Startseite
(Foto: REUTERS)
Dienstag, 13. Oktober 2015

Jetzt Gold kaufen?: So investieren Sie richtig in Rohstoffe

Ein Gastbeitrag von Marc-Oliver Lux

Der Dax notiert fast 20 Prozent unter seinem Höchststand vom April. Gold hat im gleichen Zeitraum gerade einmal drei Prozent nachgegeben. Das zeigt: Rohstoffe verbessern spürbar den Vermögensmix.

Die meisten Rohstoffe locken mit rekordtiefen Kursen zum Einstieg. Gold kostet circa 40 Prozent weniger als im Jahr 2011. Der Silberpreis ist in diesem Zeitraum sogar um fast 70 Prozent gefallen - die Notierungen der Industriemetalle ebenfalls. Schlimm hat es auch Öl erwischt. Das weltweite Überangebot hat dafür gesorgt, dass Öl der Sorte Brent heute die Hälfte weniger kostet als Anfang 2014.

Die langjährigen Tiefstkurse lassen ein attraktives Einstiegsniveau vermuten. Wir raten allerdings zur Vorsicht, denn die meisten Rohstoff-Investments haben beträchtliche Tücken. Erstens ist bei den Rohstoffpreisen der seit 2011 ausgebildete Abwärtstrend weiterhin intakt. Außerdem stimmt es skeptisch, dass die Notierungen fallen, obwohl die Weltwirtschaft in diesem Jahr um voraussichtlich 3,5 Prozent wächst. Es herrscht offensichtlich ein erhebliches Überangebot. Das schwächere Wirtschaftswachstum Chinas, dem größten Rohstoffverbraucher der Welt, verschärft das ungünstige Verhältnis von Angebot und Nachfrage zusätzlich.

Drittens findet der Handel von Rohstoffen auf ausgesprochen "emotionalen" Märkten statt. Die Preise ergeben sich nicht nur aufgrund von Angebot und Nachfrage. Eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielen die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Förderung, der Lagerhaltung und externer Einflussfaktoren. Dazu zählen Kriege, Naturkatastrophen, aber auch Dürren und Ausfuhrbeschränkungen. Als die Volksrepublik, die 85 Prozent der weltweit verbrauchten Spezialmetalle "seltene Erden" liefert, im Jahr 2010 die Exporte einschränkte, explodierten die Preise. Die wohl größte Spekulationsblase gab es in der "Rohstoffgeschichte" bei Silber. Zwischen 1973 und 1980 trieben die milliardenschweren Hunt-Brüder durch umfangreiche Käufe den Silberpreis nach oben, bis der am sogenannten Silver Thursday kollabierte.

Schwieriger Zugang für Privatanleger

Das vielleicht schwerwiegendste Argument gegen die meisten Rohstoffinvestments ist, dass der Anleger sie in der Regel nicht direkt kaufen kann. Eine rühmliche Ausnahme stellen die Edelmetalle dar. Kupfer, Öl oder Weizen lassen sich dagegen eigentlich nur über Indexzertifikate erwerben. Diese basieren wiederum auf Warenterminkontrakten, die an den großen Rohstoffbörsen gehandelt werden. Da die Laufzeit der Kontrakte in der Regel auf wenige Monate begrenzt ist, müssen sie regelmäßig in neue Laufzeiten getauscht beziehungsweise "gerollt" werden, die später fällig werden.

Rechnen die Marktteilnehmer mit steigenden Preisen, wie es derzeit der Fall ist, entstehen dem Käufer eines einfachen Indexzertifikats beim Kontraktwechsel systematisch "Rollverluste". Hinzukommen oftmals noch Gebühren durch den Derivatewechsel seitens der Bank, die ebenfalls die Rendite schmälern. Vereinfacht gesagt, erzielen Anleger beispielsweise mit Öl-Indexzertifikaten zurzeit nur dann eine positive Rendite, wenn die Preise stärker steigen, als es von den Profis an den Terminmärkten erwartet wird.

Noch schlimmer wird es bei fallenden Kursen, wie in den zurückliegenden Wochen: So sind zum Beispiel die Indexzertifikate auf Brentöl aufgrund der zusätzlichen Rollverluste deutlich stärker gefallen als der Kurs für den Rohstoff selbst.

Gold und Rohstoff-ETFs empfehlenswert

Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet, die auf regelbasierte Anlagekonzepte spezialisiert ist. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.
Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet, die auf regelbasierte Anlagekonzepte spezialisiert ist. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.

Trotzdem lässt sich die Stabilität eines Wertpapierdepots durch die richtigen Rohstoff-Investments spürbar verbessern. Gold ist vor allem strategisch interessant, weil es nicht mit Aktien und Anleihen korreliert. Während Aktien seit einem halben Jahr schrittweise einbrechen, notiert das Edelmetall weitgehend stabil. Außerdem ist Gold im Gegensatz zu den herkömmlichen Währungen nicht beliebig vermehrbar. Während weltweit immer mehr Papiergeldscheine real und virtuell gedruckt werden, steigt das im Umlauf befindliche Gold kaum.

Außerdem lässt sich Gold leicht erwerben und lagern. Am einfachsten ist die Order von XETRA-Gold (WKN A0S9GB). Dabei handelt es sich um einen ETC, der mit physischem Gold unterlegt ist. Der Kurs entspricht in etwa dem Preis von einem Gramm Gold in Euro. Die jüngsten Gerichtsurteile weisen darauf hin, dass vereinnahmte Kursgewinne nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten wahrscheinlich sogar steuerfrei sind.

Für klassische Aktien-Renten-Depots bieten sich zudem breiter aufgestellte Rohstoff-ETFs an. Der Indexfonds DJ-UBS Longer Dated All Commodities (WKN A1CXBV) wird wie XETRA-Gold fortlaufend an der Börse gehandelt. Die größten Positionen des Fonds waren zuletzt Gold, Öl, Gas und Weizen.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben. www.LPVV.de

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen