Startseite
(Foto: dpa)
Dienstag, 03. November 2015

Börsenrisiken steigen wieder: Wie erhalte ich mein Aktienvermögen?

Ein Gastbeitrag von Uwe Wiesner

Die Aktienmärkte schwanken wieder stärker. Maßgeblicher Grund: Die Anleger adressieren stärker die Risiken. Das erfordert ein Umdenken in der Investmentstrategie. Diversifikation alleine reicht nicht mehr aus.

Nach jahrelangen Tätigkeiten bei der Deutschen Bank und der UBS ist der Finanzmarktexperte Uwe Wiesner bei Hansen & Heinrich u.a. für die Kundenbetreuung und die Anlagestrategie mit verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses.
Nach jahrelangen Tätigkeiten bei der Deutschen Bank und der UBS ist der Finanzmarktexperte Uwe Wiesner bei Hansen & Heinrich u.a. für die Kundenbetreuung und die Anlagestrategie mit verantwortlich. Außerdem ist er Mitglied des Anlageausschusses.

Die Finanzmärkte befinden sich derzeit im "risk on/risk off"-Modus. Aktuell gelten vor allem die mögliche Zinswende in den USA, die konjunkturelle Entwicklung Chinas und die entsprechenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft als gefährlich. Zunehmend werden auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Flüchtlingsstroms nach Europa beziehungsweise vor allem nach Deutschland thematisiert. Außerdem sorgen immer wieder schwarze Schwäne wie zuletzt der VW-Abgasskandal für Unsicherheiten. Kocht ein Risikothema hoch, drücken zahlreiche Anleger umgehend den Exitknopf und verkaufen Aktien.

Umgekehrt gelten Dividendentitel im anhaltenden Niedrigzinsumfeld weiter als "alternativlos". Die Dividendenrendite des Dax liegt bei rund drei Prozent. Das ist in etwa sechs Mal mehr als das, was deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit abwerfen. Dass sich an diesen Rahmenbedingungen auf absehbare Zeit kaum etwas ändert, dürfte als ausgemacht gelten. An Tagen, an denen die Risiken etwas in den Hintergrund treten, springen die Aktienmärkte zum Teil kräftig an und verzeichnen Kursgewinne von mehreren Prozent.

Turbulenzen deutlich gestiegen

Die Schwankungen werden zusätzlich durch die zunehmende Verbreitung von automatisierten Handelssystemen und durch die regulatorisch bedingt niedrigere Liquidität verstärkt. Denn die Banken haben ihren Eigenhandel weitgehend eingestellt. Allgemein neigen Finanzmärkte bei geringeren Umsätzen zu höheren Schwankungen.

Chart

Schon seit fast zwei Jahren beobachten wir steigende Volatilitäten an den Aktienmärkten. Ende August stieg der VDax New auf fast 40 Zähler. Damit notierte der auch Angstbarometer genannte Index mehr als doppelt so hoch wie Anfang 2014.

Vor diesem Hintergrund reichen herkömmliche Diversifikationsstrategien, die Aktien über Branchen und Regionen sowie Anleihen über Laufzeiten und Regionen streuen, nicht mehr aus, um das Vermögen zu erhalten beziehungsweise zu steigern. Vielmehr sind marktneutrale Strategien erforderlich, um auch im stärker schwankenden Niedrigzinsumfeld Erträge zu erzielen. Denn diese Investmentansätze helfen, den erwähnten Risiken wirkungsvoll zu begegnen.

Generell zeichnen sich erfolgreiche marktneutrale Strategien dadurch aus, dass sie nicht auf allgemeine Markttendenzen (alles steigt oder alles fällt) setzen, sondern auf tiefgreifende Analysen. Dieses gilt u.a. für Investmentstile, die Märkte handeln, also zum Beispiel auf einen fallenden Aktienmarkt in den USA und gleichzeitig auf Kursgewinne in Europa setzen.

Marktneutrales Stockpicking

Eine andere weit verbreitete Strategie ist es, Erträge durch die Outperformance einzelner Aktien zu erzielen und gleichzeitig das allgemeine Marktrisiko abzusichern. Der Investor kauft beispielsweise die fünf seiner Ansicht nach aussichtsreichsten Dax-Einzelwerte und geht im selben Umfang im Dax-Index short. Der Anleger vertraut darauf, dass das Fondsmanagement die besten Werte selektiert und nicht auf eine allgemeine Marktentwicklung. Für den Privatanleger ist es allerdings extrem aufwendig, solche Investmentstrategien mit Einzelwerten umzusetzen. Daher empfehlen wir Fondslösungen.

Der Mandelbrot Market Neutral Germany (WKN A14N8Q) setzt auf ein mathematisches Trendfolgemodell, welches die deutschen Aktien mit dem höchsten Momentum identifiziert, also die Werte, die den stärksten Kursschwung nach oben aufweisen. Dagegen geht der Fonds im Dax-Index selbst short und eliminiert damit das allgemeine Marktrisiko. Der Mandelbrot Market Neutral Germany ist zwar erst seit Juli investierbar. Allerdings konnte das Management sehr gute Ergebnisse im Backtesting, also im Zurückrechnen der Anlagestrategie nachweisen.

Beim BB Global Macro (WKN A1CW3N) handelt es sich dagegen um einen Absolute Return Fonds. Auf Fondsweb.de  ist der  Fonds mit fünf Sternen ausgezeichnet. Er setzt auf Makrotrends wie Zinsen/Währungen oder Aktien. Die Performanceergebnisse überzeugen. Gerade in diesem Jahr zeigt sich die Stärke des Fonds. Seit Jahresanfang hat der BB Global Macro schon um gut acht Prozent zugelegt.

Grundsätzlich ist  bei marktneutralen Strategien zu berücksichtigen, dass in kurzfristigen Aufwärtsbewegungen keine Outperformance zu erwarten ist. Vielmehr zeigen die Produkte ihre Stärke in Abwärtsbewegungen und über einen längeren Zeitraum. Somit eignen sie sich zur wirklichen Verbreiterung der Anlagepalette. Das führt zu einer geringeren Schwankung des gesamten Portfolios. Der Effekt wird verstärkt, wenn der Anleger gleichzeitig in mehrere unterschiedliche marktneutrale Ansätze investiert.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben. www.hansen-heinrich.de

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen