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Einmaleins der Charttechnik
1x1 der Charttechnik, Folge 2: Umgang mit Chartprogrammen

Dienstag, 04. März 2008

1x1 der Charttechnik, Folge 2

Umgang mit Chartprogrammen

Wenn Sie Charts selbst analysieren möchten, brauchen Sie ein so genanntes Chartprogramm. Dies erlaubt Ihnen, selbst Trendlinien und Indikatoren einzuzeichnen sowie die verschiedenen Chartarten zu wählen - ich hatte Ihnen dazu in Teil 1 meiner Serie die Kerzencharts empfohlen. In diesem Kapitel gebe ich Ihnen noch einige Tipps für den Umgang mit Chartprogrammen geben.

Periodeneinstellung und Datenversorgung

Üblicherweise wird als Periodeneinstellung ein Tag gewählt. Für längerfristige Betrachtungen empfehle ich die Periode auf Wochen oder Monate zu verlängern. Für sehr kurzfristig agierende Trader sind auch Periodeneinstellungen ab einer Minute möglich. Der Zeitraum, den Sie mit dieser Einstellung abdecken können, beträgt dann aber üblicherweise nur zwei bis drei Tage.

Die kostenlos im Internet verfügbaren Chart-Tools verwenden alle um mindestens 15 Minuten verzögerte Daten, so genannte "Neartime-Daten", machen Pogramme bieten kostenlos auch nur so gennante "End-of-Day" Daten. Die Aktualisierung erfolgt also immer erst am Ende eines Handelstages.

Haben Sie einen "Realtime Datenfeed", wird sich Ihr Chart selbstständig aktualisieren und die Daten nahezu ohne Verzögerung liefern werden. Diese Kursversorgung müssen Sie aber meistens bezahlen.

Wann Sie am besten die arithmetische oder logarithmische Skalierung verwenden

Die grafische Darstellung von Charts kann in einer arithmetischen oder einer logarithmischen Skalierung erfolgen. Diese Skalierung bezieht sich dabei ausschließlich auf die Y-Achse, also die Achse, an welcher der Kurs abgelesen wird. Die X-Achse, also die Zeitachse, wird immer arithmetisch dargestellt.

In der arithmetischen Skala zeigt die Y-Achse gleiche Abstände für gleiche Kurseinheiten. So ist der Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Einheiten immer gleich groß, also beispielsweise zwischen den Punkten 2 und 4 genauso groß wie zwischen den Punkten 22 und 24, nämlich zwei Einheiten.

Die logarithmische Skalierung dagegen zeigt immer gleiche Abstände für gleiche prozentuale Änderungen. Damit wäre also der Abstand der Punkte 2 zu 4 genauso groß wie der von 20 zu 40, nämlich jeweils 100 Prozent. In einer arithmetischen Darstellung wäre dagegen das Verhältnis zwei Punkte zu 20 Punkten, also zehnmal länger.

Mein Tipp:

Es wird klar, dass dadurch die Charts in der vertikalen Richtung verzerrt werden, um zwar umso stärker, je größer der Kursbereich ist, der analysiert werden soll. Im Allgemeinen ist dies eben in Langzeitcharts der Fall.

Daher sollten Sie darauf achten, dass Sie, wenn Sie etwa den DAX der vergangenen Jahre analysieren, die logarithmische Skalierung verwenden. Denn in der Chartanalyse sind in erster Linie die prozentualen Veränderungen interessant. Die Darstellung in der richtigen Skalierung ist deshalb wichtig, weil sich eben auch die eingezeichneten Trendlinien entsprechend verändern und damit ihre Unterstützungs- beziehungsweise Widerstandniveaus. Sie können in jedem Chartprogramm diese Einstellung selbst wählen.

Der folgende Chart zeigt die Unterschiede exemplarisch.

Abgebildet ist der Verlauf des Dax seit 2003. Sie sehen zwei Darstellungen des DAX über einen Zeitraum von acht Jahren. Die obere Kursskala ist im logarithmischen Maßstab, die untere im arithmetischen Maßstab aufgetragen. Sie erkennen auch anhand der Gitterstruktur in der Abbildung die Unterschiede - schauen Sie auf die Länge der Ovale!

Sie sehen, dass die Trendlinie - oben noch korrekt - unten völlig anders verläuft. Ich habe dazu nur die Skaleneinstellung verändert, nicht die Trendlinie neu gezeichnet. Sinnvoller ist, wie erläutert, die logarithmische Darstellung. Es ist aber leider oft zu beobachten, dass in einigen Zeitschriften dieser Umstand nicht berücksichtigt wird.

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Hier noch einige sehr gute Chartprogramme, die Sie kostenfrei im Internet benutzen können, beispielsweise www.tradesignalonline,de , www.godmode-trader.de oder www.comdirect.de (Informer, Tools). Darüber hinaus finden Sie als Kunde auch brauchbare Chartmodule auf den Seiten anderer Direktbroker.

Dr. Gregor Bauer erklärt bei Telebörse.de alle 14 Tage die Grundlagen und Tricks der technischen Analyse. Er ist Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (www.vtad.de) und Mitglied im Vorstand des Weltverbands der technischen Analysten (www.ifta.org).

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