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Der erste größere Börsengang in Deutschland ist geglückt. In der Finanzkrise hatte zwei Jahre lang kaum ein Unternehmen ein Initial Public Offering gewagt. Eine Übersicht der zehn bislang größten Börsenneulinge am deutschen Kapitalmarkt.

Korkenknallen in Frankfurt: Die größten deutschen Börsengänge

Der erste größere Börsengang in Deutschland ist geglückt. In der Finanzkrise hatte zwei Jahre lang kaum ein Unternehmen ein Initial Public Offering gewagt. Eine Übersicht der zehn bislang größten Börsenneulinge am deutschen Kapitalmarkt.

Platz 10: WACKER CHEMIE. Der Börsengang des Münchener Chemiekonzerns am 10. April 2006 war mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Euro der größte seit dem der Postbank. Die Aktie stieg am ersten Handelstag um fast 20 Prozent über den Ausgabepreis von 80 Euro. Im Juni 2006 schaffte der Titel den Sprung in den MDax.

WACKER CHEMIE

Platz 9: SYMRISE. Am 11. Dezember 2006 debütierte die Aktie des Duft- und Aromenherstellers Symrise. Rund 1,4 Milliarden Euro erlösten das Holzmindener Unternehmen und der schwedische Finanzinvestor EQT mit 81 Millionen Aktien zu je 17,25 Euro. EQT hatte 2002 die Bayer-Tochter Haarmann & Reimer gekauft und mit dem Familienunternehmen Dragoco verschmolzen.

SYMRISE

Platz 8: EPCOS. Siemens und die japanische Matsushita brachten am 15. Oktober 1999 ihr Joint Venture für elektronische Bauelemente an die Börse und erlösten 1,5 Milliarden Euro. In den Handel ging Epcos mit 32,50 Euro etwas über dem Ausgabepreis. Fast zwei Jahre war die Aktie im Dax, ehe sie in den TecDax abstieg. Epcos wird bald vom Kurszettel verschwinden: Der japanische TDK will Epcos komplett schlucken.

EPCOS

Platz 7: FRESENIUS MEDICAL CARE (FMC) ging 1996 aus dem Dialysegeschäft von Fresenius und des US-Unternehmens National Medical Care hervor. Das Emissionsvolumen dieser komplexen Transaktion belief sich auf umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro. Beim Debüt in Frankfurt am 2. Oktober 1996 startete die Aktie mit 128 DM in den Handel. 1999 stieg FMC in den Dax auf.

FRESENIUS MEDICAL CARE

Platz 6: TOGNUM. Der Hersteller von Dieselmotoren für Schiffe, Panzer und Schienenfahrzeuge sammelte mit seinem Debüt am 2. Juli 2007 2,1 Milliarden Euro ein, wovon der Großteil an den schwedischen Finanzinvestor EQT ging. An der Börse startete die Aktie etwas über dem Ausgabepreis von 24 Euro. Wenige Monate später wurde sie in den MDax aufgenommen.

TOGNUM

Platz 5: POSTBANK. Am 23. Juni 2004 kam die Postbank an den Markt. Die Deutsche Post verkaufte 55 Millionen Aktien und eine Umtauschanleihe und sammelte 2,6 Milliarden Euro ein. Doch verlief der Börsengang nicht problemlos: Ursprünglich waren mehr Aktien zu einem höheren Preis angeboten worden.

Für Aufruhr sorgte, dass der im Emissionskonsortium vertretenen Deutschen Bank Interesse an der Postbank nachgesagt wurde - heute ist sie tatsächlich an ihr beteiligt. Am Ende war die Emission zweifach überzeichnet, der erste Kurs lag mit 29 Euro über dem Ausgabepreis. (Chart: POSTBANK)

Platz 4: T-ONLINE. Der Börsenstart der Telekom-Tochter am 17. April 2000 stand unter keinem guten Stern: Der Nemax-Index brach mehr als sieben Prozent ein. Dennoch lag der erste Kurs von T-Online mit 28,50 Euro über dem Ausgabepreis. Der Börsengang brachte 3,1 Milliarden Euro ein. Nur sechs Jahre später verschwand T-Online wieder aus dem Blick der Börsianer: Die Telekom schluckte das Unternehmen.

Platz 3: INFINEON. Die vormalige Siemens-Tochter kam mit ihrem Börsengang auf ein Emissionsvolumen von gut sechs Milliarden Euro. Der erste Kurs war am 13. März 2000 mit 70,20 Euro mehr als doppelt so hoch wie der Platzierungspreis. Für Schlagzeilen sorgte Vorstandschef Ulrich Schumacher, der sich im Rennfahrer-Anzug vor der Frankfurter Börse feiern ließ. Er steht derzeit wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit vor Gericht.

INFINEON

Platz 2. DEUTSCHE POST. Unterstützt von Entertainer Thomas Gottschalk und seinem Bruder Christoph sammelte der Bonner Logistikkonzern beim Börsendebüt am 20. November 2000 rund 6,6 Milliarden Euro ein. Kurssprünge machte die "Aktie Gelb" am ersten Handelstag nicht. Zeitweise fiel sie sogar unter den Ausgabepreis von 21 Euro.

Platz 1: DEUTSCHE TELEKOM. Die T-Aktie startete am 18. November 1996 an der Börse. Rund 700 Millionen Titel, 25 Prozent der Anteile, wurden mit Hilfe von 80 Banken und Fernseh-Anwalt Manfred Krug für insgesamt fast zehn Milliarden Euro verkauft. Das Interesse an den Aktien war groß. Privatanleger bekamen 50 Pfennig Rabatt auf den Ausgabepreis von 28,50 DM. Der erste Kurs lag bei 33,20 DM.

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