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Montag, 11. Mai 2009

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Freefloat

Karla ist Stammkundin im Süßigkeitenladen. Sie kauft jede Menge Naschereien. Aber nicht, um sie schnell aufzuessen. Nein, bei Karla könnte man sagen, sie sammelt Süßigkeiten. Ganz anders als bei ihren Freunden, die am liebsten alles gleich verputzen würden, packt Karla ihre Errungenschaften in eine Schatzkiste.

Auch unter Aktionären gibt es einige, die sich von ihren Papieren gar nicht mehr trennen wollen. Angenommen, ein Großinvestor besitzt eine riesige Zahl von Aktien, z.B. von einem Dax-Wert, und ist fest entschlossen, nicht kurzfristig zu spekulieren, sondern die Papiere über Jahre zu halten und nicht zu verkaufen. Dann sagt man, diese Aktien sind im Festbesitz. Aktien, die nicht im Festbesitz sind und an der Börse frei gehandelt werden, gehören zum Streubesitz, dem Freefloat.

Bei BMW ist es so: Nur etwa die Hälfte aller BMW-Aktien ist im Streubesitz und kann von Anlegern an der Börse gekauft und verkauft werden. Die andere Hälfte ist gewissermaßen unter Verschluss. Dieser Teil gehört den Erben des Großindustriellen Herbert Quandt, also Susanne Klatten geborene Quandt, der reichsten Frau Deutschlands, ihrem Bruder Stefan Quandt und der Mutter der beiden.

"Je größer der Freefloat und je größer der Streubesitz von Aktien an einem Unternehmen ist, desto geringer ist die Gefahr, dass plötzlich aus dem Nichts einer kommt und sagt: 'Ich will das Unternehmen jetzt übernehmen, ich will das Unternehmen kaufen. Ich habe schon genug Aktien an der Börse über den Freefloat gekauft.' Deswegen sind auch viele Unternehmen daran interessiert, dass der Freefloat nicht so groß ist, dass sie die Aktion selber im Depot behalten", erläutert n-tv Börsenkommentator Friedhelm Busch.

Manchmal sorgen Familien wie die Quandts bei BMW oder die Haniels bei Metro dafür, dass es bei einem Unternehmen einen hohen Festbesitz und nur einen niedrigen Streubesitz gibt. Manchmal tut es auch der Staat: Die Bundesrepublik Deutschland ist noch immer einer der größten Aktionäre bei den ehemaligen Staatsunternehmen Deutsche Telekom und Deutsche Post.

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F wie Freefloat
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Andere Dax-Unternehmen kommen fast ganz ohne Großaktionäre aus. Alle Aktien von Adidas zum Beispiel sind im Freefloat. Ein zu niedriger Freefloat kann zu Extremsituationen an der Börse führen - wie zu der Zeit, als die VW-Aktie über 1000 Euro hinausschoss. Hintergrund: Porsche gab bekannt, sich
75 Prozent von VW gesichert zu haben. Niedersachsen besaß schon 20 Prozent. Damit waren 95 Prozent in fester Hand.

"Beide Großaktionäre wollten die Aktien nicht verkaufen - selbst zu diesem hohen Kurs nicht -, sodass sich also die Börsianer und die Anleger weltweit um etwa fünf Prozent von VW prügeln mussten. Aufgrund dieser Enge, aufgrund dieses geringen Freefloats ist natürlich die VW-Aktie dann explodiert", erinnert Busch.

Karla sind solche Zusammenhänge schnuppe. Sie schaut sich ihre Süßigkeitensammlung einfach immer wieder gern an und will ihre Edelschokolade vorerst weder essen, noch verkaufen.

Von Katharina Kiecol

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