Sonntag, 07. August 2011
Raimund Brichta
Angst frisst Aktien auf
Die USA verlieren ihr Spitzenrating, die Kurse rauschen in den Keller. Aus Sicht von Telebörse-Moderator Raimund Brichta ist das Rennen aber noch nicht entschieden. An seinem Kursziel für den Dax von 8000 Punkten hält er deshalb fest.
Endlich gibt es eine Erklärung dafür, warum die Börsen seit Tagen verrückt spielen: Einige Akteure haben offenbar im Vorfeld Wind davon bekommen, dass den USA die beste Bonitätsnote entzogen werden soll. Ein solches Durchsickern ist nichts Ungewöhnliches, denn so eine Entscheidung wird von langer Hand vorbereitet, mehrere Personen sind damit befasst. In diesem Fall war sogar das US-Finanzministerium vorab in Besitz der Unterlagen, die letztlich zur Entscheidung geführt haben. In einer solchen Situation brauchen nur einige an der Börse entsprechend zu handeln, selbst wenn sie den Grund ihres Handelns nicht nennen, und schnell hat sich mit Nachahmern und Computer-Trendfolgern ein explosives Gemisch gebildet, das die Kurse abstürzen lässt.
Nicht zuletzt diesen Wirkungszusammenhängen, die im Einzelnen niemals rekonstruierbar sind, ist es schließlich zu verdanken, dass die Börsen generell wie ein Seismograph funktionieren, der sogar in der Lage ist, bei manchen Ereignissen im Voraus auszuschlagen. Dies hat auch etwas Gutes. Denn damit ist ein Teil der Kursreaktionen bereits vorweggenommen. Die jetzt zu erwartenden Kursverluste könnten also geringer ausfallen als ohne diese Vorwarnung.
Ziel 8000 plus
Welche Auswirkungen haben die Börsenturbulenzen nun auf meine Einschätzung zur Börsenlage? Das ist eine Frage, die mir in den vergangenen Tagen sehr oft gestellt wurde. Um es vorweg zu nehmen: Die Entscheidung zwischen mittelfristig gut und mittelfristig böse ist nach meinem Urteil noch nicht gefallen - auch wenn zahlreiche Börsenkommentatoren derzeit einen anderen Eindruck vermitteln. Im Klartext: sogar mein "Ziel 8000 plus" für den DAX, das ich im vergangenen Herbst ausgab, lege ich momentan noch nicht ad acta. Dies mag Ihnen zwar verwegen erscheinen, lässt sich aber leicht begründen.
Damals war der DAX gerade aus jener Problemzone oberhalb von 6.000 Punkten nach oben ausgebrochen, die ihn lange festgehalten hatte und in die er nun wieder eingetaucht ist. Ich schrieb im Herbst: "Ungefährlich, ja sogar wünschenswert wäre es dagegen, wenn es noch einmal einen Rückschlag auf das Ausbruchsniveau zwischen 6.300 und 6.400 Punkten gäbe – unter Umständen auch erst nach Erreichen des Zwischenzieles von 7.000. Wenn es so käme und der Dax danach wieder nach oben abdrehen würde, wäre das sogar eine lehrbuchmäßige Bestätigung des jüngsten Ausbruchs."
Bis jetzt ist nichts anderes passiert als eben jener "Rückschlag auf das Ausbruchsniveau". Und selbst, wenn der DAX in den nächsten Tagen vorübergehend weiter fallen sollte, wäre das noch kein Beinbruch, sofern er sich danach wieder rasch fängt. In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass es sich bei der erwähnten Problemzone um jenen Kursbereich handelt, der im Jahr 2008 im Anschluss an die Lehman-Pleite nach unten durchbrochen worden war. Vor Lehman lag der DAX darüber, nach Lehman lag er darunter - ein Umstand, der die Bedeutung dieser Zone unterstreicht.
Die Funktionsweise der Problemzone ist dabei denkbar einfach. Sie wirkt wie ein Hindernis, das nicht so leicht aus dem Weg zu räumen ist - und zwar sowohl nach oben (wie im vergangenen Jahr) als auch nach unten. Mit anderen Worten: Um diese Barriere zu überwinden, bedarf es besonders intensiver Börsenkräfte. Deshalb warte ich jetzt erst einmal in aller Ruhe ab, ob der augenblickliche Schwung nach unten stark genug dafür ist. Die Börse wird dies früh genug zeigen.
