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Donnerstag, 21. Mai 2009

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Portfolio

Die meisten Kunden im Süßigkeitenladen sind vielseitige Feinschmecker. Manche stehen nicht nur auf Schokoriegel, sondern essen regelmäßig auch Gummibärchen, Lakritzstangen und lutschen mit Vorliebe Bonbons. Sie stellen sich meistens eine bunte Tüte mit unterschiedlichen Süßigkeiten zusammen. Die Schleckermäuler naschen gern aus verschiedenen Töpfen und wählen aus einem breiten Angebot.

In die Börsensprache übertragen ist das Portfolio die bunte Tüte der Anleger. Erfahrene Sparer streuen das breit, was in ihren Portfolios steckt. Es gilt der Grundsatz: "Lege nie alle Eier in eine Tasche, es könnte ein Loch darin sein."

Ein cleverer Anleger investiert sein Geld in verschiedene Bereiche: einen Teil in Anleihen, einen zweiten in Aktien, möglicherweise den dritten Teil in Rohstoffe und den Rest in Immobilien. Der Anleger kann sein Risiko weiter reduzieren, wenn er beispielsweise Wertpapiere aus verschiedenen Ländern oder verschiedenen Branchen mischt.

"Man sollte in einem Portfolio auf gar keinen Fall alles auf eine Karte setzen. Man kann natürlich viel damit gewinnen, man kann aber damit auch genauso viel verlieren. Das sollte eigentlich nicht das Motto eines Portfolios sein. Mann muss mischen, man muss streuen, diversifizieren, auf Rohstoffe setzen, auf Renten, auf Aktien. Wenn die Mischung stimmt, dann sinkt das Risiko und man hat Gewinnpotential", rät der n-tv Wall-Street-Reporter Markus Koch.

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Portfolio hat seinen Ursprung im französischen "port-feuille", der Brieftasche. Die hat unterschiedliche Fächer für Kreditkarten, Scheine und Münzen. Das ist das Wesen des Portfolios: Geld ordnen, organisieren und in verschiedenen Schubladen ablegen. Was wohin gehört, ist eine kleine Wissenschaft für sich: 1952 veröffentlichte der amerikanische Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Harry Markowitz seine Portfolio-Theorie:

"Besonders hohe Renditen erzielen mit einem besonders geringen Risiko das hört sich eigentlich an wie die perfekte eierlegende Wollmilchsau. Aber Harry Markowitz hat tatsächlich bewiesen, dass, wenn die Mischung stimmt, die Risiken reduziert werden und das Potential steigt. Für diesen Beweis hat er sogar den Nobelpreis bekommen", erklärt Markus Koch.

Im Laden genießen es die Kinder, dass sie sich ihre Tüten und somit ihre Süßigkeitenportfolios ohne großes Nachdenken zusammen stellen können. Hauptsache, es schmeckt.

Von Katharina Kiecol

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