überein. Das Geldsystem wird ! über kurz oder lang wieder implodieren. Es ist Tatsache, dass ein erheblicher Teil des weltweiten Wirtschaftswachtums weiterhin auf Pump finanziert wird. Was dabei oft vergessen wird ist, dass nicht jeder vergebene Kredit in dieselbe Risikokategorie einzustufen ist. Banken- und Finanzmarktaufsicht hin oder her - es ist nach wie vor gängige Praxis, extrem hohe Summen z.B. für risikoreiche Unternehmensprojekte zu gewähren. Je längerfristiger diese Finanzierungen, desto besser. Einerseits verlagert sich der Ereignishorizont eines GAUs für solche Projekte damit praktisch in die Zeit der nächsten Generation, andererseits wird in Finanzmarktmodellen davon ausgegangen, dass die Unternehmen solche Projekte lange vor Fälligkeit der letzten Tilgungsraten bereits weiter verkauft haben werden. Dasselbe Prinzip wird angewandt für marode Volkswirtschaften. Das Problem hierbei ist nur, dass Volkswirtschaften nicht weiter veräußert werden können da ja davon auszugehen ist, dass sie sozusagen unendlich weiter bestehen werden. Von daher müssten sie eigentlich als going concern bewertet werden. Würde man dies allerdings zur Anwendung bringen, würden wohl eine Vielzahl an Volkswirtschaften keine Kredite mehr bekommen, da sie realistisch gesehen schon heute nicht mehr in der Lage sind, ihre bestehenden Schulden jemals zu tilgen. Die Gewährung weiterer Kredite verschiebt die Implosion der Geldmärkte nur um einige Jahre - verhindert werden kann sie jedoch nicht...


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 22:58

Lieber michael, die Lösung, die Sie ansprechen, ist die einzige, mit der der Euro überhaupt noch gerettet werden kann. Nicht nur Griechenland, sondern auch Portugal, Irland, Spanien, Italien und wie sie alle heißen müssten zu Bundesländern werden.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 23:11

Lieber Kalfaktor, das System hält länger, als es Leute wie Sie glauben wollen. Sätze wie #ab spätestens Ende des Jahres geht’s steil bergab# lese ich seit Jahren. Und ab und zu treffen sie dann auch zu.


André sagt:
09.05.2011 23:15

Sehr geehrter Peter, in will ihre Illusion über den wirtschaftlichen Erfolg nicht gänzlich zerstören, aber er liegt doch hauptsächlich im EU-Binnenmarkt, begründet durch die Verlagerung deutscher Industrie in günstigere EU-Länder, die Nachholbedarf hatten und finanziert wurde dies über Schweizer Frankenkredite, Eurohypo und die HRE gehört nun dem Bund mit 1,3 Billionen faulen Krediten, verteilt von der BayernLB und vielen österreichischen Banken. Erkauft durch niedrige Lohnzuwächse in Deutschland, während um Deutschland herum es abenteuerliche Lohnzuwächse gab. Der deutsche Export in den Dollarraum und nach Russland nahm dagegen stetig ab. Die DAX30 und MDAX-Unternehmen vor allem wuchsen durch die Verlagerung, Infrastrukturmaßnahmen und Subventionen. Bestes Beispiel für diese fatale Form war unter Schrödersregierung das Eigentor mit Vodafon die Mannesmann Arcor abschrieben und vom deutschen Staat darauf hin Steuern zurückforderten. Jedes Unternehmen konnte die Verlagerung von Produktion steuerlich absetzen. Wer mir diesen Zusammenhang mit sozialer Marktwirtschaft erklären kann, dem will ich gerne gespannt aufmerksam zuhören. Für mich war das asoziale freie Marktwirtschaft. Im Grunde geht es im Euro nicht um den Wert des Euro schlechthin, es geht um die Kräfte die ihn zerreißen werden, für die es kein Heilmittel auf Dauer gibt, nicht mal eine Transferunion wäre gesund für Europa.


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 23:19

Lieber Waiser, leider haben nur einige vorausschauende Professoren bereits bei der Euro-Einführung auf die Fehlkonstruktion dieses Gebäudes hingewiesen. Die meisten so genannten Wissenschaftler haben damals ihr wissenschaftlich unabhängiges Auge verschlossen.


jochen sagt:
09.05.2011 23:30

hallo herr brichta. ich denke, dass ein ausstieg der griechen vom euro eine chance wäre den inneren wert der verbleibenden euro-partnern zu erhöhen. d.h. er würde noch stärker aufwerten gegenüber den us-dollar. die krise an sich ist fördernd für die deutsche exportindustrie.....also eine lange diskussion ist momentan positver,als das aussortieren der schuldner......ja länger diskutiert wird umso besser wird der wechselkurs stabil gehalten. ansonsten könnte doch man die D-Mark wieder fordern...mal sehen wie lange das noch dauern wird.... aber sind wir mal ehrlich, hätten wird das nötig?


