Kolumnen
Telebörse-Moderator Raimund Brichta.
Telebörse-Moderator Raimund Brichta.

Was macht der Dax?: 12.000 Punkte sind jetzt Pflicht

Von Raimund Brichta

Der Dax hat die Marke von 10.000 Punkten locker überwunden. Und wie geht es jetzt weiter? Der deutsche Leitindex könnte deutlich über 12.000 Zähler hinausschießen.

Das ging aber fix. So schnell musste ich noch nie ein Prognose-Update schreiben - und auch noch nie ein so positives! Aber es ist schon passiert: Wie in meinem Jahresausblick avisiert hat der Dax den Widerstand an der 10.000-Punkte-Marke geknackt, und zwar aus meiner Sicht bereits nachhaltig.

Dies hat folgende Konsequenzen:

1. Der von mir für möglich gehaltene, wenn auch nicht als zwingend erachtete, neuerliche Test der 8000er-Marke fällt damit aus. Denn der Dax hat direkt im Anschluss an seinen 10.000er-Durchbruch das getan, was erforderlich ist, um diesem Ausbruch das Prädikat "nachhaltig" zu verleihen: Er ist zügig weiter gestiegen, womit er einen Sicherheitsabstand aufgebaut hat, der verhindern dürfte, dass er bei der erstbesten Korrektur wieder darunter fällt. Letzteres würde das Kaufsignal nämlich zunichte machen und sogar ins Gegenteil verkehren. Nun aber ist genügend Raum vorhanden, um auch nach unten hin "atmen" zu können, ohne gleich das übergeordnete Kaufsignal zu gefährden.

Außerdem gilt die alte Börsianerregel: Was vorher ein Widerstand war - hier die 10.000 Punkte - wird danach, wenn die Blockade überwunden ist, zu einer Unterstützung.

2. In meinem Jahresausblick schrieb ich: "Und je nachdem, wann dieser Durchbruch (Anm.: durch die 10.000er Marke) erfolgt, halte ich 12.000 Punkte noch in diesem Jahr für erreichbar. Über die Einzelheiten werde ich Sie dann zu gegebener Zeit auf dem Laufenden halten." Die gegebene Zeit ist nun gekommen, und die Einzelheiten liegen für mich klar auf der Hand: Ein Durchbruch bereits in der 3. Januarwoche ist wohl der deutlichste Hinweis darauf, dass die 12.000 noch in diesem Jahr erreicht werden. Folglich gilt dieses Dax-Ziel für mich von nun an nicht mehr als Kür, sondern als Pflicht.

3. Die Konsequenzen gehen aber noch weiter. Vor drei Wochen schrieb ich: "Unter Umständen sind sogar mehr als 12.000 Punkte drin, weil die 5er-Jahre in einem Jahrzehnt als sehr gute Börsenjahre gelten. Aber auch darüber reden wir erst, wenn es soweit ist." Und selbst, wenn es jetzt noch nicht so weit ist, schätze ich die Wahrscheinlichkeit inzwischen deutlich höher ein, dass es spürbar mehr werden als die besagten 12.000.

Klar, man kann das Bärenfell erst verteilen, wenn der Bär erlegt ist. Sprich: Erst wenn die 12.000 tatsächlich erreicht sind, werde ich mich zu weiteren Zielen konkreter äußern. Aber ich will Sie schon jetzt - völlig unverbindlich - an einem kleinen Zahlenspiel teilhaben lassen, das Ihnen zumindest das Potential verdeutlichen soll:

Vor 30 Jahren war der deutsche Aktienmarkt in einer vergleichbaren Situation wie zurzeit. Er war zwei Jahre zuvor aus einer langen Seitwärtsphase nach oben ausgebrochen (1983 genauso wie 2013), hatte danach ein Jahr verschnauft (1984 plus 6,1 Prozent, 2014 plus 2,7 Prozent), um anschließend - wie jetzt in einem 5er-Jahr - 66,4 Prozent zuzulegen. Das war der größte Jahresgewinn, den der Dax jemals erzielt hat.

Sie können sich leicht ausrechnen, wo der Dax stünde, wenn es dieses Jahr wieder so gut liefe wie 1985: bei 16.000 Punkten! Natürlich soll das keine neue Jahresprognose von mir sein (zumindest jetzt noch nicht ;-), da ich diesen Stand eigentlich erst für später auf meiner Agenda habe. Aber es sollte Ihnen eine ungefähre Vorstellung davon geben, wie weit der Dax über 12.000 hinausschießen könnte.

Auf ein- bis zweitausend Punkte mehr kommt es in diesem Jahr jedenfalls nicht an, meint Ihr

Raimund Brichta

P.S. Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie mir hier.

Quelle: n-tv.de

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