Und um auch das noch klarzustellen: Mir geht es nicht darum, recht oder unrecht zu haben. Letztlich entscheidet darüber ohnehin die Börse, also jene heterogene Masse, die sich aus allen Anlegern und Spekulanten zusammensetzt. Es geht mir nur darum, das Börsengeschehen möglichst sorgfältig - und vor allem unvoreingenommen - zu analysieren. Angst und Gier sind dabei stets hinderlich. Denn sie verstellen den Blick fürs Wesentliche,
meint Ihr Raimund Brichta
Was aktuell passiert, ist der Beginn der globalen Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, die von keiner wie auch immer gearteten Finanz- oder Wirtschaftspolitik mehr verlangsamt oder gar aufgehalten werden kann. Sobald die Weltwirtschaft erneut anfängt zu schrumpfen es geht um Monate, nicht mehr um Jahre, ist die gesetzlich verbindliche Ankündigung der Natürlichen Wirtschaftsordnung Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft mindestens in der Bundesrepublik Deutschland die einzig verbleibende Möglichkeit, den Schrumpfungsprozess zu stoppen!
Hallo Herr Brichta, nüchterne und daher erfreuliche Sichtweise. Leider schreiben Sie nicht, in welcher Range Sie die Zone ansetzen. 6300 bis 5800? oder 6300 bis 6100? Gruß Markus Sack
Hallo Raimund, ein Kursziel von 8000 im Dax halte ich für realistisch. Für ebenso realistisch halte ich jedoch auch 3500 oder 2800. Es kommt halt darauf an, für welche Variante sich die Marktteilnehmer entscheiden: Da Länder wie Griechenland, USA, Irland und Spanien höchstens zwei Drittel ihrer Bruttoinlandsprodukte nachhaltig erwirtschaften, sind die unteren Marken vertretbar. Denn irgendwie werden die genannten Länder auf diese Niveaus zurückfinden und das würde man dann irrtümlich als Weltwirtschaftskrise bezeichnen. Andererseits sind Aktien und Immobilien die einzigen vernünftigen Investments, wenn der Geldwert durch fleißiges Gelddrucken unterhöhlt wird. Gold wird vermutlich auch irgendwann crashen. Also kann ein Abtauchen der Aktien zügig wieder einen Kaufrausch auslösen. Ich würde mal sagen: Volatilität ist uns garantiert. Michael Friedrich
Sehr geehrter Herr Brichta, solange Sie nicht über die entsprechende Größenordnung an liquiden Mitteln und Aktien verfügen, bleiben alle Vorhersagen wie sich z.B. der DAX entwickelt, wie Kaffeesatz lesen! In den 20-er Jahren meinte der allseits geschätzte Nationalökonom Irving Fisher noch kurz vor dem schwarzen Freitag, dass sich die Aktienkurse wieder dauerhaft stabilisiert hätten und diesem Irrtum verdankte er, dass er sein ganzes Vermögen verlor!!! Danach war ihm erstmals richtig bewußt geworden, dass dieser relativ enge Markt andere Gesetze hat und man deshalb einer gewissen raffgierigen kleinen Clique hoffnungslos ausgesetzt ist!!! Kann nicht sein? Ja, dann kaufen Sie mal kräftig ein, wenn Sie den Dax in Bälde bei 8000 sehen, obwohl wir eher in eine Rezession abrutschen dürften mit enormen Vermögensumschichtungen!!!
Gefällt mir sehr. Ist sehr sachlich und nüchtern begründet.
Dax Ziel 8000 für welchen Zeitraum? Bleiben Sie dabei, dass es noch in diesem Jahr erreicht werden kann? LG
Dass das Handeln auf Grundlage von Insider-Informationen etwas Gutes haben soll, kann ich nur bedingt erkennen. Ja, es werden Reaktionen vorweg genommen und der Schlag kommt dann nicht auf einmal, aber letztlich in der Summe doch mit den gleichen Auswirkung. Wenn sich damit Panik und unnötige Verunsicherung vermeiden lässt, dann mag das tatsächlich vorteilhaft sein. Allerdings handeln diese Akteure auf Basis von Insiderinformationen und damit auf Kosten der restlichen Marktteilnehmer. Dies führt zu Verzerrungen an den Märkten, die gesamtheitlich schädlich sind.
Hallo Herr Brichta! Ich habe damals, als sie ihren Standpunkt Dax 8000 schrieben, das ganze ebenso gesehen. Nur hat sich doch einiges getan. Das Vertrauen ist weg und wo soll es denn auch her kommen. Schulden werden mit immer neuen Schulden bezahlt Kein Ende der Misere in Sicht.Wann gerät Frankreich ins Visier der Spekulanten und wann fragt man sich sich an den Märkten wie Deutschland das alles bezahlen will, wenn der Tag X wirklich mal kommt. Gold und ev. Silber werden die Ersatzwährungen für das inflationäre Papiergeld werden. Deswegen Dax 8000 ja, aber erst in 5 Jahren.