Raimund Brichta sagt:
09.05.2011 23:34

Lieber Peter, mit der Formulierung # Dem Euro haben wir das Wirtschaftswachstum der letzten 10 Jahre zu verdanken und gerade die Deutschen als Exportnation haben überproportional davon profitiert.# sind Sie offenbar auf das übliche Geschwätz hereingefallen. In Wahrheit hat der Euro das Wachstum in D zunächst gebremst, weil am Anfang die Peripherieländer durch die Euroeinführung eine Scheinblüte erlebten und uns damit die Show stahlen. Erinnern Sie sich noch an die erste Hälfte des vergangenen Jahrzehnts? In dieser Zeit galt D lange als der kranke Mann Europas. Später hat sich das Blatt dann gewendet, und jetzt sind wir eben führend. Aber per saldo hat der Euro unser Wirtschaftswachstum nicht beflügelt.


J.M. sagt:
10.05.2011 14:22

Hat eigentlich schon mal jemand die Wechselwirkungen in der Öffentlichkeit bedacht? Die Platzierung in den deutschen Medien? Die Folgen am Markt???


Marry G. sagt:
10.05.2011 16:29

Wer sich ernsthaft mit dem Geldsystem beschäftigt, ich möchte hier nur die Stichworte Geldschöpfung, Schuldgeld und Zinseszins nennen, ist von der Entwicklung nicht überrascht. Der Kollaps ist vorprogrammiert und wird kommen, denn wir sind in der Endphase unseres Geldsystems. Es ist ganz einfach daran zu erkennen, das das Schuldgeld nicht mehr die Zukunft auffrist, sondern bereits die Gegenwart, siehe Bankenrettungsschirm. Jeder Kennt den Spruch, lass Dein GELD für Dich arbeiten, was nichts anderes heißt, wie lass andere für Dich arbeiten, und je mehr GElD Du hast, um so mehr müssen andere arbeiten, um Deine Zinsen zu verdienen, müssen immer mehr Leute, Firmen und Staaten Schuldgeld machen um den Zins und Zinseszins zu bedienen. Das ist ein ewiger Strom in die immer auf die größten Haufen, oder wie man im Volksmund sagt, der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, nur wie lange geht das noch gut?


NurmalamRande sagt:
11.05.2011 07:34

@Marry- So einfach ist das alles eben doch nicht! Vom Grundsatz her schon nicht falsch, jedoch eben auch nicht gänzlich richtig. Ein Tipp: Nicht jeder der auf Youtube irgendwelche Videos bastelt und veröffentlicht -und ich weiß, da gibt es genug Spinner-, weiß wovon er redet. Ich habe da irgendwie den Verdacht, und das betrifft nicht nur dich, dass dem ein oder anderen Youtube-Opfer ein bisschen zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. @Christos Evdokiou: Die EZB kann nicht mal eben alle Schulden Griechenlands aufkaufen, also nicht alle Staatsanleihen. Mal eben völlig losgelöst von der Verantwortung gegenüber der Geldwertstabilität einerseits Zinsen wieder anheben und andererseits wieder Geld in den Markt schleudern, die Geldmenge M3 erhöhen, das ist suspekt.


