Donnerstag, 07. Mai 2009
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Dividende
Die Verkäuferin im Süßigkeitengeschäft ist nur angestellt, der Laden selbst gehört Geschäftsleuten. Sie schauen heute vorbei und wollen sich ihre Gewinnbeteiligung für das vergangene Jahr auszahlen lassen. Um zu sehen, wie hoch die Ausschüttung ausfällt, gehen sie gemeinsam die Bilanzen durch.
Das letzte Geschäftsjahr lief gut, aber nicht überragend. Die Gewinnausschüttung fällt deshalb diesmal nicht besonders hoch aus. Jeder bekommt 100 Euro aus der Kasse. Die Inhaber des Ladens sichern sich damit einen Teil des Unternehmensgewinns.
Nichts anderes ist letztlich die Dividende bei börsennotierten Unternehmen. Die einen leben vom Verkauf mit Süßigkeiten, die anderen wie zum Beispiel E.on handeln mit Strom, Gas und anderen Energieträgern. Einmal im Jahr entscheidet die Hauptversammlung, ob eine Dividende gezahlt wird und wie hoch sie ausfällt. Bei E.on steigt die Dividende im Schnitt um ungefähr 15 Prozent pro Jahr von 1,50 Euro in 2008 auf 1,73 Euro in 2009 pro Aktie. Das kann sich sehen lassen.
Die Dividende ist also der Teil des Unternehmensgewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Wie viel Dividende es gibt, ist generell abhängig von drei Komponenten: Wie gut ist das vergangene Jahr für die Firma gewesen? Wie ist die allgemeine Konjunkturlage? Welche Dividendenpolitik verfolgt das Unternehmen?
Geht es dem Unternehmen gut, können die Aktionäre mit einer hohen Dividende rechnen, laufen die Geschäfte schlecht, gibt es entweder weniger Dividende oder gar keine. Gerade in unruhigen Börsenzeiten setzen Anleger auf dividendenstarke Unternehmen.
"Eine Dividende ist so etwas wie eine Treueprämie des Unternehmens an seinen Anteilseigener, seine Aktionäre. Um die bei Laune zu halten, sind die Unternehmen natürlich bemüht, eine möglichst hohe Dividende auszuschütten. Das geht auch - wenn Gewinne da sind. Aber wenn keine Gewinne da sind, sind manche Unternehmen trotzdem versucht, aus der Notreserve sozusagen heraus diese Dividende zu bezahlen", erklärt Friedhelm Busch gegenüber n-tv.
Aktionäre schätzen es besonders, wenn ein Konzern in der Lage ist, von Jahr zu Jahr den Gewinn und entsprechend die Dividende kontinuierlich zu steigern. Die dividendenstärksten Unternehmen im Dax sind: RWE, die Deutsche Bank, E.on und die Deutsche Telekom.
"Wenn die unruhigen Börsenzeiten zu Verlusten geführt haben, dann sollte man die Dividenden ausfallen lassen. Aber wenn das geschieht, dann rauscht der Kurs meistens in den Keller, weil viele dann die Aktien verkaufen. Deswegen sind manche Unternehmen bemüht, auch in schlechten Zeiten, und auch wenn das vergangene Jahr Verluste gebracht hat, eine Dividende auszuschütten", resümiert Busch.
Diese Tradition loben auch die Eigentümer unseres Ladens. Denn auch wenn in diesem Jahr die Ausschüttung nicht so üppig war, hoffen sie, dass die Geschäfte im nächsten Jahr besser laufen und Lutscher und Kaugummis wieder mehr Dividende abwerfen.
Von Katharina Kiecol