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Einmaleins der Charttechnik
Schematisch die Konstruktion eines Bars.

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Dienstag, 19. Februar 2008

1x1 der Charttechnik, Folge 1

Linien, Balken und Kerzen

Aus welchen Informationen genau werden die Charts - also die „Kurven welche die Charttechniker analysieren, eigentlich berechnet?

Es gibt nämlich durchaus verschiedene Arten der Darstellung. Diese zudem mit unterschiedlichem Informationsgehalt - und Sie werden alle der nachfolgend dargestellten Arten auch in den Medien finden.
Das müssen Sie dazu wissen:

Liniencharts - die einfachste Art
Balkencharts - die Balken geben Ihnen mehr Informationen
Kerzencharts - dies ist die anschaulichste Darstellung

Worin unterschieden sich nun die Darstellungen?

Liniencharts - die einfachste Art

Der Linienchart ist die gebräuchlichste grafische Darstellung von Kurverläufen und findet in den verschiedenen Börsenpublikationen weite Verbreitung. Er wird konstruiert, indem die Schlusskurse einer Periode, also beispielsweise die Tagesschlusskurse, miteinander verbunden werden.

2. Balkencharts (Barchart) - die Balken geben Ihnen mehr Informationen

Der Barchart ist die in den USA immer noch die meistverbreitete Form der Chartdarstellung. Im Gegensatz zum Linienchart werden bei dieser Konstruktionsweise vier Informationen gleichzeitig dargestellt, nämlich der Eröffnungskurs, der Schlusskurs, sowie die Hoch- und Tiefkurse einer jeden Periode. Es wird also der gesamte Periodenverlauf abgebildet. Dies bedeutet für den Analysten natürlich einen erheblichen Informationsgewinn. So kann er erst durch diese Darstellung erkennen, ob eine Periode mit Gewinn oder Verlust abgeschlossen hat, oder etwa die Volatilität einer Periode abschätzen. Eine Periode kann dabei von einer Minute bis zu einem Monat reichen. Am gebräuchlichsten sind aber die "Tages"-Charts oder "Wochen"-Charts. Dabei werden also der Eröffnungskurs, der Schlusskurs, sowie die Hoch- und Tiefkurse eines Tages oder einer Woche in einem Bar dargestellt.

Konstruktionsschema der Kerzen.

Konstruktionsschema der Kerzen.

Wichtig ist auch die Information, ob ein Tag in der Nähe des Hochs oder Tiefs geschlossen hat, also die Stimmung am Ende der Handelsperiode. Schließt beispielsweise der Kurs auf seinem Tagestief, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die Abwärtsbewegung am nächsten Tag fortsetzt.

3. Kerzencharts (Candlestick-Charts) -die anschaulichste Darstellung


Auch diese Darstellung zeigt die Eröffnungs- beziehungsweise Schlusskurse sowie die Hoch und Tiefpunkte. Die Kursdifferenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs wird durch ein Rechteck dargestellt, den so genannten Körper. Dieser wird aus optischen Gründen in unterschiedlichen Farben dargestellt - je nachdem, ob es sich um eine Periode mit fallenden oder steigenden Kurse handelt.

Schauen Sie auf die folgende Abbildung. Hier sehen Sie die drei Chartarten im Vergleich. Und zwar immer den Dax.

Im Linienchart sehen Sie beispielsweise nicht, was sich an den einzelnen Tagen des Kurseinbruchs genau abgespielt hat. Etwa wie hoch die Schwankungsbreite war und wie genau die anschließende Umkehr abgelaufen ist.

Dax im Linien-, Balken- und Candlestick-Chart.

Dax im Linien-, Balken- und Candlestick-Chart.

Mein Tipp:

Der Aussagegehalt eines Liniencharts ist vergleichsweise gering. Sie erkennen zwar den Kursverlauf, aber keine weiteren Details wie Eröffnungskurs, Schlusskurs, Hoch- oder Tiefkurs eines Tages. Diese Informationen sind aber sehr wichtig für eine vollständige Analyse.

Die Candlesticks enthalten zwar prinzipiell die gleiche Information wie die Barcharts, die Darstellung von Kursverläufen mit Candlestick Charts aber sicherlich die anschaulichste. Im Gegensatz zur Darstellung durch Liniencharts ergeben sich zudem aus der Abfolge bestimmter Kerzen außerordentlich interessante Analyseansätze, die so genannten Candlestick-Formationen.

Ich rate Ihnen, sich gleich zu Beginn Ihrer „Karriere mit der Candlestick-Darstellung vertraut zu machen. Im Laufe der Serie werde ich aber noch ausführlich auf die Interpretation dieser wichtigsten Darstellungsart eingehen.

In der nächsten Folge meiner Serie werden wir uns zunächst mit unserem Werkzeug beschäftigen, den Chartprogrammen. Ich zeige Ihnen, wo Sie diese im Internet kostenfrei finden und worauf Sie bei der Arbeit mit diesen Programmen achten müssen.

Dr. Gregor Bauer erklärt bei Telebörse.de alle 14 Tage die Grundlagen und Tricks der technischen Analyse. Er ist Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (www.vtad.de) und Mitglied im Vorstand des Weltverbands der technischen Analysten (www.ifta.org).

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