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Mittwoch, 27. Mai 2009

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Volatilität

Die Süßigkeitenverkäuferin hat eine verrückte Woche hinter sich. An den ersten beiden Tagen langweilte sie sich fast zu Tode, es herrschte gähnende Leere vor den Regalen. Warum, kann sie nicht sagen. Möglicherweise ist ihren kleinen Kunden das Taschengeld gestrichen worden. Doch dann rennen ihr die Kinder auf einmal die Bude ein. Da hätte sie gut und gern noch mehr Personal gebrauchen können, um den Andrang zu bewältigen. Ein so stark schwankendes Geschäft hat sie noch nie erlebt.

So aufregend geht es zuweilen auch an der Börse zu. Wie auf hoher See schwanken der Dax und die Kurse der Aktien innerhalb einer Woche hin und her - zum Beispiel zwischen 5000 Punkten am Montag, 4000 am Mittwoch und wieder 4800 am Freitag. Diese Schwankungen nennt man Volatilität - das Auf und Ab der Kurse.

"Man muss sich die Börse wie einen sensiblen Seismographen vorstellen. Wenn irgendwo auf der Welt etwas passiert, seien es Terroranschläge, Naturkatastrophen oder auch, wenn ein Konzern insolvent geht, dann schlagen die Kurse aus. Aber natürlich auch bei positiven Nachrichten wie guten Unternehmensdaten oder positiven Konjunkturdaten. Aber auch, wenn zum Beispiel eine neue Regierung gewählt wird", erläutert n-tv Börsereporterin Sabrina Bauer.

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Wenn man den Dax-Verlauf über 12 Monate betrachtet, sieht das aus wie die Aufzeichnung eines EKGs. Die Volatilität, also die Schwankungsbreite, ist gering, wenn die Nachrichtenlage keine Überraschungen bietet. Sie ist hoch, wenn Außergewöhnliches passiert. Und wenn positive und negative Nachrichten zugleich auftauchen, ist die Frage, welche Nachricht die Finanzmärkte stärker beeinflusst. Die Volatilität strapaziert auf jeden Fall die Nerven der Anleger.

Mit dem VDax haben die Börsianer ein Instrument geschaffen, das Anlegern Orientierung bieten soll. Der VDax, der Dax-Volatilitätsindex, bildet die Schwankungsbreite der wichtigsten deutschen Aktien ab.

"Der VDax ist praktisch das Angstbarometer für die Börse. Wenn er sehr hoch ist, heißt das, dass die Anleger extrem nervös sind, und dass im Folgeschluss auch die Kurse sehr, sehr stark schwanken. Ein niedriger Wert drückt das Gegenteil aus. Aber die Aussagekraft ist auch immer relativ. Sie bezieht sich zum einen auf die Vergangenheit. Und wenn natürlich irgendwo auf der Welt etwas passiert, kann das gleich wieder in die Höhe schnellen", fasst Bauer zusammen.

Umsatzmäßig in die Höhe schnellen: Das bedeutet für den Süßigkeitenladen, dass die kleinen Kunden massenweise ins Geschäft stürmen. Die Verkäuferin wünscht sich für die nächste Woche ein überschaubares Geschäft und nicht die extremen Schwankungen der vergangenen Woche.

Von Katharina Kiecol

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