Nach kräftigen Kursgewinnen wollen Börsianer nun Fakten sehen. Wie am Fließband legen große US-Konzerne nun ihre Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal vor.
Bei Alcoa ist die Katze bereits aus dem Sack. Traditionell als erster großer US-Konzern veröffentlichte er seine Quartalszahlen - und die fielen zur Überraschung von Analysten gut aus.
Alcoa ist überraschend in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der US-Konzern wies nach drei Quartalsverlusten in Folge einen Nettogewinn von 77 Mio. Dollar aus.
Dank Kostensenkungen konnte PepsiCo im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn steigern. Damit stemmte sich der Coca-Cola-Konkurrent gegen eine schwächere Nachfrage nach Softdrinks sowie einem wiedererstarkten US-Dollar.
Der Coca-Cola-Konkurrent verdiente mit 1,7 Mrd. US-Dollar neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank dagegen um 1,5 Prozent auf knapp 11,1 Mrd. US-Dollar.
Trotz Wirtschaftskrise und sinkender Umsätze hat der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson zuletzt seinen Gewinn gesteigert und die Prognose für das laufende Jahr angehoben.
Der Überschuss stieg dank Einsparungen um gut ein Prozent auf 3,3 Mrd. Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Die Erlöse fielen dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als fünf Prozent auf 15,1 Mrd. Dollar.
Intel heizte mit besser als erwarteten Quartalszahlen die Hoffnungen auf eine Erholung der Branche an. Auch der zuversichtliche Ausblick auf den Rest des Jahres erfreute Börsianer.
Intels Überschuss fiel zwar auch wegen leicht gesunkener Chip-Preise um fast acht Prozent auf knapp 1,9 Mrd. US-Dollar. Auch der Umsatz gab ähnlich stark auf 9,4 Mrd. US-Dollar nach. Doch trotz des Rückgangs übertraf der US-Konzern mit seinem Zahlen die Erwartungen der Experten klar.
Der US-Pharmakonzern Abbott Laboratories hat seinen Gewinn unter anderem dank guter Verkäufe seines Arthritis-Mittels Humira stärker als erwartet gesteigert und seine Jahresprognose erhöht.
Im dritten Quartal stieg der Nettogewinn zum Vorjahr um 37 Prozent auf 1,48 Mrd. Dollar oder 95 Cent je Aktie. Vor Sonderposten ergab sich ein Gewinn von 92 Cent je Aktie und damit zwei Cent mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz kletterte wie weitgehend prognostiziert um 3,5 Prozent auf 7,78 Mrd. Dollar.
Auch der Finanzkonzern JP Morgan Chase hat die Erwartungen der Anleger positiv überrascht. Mit einem milliardenschweren Quartalsgewinn untermauert die Bank erneut ihre Spitzenstellung in der Finanzbranche.
Unter dem Strich verdiente die Großbank im dritten Quartal 3,6 Mrd. US-Dollar und damit weit mehr als von Experten erwartet. Das Ergebnis entspricht einem Gewinn von 82 Cent je Aktie, was 30 Cent über den Konsensschätzungen der Analysten liegt.
Trotz durchweg guter Zahlen kann Rivale Goldman Sachs nicht an den Überraschungseffekt von JP Morgan anschließen. Wie bereits im Vorquartal übertraf der Finanzriese die Analystenschätzungen deutlich.
Goldman Sachs verdiente 5,25 US-Dollar je Aktie, ein Dollar bzw. rund ein Viertel mehr als erwartet.
Die Citigroup fiel hingegen wieder tief in die roten Zahlen. Nach nur einem Quartal mit einem positiven Ergebnis weist das Finanzhaus einen milliardenschweren Fehlbetrag aus.
Insgesamt erwirtschaftete die Citigroup einen Verlust von 3,2 Mrd. US-Dollar. Je Aktie ist das ein Minus von 0,27 US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 0,21 US-Dollar gerechnet.
Auch an der Technologiefront regnet es Zahlen. Beim IT-Riese IBM erwarteten Analysten ein solides Gewinnplus - und sie wurden nicht enttäuscht.
Im 3. Quartal verdiente IBM unter dem Strich 3,2 Mrd. US-Dollar, also 2,40 Dollar pro Aktie. Analysten hatten mit 2,38 Dollar gerechnet. Vor einem Jahr hatte der Gewinn noch bei 2,8 Mrd. Dollar oder 2,04 Dollar pro Anteilsschein gelegen. Der Umsatz fiel allerdings um sieben Prozent auf 23,6 Mrd. Dollar.
Beim Erzrivalen AMD rechneten die Börsianer hingegen mit anhaltend roten Zahlen. Sie behielten recht, auch wenn der Verlust geringer ausfiel als befürchtet.
