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12. Juni 2001: Kraft Foods (8,7 Mrd. US-Dollar)

Riesen auf dem Parkett: Mann, sind die dick, Mann!

IPO-Fans dürften entzückt sein. Auf das Börsenparkett von Schanghai rollt der größte Börsengang aller Zeiten zu. Die chinesische Großbank Agricultural Bank of China will satte 30 Mrd. Euro einsammeln. Gestern war "groß" noch was anderes.

Erinnern wir uns an die jüngsten Börsenkandidaten: Erst am 1. April legte der zweitgrößte japanische Lebensversicherer Dai-ichi Mutual Life ein gutes Debüt hin. Dai-ichi war der größte Börsengang seit zwei Jahren.

Die Aktien des Neulings stiegen zum Handelsauftakt um 14 Prozent. Insgesamt sammelte Dai-ichi mit dem IPO immerhin elf Mrd. US-Dollar ein.

Es war der größte Börsengang in Japan seit dem IPO von NTT DoCoMo im Jahr 1998. Die langfristigen Aussichten für das Unternehmen werden von Experten skeptisch bewertet. Der Konzern sieht sich mit einer alternden Bevölkerung und sinkenden Einnahmen aus dem Lebensversicherungsgeschäft in Japan konfrontiert.

Mitte Mai folgte der größte Börsengang Südkoreas. Auch dem größten Lebensversicherer des Landes, Samsung Life Insurance, gebührt die Ehre, sich größter Börsengang aller Zeiten eines Landes nennen zu dürfen. Bei dem Börsengang wurden jedoch nur "schlappe" 3,5 Mrd. Euro eingenommen, fällt damit also ein bisschen aus der Rolle.

Samsung Life, 3 Monate: Die Aktien des Branchenprimus legten bei ihrem Handelsdebüt im Mai über acht Prozent zu. Samsung Life kontrolliert rund 27 Prozent des südkoreanischen Versicherungsmarktes. Der Markt wird auf ein Volumen von 65 Mrd. Dollar geschätzt. Wir blicken weiter zurück und konzentrieren uns auf die Schwergewichte, die nach Erlös IPO-Geschichte geschrieben haben.

China hat sein Staatssäckel in den vergangenen Jahren bereits reichlich mit Banken-Börsengängen gefüllt. Böse Zungen behaupten gar, der chinesische IPO-Markt sei nach einer wahren Flut von Börsengängen bereits gesättigt. Am 27. Oktober 2006 erblickte die Industrial and Commercial Bank of China oder kurz ICBC das Licht der Börsenwelt. ICBC sammelte bei seinem IPO 22,0 Mrd. US-Dollar ein.

ICBC, 3 Jahre: Chinesische Banken profitierten 2009 kräftig davon, dass Peking die großzügige Kreditvergabe unterstützt hat, um in der Krise den Konsum anzukurbeln. Anleger sorgen sich allerdings, dass viele dieser Kredite platzen könnten und drängen die Institute zur Stärkung ihrer Kapitaldecke. Größter ausländischer Investor bei der ICBC ist übrigens die US-Bank Goldman Sachs.

Wir tasten uns weiter vor. Am 12. Oktober 1998 sammelte Japans größter Mobilfunktbetreiber NTT DoCoMo bei seinem Börsengang 18,4 Mrd. US-Dollar ein.

NTT DoCoMo, 5 Jahre: Die Investoren spüren heute noch die Nachwehen der Internetblase. Bis die Blase vor zehn Jahren platzte, galten Aktien von Unternehmen aus der Telekombranche als todsichere Investments.

Trotz Krise gelang Visa am 9. März 2008 ein Rekordbörsengang. Fast 18 Mrd. US-Dollar nahm der weltgrößte Kreditkarten-Konzern ein. Ein Rekord für die USA!

Visa, 1 Jahr: Der Ausgabepreis lag bei 44 Dollar. Ein spektakuläres Kursplus von 35 Prozent zum Handelsstart ließ Markteilnehmer die Finanzkrise wenigstens für einen Tag vergessen.

Wir nähern uns heimatlichen Gefilden. Der italienische Versorger Enel sammelte bei seinem Börsengang am 31. Oktober 1999 17,4 Mrd. US-Dollar ein.

Enel, 5 Jahre: Der Konzern sitzt mittlerweile auf Schulden von 51 Mio. Euro, die vor allem auf die Übernahme des spanischen Versorgers Endesa zurückzuführen sind. Der Schuldenabbau gestaltet sich schwierig. Enel-Chef Fulvio Conti kündigte an, ...

