Kolumnen

Raimund Brichta Achtung bei Air Berlin!

(Foto: picture alliance / dpa)

Air Berlin braucht frisches Geld. Eine Unternehmensanleihe soll weitere Millionen bringen. Es ist bereits die Dritte und Zeichner sollten nicht nur deshalb auf der Hut sein, schreibt Telebörse-Moderator Raimund Brichta.

Raimund Brichta, n-tv Telebörse

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(Foto: n-tv)

Verstehen Sie Spaß? Den Crews von Air Berlin zumindest wird ein gewisser Sinn für Humor nachgesagt. So geht das Gerücht um, auf einem Flug sei einmal folgende Durchsage zu hören gewesen: "Wir weisen darauf hin, dass es sich um einen Nichtraucherflug handelt. Für die Raucher unter ihnen öffnen wir nachher unsere Terrassen links und rechts und zeigen dort den Film 'Vom Winde verweht'."

Ob es diese Durchsage tatsächlich gegeben hat, weiß ich nicht. Sicher ist aber eine aktuelle Pressemitteilung mit folgender Überschrift: "Air Berlin begibt dritte Unternehmensanleihe in Bondm." Was sich auf den ersten Blick wie eine Erfolgsmeldung liest - schließlich ist Bondm ein beliebtes Börsensegment, in dem Mittelständler Anleihen an Privatanleger verkaufen -, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Warnsignal.

Koste es, was es wolle ...

Denn damit leiht sich die Fluglinie schon zum dritten Mal in den vergangenen zwölf Monaten Geld bei Privatleuten. Oder vielleicht sollte man eher sagen, muss sich das Geld dort leihen. Denn warum sonst sollte Air Berlin bereit sein, - Achtung! - satte 11,5 Prozent Zinsen pro Jahr zu zahlen? Bei den beiden vorangegangenen Anleihen waren es nur 8,25 und 8,50 Prozent. Damit hatte man sich bereits 350 Mio. Euro geborgt, jetzt sollen weitere 100 Mio. bis 150 Mio. Euro dazu kommen. Air Berlin scheint also dringend Geld zu brauchen - koste es, was es wolle.

Die Zeichner der ersten beiden Bonds sitzen auch bereits auf satten Kursverlusten von 10 bis 20 Prozent. Sicher, wer die Papiere bis zur Fälligkeit hält, wird seinen Einsatz vollständig zurückkriegen. Aber wie sicher ist das? Die alte Faustregel, je höher der Zins, desto höher das Risiko, war schließlich schon immer ein guter Ratgeber. Wer Wert auf Sicherheit legt, scheint also im Moment mit Flugtickets von Air Berlin besser bedient zu sein als mit Bonds. Denn beim Geld hört der Spaß auf,

 

meint Ihr

Raimund Brichta

Quelle: ntv.de

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