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Dienstag, 27. Juli 2010

Nachhaltige Investments

Anlegerchance Wiederverwertung

Roman Limacher, Dr. Höller Vermögensverwaltung

Roman Limacher, Mitglied der Geschäftsleitung der Dr. Höller Vermögensverwaltung

Roman Limacher, Mitglied der Geschäftsleitung der Dr. Höller Vermögensverwaltung

Es wird viel über die Endlichkeit der weltweiten Ölvorkommen berichtet. Aber auch andere für die Industrie und Menschen überlebenswichtigen Rohstoffe sind bereits heute knapp oder werden es in naher Zukunft sein. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, wie verschwenderisch mit Ressourcen umgegangen wird. Drei Viertel des globalen Konsums zehren nicht nachwachsende Rohstoffe unwiederbringlich auf.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Rohstoffen rasant an. Verantwortlich für diese Entwicklung sind vor allem das Wachstum der Weltbevölkerung und die fortschreitende Industrialisierung der Weltbevölkerung. Bereits heute werden Jahr für Jahr rund 60 Mrd. Tonnen natürliche Ressourcen wie Agrarrohstoffe, Mineralien, Energieträger oder Wasser verbraucht. Tendenz stark steigend. Im Vergleich zum Jahr 1980 bedeutet dies einen Zuwachs von rund 50%. Solche Steigerungsraten wird sich die Menschheit in Zukunft kaum leisten können.

Die Knappheit hat längst begonnen

Am anschaulichsten und bedrohlichsten zeigt sich die Knappheit überlebensnotwendiger Rohstoffe beim Wasser. Die Flüsse in China sind derart verschmutzt, dass rund 700 Millionen Menschen nur durch Exkremente verunreinigtes Wasser zu Verfügung steht. Von den gesundheitlichen Folgen für die chinesische Bevölkerung einmal abgesehen, sorgt die Umweltverschmutzung in der Volksrepublik dafür, dass das Wirtschaftswachstum mehrere Prozentpunkte hinter seinem eigentlichen Potenzial zurückbleibt.

Seit dem Jahr 2000 ist das Deponieren von Abfall in der Schweiz verboten. Deutschland zog mit einem entsprechenden Gesetzt fünf Jahre später nach. Seitdem werden wesentlich mehr Abfälle verbrannt und wiederaufbereitet. Bei der Müllverbrennung handelt es sich allerdings um ein höchst ambivalentes Verfahren. Zwar ermöglicht eine moderne Trennung der Abfälle eine Verbesserung des Brennwertes und der nutzbaren Abwärme. Die Rohstoffe werden dem Wirtschaftskreislauf allerdings für immer entzogen.

Recyceln statt verbrennen

Eine wesentlich effektivere Methode stellt die Wiederaufbereitung dar. Vor allem durch ein nachhaltiges Recycling kann eine Volkswirtschaft ihren Energieverbrauch und den Ausstoß von Treibhausgasen signifikant verringern. Werden bspw. in einem Stahlwerk Sekundärrohstoffe produziert, also Stahl aus Abfällen wie Schrott gewonnen, sinken nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA die Luft- und Wasserverschmutzung um annähernd 80%. Darüber hinaus stellt in rohstoffarmen Ländern wie der Schweiz oder Deutschland die Wiederaufbereitung die einzige Rohstoffquelle für Metalle und Edelmetalle dar.

Ein nachhaltiges Recycling vermeidet das Verschmelzen von hochwertigen Rohstoffen mit minderwertigen Materialen. Denn durch das so genannte Downcyling entstehen Qualitätsverluste. Dieses Problem ist nur durch eine strikte Kreislaufwirtschaft zu lösen. Verarbeitete Rohstoffe müssen eindeutig erkennbar und auch trennbar sein, um eine möglichst vollständige Wiederaufbereitung zu ermöglichen.

Investmentchancen

Aufgrund der wirtschaftlichen Notwendigkeiten handelt es sich beim Recycling um einen Wachstumsmarkt. Neben ethischen und ökologischen Motiven locken langfristig attraktive Renditechancen. Der nachhaltige Aktienfonds PRIME VALUES Green (ISIN: LU 047 035 635 2) der Dr. Höller Vermögensverwaltung ist derzeit u.a. in folgenden Unternehmen investiert:

Umicore (ISIN: BE 000 388 404 7) - Der belgische Materialtechnologie-Konzern Umicore ist nach eigenen Angaben der Weltmarktführer bei der Wiedergewinnung von Edelmetallen aus Elektroschrott, alten Mobiltelefonen und Laptops. Für die Hersteller von Abgaskatalysatoren für PKW zählt das Unternehmen mit Sitz in Brüssel weltweit zu den größten Zulieferern von Spezialwerkstoffen und Metallen. Gleiches gilt für die Produzenten von wieder aufladbaren Batterien für Handys und Laptops. 80 % des Budgets für Forschung und Entwicklung werden für den Bereich "Materials for a better Life" eingesetzt.

Schnitzer Steel (ISIN: US 806 882 106 0) - Im Bereich Metall-Recycling zählt Schnitzer Steel zu den weltweit führenden Anbietern. Das US-Unternehmen verarbeitet rund um den Globus Altmetall zu Walzdraht und Stahl für die Autoindustrie. Schnitzer Steel wurde bereits im Jahr 1906 als Recycling–Firma gegründet. Aufgrund der starken Nachfrage nach Metall, der anziehenden Preise und der weltweiten Präsenz ist das Unternehmen für die Zukunft im Bereich Recycling bestens positioniert.

Ebay (ISIN: US 278 642 103 0) - Ebay betreibt das weltweit größte Internetauktionshaus. Das Unternehmen, das 1995 gegründet wurde, hat sich von einer Firma mit flohmarktähnlichem Charakter zu einer globalen Business-to-Consumer-Plattform entwickelt. Auf Ebay werden u.a. auch zahlreiche bereits gebrauchte Produkte angeboten. Bei diesen beläuft sich die Weiterverwertung auf 100%. Die Gesellschaft ist in 38 Nationen präsent. Alleine in den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz verdoppelt. Aufgrund der Erschließung der asiatischen und lateinamerikanischen Märkte wird das Wachstum weiterhin anhalten.

Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

Roman Limacher ist Mitglied der Geschäftsleitung der Dr. Höller Vermögensverwaltung, einer 100%igen Tochter der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Das Unternehmen legte 1995 den ersten Ethikfonds Kontinentaleuropas auf und gilt als Pionier bei nachhaltigen Investments.

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