Die eigentliche Dynamik der Finnazmärkte wird von wirklich sehr wenigen sehr finanzstarken Teilnehmern über Futures und Swaps bestimmt. Kleinanleger sind dynamisch irrelevant. Die eigentliche Anxt liegt im mögl. Zusammenbruch des Cr.Def.Swap Marktest der immer noch -allein in Dollar- 58 Billionen ausmacht und fast nur lufthaltig ist. En Kursverfall von Treasuries zeitgleich mit Italo-Anleihen wäre ein Szenario das den Swapmarkt klatschen lassen könnte. Da aber mittlerweile die EZB Anleihen aufkaufen will und die Fed ohnehin sowas macht wird die Luft in der Blase gehalten, das Problem letztlich durch Geldvermehrung und Inflation gelöst. Man steht auf der Seite von Banken und Hätschfonx. Für den Dax heisst mein Kursziel eher 13000
Was wir jetzt sehen, sind lediglich Verknüpfungen von Systemen, die eine Panik an den Börsen ausgelöst haben. Fakt ist, das der DAX sich realistisch wieder auf 7200 Punkten noch in diesem Jahr stabilisieren wird. Schon einmal Monopoly gspielt?
Die charttechnische Betrachtung hat nur Sinn, wenn der Schock von Herbst 2008 nicht wiederholt wird. Das Austrocknen der Liquidität würde zu einem Zusammenbruch des Wirtschaftskreislaufs und damit der Unternehmensgewinne führen. Liquidität wäre Trumpf und die Tür, durch die alle aus dem Markt rennen wollen, verdammt eng. Die Voraussetzung, dass dies nicht eintritt, wäre, dass die Einmischung der Politik und in deren Auftrag, der Notenbanken, erfolgreich sind. Ist das alles aber wünschenswert. Die Notenbanken handeln im Auftrag der Politik und opfern die Geldwertstabilität. Ich finde das grauenhaft und hoffe, dass die notwendigen Marktkorrekturen endlich zugelassen werden. Das würde die unregulierten Großzocker der Welt vielleicht endlich zur Vernunft bringen. Um wirkliche Werte wie Anteile an einem Unternehmen wie Siemens, ThyssenKrupp, MüRück oder Allianz, oder auch Hellenic Telecom, Hellenic Petroleum u.a. ist mir nicht bange, unabhängig von irgendeinem Tageskurs.
Hallo Herr Brichta vielen Dank für Ihren positiven Kommentar, welcher für mich sehr interessant ist. Ich bin ebenfalls optimistisch, dass der DAX wieder Aufwind erfährt. Ich habe noch eine Frage an Sie. Besonders die Versorgeraktien aus dem DAX wie E-ON sind schwer unter Beschuss geraten. Wie sehen Sie mittelfristig das Kurspotential der deutschen Versorger? Gruß, L.Gröschel
Hallo Raimund Brichta, ich wurde mich immer, warum die Aktien von guten Unternehmen wegen Haushaltsverschuldungsthemen der Staaten runterkrachen. Logisch wäre doch eher, die Anleger würden in die Unternehmen investieren. Denn die brummen doch. Und die Folge wäre doch dann ein weiterer Benefit zu Gunsten der kommunalen Haushalte etc. Können Sie mir das einmal erläutern.
Lieber R. Brichta, zum allg. Verständnis eine Frage: Wenn es richtig ist, dass a die meisten Staatsanleihen durch Banken gehalten werde und b dass diese wiederum zu 80 Proz. billiges EZB-Geld und 20 Proz sog. Eigenkapital was auch nur Sparer-Einlagen sind? aufwenden, dann würde doch ein Anleihenrückkauf zu niedrigerem Kurs ideal: 80 Pro nicht viel an der gegenwärtigen Situation ändern ? Ausser dass statt Privatbanken nun die EZB fällige Zinsen kassiert und damit die EU zufinanziert. Warum sollte dan nicht notfalls eine Krisensituation DIREKT mit EZB-Fazilitäten gegen vorübergehenden Verlust polit. Einflusses Stimmrechte etc meistern ?
