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Charttechnik

Montag, 23. August 2010

Chartprognose

Dax läuft weiter gen Süden

Rüdiger Born, Avantus Traders

Die vergangene Woche fing so gut an. Aber dann rutschte der Dax deutlich ab und die Bullenfalle schnappte zu. Viele Anleger wurden dabei auf dem falschen Fuß erwischt.

Rüdiger Born

Rüdiger Born

In der vergangenen Woche konnte der Dax trotz einer positiven ersten Wochenhälfte nicht überzeugen. Letztlich wurde die übergeordnete Abwärtsrichtung seit Anfang August wieder aufgenommen und das Kursbarometer lief mit großen Schritten weiter gen Süden. Insgesamt wurden in der letzten Woche 105 Zähler abgegeben, wobei vom Donnerstagshoch bis zum Schluss am Freitag sogar rund 225 Dax-Punkte aufgegeben werden mussten.

Die Bullenfalle hat also zugeschnappt und dabei gleich mehrfach die Hoffnungen der Käufer zerstört. Zunächst dürfte bereits der vergebliche Ausbruch über die Jahreshochmarke viele private Marktakteure auf den falschen Fuß erwischt haben, denn viele sehen in einem Ausbruch über eine Hochmarke eine günstige Einstiegsmöglichkeit. Die Statistik hat allerdings auch diesmal wieder bestätigt, dass sogenannte „False-Breakouts“ durchaus wahrscheinlicher sind. Wer dann nach der Bodenbildung Anfang letzter Woche, bestätigt durch die lange grüne Tageskerze am Dienstag erneut Kauflaune verspürte, wurde abermals hinters Licht geführt, denn es handelte sich lediglich um eine Bärenmarkt-Rally als Reaktion auf die deutlichen Verluste eine Woche zuvor. Folgerichtig verlor Deutschlands wichtigster Aktienindex erneut an Wert.

Charttechnisch ist mit dem aktuellen Abverkauf alles im Lot. Die Kursverluste von Donnerstag und Freitag begründen den zweiten Abwärtsarm der Korrektur, die nach dem Hoch am 6. August begonnen hatte. Die 6000er Marke wurde darin bereits erreicht. Die Unterstützungswirkung dieser psychologisch immer wieder als relevant eingestuften Marke sollte allerdings nicht überbewertet werden. Ein kurzer Abpraller bis vielleicht den Bereich um 6060 sollte zwar einkalkuliert werden, doch die Hauptkampfrichtung dürfte weiter nach Süden zeigen.

Ein erstes Ziel dürften technisch orientierte Marktteilnehmer im Bereich der 5.900 Punktemarke sehen, denn damit wären die beiden Abwärtsbewegungen im Ausmaß recht symmetrisch ausgefallen. Zudem liegt auf eben diesem Niveau mit dem Juli-Zwischentief (intraday) eine ganz brauchbare Unterstützung. Weitere Verluste sind nicht ausgeschlossen, auch die 5800er Marke wäre ein gleichermaßen sinnvolles wie praktisches Ziel für weitere Verluste.

Spätestens an dieser Marke dürfte sich dann auch entscheiden, ob die Aufwärtsrichtung für die letzten Monate des Jahres nochmals höhere Jahreshochs bescheren kann, oder ob doch auch langfristig die Bären am Drücker sind. Jedenfalls sieht aktuell keins der Szenarien danach aus, als ob aktuell blinde Langfristkäufe auf den aktuellen Niveaus echtes Vergnügen und nachhaltige Renditen bringen könnten. Aktive Marktteilnehmer allerdings dürften an der Ausgeprägtheit und Klarheit der gegenwärtigen Bewegungen ihre Freude habe.

Euro -  noch wäre Platz nach unten

Die Zwischen-Rally, die der Euro gegenüber dem US-Dollar in der letzten Woche gezeigt hatte, fiel mehr als nur moderat aus, war sie doch manchem Händler gar nicht so richtig aufgefallen. Insbesondere nach dem schwungvollen Rücksetzer in der Woche zuvor hätte es durchaus ein bisschen mehr sein dürfen. Doch die Bullen waren zu leisten nicht bereit und so haben ab Mittwoch die Bären das Ruder wieder in die Hand genommen.

Insgesamt sieht es für das weltweit beliebteste Währungspaar nicht allzu schlecht aus, zumindest wenn man diesem charttechnisch in alle Handelsrichtungen folgen kann. Die neuen Verluste und insbesondere der freitagliche Bruch unter die Wochentiefs sprechen für eine Fortsetzung der Verluste um die Korrektur des deutlichen Anstiegs seit Juni zu komplettieren. Zwar hatte der Euro am Freitag bereits 50% des Bullen-Sommers korrigiert, doch sauberer wäre die Bewegung, wenn diese noch bis zur 61.8% Marke liefe, die nahezu perfekt mit dem Juni-Zwischenhoch bei etwa 1.2475 korreliert. Entsprechend wäre das die nächste Zielmarke für Shorts bzw. ein vermutlich sinnvoller Long-Einstieg sobald die Notierungen bis dahin zurückgehen sollten.

Die größte Gefahr liegt sicherlich darin, dass die letztwöchige Konsolidierung trotz des letzten Bruchs nach unten nicht vollständig abgeschlossen ist und sich nochmals eine kurze Rally anschließen sollte. Diese könnte nämlich dann nochmals in Richtung 1.3000 laufen, bevor es dann allerdings doch noch weiter nach unten auf die angesprochene Zielmarke im Bereich von 1.25 gehen sollte.

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