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Was bleibt beim Sparschwein noch übrig vom Geld?
Was bleibt beim Sparschwein noch übrig vom Geld?(Foto: dpa)

Wo sind die Strafzins-Alternativen?: Sparen wird jetzt noch teurer

Ein Gastbeitrag von Peter Brandstaeter

Die neuen Strafzinsen, auch unter dem verdummenden Namen "Guthabengebühr" bekannt, dürfte dem letzten Anleger klar machen, dass er beim klassischem Sparen sein Vermögen vernichtet. Es gibt Alternativen.

Die Commerzbank hält ihre Kunden offenbar für völlig unterbelichtet. Das Institut nennt die Strafzinsen, die sie demnächst erheben will, "Guthabengebühr". Tatsächlich sollen Einlagen bei der Bank dem Anleger künftig kein Geld mehr bringen, sondern Geld kosten. Die Einzelheiten, ab welcher Höhe der Einlage (vorerst wohl nur bei Firmenkunden) und in welchem Umfang die Commerbank diese Strafzinsen erheben will, sind noch nicht bekannt.

Es ist aber absehbar, dass weitere Kreditinstitute dem schlechten Beispiel des Instituts folgen werden. Spätestens wenn die Europäische Zentralbank ihren Strafzins für die Einlagen der Banken weiter erhöht, werden diese versuchen, die Strafgebühr an ihre Kunden durchzureichen – auch an die Privatanleger. Die Aussage von EZB-Chef Mario Draghi, dass negative Einlagenzinsen der EZB nur die Banken treffe und nicht die Privatanleger ("not for the people"), dürfte sich als großer Irrtum erweisen.

Peter Brandstaeter ist geschäftsführender Gesellschafter des Fonds Ladens und ein vehementer Befürworter von Investmentfonds als ideale Anlage für private und institutionelle Investoren.
Peter Brandstaeter ist geschäftsführender Gesellschafter des Fonds Ladens und ein vehementer Befürworter von Investmentfonds als ideale Anlage für private und institutionelle Investoren.
Systematische Vermögensvernichtung

Die Deutschen halten rund 70 Prozent ihres liquiden Vermögens in Spar- und Festgeldern, in Bausparverträgen oder in ineffizienten Lebensversicherungen. Schließlich hat Sparen in der Bundesrepublik eine lange Tradition. Die Ausbreitung der Ebola-Epidemie, der Terror der Islamische-Staat-Milizen, die Ukrainekrise und  Flüchtlingsprobleme – die negativen Nachrichten haben die Flucht in vermeintliche Sicherheit begünstigt. Das Problem ist: Den risikolosen Zins gibt es nicht mehr. Schon länger rentieren Sparbücher, Festgeldkonten und Bundesanleihen real, also unter Berücksichtigung der Geldentwertung, negativ. Viele Anleger haben das vergleichsweise stoisch hingenommen. Wenn jetzt diese Anlagen aber sogar nominal Geld kosten, könnte das zahlreiche Sparer endgültig wachrütteln. Zur Verdeutlichung: Wenn ein Anleger bei 0,25 Prozent Strafzinsen und 0,8 Prozent Inflation einer Bank 10.000 Euro leiht (und nichts anderes sind Einlagen), sinkt die Kaufkraft in zehn Jahren auf weniger als 9000 Euro.

Was sind zu dieser systematischen Vermögensvernichtung die Alternativen? Viele Anleger, die es sich leisten konnten, haben in Immobilien investiert. Dabei zahlten sie oftmals überhöhte Preise. Zudem binden Immobilien schnell einen großen Teil des Vermögens. Was aber ist, wenn man später einmal nur ein bisschen Geld braucht? Nur ein bisschen Immobilie verkaufen geht nicht. Außerdem steigen mit zunehmendem Alter der Immobilie auch die damit verbunden Kosten für Reparaturen etc. Dann stellt sich oftmals die Frage: "Kann ich mir die Immobilie im Rentenalter überhaupt noch leisten?"