08.08.2011 kann mir eigentlich jemand erklären warum die EZB am Bondmarkt Für Italien und Spanien interveniert. Die Inflationsraten für Italien und für Spanien sind nach offizieller Statistik bei 2,97 und 3,18. Bei 6,4 Zins auf 10 Jahre und 30 Zinsabschlagssteuer bekommt der Kapitalanleger 4,48 Zins abzüglich der Inflationsrate heißt das gerade 1,48 bzw 1,30 Realverzinsung. Welcher Schwachkopf glaubt denn da, daß der Markt gestützt werden muß. Diplomkaufmann Hofmann Herbert
Yep, langfristig gehts nach oben. Wohin sonst? Mehr Menschen haben immer mehr Geld und Ansprüche. Ich liebe es wenn die Grossen rausgehen, dann wird nachgekauft. Seit der Einkaufstour 2008-2009 ist hier immer noch alles im Plus.:-D
Hallo H. Brichta, der schlechteste Kommentar den ich bis jetzt von Ihnen gelesen habe. Ich hoffe nur, dass das Trauerspiel mit dieser Zockerei entgültig zu ENDE geht und das so schnell wie möglich. Die USA ist pleite, eigentlich sollte die Bewertung bei vielleicht mal B stehen, das wäre dann eher zutreffend. Tripple A verloren und auf AA gesunken, man glaubt es kaum. Für wie DUMM halten die uns eigentlich ? Geht der Dollar in die Binsen geht der EURO hinterher wenn er sich vorher nicht schon verabschiedet. Diese Fehlkonstruktion !!! Da nützt doch die derzeitige, relativ gute Auftragssituation in D nichts. Wir bekommen ja eh nur wertlose Dollars dafür Ha, ha, ha. In welchem Traumzustand befindet Ihr euch ? Wünsche allen noch eine Gute Zeit und erfreue mich an meinen sehr spekulativen Goldmünzen!
Was hier an den Börsen gerade abläuft, hat nichts im entferntesten etwas mit der Grundidee der Börse zu tun. Der sogenannte Kapitalmarkt besteht zu 95 Prozent aus Wetten. Es ist ähnlich wie beim Lotto: viele Menschen geben ihren Einsatz, wenige gewinnen. Die Verlierer schauen dumm aus der Wäsche und wollen Ihr verlorenes Geld natürlich wieder reinholen und investieren erneut, bis zur totalen Verschuldung. Anschließend werden die Zocker von der Allgemeinheit solange durchgefütter, bis keiner mehr etwas hat.
Lieber Stefan Wehmeier, den Schrumpfungsprozess können Sie m.E. bis auf weiteres von Fall zu Fall immer nur dadurch stoppen, dass Sie neues Geld ins System pumpen. Irgendwann wird natürlich auch dies nichts mehr nutzen, und dann muss es eben schrumpfen. So lange, bis es ausgeschrumpft hat.
Lieber Markus Sack, das tue ich mit Absicht nicht, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich die meisten Leute viel zu sklavisch an solche Marken halten. Und wenn der Markt dann ein paar Punkte drüber oder drunter ist, sind für sie die Würfel gefallen. Oft lässt es sich aber nicht an hundert Punkten mehr oder weniger festmachen, und selbst ein kurzfristig stärkeres Über- oder Unterschreiten kann noch akzeptabel sein, sofern sich daraus ein Fehlsignal ergibt. Letzteres mag ich übrigens besonders gerne, weil es das zuverlässigste Signal in die Gegenrichtung ist. So wie Anfang 2009, als der DAX kurzzeitig unter 4.000 Punkte abtauchte. Aus diesen Gründen ist hier m.E. eine größere Flexibilität gefordert, vor allem im mittel- und langfristigen Bereich. Gerade in Langfristcharts sind bestimmte Haken z.B. gar nicht mehr zu erkennen, und im Nachhinein betrachtet wird es dann oft deutlich, warum der Mark gerade an dieser Stelle drehte. Sobald der Durchbruch nach unten aus meiner Sicht nachhaltig sein wird, werde ich es Ihnen ganz bestimmt mitteilen, aber eben auch nicht früher.
Lieber Michael Friedrich, mir geht es hier natürlich nicht darum, dass langfristig beide Marken erreichbar sind und möglicherweise auch erreicht werden. Sondern hier ist der laufende mittelfristige Zyklus gemeint. Soll heißen: Schafft der DAX die 8.000 noch in den nächsten, sagen wir, 6-8 Monaten. Genau das wäre nämlich auszuschließen, wenn ein nachhaltiger Durchbruch nach unten erfolgen sollte. Fundamental, da hast Du vollkommen recht, lassen sich meistens Argumente für beide Richtungen finden. Genau deshalb habe ich diese auch nicht erwähnt. Im Nachhinein wird es sowieso heißen: Es war doch klar, dass es aus diesem oder jenem Grund in diese oder jene Richtung ging. Was ich versuche, ist Folgendes: Aus dem Marktverhalten heraus möglichst frühzeitig zu erkennen, für welche Variante sich die Börse entscheidet.
