Donnerstag, 03. April 2008
1x1 der Charttechnik, Folge 5
EUR/USD : Umkehr aus dem Chartlehrbuch
Der Euro ist wieder auf Talfahrt – nach einer „Bilderbuchumkehr“. Das muss ein Charttechniker wie Gregor Bauer einfach noch mal anschauen – und zeigt dabei Ihnen dabei die Szenarien der nächsten Wochen.
Ich „muss“ heute noch einmal auf den EUR/USD zurückkommen – weil der Chart so schön lehrreich ist.
Am 27.3.08, dem Zeitpunkt meiner letzten Analyse in der aktuellen Kolumne, schrieb ich.
„Der Euro nähert sich der Höchstmarke, zeigt aber schon wieder Anzeichen der Schwäche“
Soweit auch kein Kunststück, das sieht jeder.
Wie aus dem Lehrbuch ist aber die Ausbildung des zweiten Hochs zum Doppelhoch am 31.3: Schon im Abwärtsimpuls begriffen, schießt der Euro noch mal nach oben und durchbricht eine, wenn auch „kleine“ Widerstandsmarke, die durch das vorherige Hoch bei 1,5859 USD gebildet wurde. Dies wäre charttechnisch eigentlich ein kurzfristiges Kaufsignal, wenn nicht das sofort folgende Allzeithoch des Euro bei 1,5906 USD als massives Verkaufsniveau fungieren würde. Um dieses zu durchbrechen müsste sich die Marktmeinung, also die generelle Einschätzung des Werts des Euro, fundamental ändern.
Und folgerichtig prallte der Euro direkt an diesem Niveau ab – eine typische Bullenfalle zu optimistischer Anleger, die auch prompt die Rechnung serviert bekamen – und ein obere Umkehrformation als Doppelhoch wie aus dem Chartlehrbuch.
Mein Tipp für Ihr Trading:
Wenn Sie investieren, müssen Sie eine Vorstellung davon haben, wo der nächste Widerstand liegt, denn das ist zunächst immer Ihr Kursziel. Liegt es, wie in diesem Beispiel, sehr dicht an Ihrem Einstiegskurs, so macht ein Kauf keinen Sinn, da mit zu viel Risiko verbunden.
Jetzt mache es mir jetzt einfach und kopiere meine Einschätzungen von letzter Woche, da sich diese bewahrheitet haben und immer noch aktuell sind:
Fazit: So können Sie als Anleger nun handeln:
„- Setzen Sie auf einen steigenden Euro, warten Sie bis er über etwa 1,605 USD steigt (Allzeithoch, und etwas „Luft“ gegen Bullenfallen lassen). Dann einstiegen.“
Übrigens, wie Sie dann die Kursziele jenseits von Höchstmarken bestimmen, habe ich in meiner letzten Kolumne anhand der Fibonacci-Technik erläutert.
„- Haben Sie bereits auf einen fallenden Euro gesetzt, bleiben Sie in der Position, bis sich eine untere Umkehrformation ausbildet. Dies ist für Sie dann das Signal zum Schließen der Short-Positionen - und für alle Anleger das Signal, wieder auf einen steigenden Euro zu setzen.
Diese Möglichkeit besteht an jeder Unterstützung. (Unterstützungen sind aus dem Kursverlauf abgeleitete Kaufniveaus).
Beachten Sie die Bereiche: Etwa 1,534 USD, etwa 1,517 USD, die Zone zwischen 1,4967 – 1,4830 USD.“
Ich sehe aber nach wie vor noch keinen Impuls, der das alte Hoch ausnehmen könnte, sondern warte eher auf einen Rücksetzter auf das 1,53 USD-Niveau.
Dr. Gregor Bauer erklärt bei Telebörse.de alle 14 Tage die Grundlagen und Tricks der technischen Analyse. Er ist Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (www.vtad.de) und Mitglied im Vorstand des Weltverbands der technischen Analysten (www.ifta.org).