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Freitag, 08. Mai 2009

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ETF

Kinder lieben bunte Tüten, am liebsten mit Lakritz und Gummibärchen. Die gibt es fertig verpackt von einem großen Hersteller, aber im Laden können sie die Tüten auch selber zusammenstellen - mit den gleichen Süßigkeiten, nur preiswerter. Gut und günstig.

In der alltäglichen Konsumwelt eine Selbstverständlichkeit, an den Börsen aber noch nicht lange. Erst seit ein paar Jahren gibt es Exchange Traded Funds, so genannte ETFs. Sie werden immer beliebter. ETFs sind Fonds, die einen Börsenindex kopieren und zwar eins zu eins - zum Beispiel den Dax mit seinen 30 Werten. Die gleichen Werte hat möglicherweise auch ein Fondsmanager für seinen Investmentfonds gekauft. Für seinen Job bekommt der Fondsmanager Geld von den Anlegern, und zwar Ausgabeaufschlag, Managementgebühr und Verwaltungsgebühr. Dafür schichtet er die Anlagen je nach Lage der Börse häufiger um.

Bei einem ETF passiert das nicht. Er bleibt fast immer unverändert. Denn hier gibt es gar keinen Fondsmanager, der die Anlagen aktiv umschichtet und den der Anleger mitbezahlen muss. Vorteil für den Anleger ist: Bei ETFs fallen nur geringe Gebühren an.

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"Börsengehandelte Indexfonds bieten dem Privatanleger praktisch an, so zu investieren wie die Profis. Das heißt, man hat keine Managementgebühr, die man zum Beispiel bei einem gemanagten Fonds hat. Sie sind deshalb eben preiswerter. Sie sind flexibel und sie sind transparent. Da fallen zum Beispiel keine versteckten Kosten an. Weil sie immer populärer werden, gibt es ein größeres Angebot und damit für den Anleger die Möglichkeit, flexibel und einfach zu investieren", erklärt n-tv Börsenreporterin Sabrina Bauer.

Mit den ETFs kann man in fast alle Bereichen investieren: in verschiedenen Ländern, in nahezu beliebige Branchen, in Rohstoffe und Währungen. Die Idee, Fonds an der Börse zu notieren und Indizes zu kopieren, hatte ein findiger Amerikaner schon um 1970. Erst dreißig Jahre später, zur Jahrtausendwende wurden die börsengehandelten Indexfonds auch in Deutschland bekannt. Mittlerweile kann der Anleger aus Hunderten von Produkten auswählen. Klar ist aber auch: Der Gewinn mit einem ETF ist aber immer nur so groß wie der des gewählten Index.

"Der Nachteil von ETFs ist sicherlich, dass sie in stark fallenden Märkten keinen Fondsmanager haben, der aktiv eingreift, der das Portfolio umschichtet möglicherweise in liquide Mittel. Allerdings muss man eben auch sagen, dass es die aktiv gemanagten Fonds in der Vergangenheit selten geschafft haben, ihren Vergleichsindex in Sachen Wertentwicklung zu schlagen. Daher gilt grundsätzlich, dass sich der ETF häufig besser schlägt als der aktiv gemanagte Fonds", so Bauer.

Auch im Süßigkeitenladen finden es die Kinder immer besser, einfach auf den Inhalt zu sehen und weniger darauf, was draußen dran steht. Entscheidend für sie ist, dass die Himbeere immer gleich schmeckt - ob Marken- oder No-Name-Produkt.

Von Katharina Kiecol

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