Lieber Axel C. Baumgart, Sie haben das Prinzip meiner Vorgehensweise leider gründlich missverstanden. Da ich mich nicht wiederholen möchte, lesen Sie dazu bitte meine Antwort an Michael Friedrich. In Ergänzung dazu: Das DAX-Ziel hatte ich im Herbst 2010 aus dem damaligen Marktverhalten abgeleitet und gleichzeitig die Bedingungen genannt, unter denen es wieder kassiert werden müsste. Diese Bedingungen sind für mich momentan einfach noch nicht erfüllt, nur darauf habe ich hingewiesen. Sobald sie aber erfüllt sein sollten, werde ich mich slbstversändlich von diesem Ziel verabschieden, da bin ich völlig leidenschaftslos. Im Übrigen: Betreiben nicht gerade Sie Kaffeesatzleserei? Ich interpretiere Ihre Zeilen nämlich so, dass Sie erwarten, dass der DAX aufgrund von Rezession und enormer Vermögensumschichtungen weiter fallen wird.
Was nun, Herr Brichta? Der DAX ist zeitweise sogar unter 6000 Punkte gefallen. Gilt Ihre sehr optimistische Prognose mit einem Rückschlag als Idealfall und dann 8000 Plus zum Ende 2011 jetzt immer noch? Zu Beginn des Jahres hatten Sie noch die Meinung vertreten, dass sich die Veschuldung der Staaten nicht negativ auf die Kursentwicklung in 2011 auswirken werde. Und jetzt? Und muss man jetzt nicht auch mit einer schwächer laufenden Realwirtschaft rechnen? Immer noch Optimist, Herr Brichta?
Sehr geehrter Herr Brichta, in der Tat, die derzeitige Abwärtsbewegung an den Märkten ist total überzogen und wirtschaftlich nicht gerechtfertigt. Letztlich ist die unerfreuliche Baisse die Quittung für unsere unfähigen Politiker und die Heerscharen von Dampfplaudereren. Es wird einfach zu viel und zur Unzeit geredet. Der Kommentar von Herrn Barrroso aus Brüssel gut zwei Wochen nach der Einigung war total contraproduktiv u. völlig überflüssig. Gleiches gilt für die nächtlichen Telefonate unserer Bundeskanzlerin aus den Bergen von Südtirol. Unsere Regierung ist überfordert, ausgenommen die Herren Schäuble u. de Maizière. Es wäre im Interesse aller Bürger dieser Republik gewesen und unserer hochverehrten Frau Merkel wäre kein Zacken aus der Krone gefallen, wenn sie die angebotene Hilfe ihres einst engsten Mitarbeiters Per Steinbrück angenommen hätte. In dieser hoch-komplexen Angelegenheit müssen die Besten gefragt wserden- ohne Rücksicht auf Couleur! Ihr DAX-Ziel von 8.000 plus erscheint mir sehr anmbitioniert, jedoch nicht unerreichbar - mit 7.600 das ist bekanntlich der bisherige Höchststand in 2011 wäre ich schon zufrieden. Bleiben Sie weiter optimistich und reihen Sie sich nicht in die Phalanx der Miesmacher ein. Ihr Zuhörer u. Leser G. Krämer
Sehr geehrter Herr Brichta, hallo Leser, Herr Brichta hat sich festgelegt und so will ich das hier auch einmal tun: In den nächsten Monaten, wahrscheinlich noch in diesem Jahr, werden wir sehen, wie sich der DAX in einer Gasse auf 3500 Punkte bewegt. Da Sie, Herr Brichta, sich auch die Mühe machten, Ihre Ansicht zu begründen, will ich dem auch nicht nachstehen: Ich war lange Zeit optimistisch oder, wie ich dachte, realistisch und nahm an, die Kurse würden wie so oft ganz normal begleitet von ein paar Nachrichten das durch dünnen Handel gekennzeichnete Sommerloch durchschreiten und danach ginge es aufwärts. Gerade jedoch die letzten Ausschläge zeigen, dass von Realismus oder gar Optimismus nichts mehr übrig ist. Die Mäkte sind nur noch sensibel für schlechte Nachrichten und überreagieren jedes Mal. Gute Nachrichten dagegen wurden einfach geschluckt. Das einzige Szenario für eine solche Situation ist eine Gasse nach unten, in der gute Nachrichten zu leichten Anstiegen führen, die jedoch sofort durch jedwede, auch unsichere, aber auf alle Fälle schlechte Nachrichten nach unten überkompensiert werden.