Chart

Gold wird gerne als eine Art Fluchtwährung oder als Wertspeicher bezeichnet. Tatsächlich hat Gold seit seinem Allzeithoch vor gut drei Jahren 37 Prozent an Wert verloren. Viele Investoren, die erst am Ende der Hausse eingestiegen sind sitzen heute auf erheblichen Verlusten. Ob die Wette auf wieder steigende Goldpreise aufgeht, ist ungewiss. Außerdem wollen die eher risikoscheuen deutschen Anleger ja eigentlich gar nicht spekulieren, sondern Geld möglichst sicher und ertragreich anlegen. Nicht vergessen werden sollte auch, dass Goldbesitz in der Vergangenheit gerne mit zusätzlichen Steuern belegt wurde oder sogar ganz verboten war.

Renditen von drei bis sieben Prozent p.a.

Aufgrund der expansiven Geldpolitik der verschiedenen Notenbanken dürfte die absolute Niedrigzinsphase, die wir derzeit erleben, noch längere Zeit anhalten. Dennoch ist es weiterhin immer möglich, mit festverzinslichen Anlagen auch real Geld zu verdienen. Unternehmensanleihen werfen mehr ab, als Staatsanleihen. Darüber hinaus befindet sich die Ausfallquote bei Unternehmensanleihen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Bei sorgfältiger Auswahl und entsprechender Streuung sind hier Renditen von vier bis sieben Prozent pro Jahr möglich, vorausgesetzt, es werden die richtigen Produkte ausgewählt. So stieg der Jupiter Global Dynamic Bond Fund (WKN A0YC40) in den zurückliegenden zwölf Monaten um 6,7 Prozent, der eigentlich für Sicherheitsbewusste geeignete Nordea 1 European Covered Bond Fund (WKN 986135) sogar um 9,3 Prozent – trotz des Niedrigzinsumfelds. Allerdings ist im Rentenbereich mit erheblichen Kursrückgängen zu rechnen, sobald sich die Zinsen wieder nach oben bewegen. Dann heißt es neu zu strukturieren! Genau für solche Trendwechsel sind Fondsmanager da.

Anleger sollten sich außerdem bewusst machen, dass langfristig die Dividendenrendite der Aktiengesellschaften höher liegt, als die Zinsrendite. Bei der Allianz-Aktie beträgt zum Beispiel die Dividendenrendite mehr als fünf Prozent pro Jahr, seine Anleihe verzinst der Versicherungskonzern dagegen nur mit circa 1,3 Prozent. Für diese höheren Erträge muss der Anleger allerdings auch größere Schwankungen in Kauf nehmen. Das zeigt sich besonders in Krisensituationen wie zuletzt in den Jahren 2008 und 2011, als vor allem Einzelwerte enorme Abschläge verzeichneten. Trotzdem gilt: Während auf dem Sparbuch heute vor allem die Vermögensvernichtung sicher ist, stehen den möglichen Verlusten bei Aktien aber immer auch entsprechende Gewinnchancen gegenüber. Die Investoren, die 2008 oder 2011 nicht in Panikstimmung verkauft haben, liegen mittlerweile wieder im Plus.

Investmentfonds stellen generell eine gute Lösung dar. Sie zählen zu den transparentesten und sichersten Anlagen für die private Kapitalbildung. Die Investitionen sind breit gestreut und ein Management kümmert sich aktiv um die jeweils beste Zusammensetzung des Depots. Eine viel versprechende Dividendenstrategie verfolgt beispielsweise der European Equity Target Income Fund (WKN A1JPBJ) von Pioneer, der auf Sicht eines Jahres ein Plus von 7,9 Prozent erzielte. Der Erfolg einer guten und risikominimierten Kapitalanlage beruht auf seiner sinnvollen Streuung und Strukturierung. Nicht das Ausnutzen von Kursschwankungen bringt den Erfolg, sondern die richtige Depotstruktur. Der Anleger trifft in der Regel doch nicht den besten Zeitpunkt für einen Ein- oder Ausstieg. Das ist mehr im Bereich des Glücksspiels angesiedelt.

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Quelle: n-tv.de

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