Unter dem Strich stand ein Minus von 128 Mio. Dollar nach 134 Mio. im Vorjahreszeitraum. Pro Aktie lag der Verlust bei 18 Cent nach 22 Cent vor einem Jahr. Analysten hatten mit einem Verlust von 42 Cent je Anteilsschein gerechnet.
Ein ordentliches Gewinnplus verzeichnete hingegen Google. Der Konzern profitierte von der Erholung der Anzeigenmärkte.
Bei einem um 7 Prozent auf 5,39 Mrd. Dollar gestiegenen Bruttoumsatz kletterte der Nettogewinn um 27 Prozent auf 1,64 Mrd. Dollar. Bereinigt um die Kosten für die Aktienausschüttung an Mitarbeiter belief sich der Gewinn auf 5,89 Dollar pro Anteilsschein und übertraf damit die Konsensschätzung des Marktes. Analysten hatten auf 5,42 Dollar getippt.
General Electric hat wie erwartet einen erneuten Rücksetzer beim Gewinn verbuchen müssen. Dieser fiel jedoch nicht ganz so drastisch aus wie von Analysten befürchtet.
Der Umsatz des Siemens-Konkurrenten brach um fast 10 Mrd. US-Dollar auf 37,8 Mrd. US-Dollar ein. Der Überschuss reduzierte sich von 4,3 auf 2,5 Mrd. US-Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 0,23 US-Dollar. Im Schnitt lag die Schätzung bei einem Ergebnis je Aktie von 0,20 US-Dollar.
Die Bank of America konnte ihren Coup des Vorquartals nicht wiederholen und verbuchte wie befürchtet einen Milliardenverlust. Schuld am Minus waren hohe Ausfälle bei Konsumentenkrediten.
Die Bank of America verzeichnete ein Minus von rund einer Mrd. US-Dollar. Auch mit Einnahmen von 26,4 Mrd. US-Dollar blieb die Bank hinter den Erwartungen der Börsianer zurück.
Der Auftakt der darauffolgenden Börsenwoche stand ganz im Zeichen der Quartalsergebnisse von Apple. Der US-Technologiegigant befindet sich weiter auf Erfolgskurs.
Dank des anhaltendes Ansturms auf das iPhone stieg der Gewinn im vierten Quartal auf 1,67 Mrd. Dollar oder 1,82 Dollar pro Aktie. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 1,42 Dollar je Anteilsschein gerechnet. Die Apple-Aktie schoss nachbörslich um rund sieben Prozent nach oben auf über 200 Dollar.
Auch bei Texas Instruments haben sich die Analysten auf das Erfreulichste verrechnet: Zwar fiel der Gewinn des Chipherstellers im dritten Quartal um 4,4 Prozent auf 538 Mio. Dollar oder 0,42 Dollar je Aktie, erwartet wurden jedoch nur 40 Cent je Anteilsschein.
Die TI-Aktie stieg nachbörslich um 2,3 Prozent.
Am 20. Oktober lässt sich Dupont in die Bücher schauen. Branchenexperten erwarten, dass das Ergebnis des gößten US-Chemiekonzerns erneut deutlich zurückgehen wird.
Je Aktie erwarten Analysten ein Ergebnis von 0,32 US-Dollar. Im Vorquartal hatte Dupont einen Gewinn von 0,46 US-Dollar je Aktie oder 421 Mio. US-Dollar erwirtschaftet und damit die Markterwartungen enttäuscht.
Wenig Bewegung erwarten Analysten hingegen beim Pharmariesen Pfizer, der bei der Veröffentlichung der Ergebnisse zum vorangegangenen Quartal seine Ergebnisprognose für 2009 nach oben geschraubt hatte.
Der Gewinn je Aktie wird bei 0,48 US-Dollar erwartet und damit exakt auf dem Ergebnis des Vorquartals.
Nach einem Gewinnrückgang im Vorquartal rechnen Analysten bei United Technologies wieder mit einem kleinen Zuwachs beim Ergebnis.
Je Aktie soll das Ergebnis von 1,05 im Vorquartal auf 1,12 US-Dollar steigen.
Nur von kurzer Dauer könnte die Freude bei Caterpillar über die Rückkehr in die Gewinnzone gwesen sein. Zwar rechnen Analysten erneut mit schwarzen Zahlen bei dem weltgrößten Baumaschinen-Hersteller, doch der Überschuss dürfte deutlich zusammengeschmolzen sein.
Aus 0,60 US-Dollar Ergebnis je Aktie aus dem 2. Quartal dürften nach Einschätzung der Marktexperten 0,07 US-Dollar geworden sein.
Coca-Cola macht wie auch dem Rivalen Pepsi der abschwächende Durst nach Softdrinks zu schaffen.
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