Ich fass es nicht. Die sogenannten Experten raten überall und auf allen Kanälen: Auf jeden Fall die Aktien behalten, nach einem Tief kommt auch wieder ein Hoch. Stimmt, nur mit dem Unterschied das diese Experten schon verkauft haben und wenn auch die doofen kleinen Anleger verkaufen stirbt die Aktie, wenn sie aber halten können diese Gangster die Aktien wieder billig zurückkaufen und sich auf kosten anderer bereichern.
Lieber Ileri, wenn mein Ziel aufrecht erhalten bleibt, dann würde das den laufenden mittelfristigen Zyklus betreffen. D.h. noch in diesem Jahr oder in der ersten Hälfte des nächsten Jahres.
Lieber HomerS, ich habe dieses Handeln nur beschrieben und nicht moralisch gewertet. Und ich habe einen positiven Effekt beschrieben, weil er für die allgemeine Börsenentwicklung wichtig sein könnte. Im Übrigen gibt es Insiderhandel, seitdem es Börsen gibt. Sie werden Ihnen trotz aller Gesetze niemals vollständig unterbinden können. Moralisch verwerflich ist er trotzdem, ohne Zweifel.
Sehr geehrter Herr Brichta, zu Ihren Ausführungen fehlt mir eine volkswirtschaftliche oder aber auch eine einleuchtende psychologische Begründung, wie ich es sonst von Ihnen gewohnt bin. Dabei geht es mir auch nicht um eine konkrete DAX-Zahl, vielmehr um einen mittelfristigen Trend! Sie reden dagegen vage von Problemzonen ? und Ausbruchsniveaus, was mich eher an charttechnischen Hokuspokus gemahnt, der nur dann eine Relevanz besitzt, wenn viele Anleger daran glauben.
Liebe Zockernase, all das, was Sie beschreiben, war mir und den meisten Börsianern auch im letzten Herbst schon bekannt. Trotzdem sind die Kurse gestiegen. Natürlich wird das alles einmal ein schlimmes Ende nehmen, und dennoch kann der DAX zuvor noch auf 8.000 Punkte steigen. Das System ist nämlich äußerst zäh und kann sich noch mehrmals aufbäumen, bevor es zusammenbricht.
Lieber Sigillus, im Falle eines ausgewachsenen Crack-up-Booms sind sicherlich auch Ihre 13.000 Punkte drin. Oder mehr.
Lieber Stefan H, sollte Ihr Szenario eintreten, tritt auch meines ein. Dies wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Momentan scheint sich das Blatt aber in die andere Richtung zu wenden.
Lieber Schlapp, Sie verwechseln meiner Ansicht nach etwas: Die Betrachtung der Marktverfassung, sie nennen es Charttechnik, bestimmt nicht das Börsengeschehen, aber sie hilft, es zu erfassen. Wenn zum Beispiel die erwähnte Unterstützungszone keinerlei Hindernis nach unten bietet, und der Markt einfach durchrauscht, wie es per Montagabend den Anschein hat, dann sagt das aus, dass die dahinter stehenden Marktkräfte sehr stark sind. Außerdem sagt es aus, dass es nach der nächsten Erholungsphase weiter abwärts gehen wird.
Lieber Lothar, mittelfristig Finger weg von E.on! Mit dieser Aktie ist aus heutiger Sicht überhaupt nix zu gewinnen. Sie eignet sich allenfalls zum kurzfristigen Spekulieren auf zwischenzeitliche Erholungsphasen.
Lieber Thommi, Sie haben auf lange Sicht gesehen vollkommen recht. Aktien sind Sachwerte und deshalb einer reinen nominalen Geldforderung, die sich in Luft auflösen kann, vorzuziehen. Aber die Politik ist daran interessiert, dass ihre Staatsanleihen Abnehmer finden, und deshalb bevorzugt sie mit ihrem regulatorischen Rahmen diese Papiere gegenüber anderen Anlageformen. Denken Sie nur daran, dass eine Bank für eine Staatsanleihe in ihrem Bestand NULL CENT Eigenkapital vorhalten muss!!! Für eine vermeintlich unsichere Aktie aber schon. Ähnliche Verzerrungen gibt es bei Versicherungen und Fonds. Da ist man als Großanleger doch gerne bereit, Staatsanleihen zu halten. Das macht weniger Ärger. Zumindest bis die Staatspleite kommt.
Lieber Sigillus, sorry, Ihre Frage ist etwas unklar formuliert. Könnten Sie diese bitte ein wenig präzisieren?
Lieber Apisupreme, der Witz liegt darin, dass z.B. Bundesanleihen momentan eine negative Realverzinsung haben. In diesen Genuss wollen Länder wie Italien eben auch kommen.