... dass er im Sommer oder Herbst mit dem Börsengang von Enel Power rechnet. Er will die Tochter, in der die erneuerbaren Energien des Konzerns zusammen gefasst sind, "Juni, September oder Oktober – je nach Marktbedingungen" an die Börse bringen.

Damit wären wir nach Erlösen beim Börsengang der Deutsche Telekom angelangt. 13,0 Mrd. US-Dollar brachte das IPO dem "Börsen-Beau" Ron Sommer am 17. November 1996 ein.

Deutsche Telekom, 5 Jahre: Der deutsche Konzern und vor allem sein Aktienkurs wurde über die Jahre schwer gebeutelt. Dass das Unternehmen heute ordentliche Dividenden ausschüttet, vermag Alt-Aktionäre da kaum zu trösten.

Das war's schon wieder mit Europa und Deutschland sowieso. Wir wenden uns wieder dem asiatischen Markt zu. Die Milliarden-Börsengänge im Reich der Mitte wollen nicht abreißen: Am 24. Mai 2006 legt die Bank of China mit einem Erlös von 11,2 Mrd. US-Dollar einen Traumstart hin.

Bank of China (Hong Kong), 3 Jahre: Die Aktien der zweitgrößten Geschäftsbank der Volksrepublik schossen am ersten Handelstag um 15 Prozent in die Höhe und übertrafen damit ebenfalls deutlich die Erwartungen. Die BOC war nicht nur der bislang größte Börsengang eines Unternehmens der Volksrepublik, sondern auch der weltweit größte seit sechs Jahren. Womit wir wieder in die USA reisen und damit auch wieder tiefer in die Vergangenheit eintauchen ...

Zehn Jahre ist es her: Am 26. April 2000 startete AT&T Wireless. Erfreuliche 10,6 Mrd. US-Dollar klingelten damals in der Kasse.

AT&T, 5 Jahre: Der Platzhirsch in den USA wartete jüngst mit der unpopulären Nachricht auf, nicht mehr länger unlimitierte Flatrates anbieten zu wollen. Die Kapazitäten des Netzbetreibers würden so stark beansprucht, dass die Übetragungsgeschwindigkeiten für alle Kunden beinträchtigt würden.

Womit wir wieder einen Sprung auf den alten Kontinent machen: Am19. Juli 2006 gab sich der russiche Ölgigant Rosneft die Ehre. Es brachte dem Konzern 10,4 Mrd. US-Dollar ein.

Rosneft, 3 Jahre: Die Erschließung eines neuen Ölfeldes in der Arktis und drastische Sparmaßnahmen haben Russlands größtem Ölproduzenten jüngst zu einem Gewinnsprung verholfen. Der Lukoil-Konkurrent profitiert außerdem von dem deutlich gestiegenen Ölpreis.

Auch Down under reiht sich in die Liste der größten börsengänge aller Zeiten ein: Am 15. November 1997 erlöste das australische Telekomunternehmen Telstra 10,0 Mrd. US-Dollar.

Telstra, 5 Jahre: Das Unternehmen könnte die Abspaltung der Festnetzsparte bald vollziehen. Der Verkauf zumindest eines Teils der Sparte an die staatliche NBN Co. sei realisierbar, sagte CEO David Thodey gegenüber Bloomberg.

20. Oktober 2005: In die Kassen der China Construction Bank spülte der Gang an die Börse immerhin noch Schwindel erregende 9,2 Mrd. US-Dollar.

China Construction Bank Corporation, 5 Jahre: Wie andere Kreditinstitute aus dem Reich der Mitte plant die Bank dieses Jahr eine Kapitalerhöhung.

12. Juni 2001: Kraft Foods (8,7 Mrd. US-Dollar)

Kraft Foods, 5 Jahre: Eigentlich sind die jüngsten Zahlen des Milka-Herstellers erfreulich. Bei der Integration von Cadbury dürfte das Unternehmen aber noch einen steinigen Weg vor sich haben. Kraft hatte Cadbury Anfang des Jahres für 18,4 Mrd Dollar gekauft und ist damit der Weltmarktführer bei Süßwaren.

12. Juni 2000: Telia (heute TeliaSonera; 8,6 Mrd. US-Dollar)

TeliaSonera AB, 5 Jahre

7. Oktober 2009: Banco Santander Brasil (8,05 Mrd. US-Dollar)

Banco Santander Brasil, 1 Jahr

29. Juli 2009: China State Construction Engineering (7,3 Mrd. US-Dollar)

China State Construction, 1 Jahr

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