Die US-Präsidentschaftswahl könnte die Börsen 2012 positiv beeinflussen.
Montag, 28. November 2011
Hubert Thaler
Auch Börsenjahr 2012 wird politisch
Will man das Anlagejahr 2011 in einem Begriff zusammenfassen, bietet sich der Begriff „politische Börse“ an. Obwohl es landläufig heißt, politische Börsen hätten kurze Beine, stehen die Chancen gut, dass auch 2012 politische Rangeleien das Kapitalmarktgeschehen maßgeblich beeinflussen werden.
Hubert Thaler, Top Vermögen
Energiewende, Interventionen in
Nordafrika, Schuldenschnitt für Griechenland, ein noch größerer freiwilliger
Schuldenschnitt für Griechenland, Neuausrichtung der Europäischen Zentralbank,
Neudefinition der Maastricht-Verträge: Allein das Pensum der vermeintlich
mächtigsten Frau in Europa – Angela Merkel – hat die Kapitalmärkte in 2011
kontinuierlich auf Trab gehalten.
Auch im Anlagejahr 2012 werden politische Entscheidungen
zur Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise und politische
Herausforderungen im Mittleren Osten für Schlagzeilen sorgen. Meldungen, die im
harten Wettbewerb der Medien zunehmend zugespitzt werden und häufig einen
hysterischen Beigeschmack beim Leser hinterlassen.
USA und China wählen
Viel Aufmerksamkeit werden zudem die personellen
Neuausrichtungen der politischen Spitzenposten in den USA und in China auf sich
ziehen. Zu Recht, schließlich steht das Zweckbündnis aus China und den USA für
einen bedeutenden Anteil des weltweiten Außenhandels.
So wird auf dem nächsten Parteitag im Herbst 2012 Chinas Vizepräsident
Xi Jinping zunächst die Nachfolge von Staats- und Parteichef Hu Jintao als
Generalsekretär antreten, um ihn 2013 auch als Staatsoberhaupt zu ersetzen.
Fast gleichzeitig wird am 6. November 2012 die Wahl zum 57. Präsidenten der
Vereinigten Staaten von Amerika stattfinden. Dabei ist bereits heute eine
heftige Diskussion über die Verantwortung der beiden Länder für die Stabilität
der Weltwirtschaft entbrannt.
Wahljahre sind
Börsenjahre
Aus wahltaktischen Gründen sorgt sich die politische Führung
in beiden Ländern zunehmend darum, die kurzfristigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
für die eigene Bevölkerung zu stabilisieren – teilweise ohne Rücksicht auf den langfristigen
Schaden, der dem wirtschaftlichen Erfolgsmodell der vergangenen Jahrzehnte
zugefügt werden könnte.
Darunter fallen nicht nur protektionistische Maßnahmen in
den USA und ein geldpolitisches Vabanque-Spiel, sondern vor allem auch die
stete Weigerung der chinesischen Staatsführung, die eigene Währung stärker in
das weltweite Währungssystem zu integrieren und damit zu flexibilisieren.
Zumindest bei Aktionären haben sich in der Vergangenheit
Präsidentschaftswahljahre in den USA positiv in das kollektive Gedächtnis
eingebrannt. Versprachen Wahlkampfjahre doch regelmäßig anständige Kurszuwächse.
Politik hin oder her.
Der Autor Hubert Thaler ist Vorstand der Top Vermögen in Starnberg und München sowie Experte des Internetportals Vermoegensprofis.de