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Montag, 04. Mai 2009

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Aktiensplit

Mit Aktien ist es eigentlich so ähnlich wie mit Süßigkeiten: Sie können in ganz unterschiedlichen Portionen verkauft werden.

Josefine liebt Süßigkeiten. Von ihrem Taschengeld kauft sie sich bei ihrem Laden um die Ecke eine Kilo-Tüte Gummibärchen für fünf Euro. Aber nicht alle Kinder haben so viel Taschengeld. Darum hat die Verkäuferin eine Idee: Statt in eine große Kilo-Tüte füllt sie die Gummibärchen in 10 kleine Hundert-Gramm-Päckchen für 50 Cent pro Tüte. Jetzt können sich auch Paulina und Lilly die Nascherei leisten und kaufen gleich eine Tüte für 50 Cent. Für den Händler zahlen sich diese kleineren Portionen aus. Das Geschäft läuft gut.

Genau wie bei Porsche: Der Sportwagenhersteller gehört zu den schillerndsten Unternehmen in der deutschen Aktienlandschaft.

Weder die Autos noch die Aktien von Porsche sind billig zu haben. Ob 911, Boxster, Cayenne oder Panamera wer sie sich leisten kann, demonstriert ein gut gefülltes Portemonnaie. Denn das Porsche-Papier war früher eine der teuersten deutschen Aktien. Mehr als 1700 Euro musste ein Anleger zeitweise pro Anteil bezahlen. Deshalb machte es Porsche wie der Süßigkeitenhändler: Aus einer großen Tüte wurden zehn kleine, besser bezahlbare.

Porsche gab für eine Aktie zu 1700 Euro zehn für 170 Euro. Porsche machte einen Aktiensplitt im Verhältnis 1 zu 10. Aktienbesitzer, die beispielsweise eine alte Porsche-Aktien besaßen, bekamen nun zehn neue. Und Anleger, denen die Porsche Aktien bisher zu teuer waren, konnten sie nun für 170 Euro pro Stück kaufen:

"Manche Aktie ist im Laufe der Zeit so stark im Kurs gestiegen, dass sie auf dem Kurszettel wie ein Schwergewicht wirkt. Für manchen Kleinanleger ist sie dann zu teuer. Um eine Aktie zumindest optisch billiger zu machen, wird sie dann gesplittet", erklärt der n-tv Börsenexperte Friedhelm Busch.

Dabei ist die gesplittete Aktie nicht wirklich billiger geworden - nur auf dem Papier. Wer eine Porsche Aktie für 170 Euro kauft, der hat eben nur ein Zehntel der alten Aktie für 1700 Euro erworben. Aber nicht immer wird eine Aktie so wie bei Porsche eins zu zehn gesplittet. Durchaus gängig sind auch Umwandlungen, bei der der Anleger für eine alte zwei neue, drei neue oder vier neue Aktien erhält: Man spricht dann von Aktiensplitts in der Form 1:2, 1:3 1:4 und so weiter. In welchem Verhältnis die alten in neue Aktien umgetauscht werden, ist Sache des Konzerns. Aber ob die Aktie nach einem Splitt für einen Anleger auch wirklich zu einem Schnäppchen wird, ist nicht unbedingt gesagt:

"Es wäre falsch anzunehmen, dass eine Aktie, die nach einem Split billiger ist, nun auch deswegen schon eine Kaufgelegenheit ist. Viele Schnäppchenpreise sind am Ende überteuert und stellen sich dann als Fehlgriff heraus. Mit anderen Worten: Es wäre falsch, nur auf den Kurs, nur auf den Preis einer Aktie zu achten", rät Busch.

Das heißt: Ein Aktiensplit bei einer Aktiengesellschaft, funktioniert genauso wie die Verkaufsidee unserer Süßigkeitenverkäuferin: "Schau her, wie preiswert ich bin." Aber ob die preiswerte Aktie auch tatsächlich ein preiswertes Angebot ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Von Katharina Kiecol

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