Lieber kusch, die Welt ist eben doch vielschichtiger, als Sie vermuten. Trotz all der angeprochenen Probleme können die Kurse eben steigen. Ganz einfach deshalb, weil so viel Geld vorhanden ist. Das muss schließlich irgendwo angelegt werden. Gold ist eine Möglichkeit dazu, aber eben nicht die einzige.
Liebe marry, da muss ich Ihnen leider widersprechen. Das Wetten gehört zur Börse dazu wie der Zipfel zur Wurst.
Lieber J. Schuster, wenn der Fall unter die 6.000 nachhaltig ist und nicht in den kommenden Tagen wieder ausgebügelt wird, schreibe ich die 8.000 in den Wind. Da gibt es gar kein Vertun. Aber gestatten Sie mir einfach noch das Warten auf die Bestätigung. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, dass die Börsen auch die Bären an der Nase herum führen.
Lieber Gerhard Krämer, ich bin weder Optimist noch Pessimist, sondern Realist. Der DAX hat mir durch sein Verhalten im vergangenen Herbst das Signal gegeben, dass er auf 8.000 gehen will. Wenn er dies nun wieder zunichte macht, dann nehme ich das leidenschaftslos zur Kenntnis und passe meine Einschätzung der neuen Lage an. So einfach ist das.
Lieber Apollo, sofern sich der Durchbruch nach unten bestätigt, liegt mein Kursziel ebenfalls um ein- bis zweitausend Punkte tiefer als jetzt. Noch ist für mich die Entscheidung aber nicht gefallen. In solchen Crashphasen ist vieles möglich.
9.8.11 - Dax bei 8720 Kommt jetzt der totale Chrash - soll man auf seinen DAX-Verlustpapieren sitzen bleiben ??? Was ist wenn die wenigen positiven Unternehmens-Nachrichten auch wegfallen? Der DAX wird sich dann wahrscheinlich so schnell nicht wieder erholen. KGV hin KGV her ! Wer hat die großen Mengen aus den Panikverkäüfen aufgenommen. Institutionelle- Nein! Privatanleger-Nein! Spekulanten-Nein! Wer ??? MfG Vox
Hallo H. Brichta, ja, ja das viele Geld das die Notenbanken den Banken zur Verfügung stellen. Ein absolut krankes System das jetzt hoffentlich gegen die Wand fährt. Die deutschen Kleinanleger hat man ja schon mit der Lehman-Pleite kräftig ausgeraubt! HG aus dem Allgäu
Hallo Herr Brichta! Ich könnte mir allerdings vorstellen das die Anleger erkennen, das ein Investment in Sachwerte, wie z.B.Aktien sicherer ist, als das Horten von Papiergeld. Und das es so in einem finalen Endspurt den Dax und Co in ungeahnte Höhen treiben könnte. Den Goldpreis allerdings auch.
Lieber Pepito Maus, genau darin unterscheide ich mich von anderen Experten. Ich rate überhaupt nicht zum Kaufen, Halten oder Verkaufen, sondern ich analysiere nur das Marktgeschehen. Dabei verzichte ich bewusst darauf, konkrete Ratschläge zu erteilen.
Lieber ernesto, umgekehrt wird ein Schuh draus: mit volkswirtschaftlichen Analysen Rückschlüsse auf das Marktgeschehen ziehen zu wollen, grenzt für mich an Hokuspokus. Natürlich muss man fundamentale Einflüsse im Hinterkopf haben, aber entscheidend ist doch, was der Markt aus all diesen Einflüssen macht. Und dies kann man nur dann abgreifen, wenn man das Verhalten des Marktes selbst beobachtet. Im Nachhinein werden immer auch fundamentale Begründungen nachgereicht.
Lieber Vox, wir HABEN einen Crash! Und in einem solchen lässt sich nicht sagen, wo die ersten Haltelinien sind. Übrigens ist per heute Morgen, Dienstag, den 9.8.11 um 10:50 Uhr, ist mein DAX-Ziel 8000 auch ad acta gelegt, weil die angesprochene Haltezone durchbrochen ist. Dies könnte allenfalls noch durch ein schnelles Zurückspringen über 6.300 ausgebügelt werden. Warten wir’s ab.
Hallo kusch, das System ist krank, ich vermute aber, dass es doch zäher ist, als Sie annehmen.