Ulrich Schlüter sagt:
12.05.2011 19:01

Wie würde ein Portfoliomanager oder Projektmanager handeln? Stellen Sie sich vor, Sie wären ein professioneller Portfoliomanager eines Aktienfonds namens EURO. Sie nahmen vor einiger Zeit eine Aktie namens GREECE neu ins Depot auf, weil Sie eine positive Erwartungshaltung bezüglich der weiteren Entwicklung des Unternehmens GREECE hatten. Sie setzten gedanklich ein Stop-Loss-Limit. Nun hat die Aktie das gesetzte Stop-Loss-Limit unterschritten. Was werden Sie tun? durch-Halten, sogar nachkaufen, um den Einstandspreis zu vermindern? Oder verkaufen, um die Gesamtperformance des Portfolios nicht zu gefährden. Sie meinen, man dürfe die Eurozone nicht mit einem Aktiendepot oder Aktienfond vergleichen? Und erst recht nicht Politiker mit Fondsmanagern? Gut, nehmen wir ein anderes Beispiel aus der Wirtschaft: Sie sind Unternehmensleiter eines großen Unternehmens namens EURO oder Multiprojektmanager dieses Unternehmens, bei dem ständig viele Projekte parallel zueinander laufen, aufeinander abgestimmt und mit professionellen Projektmanagementmethoden gesteuert werden müssen. Eines der Projekte heißt Integration des zugekauften Unternehmens GREECE in den Mutterkonzern EURO und macht seit einiger Zeit Probleme. Zwischenergebnisse werden nicht erreicht, Meilensteine Projekttermine nicht eingehalten und der zuständige Projektleiter bzw. dessen Projektteam arbeitet schlampig und schönt die Projektberichte. Sie hatten den Projektleiter bereits einmal ausgewechselt, zusätzliche Ressourcen Manpower und Money in das Projekt gesteckt, doch hat sich die Lage des Projekts laut des Leiters Projektcontrolling eher weiter drastisch verschlechtert. Die hinzu gekaufte Tochterunternehmen GREECE schreibt grottenschlechte Zahlen, und seine Kunden brechen weg? Es besteht inzwischen das hohe Risiko, dass die Probleme von GREECE den Gesamtkonzern ins Wanken bringen. Wie handeln Sie? Projekt weiter durchführen oder canceln? Beide Beispiele gefallen Ihnen nicht? Sind ja nicht übertragbar auf das Griechenlandproblem? Vielleicht kennen Sie ein besseres Vergleichsbeispiel aus der Wirtschaft mit ökonomischem Hintergrund, nicht politischem Hintergrund - denn Politik und Ökonomie scheinen in unterschiedlichen Sphären abzulaufen. Vielleicht stimmen Sie mit mir aber überein, dass es manchen Politikern nicht schaden würde, das eine oder andere Buch über Ökonomie, Portfoliomanagement oder Projektmanagement zu lesen - und zu verinnerlichen.


Kroll Oliver sagt:
15.05.2011 15:03

Lieber Raimund, aufmerksam habe ich die Kolumne gelesen. Raimund versucht, die Leser aufzuklären und die Wahrheit aufzudecken bzw. das Ergebnis zu prognostizieren. Dabei schleichen sich immer wieder Leser ein, die es mit dem Euro Ergebnis nicht glauben können oder immer noch manipuliert sind. Ein gesunder Menschenverstand weiß, dass man Schulden auch mal zurückzahlen muß und nicht unendlich Schulden machen kann. Ich möchte das Rad weiter spinnen. Hat man das Ergebnis bereits nicht schon vor Euro Einführung gewußt? In der Kolumne wird bereits geantwortet: ja! Vielleicht sogar verschwiegen. Genauso wie die Euro Einführung nicht reiflich durchdacht und überlegt worden ist, wird jetzt beim zahnkranken Patienten Griechenland mit Schmerzmittel beteubt, so weiter gemacht und nicht die Ursache bekämpft. Hier werden die Folgen ausgesprochen, weiter zugeschaut und schön brav weitergemacht. Vielleicht geht es ja noch 10 Jahre? Aber was können wir machen? Wollen wir weiter beteuben Gießkannenprinzip oder wieder gesund werden? Das Ergebnis wird bitter, früher oder später. Auf jeden Fall die Auswirkungen um so später noch schlimmer. Wir können nur verdrängen und rauszögern. Wollen wir das wirklich? Kommt darauf an, wieviel Jahre und wie alt wir sind? Betrifft das uns überhaupt noch? Das ist doch das gleiche mit dem Atommüll. Ich möchte nicht vom Thema abkommen. Es geht hier darum, Griechenland, vom Euro rauszunehmen. Sinnvoll wäre zunächst eine Gemeinschaftswährung mit schwache Länder: Griechenland, Portugal, Spanien, Irland... und weiterhin starke Euroländer: Deutschland, Frankreich...Jetzt komme ich wieder zurück. Was können wir tun? Wir wählen Parteien, die Politik vertritt uns. Machen Politiker das, was das Volk will? Nein! Warum wählen wir dann wieder die gleichen Parteien? Ausnahme Baden Württemberg. Wir brauchen mehr Demokratie! http://www.mehr-demokratie.de/


grifos sagt:
24.05.2011 00:33

Lieber Herr Brichta, es gibt nur eine Rettung für den EURO, das wäre die Wiedereinführung der DEM...


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