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Chronik eines Niedergangs: Escada in der Existenzkrise

 
Der Damenmodekonzern Escada hat bereits einen jahrelangen Niedergang hinter sich. Mehrere Führungswechsel in kurzer Zeit, die Flaute für Luxusmode und hohe Verluste markieren den Weg in die Existenzkrise. Ein Rückblick in Bildern.

Der Damenmodekonzern Escada hat bereits einen jahrelangen Niedergang hinter sich. Mehrere Führungswechsel in kurzer Zeit, die Flaute für Luxusmode und hohe Verluste markieren den Weg in die Existenzkrise. Ein Rückblick in Bildern.

Mai 2007: Escada-Chef Frank Rheinboldt (r.) verliert einen monatelangen Machtkampf gegen den russischen Großaktionär Rustam Aksenenko, der mehr Tempo bei der Modernisierung des Konzerns verlangt hatte.

Rheinboldts Nachfolger wird der Franzose Jean-Marc Loubier.

Juni: Loubier kündigt an, unrentable Filialen zu schließen, das Geschäft mit Accessoires auszubauen und sich auf die Kernmärkte China, USA und Deutschland zu konzentrieren.

September: Die neue Kollektion floppt, Escada senkt seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Februar 2008: Schwaches Interesse an der Herbst-Winter-Kollektion beschert dem Unternehmen sinkende Umsätze und weitere Verluste.

April: Angesichts der Finanzkrise hat der Finanzinvestor Apax kein Interesse mehr an einem Einstieg bei Escada. Spekulationen über einen Besitzerwechsel hatten der Aktie nach langer Talfahrt vorübergehend Auftrieb gegeben.

Juni: Die Tchibo-Eigner Wolfgang und Michael Herz steigen bei Escada ein und verpassen dem Konzern eine neue Führungsspitze. Neuer Vorstandsvorsitzender wird der frühere Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer. Der dritte Vorstandschef binnen zweieinhalb Jahren übernimmt den Konzern mit roten Zahlen.

März 2009: Nach einem Verlust von 70 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2007/08 (31. Oktober) und roten Zahlen auch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres kämpft das Unternehmen ums Überleben. Finanzvorstand Markus Schürholz schließt eine Insolvenz nicht mehr aus.

Mai: Escada trennt sich von seinen Marken Laurèl, cavita und apriori.

Juni: Der von der Pleite bedrohte Konzern verlangt finanzielle Opfer von seinen Anlegern. Sie sollen auf mehr als die Hälfte einer Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Euro verzichten. Der Schritt ist Kernstück des finanziellen Notplans für Escada.

Juli: Nach mangelnder Resonanz bei den Anlegern bessert der Konzern den Rettungsplan nach und verlängert auch die Annahmefrist.

11. August: Das Umtauschangebot scheitert an der Mindestannahmequote von 80 Prozent. Zwei Tage darauf meldet Escada beim Amtsgericht München Insolvenz an.

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