Hallo zusammen, ich bleibe auch heute noch ein Realist mit optimistischen Zügen. Vom Börsengeschehen kann man in vielerlei Hinsichten partizipieren. Gewinne bei steigenden und fallenden Kursen einfahren, aber eben auch Einschaltqouten oder Auflagen von Fachzeitschriften erhöhen. Wir leben in einer derartig schnellen Zeit, mit viel wenn auch nicht vollständiger Transparenz über das Geschehen. Alle liebgewonnen Börsenweisheiten passen nicht zu dieser Zeit von Charttechniken, Vernetzung und Informationsüberangebot. Der beste Rat ist tatsächlich, einen kühlen Kopf zu behalten, von Verschwörungstheorien Abstand zu nehmen und realistisch zu überlegen welchen Unternehmen man durch Kauf der Aktien das Vertrauen schenkt. Substanz wird entscheiden auch wenn die letzten Tage technische Reaktionen und dadurch großen Handelsvolumen an den Börsenplätzen weltweit die jetzige Ernüchterung einberufen hat - dahinter steht ein Appell an die Politik, ein Aufruf konsolidiert zu handeln, über den Tellerrand hinaus zu schauen und den Markt ebenso global zu betrachten wie er tatsächlich ist. Perspektiven sind gefragt! Und noch einen Satz zum Thema Kaffeesatzlesen, die Märkte reagieren derzeit über, aber eigentlich sind eben diese Märkte viel lieber mit Überreaktionen nach oben beschäftigt, Gier wahrscheinlich doch mächtiger als Angst, Optimismus viel aufregender als Pessimismus - und abschließend ist das wahrscheinlich auch gut so. Die nächste Einkaufstour kommt bestimmt und die derzeitige Situation der diversen Verschuldungsszenarien, denken Sie doch an vergangene Zeiten, war es je anders? Und trotz dieser Tatsache gab es wesentlich bessere Börsentage als die jüngst hinter uns liegenden. Alles was man nah betrachtet wird groß, oder gigantisch - derzeit snd das Sorgen, Nöte, Schulden und die schlechten Nachrichten - bald sind es wieder gute Unternehmenszahlen, steigende Kurse und allgemeiner Optimismus. Die Gleichsetzung zwischen Marktgeschehen und Politik muss sich allerdings zunächst wieder auf ein gesundes Maß einstellen, allerdings ist der Einfluss von dem Einen auf das Andere leider für eine gewisse nachhaltige Zeit provoziert und das läßt sich nicht ganz ignorieren. EZB und Fed verwirken mit ihrer Einflussnahme leider die Selbstheilung der Märkte, aber dies ist eben auch, wie oben schon geschrieben, der Appell an die Politik.
Liebe Zockernase, genau darin liegt ein entscheidender Unterschied: Wahre Werte können schwanken, aber sie gehen in der Regel nicht unter. Pure Geldforderungen können sich dagegen vollständig in Luft auflösen.
Hallo Herr Bichta! ... wer nimmt jetzt die vielen, vielen verkauften Papiere auf?
Raimund Brichta sagt: 09.08.2011 00:33 Zitat: Lieber Lothar, mittelfristig Finger weg von E.on! Mit dieser Aktie ist aus heutiger Sicht überhaupt nix zu gewinnen. Sie eignet sich allenfalls zum kurzfristigen Spekulieren auf zwischenzeitliche Erholungsphasen.Zitat ende. Na sowas, lieber Herr Brichta, ist das keine konkrete Aktienempfehlung ?
ich denke, es hängt vieles davon ab wie wir ende dieser Woche da stehen. Sprich ist der Dax klar und deutlich über der 6000er Marke oder nicht....
Lieber Vox, es ist ja nicht so, dass das alles tatsächliche Verkäufe von Aktien sind, denen auf der anderen Seite tatsächliche Käufe gegenüberstehen. Natürlich gibt es die auch, aber ein Großteil des Drucks kommt von der Derivateseite. Dort, und auch am Aktienmarkt selbst, ist die Gegenpartei gar nicht daran interessiert, eine Position offen zu lassen. Das heißt, sie sichert sich wieder ab, indem sie ebenfalls verkauft und so weiter und so weiter. Das kann über mehrere Stufen gehen und den Druck durchaus verstärken. Irgendwann aber ist mal Schluss damit, und dann fangen sich die Kurse auch wieder.
Da haben Sie mich aber erwischt, lieber Pepito Maus, lach. Bei den Versorgen ist die Lage für mich aber so klar, dass ich einfach nicht widerstehen konnte, grins. Im Ernst: Auf eine KONKRETE Frage zu einer konkreten Aktie antworte ich gerne auch einmal konkret. Und um einen solchen Fall handelt es sich hier. Was ich in meiner Antwort an Sie meinte, war, dass ich in einem allgemeinen Marktkommentar, der sich an alle richtet, keine konkreten Empfehlungen gebe. Allein der Adressatenkreis ist dafür viel zu unterschiedlich. Und was ich gar nicht leiden kann, sind die üblichen so genannten Expertenratschläge wie ...Ruhe bewahren... oder ...nicht überstürzt handeln... hahaha